Die Nebenwirkungen so gering wie möglich zu halten ist das Ziel aller Therapien in der Onkologie. Leider sind bei dem ein oder anderen Patienten die Nebenwirkungen größer. Diesen versucht man vorzubeugen und zu behandeln durch eine supportive (unterstützende) Therapie. Keiner sollte sich dafür schämen seinen Arzt auf Nebenwirkungen anzusprechen. Erst dann kann der behandelnde Arzt darauf eingehen und dadurch die Therapie anpassen sowie die Nebenwirkungen versuchen zu minimieren. Zudem profitieren nachfolgende Patienten durch das Feedback, da die Therapien so immer wieder optimiert werden.

Die Nebenwirkungen einer Krebsbehandlung kann durch komplementäre Medizin vorgebeugt und behandelt werden. Das Uniklinikum Eppendorf (UKE) in Hamburg bietet seit 2015 diese Sprechstunde ambulant an. Die Sprechstunde ist sehr beliebt und unter folgender Nummer erreichbar 040 7410 55 692.

Die Komplementärmedizin bedeutet eine erfahrungsbasierte Ergänzung zusätzlich (komplementär) zur evidenzbasierten Medizin. Jedoch fehlen hier oft die Nachweise von Wirksamkeit und Sicherheit mit evidenzbasierten Wissenschaftsmethoden. Die Nachfrage nach Komplementärmedizin steigt jedoch stetig, so dass das UKE darauf reagiert.

Um die Nebenwirkungen zu mindern kann ich als Patient schon vieles selbst tun. Dies startet bereits mit einer gesunden Ernährung.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt folgende 10 Regeln für

Eine gesunde Ernährung:

  1. Die Lebensmittelvielfalt genießen
  2. Gemüse und Obst – „Nimm 5 am Tag“
  3. Vollkorn wählen
  4. Mit tierischen Lebensmitteln die Auswahl ergänzen
  5. Gesundheitsfördernde Fette nutzen
  6. Zucker und Salz einsparen
  7. Am besten Wasser trinken
  8. Schonend das Essen zubereiten
  9. Achtsam essen und genießen
  10. Auf das Gewicht achten und in Bewegung bleiben

Indem diese Tipps beherzigt werden sollte zudem darauf geachtet werden:

  • Das Anstreben eines normalen BMI
  • Eine Ernährung mit geringem Fettanteil
  • Ballaststoffhaltige Lebensmittel
  • Beachten genereller Ernährungsempfehlungen

Zusätzlich sollte darauf geachtet werden, dass das Verzehren von Genussmitteln reduziert oder komplett aufgegeben wird. Denn bereits 25g Alkohol pro Tag (0,3l Wein oder 0,6l Bier) erhöhen das Brustkrebsrisiko um 31%. Rauchen erhöht das Krebs- und Brustkrebsrisiko generell.


Sport kann die Lebensstilfaktoren positiv beeinflussen. Das Risiko der Gesamtsterblichkeit wird um bis zu 48% reduziert sowie der Brustkrebssterblichkeit um bis zu 24%.

Bereits 3- 5 Stunden Sport pro Woche verbessern das Wohlbefinden, das krankheitsfreie Überleben, sowie das Gesamtüberleben und die kardiopulmonale Funktion.

Weitere angebotene Sportprogramme sind die Bewegungstherapie, das Sportprogramm in der Reha Klinik sowie Rehabilitationsgruppen.

Die LIBRE Studie besagt, dass Bewegung und eine Ernährungsumstellung einen Einfluss auf die Inzidenz und Prognose von erblich bedingtem Brust- und Eierstockkrebs hat.

In der BENITA Studie geht es um den Einfluss von Bewegungs- und Ernährungsintervention bei Eierstockkrebs während und nach primärer Chemotherapie.

Rehabilitationssport auf Rezept

Jedem Patienten mit einer Krebserkrankung stehen 50 Übungseinheiten à 45 Minuten Rehasport zu (§44 Sozialgesetzbuch IX). Mit dem Formular „Antrag auf Kostenübernahme für Rehabilitationssport“ kann der behandelnde Arzt diese Stunden verordnen.


Wichtige Indikationen für die Komplementärmedizin sind demnach Fatigue, Übelkeit und Erbrechen, Depression, menopausale Symptome, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit und Gelenk- und Knochenschmerzen. Da hier positive Ergebnisse erzielt werden konnte, wird folglich immer mehr auf die Komplementärmedizin eingegangen und diese bei Patienten angewandt.


*Die Informationen stammen aus der Summer School – Komplementärmedizin in der Onkologie – UKE Campus Lehre 17.08.2019