ÜBER SU

Diagnose Brustkrebs, Prognose Leben (English version below)

Hey,

Susan Sommerfeld

Ich bin Su. 2014 war wie eine Rundfahrt auf der Brustkrebsachterbahn. Ein ständiges auf und ab mit meinem Mammakarzinom, und dennoch habe ich versucht, schlechte Nachrichten und die fortwährenden Krankenhausbesuche mit einem positiven Gefühl zu bewältigen. Mein Humor hat mir immer wieder geholfen, stark zu bleiben.

Am 21. März 2014 bekam ich die Diagnose Brustkrebs. Es war ein Schock für mich anfangs, doch irgendwann begann ich mir mein Leben damit zu arrangieren. Die erste Operation fand am 1.April 2014 statt. Der Wächterlymphknoten wurde entnommen, mein Portkatheter eingebaut. Vom 11. April bis zum 4. September 2014 machte ich eine Chemotherapie, 8 insgesamt, alle 3 Wochen.

Ich verlor meine Haare und es gab viele traurige Momente, aber ich bin immer positiv geblieben und habe mich in neuen Hobbies wiedergefunden die ich sonst nie gemacht hätte. Ich esse nun noch bewusster als vorher, fand meine neue Liebe für die Natur, genieße sie seither mehr denn je, bepflanzte mein eigenes Gemüsebeet und genoss die Köstlichkeiten der Ernte in vollen Zügen. Mit dem Dalmatiner meines Cousin’s habe ich viele lange Spaziergänge gemacht, um mich fit zu halten während der ganzen Therapien, machte mir selbst leckere Smoothies die viele Vitamine und Leckereien beinhalteten. Ich liebe es zu snowboarden und freue mich immer wieder auf den Winter. Es ist das erste Mal, dass ich viel Zeit für mich und meinen Körper habe. Ich habe angefangen zu häkeln wofür ich sonst nie Zeit hatte. Ich liebe es meine eigenen Mützen zu häkeln, um sie dann zu verschenken oder selbst zu tragen. Sie gehen schnell zu häkeln und am Ende des Tages habe ich schon ein tolles Ergebnis.

22. September 2014, ich wechselte das Krankenhaus. Schon bei der Zweitmeinung hatte ich ein besseres Gefühl im Uniklinikum in Leipzig. Leider wurde bei einer Voruntersuchung ein 2. Tumor in der rechten Brust gefunden. Das erste Krankenhaus (Brustzentrum Rodewisch) hatte dies zuvor nicht entdeckt.

 Am 24. September 2014 wurde mir dann mitgeteilt, dass ich eine Mastektomie haben werde. Auf deutsch gesagt, mir musste die rechte Brust abgenommen werden.

Es folgte die 2. OP am 1.Oktober 2014. Morgens um 7 holten mich die Schwestern in den OP. 6 Stunden später kam ich zurück auf’s Zimmer mit einer Brust weniger. Die OP hatte ich gut überstanden, trank und aß gleich etwas und sprang aus meinem Bett, um einen Spaziergang zu machen. Es gab in der Nacht zuvor viele Tränen und ich wollte wieder nach Hause, aber es gab nur diese eine Möglichkeit, den Krebs loszuwerden.

Am 7. Oktober 2014 verließ ich das Krankenhaus in einem sehr guten Zustand. Bis zur Strahlentherapie erholte ich mich zuhause. Zuhause war im schönen Vogtland oder in meiner alten Heimat Hamburg.

Um meinen Körper nach der Chemotherapie zu entgiften ging ich zu einem Heilpraktiker. Mein Immunsystem wurde hier gleichzeitig mit aufgebaut.

Meine Freunde über mich:

 Wir alle kennen Susan als eine unabhängige lustige Frau und ihr Optimismus und ihre positive Einstellung ist für uns alle inspirierend

Die Chemotherapie ist körperlich gesehen eine große Anstrengung, die zu Erschöpfung, Übelkeit, Muskelschmerzen, trockener Haut und Haarausfall führt. Ich hatte sie alle, aber habe immer versucht, so gut wie möglich alles durchzustehen.

Die Strahlentherapie begann am 2. Januar 2015, 30 mal, jeden Tag, für 6 Wochen lang. Der 11.2.2015 beendete die Intensivtherapie gegen den Krebs. Mit einem breiten Grinsen verließ ich das Heinrich Braune Klinikum in Zwickau und fuhr mit großer Freude nach Hause.

BewerbungsfotoZur Reha (AHB – Anschlussheilbehandlung) sollte es nach Boltenhagen gehen, die Deutsche Rentenversicherung hatte mir jedoch die Klinik Teufelsbad im Harz zugeteilt. Da wollte ich auf keinen Fall hin, da es dort keine richtige Spezialisierung auf Brustkrebs gibt. Ich habe mehrmals Widerspruch einlegen müssen. Dann zu Pfingsten kam der nächste Bescheid, ich dürfe am 15.7.2015 in die Rehaklinik in Bad Ahlbeck auf Usedom. Ich freute mich und arbeitete nur noch auf die Reha hin. Dort traf ich auf viele andere Brustkrebspatienten, unternahm viel, ging oft am Strand spazieren und verarbeitete den Krebs. Es tat gut und nach 3 Wochen kehrte ich erholt nach Hause zurück.

Zuhause angekommen schrieb ich Bewerbungen für Stellen im Online Marketing. Von 10 Bewerbungen bekam ich 3 Einladungen für Bewerbungsgespräche und dann eine Woche später die Zusage für die Assistenz im Online Projektmanagement. Damit hätte ich nicht gerechnet. Ich sprang im Dreieck durch die Wohnung. Ich genoss die letzte Woche in Freiheit und freute mich auf mein neues Leben.

Am 23. März 2016 begann dann endlich der ersehnte Brustaufbau auf der rechten Seite. Ein Expander wurde in meine rechte Brust gepflanzt und dort mit insgesamt 280ml Kochsalzlösung aufgefüllt. Nach weiteren Besprechungen mit den Ärzten soll irgendwann ein Implantat eingesetzt werden. Da ich zu dünn bin, um mir Gewebe von Bauch oder Po zu entnehmen, muss eben ein Implantat her. Mal schauen wie es wird.

Im September 2016 hatte ich dann endlich wieder meine ganzkörperliche Kontrolle. Da mein Expander einen Magneten in sich hatte konnte kein MRT vorgenommen werden. Dies hätte das Ergebnis verfälscht.

Ein halbes Jahr später, am 1. März 2017, war es dann endlich soweit. Der Expander wurde entnommen und meine rechte Seite der Brust wurde mit einem Silikonkissen aufgebaut. Zuvor wollte ich immer auf beiden Seiten Silikon haben, dies war aber nicht möglich, da ich zu wenig Haut dafür besaß. Also wurde nur die rechte Brust mit Silikon befüllt. Das Ergebnis war verblüffend gut und mittlerweile bin ich froh, wieder vollkommen zu sein.

Wie sagte jemand mal zu mir „Wenn du wieder lange Haare hast und neue Brüste, dann bist du wieder ansehnlich…“

 Der Krebs hat mich verändert. Und wie das lest ihr in meinem Blog über Brustkrebs.


 

English Version:

Diagnose Breastcancer, Forecast Life

Hey,

Susan SommerfeldI’m Su. 2014 has been a bit of a life changing roller coaster for me, however throughout the ongoing hospital visits and bad news I have have faced these challenges with a positive outlook and my sense of humour remains intact.

I was diagnosed with Breast Cancer on 21st March 2014. It was a massive shock in the first place but then I learnt how to deal with it. I have been on courses of Chemotherapy from 11th April until 4th September 2014. 8 in total every 3 weeks.

Yes I lost my hair, yes I got upset, yes I worried – but throughout this time I kept positive and found solace in new hobbies and ventures: I discovered a love of nature and healthy eating, working hard on my very own vegetable patch and reaping it’s delicious rewards, I keep myself and my cousin’s dog fit by cycling and walking around the surrounding nature & I have found a new obsession for healthy homemade smoothies. Yum. I have a love of Snowboarding and the granny in me has come out as I now have a newly found love of sewing & knitting!

On 22nd September I transferred hospitals and unfortunately a second tumour was discovered which was previously undetected by the first hospital.

On 24th September I was informed I need a mastectomy which is taking place on 1st October.

 My facebook response:

https://m.facebook.com/story.php?story_fbid=10152713736699269&id=514424268

I pulled through the operation really well. After waking up I got something to eat and got up straight away with a lot of energy. Of course there were tears before and after the operation, but at least the tumors are out of my body now.

On 7th October she left the hospital in good conditions and recovered at home until radiotherapy starts.
I have started the anti-hormone therapy on 30th October where I have to take one tablet every day for the next 10 years.

To get out all the toxics from my body and to recover my body in total I’m seeing a traditional healer twice a week. This therapy is not funded by my insurance.

My friends about me:

We all know Susan to be a fun loving independent woman and her optimism and positivity is an inspiration to us all.

Chemotherapy is a physically demanding experience causing extreme exhaustion, sickness, dry skin, muscle pain and hair loss – Susan has had them all but has always kept upbeat.

 Radiotherapy started on the 2nd January, 30 times, every day, for 6 weeks in total. On the 11th February 2015 I left the clinic with a big smile on my face knowing that the intensive cancer therapy was finally over!

BewerbungsfotoEver since I have been waiting for my health treatment. I wanted to go to the Baltic Sea to Boltenhagen but the Deutsche Rentenversicherung told me to go to Teufelsbad Klinik in the Harz. But I did not want to go there because the clinic wasn’t specialised in breast cancer.  So I entered an objection several times.  After waiting for many weeks I got a letter saying I could go to the Baltic Sea but to the Rehab Clinic in the Seebad Ahlbeck which is on the island Usedom. I was more than happy that I could go there and in the meanwhile I was working on my social media activities and content writing where I am helping others with breast cancer. On July 15th I went to rehab for 3 weeks which went really well. I had more time for myself, did sports, went for walks at the beach.

When I returned home I sent off some applications for a job in online marketing and finally got invited for 3 interviews. And somehow I got one of the job offers.  I enjoyed  my last week at home and couldn’t wait to start my new life!

March 23rd the reconstruction of my right boob started. A so called expander was implemented into my right boob and filled up with 280ml. After a few reviews with the doctors the expander shall be removed and an implant will be implemented. The doctors wanted to use my belly or bum fat in the first place to remodel my new boob but unfortunately I am too skinny for that. Let’s see what it will look like.

 The cancer has changed my life. And how keep on reading this blog.

 Love,

Susan

 

Susan Sommerfeld

 

 

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19 Antworten zu “ÜBER SU

  1. Hi Su, hier ist Ines (vom Praktikum). Ich wollte dir nur sagen, dass ich zwar nicht kommentiere, aber deinen Blog häufig lese. Es tut mir immer noch so leid, was du mit deiner Familie durchmachen musst, aber ich bin auch froh, dass du stark bist und dir deine eigene Familie zusammenschusterst.
    Drücke dich!

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    • Liebe Ines, Danke für deinen Kommentar. Auch wenn es nicht immer leicht ist, so versuche ich stark zu bleiben. Denn es gibt immer ein Licht am Ende des Tunnels. 😉 Ich hoffe es geht dir gut! Liebe Grüße und dicken Drücker zurück

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  2. Liebe Susan, Du hast da einiges durchstehen müssen, das tut mir sehr leid !!!
    Viele Menschen würden das nicht so gut (mit einem Lächeln) durchstehen und Du kannst zurecht stolz auf Dich sein 😉
    Ich wünsche Dir alles Liebe und Gute für Deine Zukunft, dass Du so stark bleibst!!
    LG 🙂

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  3. Christine, ich wünsche dir alles erdenklich Gute und bewundere sehr, wie du deinen Weg meisterst! Deine ungemein positive und nach vorn blickende Art wird dir immer eine enorme Unterstützung sein. Beim Genesen, im Alltag, in jeder Minute des Lebens!

    Liebe Grüße
    Michèle

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  4. Heute hast du einen meiner Beiträge geliked. Und nur wenige Stunden später habe ich erfahren, dass wohlmöglich jemand aus meinem Umfeld an Brustkrebs erkrankt ist. Die Diagnose wird erst morgen genau gestellt. Ich hoffe es handelt sich dabei nur um einen Fehler oder irgendwas harmloses. Dennoch halte ich dies für Schicksal. Falls es wirklich so sein sollte, werde ich deinen Blog weiter geben, damit er Mut macht und begleitet. Liebste Grüße und viel Energie und Gesundheit, Mia

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  5. Hallo Su, ich weiß nicht ob es gerade mit meinem Beitrag geklappt hat, als ich ihn abgesendet habe bekam ich eine Fehlermeldung. Solltest du jetzt zwei Beiträge von mir haben, bitte nicht wundern. Ich hatte gesehen, dass du einen Beitrag auf meinem Blog geliked hast, deshalb bin ich auf deinen Blog aufmerksam geworden. Er ist wirklich toll! Was das Bloggen angeht bin ich noch blutige Anfängerin. Ich bekam die Diagnose am 06.01.2010, weiß also genau wovon du schreibst. Ich wünsche dir für die Zukunft nur das Beste!! Bleib so positiv wie du bist! Ganz liebe Grüße Annika

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