Einmal leben bitte – ohne Brustkrebs

Su an der Ostsee
Su am Timmendorfer Strand

Der letzte Eintrag über meinen Busenfreund den Brustkrebs ist nun ein Jahr her. Und das hatte mehrere Gründe. Einer davon war, dass ich endlich wieder normal leben wollen würde. Ohne den täglichen Brustkrebswahnsinn.

Während der Chemo im Sommer 2014 fragte ich mich immer wieder wie es sei wieder normal zu sein, ohne Angst zu leben und auf ein „Wie geht’s Dir?“ ganz normal „ja ganz gut“ antworten könne. Das Leben zuvor drehte sich nur um das eine Thema: „Brustkrebs tagein tagaus.“ Also versuchte ich es in allen Bereichen zu minimieren und es kaum noch aufkommen zu lassen. Denn das was ich auf keinen Fall wollte war einen auf Mitleidstour machen. Meine volle Konzentration galt meinem Job. Es brachte Spaß und durch eine Babypause meiner Kollegin ergatterte ich nach nur 4 Monaten eine bessere Position, die mir auf Anhieb sehr gefiel. Ich war zurück im Leben und konnte mich beweisen.

Im März diesen Jahres begann der Brustaufbau. Da ich so flach wie ein Mann auf der rechten Brust war musste die Haut für ein Silikonkissen vorgedehnt werden. Die OP vertrug ich diesmal so gar nicht. Fieber, Übelkeit und Erbrechen ereilten mich. Die Medikamente gegen Übelkeit lösten nochmal Übelkeit aus und ich konnte mich kaum bewegen so schmerzhaft war das ganze diesmal. Der Expander, zu vergleichen mit einer leeren Wärmflasche, wurde unter den Brustmuskel gelegt und war schon mit 100ml Kochsalzlösung befüllt worden. Durch eine Spritze wurde er 3 weitere Male befüllt, so dass am Ende 280ml im Expander waren.

Diese Wölbung sah gut aus, fühlte sich immer besser an und bedeutete für mich mehr Weiblichkeit. Die BHs waren nicht mehr nur noch leer und beim Befüllen wurde ich jede Sekunde glücklicher. Alles was eine Frau ausmachte wollte ich mir zurückholen. Roter Lippenstift, roter Nagellack, meine Haare die immer länger wurden, getuschte Wimpern. Ich blieb 5 Tage im Krankenhaus und dann noch weitere 2 Wochen zuhause. Vom Bett aufzustehen war die Hölle. Es tat weh beim Hochdrücken mit den Armen, es brannte wie eine große Schürfwunde, aber trotz allem nahm ich es in Kauf. Denn ich wollte wieder mein Ich zurückbekommen. Mein ganz normales Leben.

Einige wussten von meiner OP, aber ich versuchte tapfer zu bleiben und erwähnte es kaum. Die Schmerzen ließen nach und für die nächsten sechs Wochen trug ich einen gemütlichen Kompressions-BH (Marke Anita, in schwarz und weiß erhältlich) mit Frontreißverschluss, der mir verordnet wurde. Er saß schön fest und hielt alles beisammen, Tag und Nacht. Damit der Expander nicht verrutschte war oberhalb des BHs ein Band integriert welches den Expander nach unten drückte. Es sah zwar nicht schick aus, aber es fühlte sich angenehman und ich trug das Ding nur zu gern. Die Balconette BHs von Hunkemöller waren also erstmal passé. Mittlerweile trage ich gern bügellose BHs  von Tchibo und immer mal wieder den Kompressions-BH. Am besten den Kompressions-BH vor der OP anprobieren, da ansonsten eine Mitarbeiterin gern vorbeikommt und die Anprobe auf einer frischen Wunde macht was sehr sehr schmerzhaft sein kann. Mein neuer Mops war erstmal tabu, auch für Krankenhauspersonal😀.

Nach einigen Wochen ging ich wieder arbeiten, alle paar Wochen fuhr ich noch ins Krankenhaus zum Befüllen. Klar war das Thema so noch sehr präsent, aber ich versuchte davon abzulenken. Denn ich wollte wieder normal sein wie jeder andere auch. Im Sommer fing ich wieder mit Wakeboarden an, um mich fit zu halten. Anfangs war es recht schwierig mit meinem rechten Arm sobald die Leine mich davon zog. Seit meiner letzten Befüllung wurde mein Arm nämlich etwas dicker bei körperlicher Betätigung. Lymphdrainage musste her, um das Lymphwasser in die richtigen Bahnen zu leiten und den Arm wieder dünn zu bekommen.

Processed with MOLDIV

Der Sommer war einer meiner besten seit langem. Ich besuchte 5 Festivals, genoss es mit anderen unterwegs zu sein und Menschen kennenzulernen die meine Brustkrebs Geschichte nicht kannten. Das war irgendwie befreiend, denn ich fand zu mir selbst zurück und war trotzdem ein neuer Mensch.

Meine alljährliche Untersuchung im September verlief gut, aber nicht wie geplant. Ein MRT war geplant, jedoch ist dies nicht mit einem Expander möglich, da er einen Magneten enthält der das Ergebnis verfälschen würde. Also nur Ultraschall und eine schmerzhafte Mammographie mussten her. Und die Qualen hatten sich gelohnt. Das Ergebnis war positiv und meine OP für meinen weiteren Brustaufbau mit Silikon wurde für den 1. März 2016 geplant.“wir können es auch mit Bauchfett machen…“ tja, aber wo sollte das denn herkommen? Einen Bauch hatte ich noch nie und von meinem Po wollte ich auch nix abgeben. Dauerte eh schon zu lange wieder an Gewicht zuzulegen.

Irgendwie hatte ich mein Leben zurück, aber die Angst blieb. Sie ist nicht jeden Tag präsent, aber sie ist da. Mal mehr mal weniger. Einige sagen, Sie können es verstehen. Andere sagen sie wollen es nicht mal verstehen oder sich in diese Lage versetzen. Wenn man jedoch nicht selbst so etwas durchgemacht hat als Patient, Partner oder Angehöriger, dann ist es nicht vorstellbar welche Angst in einem schlummert und sollte sich auch nicht wirklich ein Urteil bilden. Jeder hat sein Päckchen zu tragen was nicht weniger leicht ist als das der anderen.

Und genau as diesem Grund zog ich mich eine zeitlang  zurück, redete kaum noch darüber und versuchte mein Leben wieder zu sortieren. Wie ein ganz normaler Mensch eben. Und irgendwie wollte ich auch zeigen, dass ich diesen Blog nicht dafür ins Leben rief, weil ich „geil“ auf Öffentlichkeit war. Nein, denn es war anfangs meine Therapie und für viele auch ein Halt was ich immer wieder an der Resonanz meiner Leserschaft sah und an den vielen Betroffenen die mir schrieben, mit mir telefonierten oder mit mir redeten.

Momentan freue ich mich auf Weihnachten und alles andere was noch kommen mag. Natürlich ohne meinen ständigen Begleiter.

Was ich dieses Jahr dazu gelernt habe? Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.img_1705

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Der Krebslook / The look of cancer

Immer wieder treffe ich auf Menschen die von mir total verblüfft sind. Warum? Das weiß ich auch nicht, aber ihr Spruch ist häufig: „Du siehst gar nicht danach aus…“ Nach was? frage ich mich dann, nach Krebs? Aber wie sieht denn jemand aus der Krebs hatte? Wie ein Zombie? Wie ein Kranker der im nächsten Moment stirbt? Ist es möglich, dass man Menschen ansieht, dass sie einst an Krebs erkrankt waren und wenn ja wie?

Oft denke ich, dass viele von euch eine falsche Vorstellung vom Krebs haben. Ich zähle mich gern mit dazu, denn bevor ich an Brustkrebs erkrankte, dachte ich auch immer gleich an den Tod, an Haarausfall, an Augenringe, an ein abgemagertes etwas, das nur darauf wartete endlich sterben zu dürfen. Aber diese Krebserscheinungen sind meist von recht kurzer Dauer. Genau so schnell wie ein Trend gekommen ist, so ist er auch wieder vorbei. Und genau so kommt mir das mittlerweile auch beim Krebs vor. Der Krebs kommt und geht wie er will.

IMG_0627-0Letztes Jahr zu Halloween überlegte ich lange welches Kostüm ich nun wählen sollte. „Ich gehe einfach als Krebspatient. Für dieses Outfit habe ich ja alles, oder eben nicht.“ Die anderen waren etwas geschockt als sie mich dies sagen hörten. Ich lachte nur. Zum Weinen war mir kaum noch zumute und irgendwie musste ich doch diese Zeit sinnvoll nutzen. Wenigstens an so einem Tag wie Halloween konnte ich meine Krankheit positiv für mich nutzen. Letztenendes ging ich als Hexe, stülpte meine blonde lange Perücke auf, malte meine Augenringe noch gunkler und trug knallroten Lippenstift.

Seitdem ich kurze Haare habe trage ich sehr gern tiefroten Lippenstift. Die kurzen Haare kommen so viel besser zur Geltung und ich wirke recht frech damit. Und irgendwie gibt es mir ein wenig Weiblichkeit wieder, wenn ich schon mein Busenfreund, monsieur-ich-bin-ein-tumor-und-will-nun-tun-und-lassen-was-ich-will-mit-diesem-körper, meinen rechten Mops mit sich genommen hat.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

Auch meine Fröhlichkeit nahm mir der Krebs nicht. Ich bin eher noch humorvoller geworden als vorher. Während meines Aufenthalts auf Ibiza zum Beispiel fühlte ich mich richtig gut, zog mir einen Minirock an, hohe Stilettos und mal wieder meine blonde Langhaarperücke (die ich übrigens die ganze Zeit über anklebte an meinen Kopf damit sie im Pool oder im Meer nicht davon schwamm). Im Spiegel sah ich recht passabel aus und schrieb Anthony aus London „Also für jemanden der Krebs hat sehe ich ganz gut aus…“ Zurück kam: „Oh Suz, so was kann auch nur von dir kommen!“ Dazu ein paar lachende Smileys. Ein letztes Mal meinen rechten Mops unter der Sonne Ibiza‘s bräunen, ein letztes Mal oben ohne gehen. Das brach mir irgendwie das Herz.

Am Abend vor der OP, am 30.September 2014, heulte ich wie ein Schlosshund und wäre am liebsten aus dem Krankenhaus abgehauen. Aber der Krebs musste endlich gehen, auch wenn es hieß meine rechte Lieblingsfreundin zu verlieren.

Am Tag der OP sprang ich in die megaheißen weißen Thrombosestrümpfe, warf dieses tolle Gewand von Nachthemd über und setzte mir eine Beanie Mütze auf, die die Schwester meiner Freundin für mich extra entwarf. Und da war er, der Krebslook. Völlig nackt unter dem Gewand, nirgendwo ein Haar zu sehen, dunkle Augenringe, trockene Haut, rissige Nägel, traurig und allein als würde ich jeden Moment zerfallen. Als würde der Krebs jeden Moment zuschlagen und sagen wollen: „Da bin ich, es kann losgehen, der Tod erwartet dich schon seit einiger Zeit, aber du scheinst dich ja zu sträuben.“

Nein, das konnte es nicht gewesen sein. So wollte ich nicht gehen und ich wollte nicht, dass mich irgendjemand so sah, so tot, so traurig, so fertig um diese Welt nun verlassen zu müssen. Bis heute weiß ich, dass ich leben will, dass mein Leben bisher viel zu kurz war und ich noch nicht alles gemacht habe was ich gern gemacht hätte.

Um so mehr ich mir dies vor Augen hielt, desto mehr rückte der Tod wieder in die Ferne.

Su nachdenklichUnd heute scheint es manchmal so als wäre das alles niemals passiert. Als hätte jemand auf einmal die Reset Taste gedrückt und ich bekam die Chance meinen Rechner nochmal neu hochzufahren.

Vom langhaarigen Blondie das nicht genau wusste wohin die Reise ging wurde ich zum Glatzkopf der völlig aus dem Leben gerissen wurde um dann endlich ein neuer Mensch mit Pixie Look zu werden, der jetzt mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will.

 

Ich sage es nicht mehr oft, dass ich mal Krebs hatte, außer jemand fragt explizit warum ich denn ins Krankenhaus müsse oder warum ich noch keine Kinder habe. Und dann kommt wie immer dieser Satz „Das hab ich dir gar nicht angesehen, dass du Krebs hattest….“ Tja das hatte ich damals auch nicht, ich hatte es nur gefühlt in meiner Brust.


English Version

A lot of times I meet people who are surprised by me. Why? I don‘t really know to be honest but most of the time they say „You don‘t even look like….“ Well like what, I keep asking myself, like cancer? But how does someone look like who had cancer? Like a zombie? Like someone who is going to die within the next few minutes? Is it possible that you can tell  that someone has cancer by the look of someone and how can you tell?

Often I think that many people have got the wrong impression of cancer and I used to be one of them, too. I used to think of death, hair loss, dark wrinkles under the eyes, someone who is skinny and only waited for the final death. But these cancer apperances don‘t last very long. As soon as a trend has come the sooner it is gone again. The cancer comes and goes.

IMG_0627-0Last year for Halloween I thought about the way I should dress up. „I‘m gonna dress up as a cancer patient. I‘ve got everything for that, or not.“ The others were pretty shocked when they heard me saying that. I laughed. I couldn‘t cry anymore and somehow I had to get through that time. At least on a day like Halloween I could use my disease in a positive way for myself. In the end I went as a witch, put my long blonde wig on, got myself really dark eye patches and wore really red lipstick.

Since I have short hair I love wearing red lipstick. My pixie cut looks better with red lips and somehow it gives me some kind of female features back after my cancer already took away my right boob.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

But the cancer could NOT take away my humor. It increased more than before. During my visit in Ibiza I felt so good, I wore a mini skirt, high heels and long blonde wig (which was stuck on me with me glue so it wouldn‘t leave me in in the water. When I had a look in the mirror I looked quite alright and sent a message to my friend Anthony saying: „I look quite good for someone who has got cancer.“ And he said back: „Oh Suz, only you can say that!“ and many laughing smileys. For the last time my right boob saw the un of Ibiza, for the last time I went topless on the beach. It broke my heart.

The evening before my operation, 30th September 2014, I cried a river and really wanted to leave the hospital. But the cancer had to go for good even though it went I had to loose my dearest friend.

The day of the operation I had to wear these nice white socks, a nice dress which was totally open on the back and a beanie on my head which my friend‘s sister designed for me. And there it was, the look of cancer. Totally naked, no hair at all, dark eye patched, dry skin, broken nails and so lonely that I could fall apart the next minute. As if the cancer wanted ti get me the next minute and say:“Here I am, we can go, death has been waiting for you for a while but somehow you don‘t want to come.“

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button.

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button and I had the chance to start the computer again.

Su nachdenklichFrom being a blonde with long hair who didn‘t know where this journey is going to I got pulled out of life into being a bold head to become a new person with a pixie haircut who now enjoys life and now I know what I want.

I don‘t say it very often anymore that I had cancer only if someone is asking why I have to go to hospital or why I don‘t have kids yet.

And then I get to hear: „Oh I wouldn‘t have thought that you had cancer, you don‘t look like it at all. Well I didn‘t see the cancer in me before, I only felt it.

Mein „Best of Krebs“ / My „best of cancer“

März 2014, Diagnose Brustkrebs. April – September 2014 Chemo, 8x alle 3 Wochen. Oktober Abnahme der rechten Brust, Januar – Februar 2015 30 Bestrahlung. Juli – August 2015 Reha auf Usedom. Das war mein Leben im letzten Jahr. Ich habe die ganze Zeit auf die Reha hingearbeitet und war dann so froh sie an der Ostsee verbringen zu dürfen. Es gab mir wieder etwas Kraft und Energie, ich fand zu mir selbst. Wie sagte mein Freund so schön am Anfang der Therapie: „Sieh die Chemo als russisches Aufräumkommando an, die Bestrahlung macht danach alles sauber und die Reha macht alles wieder blitzeblank.“

Damals so gar nicht greifbar, und jetzt liegt alles hinter mir. Die letzte Woche bei der Reha dachte ich viel über mich nach, nahm mir Zeit für lange Spaziergänge am Meer, schnappte mir die Inline Skates und fuhr die Promenade auf und ab. Auf einmal, so ganz plötzlich kamen mir die Tränen. Es ist alles geschafft, alles, wirklich alles. Das Schlimmste ist nun vorbei, für immer hoffentlich. Klar, diese Antihormontherapie muss ich noch 9 Jahre lang machen und diese Spritze Trenantone (lässt meine Eierstöcke einschlafen, damit keine Hormone mehr produziert werden) muss ich noch 1 Jahr lang alle 3 Monate nehmen. Aber ansonsten ist alles geschafft. Es war alles echt, es war alles MEIN Leben mit dem Krebs, es war wie es war, ob gut oder schlecht.

Im September dann die große Untersuchung in Leipzig. MRT, Ultraschall der Brust, ein kompletter Check Up einmal jährlich. Ich bin froh, dass dies gemacht wird und Angst habe ich auch nicht davor.

So ganz plötzlich stehe ich da. Auf diesen Moment habe ich immer gewartet. Doch irgendwie weiß ich gar nicht wie es weitergeht. Das einzige was ich jetzt weiß ist, dass diese Zeit hart war aber es auch schöne Zeiten gab, dass ich nur noch das machen will was mich glücklich macht, dass ich keine Lust mehr auf negative Leute habe, dass ich nun noch mehr sage, wenn mir etwas nicht passt und ich mir nichts mehr unterstellen lasse. Das Leben ist zu kurz, um sich über andere zu ärgern oder sich von anderen ärgern zu lassen. Es ist doch ein wenig wie Woodstock im Jahre 1969 wo mehr als 400.000 Menschen für ein friedliebendes Amerika gekämpft haben. Und genau so kämpfe ich für ein friedliches Leben, für dich, für mich, für uns.

Und weil mein letztes Jahr so unbeschreiblich war, lasse ich diesmal mehr Bilder als Worte sprechen. Viel Spaß!


 

March 2014, diagnose breast cancer. April – September 2014 chemotherapy, 8x every 3 weeks. October mastectomy of my right boob, January – February 2015 radiotherapy. July – August 2015 rehab on the island Usedom. That was my life last year. I always just waited to be able to go to rehab and then I was so happy that I could spend it at the Baltic Sea. It gave me so much energy and I had some time to myself. Like my boyfriend used to say: „Let’s just think that the chemo therapy is a Russian cleaning team, radiotherapy cleans everything and rehab will leave everything nice and clean behind you.

It all seemed to far away last year and now everything is behind me. during the last week at rehab I thought a lot about myself, went for long walks at the beach, went inline skating at the promenade. And then finally my tears kept coming. Everything was done now, really everything. The worst is gone and hopefully for good. Of course I still have to do this antihormone therapy where I have to take a tablet every day and get an injection every 3 months for the next year, but in general I’m done now. It was all real, it was my life with my cancer, it was like it was, good or bad.

In September I have my annual check up in Leipzig. MRT, ultrasound of the boob, a complete check up. I’m glad I am getting this check up and I’m not scared of it.

I’m standing there and I’ve waited for this moment for so long. But somehow I don’t know how life will go on. I only know that this time was hard and tough but I also had great times, that I only want to do things that I love doing, that I don’t want to spend time with people who make me happy, and that I always stand up for myself and don’t let anyone talk bad about me anymore. Life is too short to worry about bad stuff. It’s a little bit like woodstock in 1969 where more than 400.000 people were fighting to have a peaceful America. And I’m fighting for this peaceful life, too, for you, for me, for us.

And because my life was so incredible the past year I let my picture speak. Enjoy!

Hippie times
Hippie times, ich habe mich immer schlapp gefühlt, war müde, hatte Nasenbluten / I always felt quite weak, was tired and my nose was bleeding quite a lot

 

März 2013
März 2014:  bevor ich herausfand, dass ich Krebs hatte / March 2014: before I found out that I had cancer
Krankenhaus Rodeweisch
April 2014, die erste OP, Portkatheter einsetzen und Wächterlymphknoten entfernen / first operation, getting the port catheter and taking out my main lymph node
Herzkissen für Brustkrebspatienten
Herzkissen für Brustkrebspatienten / heart pillow for breast cancer patients
11.April 2014: die erste Chemo
11.April 2014: die erste Chemo / my first chemo therapy ever
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus / end of April: the hair started to fall out
Haarfrisur Bob
noch schnell mal eine Frisur ausprobieren bevor alle Haare weg sind / before I lost all of my hair I tried some hairstyles
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren / beginning of May 2014: trying my first wig
ein wenig Farbe ins Leben bringen
ein wenig Farbe ins Leben bringen. Mir war zwischen den Chemos langweilig zuhause, also renovierte ich die Wohnung / adding some colour into my life so I painted our apartment during chemo
Echthaar Indian Remy blond
meine Lieblingsperücke / my favourite wig
Spazieren gehen so oft es nur geht
Spazieren gehen so oft es nur geht
Golden Polo Girl
Golden Polo Girl
AS International wigs
In Hamburg bei AS International am Hauptbahnhof hab ich 2 Stunden lang Perücken probiert / In Hamburg at AS International I tried wigs for 2 hours
Kunsthaar blond, Perücke
mein blonder Bob, Kunsthaar / My blonde bob, fake hair
Bustour
Juni / June2014: eine Ostseetour mit meinem Freund. Durch den Spreewald nach Usedom, nach Rügen bis zum Darß und zurück im Bus. / A little tour at the Baltic Sea
Juni 2014: Ostseetour
Juni  /June 2014: Ostseetour / camping tour at the Baltic Sea
Glatze durch Chemotherapie, Haarverlust bei Brustkrebs
auch mit Glatze sah ich gar nicht mal so schlecht aus 😀 / even with a bold head I looked quite alright

 

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli / July 2014: Auf Ibiza segeln / Sailing in Ibiza
vor der Küste Ibiza's irgendwo auf dem Meer
Juli / July 2014: vor der Küste Ibiza’s irgendwo auf dem Meer / Somewhere in Ibiza on my friend’s boat
Meine Freunde glauben an mich
Meine Freunde glauben an mich / My friends believe in me
Juni 2014 Hamburg radeln
August 2014: mit dem Rad 40 km durch Hamburg radeln / Riding the bike through Hamburg 40km
Friend's for life
Freunde fürs Leben, Der Krebs schweißte uns mehr zusammen als ich mir je zu träumen gewünscht hätte. Und bis heute kann ich es nicht in Worte fassen wieviel du mir bedeutest./ Friends for life. The cancer got us closer than I ever thought. Still now I can’t put in words how much you mean to me. ❤
Fahrrad fahren
Fahrrad fahren bei Krebs hat mich immer gestärkt / riding the bike throuhout therapy always made me stronger and helped me to get through therapy
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg / Friends coming to see me from Heidelberg
A day in the sunshine
Im Garten / A day in the sunshine
keep-calm-it-s-my-last-chemo-3
September 2014: letzte Chemo / last chemo
Chemotherapie im Krankenhaus
Chemotherapie im Krankenhaus / Chemo therapy in hospital
Oktober 2014: Visitors from Hamburg
Oktober / October 2014: Visitors from Hamburg
Una&SU
Oktober 2014: mit Una spazieren gehen / going for walks
Teddyzwergkaninchen
November 2014: Nachwuchs, mein Teddyzwergkaninchen / My little bunny comes to live with me
Dezember 2014: Prag
Dezember / December 2014: Prag / Prague
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
strong girl
ich schaff das, egal wie, ich schaff das! / I will do it, no matter how, but I will do it!
Januar 2015: Skilanglauf
Januar / January 2015: Skilanglauf / Skiing
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Strahlentherapie / Radiotherapy
11.2. 2015 Strahlentherapie ist zuende/ Radiotherapy is finished
Februar 2014: Snowboarden in Italien
Februar / February 2015: Snowboarden in Italien
Snowboarden in Reschen
Und wenn keiner bei mir im Lift sitzen will, dann fahre ich eben allein hoch / If no one wants to sit next to me in the lift I’m happy to have it on my own
März 2015: Hamburg
März / March 2015: Hamburg an der Alster
April 2015: Mein Geburtstag
April 2015: Mein Geburtstag / My birthday
PS Photography, Fotografie Hamburg, Krebs, Junge Erwachsene mit Krebs
April 2015: Shooting mit Patricia Schumann Photography in Hamburg / Shooting with Patricia Schumann Wedding&Lifestyle Photography
Mai 2015: Acroyoga
Mai / May 2015: Acroyoga
Mai 2015: Katamaran Fahrt in Lissabon
Mai /May  2015: Katamaran Fahrt in Lissabon mit den Bunnies von  Patricia’s JGA /Hen do in Lisboa
Bibo Time!
Bibo Time! Meine Haare sind überall /My hair is all over the place
Bewerbungsfoto
Bewerbungsfotos machen für neue Jobs / taking pictures for job applications
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
team discovering hands berlin
Besuch bei Discovering Hands in Berlin / Visitin discovering hands in Berlin
Berlin alter Flughafen
In Berlin radeln und Freunde wiedertreffen die ich Jahre nicht gesehen habe / riding the bike through Berlin with friends that I haven’t seen for years
Juni 2015: Sächsische Schweiz
Juni / June 2015: Sächsische Schweiz
Klettern / Climbing
Klettern / Climbing
Nana Recover your smile
Nana Recover your Smile – Workshop für Krebspatienten / Workshop for cancer patients in Munich
Recover your smile
Recover your smile
Recover your smile / Lily meets Lola
Juni / June 2015: Bei Recover your smile /Lilly meets Lola in München (Krebsworkshop) / Recover your smile cancer workshop in Munich
Im Garten mit Wuschel
Im Garten mit Wuschel / In the garden with my funny rabbit
Vintage Girl bei Patricia's Hochzeit
Juli  /July 2015: Vintage Girl bei Patricia’s Hochzeit / My friend’s wedding
Vintage Girls, Mädels vom JGA
Juli / July 2015: Vintage Girls, Mädels vom JGA / Vintage girls at my friend’s wedding
Reha Seebad Ahlbeck, Usedom
Juli / July 2015: Reha im Seebad Ahlbeck auf Usedom / Rehab at the clinic at the Baltic Sea

 

August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS
August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS / Celebrating the end of my therapies at the festival
Bloggerin
ich bin Bloggerin aus Leidenschaft / ich liebe es und freue mich, wenn ich anderen dadurch helfen kann. / I have a passion for blogging and I love it when I can help others with that.

 

Und wenn ich nicht gestorben bin, dann blogge ich noch heute 😉 

And if I’m not dead I’m still blogging 😉

Eure Su / Your Su

Reha für Körper, Geist & Seele / Rehab for body, mind & soul

Als Krebspatient habe ich Anspruch auf eine Rehabilitation oder auch Anschlussheilbehandlung, kurz AHB, genannt. Normalerweise sollte diese spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Bestrahlung anfangen und die letzte Bestrahlung war folglich am 11.2.2015. Ja lange ist’s her 😀

Insel Usedom
Insel Usedom
Zuerst lag mein Antrag noch wochenlang bei meiner Onkologin auf dem Schreibtisch herum, dann genehmigte die Deutsche Rentenversicherung mir meine Wunschklinik nicht. Zu Anfang der Therapie sagte mir der Sozialdienst im Krankenhaus „Als Krebspatient dürfen sie hin wo sie wollen, egal wie weit die Klinik ist, suchen Sie sich eine aus.“ Das tat ich dann auch und wollte nach Boltenhagen. Eine kleine aber feine Klinik mitten am Meer speziell für Brustkrebspatienten. Die Deutsche Rentenversicherung schickte mir einen Brief zurück ich solle in den Harz, nach Teufelsbad. Ne ganz sicher nicht, erst der Name und dann noch diese schlechten Bewertungen im Netz. Da wollte ich nicht hin, nie und nimmer. Also legte ich Widerspruch ein. Die Dame am Telefon half mir etwas und sagte „Schreiben Sie Ihre Gründe rein, zu 80% wird das dann genehmigt.“ Wurde es aber nicht und ich bekam wieder eine Einladung ins Teufelsbad zum Teufel noch mal. Also hieß es wieder Widerspruch einlegen. Ende Mai dann der nächste Brief. Freitags kam ein Brief, indem stand ich solle meinen Widerspruch zurückziehen, Samstag darauf kam die Zusage für die Klinik in Bad Ahlbeck auf Usedom. Direkt am Strand, für Krebspatienten ausgelegt, mit der längsten Strandpromenade Europas. Perfekt, nehme ich! Dann noch unendlich viel Papierkram ausfüllen, die Krankenkasse informieren, meine Gynäkologin, meine Onkologin und schwuppdiwupp durfte ich gestern, den 15.7.2015, auf Usedom anreisen. Sind ja auch nur 5 Monate später nach der Bestrahlungstherapie. Aber jetzt ist wenigstens Sommer.

 

Gegen Mittag kam ich an, bekam meinen Schlüssel für die kleine Suite, holte mir einen Kofferkuli und schmiss darauf die 5 Gepäckstücke. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hatte alles mitgenommen was bei mir zuhause im Schrank war. Egal, ich weiß ja nicht was hier auf mich zukommen wird. Bademantel, Badesachen, Wanderschuhe, Strandhandtuch, Tee, Weizengraspulver, Laptop, Trinkflasche, Flipflops, Turnschuhe, Inline Skates, Yoga Matte und und und. Meine Sachen verstaute ich erstmal in meinem Zimmer. Das Zimmer besteht aus einem geräumigen Bad, einem Zimmer mit Bett, Sessel, Schreibtisch, Couchtisch, 2 Kleiderschränken, TV, Spiegel und einem kleinen Balkon. Eine Single Honeymoon suite nur für mich. Herrlich! Endlich mal alles nur für mich hier.

Klinik Bad Ahlbeck
Klinik Bad Ahlbeck
Als erstes musste ich zur Schwester ins Zimmer. Kurze Erklärung wo wann was am ersten Tag ist, Chipkarte geladen und wieder zurück, ein Laken für alle Untersuchungen in die Hand gedrückt und schon war ich fertig. Dann parkte ich mein Auto auf dem Parkdeck, holte mir einen Tee mit einem sehr fettigen Zupfkuchen und verschwand wieder im Zimmer. Ab 14.15 erwartete ich den Anruf meiner Ärztin. Dann rief sie an. In einem deutsch-polnischen Akzent versuchte sie mir zu sagen ich könne nur zu ihr kommen.

„Also ich bin jetzt da, sie können dann bald kommen, also gleich, vergessen Sie ihr Lakken nicht!“ stammelte sie. „Bitte was? Ein Lakken?“ fragte ich verdutzt. Ich war total verwundert und wusste gar nicht was die Dame am anderen Hörer von mir wollte. „Ein Laken“ erwiderte sie. „Ah ok, ich komme.“ Ich schnappte mir mein ‚Laken‘ und ging zu ihr rüber ins Arztzimmer. Dort machte sie eine umfangreiche Bestandsaufnahme von mir, meinem Körper, meiner Psyche. Sie war ca 45 Jahre alt, hatte zottelige rote schulterlange Haare mit einem Pony und sprach ganz gut deutsch, jedoch mit einem stark rollenden R. Als ich ihr versuchte zu erklären welchen Abschluss ich habe, wusste sie trotzdem nicht wie Bachelor buchstabiert wird. Also fing ich auf ihrem PC an zu tippen. Dann musste ich mich ausziehen und der Rotschopf fuchtelte mit einem Maßband an mir herum. „Sie müssen zunehmen, sonst können wir keine gute neue Brust für Sie aus Ihrem Fett formen.“ Ne das hatte ich auch nicht vor, dachte ich. Hier wird nicht mehr rumgeschnippelt. Da kommen Plastikmöpse rein und gut ist. Will doch nicht aussehen wie Edward mit den Scherenhänden der überall Narben hat. Früher war ich ja immer gegen plastische Chirurgie, Natur pur war mein Motto. Aber jetzt, wo es gar nicht mehr anders geht, freue ich mich schon auf meine neuen prallgefüllten Hupen. Wenn schon, denn schon.

Strand Bad Ahlbeck
Strand Bad Ahlbeck
Nach mehr als 1 Stunde waren wir fertig. Ich konnte es kaum erwarten und lief zum Strand. Das Meer, die Ostsee, die Sonne. Genau wie früher als ich klein war und wir immer an der Ostsee waren oder als ich noch in Hamburg wohnte. Oder auf Ibiza als ich mit Freunden in einem Apartment direkt am Meer wohnte und das Meer rauschen hören konnte. Und jetzt drei Wochen mitten im Sommer hier. Ein Traum ging in Erfüllung. Nach meinem Spaziergang gab es Abendbrot. Die Tische waren mit Namenskärtchen versehen, jeder hatte seinen Platz. An meinem saßen noch 2 andere Mädels. Die eine hatte Atemwegserkrankungen, die andere auch Brustkrebs. Nur leider kam sie damit gar nicht zurecht, sie hatte nur noch negative Gedanken und mied jeden Kontakt. Also sagte ich zu ihr: „Häng doch mit mir hier ab die nächsten 3 Wochen, ich bin mehr als positiv und bringe dich garantiert wieder zum Lachen.“ Die arme Maus weinte immer wieder. Morgen sehen wir uns wieder, mal schauen wie es ihr dann geht.

Meine Inliner holte ich nochmal aus dem Auto und rollte über die lange Strandpromenade vorm Schlafengehen. Meinen Plan habe ich für die nächsten Tage auch schon, sogar am Samstag habe ich Programm. Psychologische Betreuung, Übungen für meine Nackenprobleme, Bewegung in Freizeit, Sportgruppe, Jacobson-Entspannung, Nordic Walking, Wassergymnastik, Gymnastik und Spiel (was auch immer das heißen mag).

So sieht es soweit aus, der Plan kann sich täglich ändern, Chefarzt-Visite ist auch dabei und morgens um 6.50 Blutabnahme. Ich freue mich. Endlich mal Zeit nur für mich und meinen Körper. Endlich werde ich betüddelt von vorn bis hinten.

 


 

ENGLISH VERSION

As a cancer patient you have the right to go on a health treatment after all therapies. Normally you should start it at least 6 weeks after your last radiotherapy. So mine was actually on 11th February 2015 which is quite long ago.

My oncologist must have forgotten my application for my health treatment so it took a while and then the German pension insurance didn’t approve my application for the health clinic I wished for. At the beginning of my therapies the social worker told me that as a cancer patient you have the right to go to any health treatment you choose. So I chose Boltenhagen a little but nice clinic right next to the Baltic Sea and close to Hamburg. But the insurance denied it and proposed a clinic I really didn’t like. Teufelsbad (devil’s bath). A clinic with a bad reputation in an area I really didn’t want to go to. So I entered an objection. The lady on the phone advised me what to write. “ The insurance will accept it by 80%.“ They didn’t though so I had to enter an objection again. Finally they proposed another clinic to me which was al the Baltic Sea, too. Right at the beach, for cancer patients including the longest seafront of Europe. I filled out the forms, informed my oncologist and gynacologist and suddenly I was travelling to Usedom on 15th July 2015. Only 5 months later after finishing radiotherapy but hey who cares, it’s summer now!

Usedom
Island Usedom
I arrived just after lunch, checked in like in a hotel, got my keys for my little suite, got a bag carrier and threw my 5 bags onto it. Somehow I had the impression I took everything I had from my wardrobe. Dressing gown, bikini, trekking shoes, beach towel, tea, wheatgrass powder, laptop, drinking bottle, flipflops, sneakers, inline skates, yoga mat and so on. I put my clothes into my bedroom which was equipped with a big bath, a bed, an armchair, a desk, a little couch table, 2 wardrobes, tv, mirror and a little balcony. A single honeymoon suite just for me.
Amazing! Finally everything just to myself.

„Well I am here now, so you can come here soon, or yes come here now. And don’t forget to bring your shit.“ „My what? A shit?“ I asked her really surprised. „Your sheet.“ Ah ok well then I took my sheet and went to see her. It felt like a big inventory control of me, my body and my soul. She was about 45 years old, had red frizzy hair with a fringe and spoke quite good German but she rolled the R really strong. When I tried to explain to her what kind of degree I got she didn’t quite know how to spell it so I typed it in her computer. After that I had to get my top and jeans off. The redhead waved about with a measuring tape. „You have to put on some weight otherwise we can’t form a new boob for you.“ Well I didn’t even plan to have a boob made out of my fat. Otherwise they will cut a bit more on my body and then I will look like Edward with the Scissorhands full of scars. Long time ago I used be against plastic surgery but now that they have taken my boob off I can’t wait to have some right big boobs.

Strand Bad Ahlbeck, Usedom
Beach Bad Ahlbeck, Usedom
We were done after more than one hour. I couldn’t wait so I ran down to the beach. The ocean, the Baltic Sea, the sun. Just the way it used to be in the olden days when we used to go to the Baltic Sea and when I lived in Hamburg. Or when I lived next to the beach in Ibiza, where you could hear the sound of the waves. and now I had the chance to be here for the next 3 weeks. It felt like a dream came true. After a long walk on the beach I went back for dinner. Every table had name plates, everyone had their own seats. There were two other girls sitting on my table. I started chatting to them straight away. One of them had respiratory problems, the other one had breast cancer, too.But somehow she couldn’t cope with it and was very negative, she could hardly talk about it and started crying. So I told her „Hey just hang out with me the next few weeks, it’s a lot of fun with me and I will cheer you up.“ I will see her again tomorrow, see how it goes.

I grabbed my inline skates and rolled down the seafront before going to bed. I already got a programme for the next few days, I even have a programme for Saturday. Psychological support, exercises for my neck, exercising in my time off, exercise group, relaxation after Jacobson, nordic walking, water gymnastics, gymnastics and game (whatever that means…).

That’s the plan for the next few days but it can change on a daily basis. Ward round every morning with the chief physician and blood draw at 6.50 am just before breakfast. I am so happy to be here. Finally I have time for myself and my body and finally everyone is looking after me.

Den Krebs kennenlernen/ Meeting Cancer

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera
Leala

Das erste Mal kam ich mit Krebs vor 7 Jahren in Kontakt. Damals war es meine Freundin Leala aus England, die an Krebs erkrankte. Auch wie ich machte sie eine Chemotherapie und Bestrahlung. Zuerst glaubten wir es würde gut ausgehen, doch dann kam alles anders. Leala erlebte nicht mal mehr ihren 30. Geburtstag. Seitdem ich an Krebs erkrankt bin denke ich noch mehr an sie als vorher. Wie wir uns auf der Space Opening Party 2006 auf Ibiza kennenlernten, wie wir bei Bora Bora auf den Tischen tanzten, wie wir bei Kanya am Pool mit den Mädels saßen und unser Leben in vollsten Zügen genossen. Sie war wie eine Schwester. Als sie am 6.6.2009 starb, flog ich direkt nach London, um bei ihrer Beerdigung dabei sein zu können. Ich erinnere mich noch immer an ihr Lied, als der weiße Sarg nach draußen getragen wurde. Leona Lewis mit „Footprints in the sand“. Wir alle weinten.

Damals war der Krebs noch so weit weg, doch heute ist er näher als je zuvor. Es erkranken immer mehr junge Menschen an diesem Krebstierchen. In meinem letzten Blogbeitrag berichtete ich gerade über uns Krebs-Blogger, schickte mir Nachrichten mit den anderen Bloggern, um sie besser kennenzulernen. Und in der nächsten Minute sind einige von uns schon nicht mehr da.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs
Luise

So erging es leider Luise (Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs). Wir hatten uns noch geschrieben, dass wir uns kennenlernen wollten. Wir wohnten nicht weit voneinander entfernt und sie schrieb mir noch „Wir müssen uns unbedingt treffen“. Da war sie schon auf der Palliativstation. Auf einer Palliativstation werden einem die Schmerzen erträglich gemacht, doch für viele ist es die letzte Station in einem Krankenhaus. So auch für Luise. Ich kannte sie nicht persönlich, und doch verstanden wir uns, erzählten uns einfach so über uns selbst. Als würde es nichts selbstverständlicheres geben als aufeinander zuzugehen. Luise hinterlässt eine große Gemeinschaft, viele Freunde und Verwandte. Sie gab vielen Mut und Kraft. Noch dieses Jahr war sie auf der Leipziger Buchmesse, stellte mit den „Reisebegleiter für den letzten Weg“ vor, an dem sie mit arbeitete. Als sie starb wuchs ihre Facebook Fanpage von etwa 6000 auf fast 9000 Fans an. Und da frage ich mich: „Muss denn erst immer etwas schlimmes passieren, dass die Menschheit merkt, was eigentlich wirklich um sie herum passiert? Dass immer mehr junge Menschen erkranken!“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs
Susan

Ich als Krebs Blogger will aufklären und anderen zeigen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die immer mehr unter Krankheiten leidet. Sei es durch Stress, Druck auf Arbeit, falsche Ernährung… Wir alle wissen was uns krank macht, und dennoch machen wir so weiter wie bisher.
Die meiste Zeit bin ich optimistisch und versuche mein Leben wieder auf die Beine zu bringen. Doch solche Momente machen mir Angst und ich frage mich, wer der oder die nächste sein wird. Denn wer weiß schon, ob ich oder du noch Krebszellen in sich tragen? Krebszellen sind erst ab einer Größe von 3mm erkennbar, und laut meiner Ärztin ist der Krebs schon 7 – 10 Jahre in mir gewesen, bevor er wirklich ausbrach. Um so bewusster mir wird, dass ich Krebs habe, um so mehr Angst habe ich vor der Zukunft.

 


 

 

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera
Leala

Seven years ago I got in contact with cancer for the first time. It was my friend Leala who got diagnosed with cervical cancer. She underwent chemo and radiotherapy, same as me. First we thought it will all be ok again but then something else happened. She didn’t even celebrate her 30th birthday. Since I got diagnosed with cancer I’ve been thinking more about her than before. When we met for the first time at the Space Opening Party in 2006 in Ibiza, when we were dancing on the tables at Bora Bora, when we sat by the Kanya pool with the girls and how we absolutely enjoyed our lives. She was like a sister. She died on 6th June 2009 and I flew to London straight away to be there on her last way. I remember the song they were playing when her coffin got carried outside. Leona Lewis with „Footprints in the sand“. We all cried.

At that time the cancer was so far away and now it’s closer than ever. More and more young people are suffering from cancer nowadays. I talked about cancer blogger in my last blog post, sent messages to each other to get to know them better. And in the next minute some of them are not there anymore.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs
Luise

Unfortunately Luise(Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs) was one of them. We only talked to each other days before and wanted to meet each other because we lived so close. But then it all went very quick. She was at the palliative station where you get treated against your pain. And so did Luise. I didn’t know her personally but we got on and talked about each other just like that. Luise leaves a big community, many friends&family. She only visited the book exhibition in Leipzig where she presented the book „Reisebegleiter für den letzten Weg“. Her Facebook Fanpage grew from 6000 fans up to almost 9000fans in only a couple of days. And this is the point where I ask myself: „Why does always something like this has to happen so that we actually realize what’s happening around us? That more and more young people suffer from cancer and die from it?“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs
Susan

Me as a cancer blogger I want to inform about the disease and show other that we live in a society that suffers more and more from diseases. May it be through stress, the pressure from work, wrong nutrition… We all know what makes us sick but still though we don’t do anything against it and keep on going like before.

Most of the time I’m very optimistic and try to get my life back on track. But such moments scare me and I keep asking myself who will be the next one. Because who knows if I or you still carry cancer cells in our bodies? You can discover cancer cells only from a size of 3mm and according to my doctor the cancer must have been in a human being for more than 7 – 10 years before it breaks out. The more I realize that I have cancer the more scared I am for my future.

Die Krebsgemeinschaft #1 / The Cancer Community #1

Brustkrebs. Scheiße! dachte ich. Muss ich nun sterben? fragte ich mich. „Es gibt Selbsthilfegruppen, die machen vieles zusammen,“ schlug mir die Sozialarbeiterin vor. Auf keinen Fall gehe ich da hin, da sitzen die bestimmt nur rum, sind wehleidig, heulen und ziehen sich nur noch mehr runter. Das will ich nicht. Das war mir klar. Als ich dann am 1. April 2014 Kerstin kennenlernte wusste ich: Das ist mein Krebspartner, meine Selbsthilfegruppe.

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Im Ärzteparadies / Doctor’s Paradise

doctor doctor can't you see I' burning burning Alle drei Monate habe ich eine Kontrolle meines kompletten Körpers. So war der Deal. Seit meiner Brust-OP im Oktober hatte ich jedoch keine. Als ich am Donnerstag dann endlich zu meiner Onkologin fuhr guckten mich die Arzthelferin dumm an „Sie haben einen Termin? Heute?“ Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte. so ging das dauernd. „Ja um 9.45 Uhr. Hatte es mir gleich in mein Handy eingetragen…“

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