Reha für Körper, Geist & Seele / Rehab for body, mind & soul

Als Krebspatient habe ich Anspruch auf eine Rehabilitation oder auch Anschlussheilbehandlung, kurz AHB, genannt. Normalerweise sollte diese spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Bestrahlung anfangen und die letzte Bestrahlung war folglich am 11.2.2015. Ja lange ist’s her 😀

Insel Usedom
Insel Usedom
Zuerst lag mein Antrag noch wochenlang bei meiner Onkologin auf dem Schreibtisch herum, dann genehmigte die Deutsche Rentenversicherung mir meine Wunschklinik nicht. Zu Anfang der Therapie sagte mir der Sozialdienst im Krankenhaus „Als Krebspatient dürfen sie hin wo sie wollen, egal wie weit die Klinik ist, suchen Sie sich eine aus.“ Das tat ich dann auch und wollte nach Boltenhagen. Eine kleine aber feine Klinik mitten am Meer speziell für Brustkrebspatienten. Die Deutsche Rentenversicherung schickte mir einen Brief zurück ich solle in den Harz, nach Teufelsbad. Ne ganz sicher nicht, erst der Name und dann noch diese schlechten Bewertungen im Netz. Da wollte ich nicht hin, nie und nimmer. Also legte ich Widerspruch ein. Die Dame am Telefon half mir etwas und sagte „Schreiben Sie Ihre Gründe rein, zu 80% wird das dann genehmigt.“ Wurde es aber nicht und ich bekam wieder eine Einladung ins Teufelsbad zum Teufel noch mal. Also hieß es wieder Widerspruch einlegen. Ende Mai dann der nächste Brief. Freitags kam ein Brief, indem stand ich solle meinen Widerspruch zurückziehen, Samstag darauf kam die Zusage für die Klinik in Bad Ahlbeck auf Usedom. Direkt am Strand, für Krebspatienten ausgelegt, mit der längsten Strandpromenade Europas. Perfekt, nehme ich! Dann noch unendlich viel Papierkram ausfüllen, die Krankenkasse informieren, meine Gynäkologin, meine Onkologin und schwuppdiwupp durfte ich gestern, den 15.7.2015, auf Usedom anreisen. Sind ja auch nur 5 Monate später nach der Bestrahlungstherapie. Aber jetzt ist wenigstens Sommer.

 

Gegen Mittag kam ich an, bekam meinen Schlüssel für die kleine Suite, holte mir einen Kofferkuli und schmiss darauf die 5 Gepäckstücke. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hatte alles mitgenommen was bei mir zuhause im Schrank war. Egal, ich weiß ja nicht was hier auf mich zukommen wird. Bademantel, Badesachen, Wanderschuhe, Strandhandtuch, Tee, Weizengraspulver, Laptop, Trinkflasche, Flipflops, Turnschuhe, Inline Skates, Yoga Matte und und und. Meine Sachen verstaute ich erstmal in meinem Zimmer. Das Zimmer besteht aus einem geräumigen Bad, einem Zimmer mit Bett, Sessel, Schreibtisch, Couchtisch, 2 Kleiderschränken, TV, Spiegel und einem kleinen Balkon. Eine Single Honeymoon suite nur für mich. Herrlich! Endlich mal alles nur für mich hier.

Klinik Bad Ahlbeck
Klinik Bad Ahlbeck
Als erstes musste ich zur Schwester ins Zimmer. Kurze Erklärung wo wann was am ersten Tag ist, Chipkarte geladen und wieder zurück, ein Laken für alle Untersuchungen in die Hand gedrückt und schon war ich fertig. Dann parkte ich mein Auto auf dem Parkdeck, holte mir einen Tee mit einem sehr fettigen Zupfkuchen und verschwand wieder im Zimmer. Ab 14.15 erwartete ich den Anruf meiner Ärztin. Dann rief sie an. In einem deutsch-polnischen Akzent versuchte sie mir zu sagen ich könne nur zu ihr kommen.

„Also ich bin jetzt da, sie können dann bald kommen, also gleich, vergessen Sie ihr Lakken nicht!“ stammelte sie. „Bitte was? Ein Lakken?“ fragte ich verdutzt. Ich war total verwundert und wusste gar nicht was die Dame am anderen Hörer von mir wollte. „Ein Laken“ erwiderte sie. „Ah ok, ich komme.“ Ich schnappte mir mein ‚Laken‘ und ging zu ihr rüber ins Arztzimmer. Dort machte sie eine umfangreiche Bestandsaufnahme von mir, meinem Körper, meiner Psyche. Sie war ca 45 Jahre alt, hatte zottelige rote schulterlange Haare mit einem Pony und sprach ganz gut deutsch, jedoch mit einem stark rollenden R. Als ich ihr versuchte zu erklären welchen Abschluss ich habe, wusste sie trotzdem nicht wie Bachelor buchstabiert wird. Also fing ich auf ihrem PC an zu tippen. Dann musste ich mich ausziehen und der Rotschopf fuchtelte mit einem Maßband an mir herum. „Sie müssen zunehmen, sonst können wir keine gute neue Brust für Sie aus Ihrem Fett formen.“ Ne das hatte ich auch nicht vor, dachte ich. Hier wird nicht mehr rumgeschnippelt. Da kommen Plastikmöpse rein und gut ist. Will doch nicht aussehen wie Edward mit den Scherenhänden der überall Narben hat. Früher war ich ja immer gegen plastische Chirurgie, Natur pur war mein Motto. Aber jetzt, wo es gar nicht mehr anders geht, freue ich mich schon auf meine neuen prallgefüllten Hupen. Wenn schon, denn schon.

Strand Bad Ahlbeck
Strand Bad Ahlbeck
Nach mehr als 1 Stunde waren wir fertig. Ich konnte es kaum erwarten und lief zum Strand. Das Meer, die Ostsee, die Sonne. Genau wie früher als ich klein war und wir immer an der Ostsee waren oder als ich noch in Hamburg wohnte. Oder auf Ibiza als ich mit Freunden in einem Apartment direkt am Meer wohnte und das Meer rauschen hören konnte. Und jetzt drei Wochen mitten im Sommer hier. Ein Traum ging in Erfüllung. Nach meinem Spaziergang gab es Abendbrot. Die Tische waren mit Namenskärtchen versehen, jeder hatte seinen Platz. An meinem saßen noch 2 andere Mädels. Die eine hatte Atemwegserkrankungen, die andere auch Brustkrebs. Nur leider kam sie damit gar nicht zurecht, sie hatte nur noch negative Gedanken und mied jeden Kontakt. Also sagte ich zu ihr: „Häng doch mit mir hier ab die nächsten 3 Wochen, ich bin mehr als positiv und bringe dich garantiert wieder zum Lachen.“ Die arme Maus weinte immer wieder. Morgen sehen wir uns wieder, mal schauen wie es ihr dann geht.

Meine Inliner holte ich nochmal aus dem Auto und rollte über die lange Strandpromenade vorm Schlafengehen. Meinen Plan habe ich für die nächsten Tage auch schon, sogar am Samstag habe ich Programm. Psychologische Betreuung, Übungen für meine Nackenprobleme, Bewegung in Freizeit, Sportgruppe, Jacobson-Entspannung, Nordic Walking, Wassergymnastik, Gymnastik und Spiel (was auch immer das heißen mag).

So sieht es soweit aus, der Plan kann sich täglich ändern, Chefarzt-Visite ist auch dabei und morgens um 6.50 Blutabnahme. Ich freue mich. Endlich mal Zeit nur für mich und meinen Körper. Endlich werde ich betüddelt von vorn bis hinten.

 


 

ENGLISH VERSION

As a cancer patient you have the right to go on a health treatment after all therapies. Normally you should start it at least 6 weeks after your last radiotherapy. So mine was actually on 11th February 2015 which is quite long ago.

My oncologist must have forgotten my application for my health treatment so it took a while and then the German pension insurance didn’t approve my application for the health clinic I wished for. At the beginning of my therapies the social worker told me that as a cancer patient you have the right to go to any health treatment you choose. So I chose Boltenhagen a little but nice clinic right next to the Baltic Sea and close to Hamburg. But the insurance denied it and proposed a clinic I really didn’t like. Teufelsbad (devil’s bath). A clinic with a bad reputation in an area I really didn’t want to go to. So I entered an objection. The lady on the phone advised me what to write. “ The insurance will accept it by 80%.“ They didn’t though so I had to enter an objection again. Finally they proposed another clinic to me which was al the Baltic Sea, too. Right at the beach, for cancer patients including the longest seafront of Europe. I filled out the forms, informed my oncologist and gynacologist and suddenly I was travelling to Usedom on 15th July 2015. Only 5 months later after finishing radiotherapy but hey who cares, it’s summer now!

Usedom
Island Usedom
I arrived just after lunch, checked in like in a hotel, got my keys for my little suite, got a bag carrier and threw my 5 bags onto it. Somehow I had the impression I took everything I had from my wardrobe. Dressing gown, bikini, trekking shoes, beach towel, tea, wheatgrass powder, laptop, drinking bottle, flipflops, sneakers, inline skates, yoga mat and so on. I put my clothes into my bedroom which was equipped with a big bath, a bed, an armchair, a desk, a little couch table, 2 wardrobes, tv, mirror and a little balcony. A single honeymoon suite just for me.
Amazing! Finally everything just to myself.

„Well I am here now, so you can come here soon, or yes come here now. And don’t forget to bring your shit.“ „My what? A shit?“ I asked her really surprised. „Your sheet.“ Ah ok well then I took my sheet and went to see her. It felt like a big inventory control of me, my body and my soul. She was about 45 years old, had red frizzy hair with a fringe and spoke quite good German but she rolled the R really strong. When I tried to explain to her what kind of degree I got she didn’t quite know how to spell it so I typed it in her computer. After that I had to get my top and jeans off. The redhead waved about with a measuring tape. „You have to put on some weight otherwise we can’t form a new boob for you.“ Well I didn’t even plan to have a boob made out of my fat. Otherwise they will cut a bit more on my body and then I will look like Edward with the Scissorhands full of scars. Long time ago I used be against plastic surgery but now that they have taken my boob off I can’t wait to have some right big boobs.

Strand Bad Ahlbeck, Usedom
Beach Bad Ahlbeck, Usedom
We were done after more than one hour. I couldn’t wait so I ran down to the beach. The ocean, the Baltic Sea, the sun. Just the way it used to be in the olden days when we used to go to the Baltic Sea and when I lived in Hamburg. Or when I lived next to the beach in Ibiza, where you could hear the sound of the waves. and now I had the chance to be here for the next 3 weeks. It felt like a dream came true. After a long walk on the beach I went back for dinner. Every table had name plates, everyone had their own seats. There were two other girls sitting on my table. I started chatting to them straight away. One of them had respiratory problems, the other one had breast cancer, too.But somehow she couldn’t cope with it and was very negative, she could hardly talk about it and started crying. So I told her „Hey just hang out with me the next few weeks, it’s a lot of fun with me and I will cheer you up.“ I will see her again tomorrow, see how it goes.

I grabbed my inline skates and rolled down the seafront before going to bed. I already got a programme for the next few days, I even have a programme for Saturday. Psychological support, exercises for my neck, exercising in my time off, exercise group, relaxation after Jacobson, nordic walking, water gymnastics, gymnastics and game (whatever that means…).

That’s the plan for the next few days but it can change on a daily basis. Ward round every morning with the chief physician and blood draw at 6.50 am just before breakfast. I am so happy to be here. Finally I have time for myself and my body and finally everyone is looking after me.

Advertisements

Akrobatik und Yoga/ Acroyoga

Kurz nach zehn morgens. Ich hetzte über den Marktplatz, rannte bis in den letzten Stock und endlich war ich da. In der obersten Etage nahmen mich Kerstin und André liebevoll in Empfang. „Herzlich willkommen, nimm dir erstmal einen Tee“ sagte Kerstin. Dann ging es in ein großes lichtdurchflutetes Zimmer  wo noch 4 andere auf mich warteten. In der Mitte des Raumes war ein Korb mit Blumen aufgestellt, drumherum Yogamatten auf denen jeweils einer von uns saß. Wir schauten uns alle in die Augen, um uns kennenzulernen, um zu wissen mit wem wir es zu tun hatten. Ich fand das eine schöne Idee, denn viele Menschen schauen einen gar nicht an.

Weiterlesen „Akrobatik und Yoga/ Acroyoga“

Ich renne um mein Leben/ I run for my life

runformylifeSeit ich im April letzten Jahres mit der Chemo angefangen habe mache ich Sport, mehr als zuvor. Früher war mir Sport nicht so wichtig. Ich dachte mir ‚Ach deine Figur ist doch ok, brauchst nicht so viel machen‘. Papalapap! Sport ist so wichtig wie ein gutes Medikament. Mit einer Chemo- oder Strahlentherapie kann Sport gleichgestellt werden.

http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/krebs/article/852745/krebs-sport-wichtig-medikament.html

Die Chemo war schon recht heftig und ich hab manchmal nicht mal die Treppen steigen können so geschwächt war ich. Dennoch habe ich Sport gemacht. Ich bin oft Fahrrad gefahren, war spazieren, schwimmen oder laufen. Lief die Treppen rauf und runter. Machte Squats im Krankenhauszimmer. Egal, Hauptsache Bewegung. Sobald ich draußen war ging es mir besser. Selbst ein paar Sonnenstrahlen im Garten zu erhaschen erfüllten mein Herz mit Glück. Durch die UV-Strahlen konnte mein Körper noch Vitamin D herstellen. Ärzte vermuten, dass ein Vitamin D-Mangel in Zusammenhang mit Brustkrebs steht. Mein Vitamin D Wert war nach einer Knochendichtemessung total im Keller. Als ich dann noch die Ärztin fragte was ich selbst zu meiner Heilung beisteuern könne meinte sie:

Sport! Verschiedene Studien haben erwiesen, dass Sport gegen Krebs hilft.

Und von dem Moment an wusste ich, dass ich diese Chance ergreife und ich allein kann bestimmen, ob ich diesen Krebs für immer in die Hölle schicke oder nicht. Dieser Satz ist bei mir hängengeblieben, hat sich in mein Gedächtnis eingebrannt und spornt mich jeden Tag aufs Neue an. Ich habe die Wahl: Sporteln und dieses Schalentier in die Wüste schicken, oder zuhause auf der Couch rumhängen und mich hängen lassen und irgendwann überwuchert sein mit Metastasen. Wenn der Krebs mich töten kann, dann kann ich den Krebs genau so killen. Mit meiner Runtastic App halte ich alles fest. Wenn ich mal nicht so viel gemacht habe spornt sie mich wieder an, ich fühle mich sogar schlecht, wenn ich mal nix mache. Und weil diese Scheiß Angst immer da ist, raufe ich mich auf, ziehe mir warme Sachen an und treibe Sport für mindestens 30 Minuten täglich.

Jetzt im Winter bringt das auch ziemlich Spaß, da ich snowboarden gehen kann oder Skilanglaufen. Da reicht mir nicht mal eine halbe Stunde, ich brauche mehr. Es macht richtig süchtig zu sporteln. Beim Skilanglaufen bin ich bis zu 4 Stunden unterwegs. Momentan wird mir schwindelig, doch das gleiche ich mit etwas Süßem oder einem Getränk aus. Dann geht’s wieder weiter. Wenn ich aber nicht mehr kann, dann höre ich auf. Da mein Körper eh schon geschwächt ist muss ich ihn ja nicht noch mehr belasten. Die empfohlene Dosis an Sport beträgt jeweils eine halbe Stunde pro Tag, 3x Ausdauersport und 2 x Kraftsport.

Ich habe während der ganzen Therapie viele kranke Menschen kennenlernen dürfen. Viele von ihnen hätte ich sonst niemals getroffen. Durch den Krebs habe ich durch Fenster geschaut die mir sonst verschlossen geblieben wären. Ich hab nie gedacht, dass es so viele kranke Menschen da draußen gibt geschweige denn von Krankheiten gehört von denen ich gar nichts wusste. Vieles davon waren alte Menschen.

Einmal musste ich ins Krankenhaus zur Chemotherapie. Der Raum war gefüllt mit Frauen alle weit über die 50. Die eine sagte dann zu mir „Na junge Dame, sie ziehen unseren Altersdurchschnitt ganz schön nach unten.“ Ich hatte es mir ja nicht ausgesucht so jung Krebs zu bekommen. Das ging mir oft so, dass ich die Jüngste war. Oft schauten mich die Leute komisch an „Wie die hat schon Krebs? In dem Alter?“

Ja, es haben auch schon viele Kinder Krebs, nicht nur alte Menschen können an Krebs erkranken. Bei Frauen erkrankt mittlerweile jede 8. Frau an Brustkrebs, jede vierte davon ist unter 55 Jahren, jede zehnte unter 45 Jahren, und jede 4. stirbt an Brustkrebs. Zur Früherkennung gibt es bei Frauen ab 30 die Abtastung durch den Arzt, ab 50 dann das Mammographie-Screening. Jüngere Frauen unter 30 haben da die A-Karte gezogen, sie müssen das Abtasten selbst machen. Ist ein Ultraschall gewünscht (wie es bei mir war), so müssen die Kosten selbst erbracht werden. Ich finde das ehrlich gesagt ziemlich daneben, wenn ich bedenke, dass Brustkrebs mittlerweile viele junge Frauen betrifft. Und viele vergessen selbst das monatliche Abtasten oder sprechen den Arzt aus Scham erst gar nicht an.

http://www.rki.de/Krebs/DE/Content/Krebsarten/Brustkrebs/brustkrebs_node.html

Früher war mir das alles nie so bewusst wie jetzt, und deshalb renne ich nun um mein Leben. Ein Leben, das viel besser wird als das davor. Ein Leben, in dem ich mehr auf meinen Körper höre, Warnungen annehme und sie richtig deute. Ein Leben, in dem ich das tue was mich glücklich macht und nicht das was andere von mir erwarten. Ich hab nur ein Leben, und das will ich glücklich und gesund leben.


Since I started chemo therapy last April I started exercising a lot more than I used to do before. I never thought sports were that important. I just thought ‚Hey your figure isn’t that bad, you don’t need to exercise that much‘. But I was wrong as exercising is as good as a good medication. Sports can be equated with a chemo or radiotherapy.

http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/healthyliving/exerciseandactivity/howdoweknow/physical-activity-and-cancer-the-evidence

Chemo therapy was quite bad and sometimes I couldn’t even go upstairs because I’ve been so weak. But still I was exercising. I rode my bike a lot, went waking and swimming or went running. Went up- and downstairs, did Squats in the hospital. No matter what I needed to move. As soon as I was outside I felt better. And my body could produce vitamin D through the ultraviolet rays. Scientists believe that a lack of vitamin D is linked to breast cancer. After being tested my vitamin D value was more than low. I wanted to do something and support myself so I popped the question to my doctor what I can do to avoid getting cancer again  and she said:

Sports! It is been stated that exercising prevents you from getting cancer.

And from that moment on I knew that I will take the chance and tell the cancer to fuck off for good. This phrase is still in my mind, it is burnt into my head and every day this phrase stimulates me to do sports again. I have the choice: exercising and sending this Mr Crabs to hell, or chilling on the couch, letting myself go and at some point I will be full with metastases. If the cancer can kill me than I can kill the cancer, too. I can keep track of my exercises with the Runtastic App. If I haven’t done enough for the week it even tells me to do more. I even feel bad when I haven’t done enough. And because it bloody scares the hell out of me, I get myself going, put on some warm clothes and do some exercises for at least 30 minutes.

During winter doing sports is a lot of fun, too, because I can go snowboarding and skiing. Half an hour isn’t enough then, I need more. It is really addictive to exercise. When I go skiing it takes at least 4 hours. Every now and then I feel a bit dizzy but I just have a little drink or something sweet. I can go on then. But if I had enough, I stop. Because my body is already exhausted from all the therapies I don’t need to stress myself anymore. It is recommended to exercise at least 30 minutes per day, 3x endurance sports and 2x strength training.

During all these therapies I was able to meet a lot of sick people who I wouldn’t have met otherwise. Because of the cancer I was able to see through windows that normally would have been closed to me. I never thought that there were so many sick people out of there and I didn’t even know of many of these diseases. A lot of them were old people. Once I had to go to hospital for my chemo therapy. The room was filled with women who were all at least older than 50. One of them said to me „well young lady, you really drag down the average of our age.“ I didn’t choose to get cancer at that young age. This happened a lot me that I was the youngest and many people looked funny at me. „What? you have cancer? At that age?“Yes, a lot of children suffer from cancer, not only old people can get cancer. Every 8th woman suffers from breast cancer, every 4th of them is under 55, every 10th under 45 and every 4th woman dies because of breast cancer. (stats for Germany) For early diagnosis women over 30 can have a testing by their doctors, women over 50 are invited to have a mammography screening. Women under 30 have got bad cards as they are forced to do a breast self exam. If you wish an ultrasonic testing you have to pay at least 30€ which isn’t covered by your insurance company. I really do think this is out of order as more young women suffer from breast cancer. And many of them forget the monthly breast self exam or they don’t even ask their doctors to do it as they feel ashamed.

http://www.cancerresearchuk.org/cancer-info/cancerstats/types/breast/mortality/uk-breast-cancer-mortality-statistics

I’ve never been so aware of that and that’s why I’m running for my life now. A life that is better than before. A life where I listen to my body, listen to warnings and where I can interpret the symptoms clearly. A life where I only do what makes me happy and where I don’t do what others expect me to do. I only have one life and I want to live that healthy and happy.

Ich bin froh, dass du da bist!

una u ich im HerbstZu schön ist dieses Herbstwetter um drin zu bleiben. Früher wäre ich einfach nur vor der Glotze hängen geblieben, heute gehe ich freiwillig raus. Die Sonne schien heute, war aber trotzdem kalt. Und ich hatte jemanden an meiner Seite. Una, die Dalmatiner Dame. Mein Cousin holte sie damals zu sich, genau am Anfang meiner Krankheit. Und seitdem ist sie immer an meiner Seite. Erst gingen wir spazieren, Runtastic angeworfen – ich muss ja immer festhalten, wieviel ich mich bewege – durch Wald und Wiesen, von der Sonne geküsst. Zurück nach 1 1/2 Stunden schmiss ich mich auf die Couch, zugedeckt mit einer getigerten Wolldecke. Una machte einen Satz und schon lag sie neben mir. Ihr Köpfchen auf meiner linken Seite und schlief ein. Ich liebe diese Momente. Sie sind so einzigartig und wundervoll, viel zu wenig werden sie geschätzt. Sie schaut mich dann immer an, als würde sie mir sagen wollen „ich hab dich lieb, ich bin froh, dass du da bist“ Und genau das bin ich auch, ich bin froh, dass sie da ist. Denn ohne sie hätte ich nicht so viele schöne Stunden in der Natur verbracht.

 

Hüpf, Häslein, hüpf – Sport ist kein Mord

Der Winter kommt und da werde ich wohl nicht mehr so viel mit dem Rad fahren können so viel Schnee wie hier immer liegt. Deshalb gibt’s heute ein Hüpfseil. Dann kann ich so viel springen und hüpfen, egal ob im Garten oder in der Wohnung, wie ich will. Unsere Wohndecken sind ca 3,70m hoch, da geht so einiges. Jeden Tag ein wenig Sport für mindestens 30 Minuten, das sollte doch im Sommer und Winter zu schaffen sein, ich alter Sporthase.