Von der Zerreißprobe zum großen Glück

Lange Zeit schrieb ich nicht. Das hatte mehrere Gründe, denn mein Leben veränderte sich nochmal drastisch. Menschen, die immer an meiner Seite zu sein schienen, waren es nicht. Im Nachhinein wurde mir vorgeworfen ich wäre eine große Last gewesen, ich müsste mein Leben lang dankbar dafür sein, dass manche Menschen bei mir geblieben sind während der Krankheit anstatt mich zu verlassen bei der Diagnose.

Ich fühlte mich total wertlos, hatte Angst, Panik und wusste weder ein noch aus. Dieser Psychoterror machte mich noch kranker innerlich als der Brustkrebs es je tat. Meine Launen während der Therapien wurden darauf zurückgeführt, dass ich einen an der Waffel hätte, mein Blog darauf, dass ich geil auf die Öffentlichkeit wäre und mein immenser Lebenswille wurde als purer Egoismus gedeutet. Ich wurde immer kleiner und kleiner und machte mich irgendwann selbst dafür verantwortlich je krank geworden zu sein und mein Umfeld mit reingezogen zu haben. Selbst belogen und betrogen zu werden schrieb ich mir selbst zu. „wer will denn schon eine Frau ohne eine richtige Brust und die nicht nach einer Frau aussieht…?“ fragte ich mich. Der Spruch

Erst mit langen Haaren und neuen Brüsten bist du wieder ansehnlich!

traf mich tief. Ziemlich lange hatte ich daran zu knabbern.Doch dann kam die Wende. Die Brustrekonstruktion begann im März 2016 mit einem Expander, der die Haut auf der rechten Seite weitete. Drei Mal wurde dieser mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt. Schon die erste Wölbung löste so starke Glücksgefühle in mir aus, dass ich die halbe Welt hätte umarmen können. Leider vertrug ich die OP gar nicht gut und hatte sehr starke Schmerzen. Ich brach zusammen, hatte Fieber und übergab mich mehrmals. Wie so oft war ich allein. Ich freute mich als mein damaliger Partner mit mir aß, jedoch ging es primär nicht darum mit mir zu essen. Wie eine richtige Frau fühlte ich mich schon lange nicht mehr und das Gefühl wie ein Mensch geschätzt und geliebt zu werden war mir fremd.

Den Sommer daraufhin kostete ich voll aus. Ich ging auf fünf Festivals, machte manchmal drei Tage lang durch und wollte einfach nur noch spüren, dass ich noch lebe bis in jede tiefste Ader. Jeder Atemzug machte mir klar, dass ich noch da bin. Bis in den Morgengrauen tanzte ich und fiel dann todmüde in mein Auto.  Den Regen und die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, zu lachen, zu tanzen, frei zu sein gaben mir endlich wieder das ersehnte Gefühl ein Teil dieser normalen Welt sein zu dürfen. Jeder Atemzug war wie eine Sternschnuppe die durch mein Herz schoss.

Als dann die zweite Brustaufbau-Operation im März 2017 mit Silikon bevorstand, verstand ich, dass sich etwas ändern musste. Denn wieder wurde mir dieses Gefühl vermittelt, ich müsse mich dankbarer zeigen, dass ich überhaupt Besuch bekam im Krankenhaus. Es war wie ein Jahr zuvor, es hatte sich nichts geändert. Ich wusste, dass es mir das Herz brechen würde. Zu begreifen, dass eine Zerreißprobe einen manchmal nicht zusammenschweißt sondern voneinander trennt war für mich der schlimmste Schmerz. Noch schlimmer als diese ganze Krankheit zusammen.  Dennoch wusste ich, dass ich wieder eine Frau sein wollte. Ich wollte wieder geschätzt und geliebt werden so wie ich bin. Ich wollte, dass jemand für mich da ist, weil er gern für mich da ist und mich liebt mit allen Ecken, Kanten und Narben. Sei es auf der Haut oder im Herzen.

Das Tamoxifen nervte mich einfach total. Diese anstrengende Antihormontherapie, bei der ich jeden Tag eine Tablette nehmen musste, versetzte mich tagtäglich in mehrmalige Schweißausbrüche und generell fühlte ich mich nicht gut. Aus diesem Grund beendete ich die künstliche Menopause in Absprache mit meiner Ärztin. Wir verabredeten, dass ich mich sofort melde sobald eine Verschlechterung meines Zustands eintreten würde. Vier Monate nach Absetzen des Medikamentes war wirklich alles zurück was mich je als Frau ausmachte. Und ich freute mich unendlich.

Im Oktober 2017 hatte ich dann die ersehnten Untersuchungen.: MRT/ CT/ Knochenszintigraphie. Einen Tag lang von Termin zu Termin sprinten, Kontrastmittel spritzen lassen, Wasser trinken, nächste Untersuchung, warten, rein in die Röhre, tobende Geräusche, raus, warten, nächste Röhre. Je länger die Krankheit zurück liegt, desto mehr Angst habe ich vor den Untersuchungen. Als das Ergebnis eine Woche später kam, liefen die Tränen meine Wangen herunter.

Es ist alles sehr gut ausgefallen, wir konnten nichts feststellen…warum sind Sie traurig?

fragte meine Onkologin. Ich schluchzte: „Ich freue mich, aber ich hätte diesen Moment so gern mit jemandem geteilt, mit dem ich das alles zusammen durchgestanden hätte, der mir bedingungslos zur Seite gestanden hätte…in guten wie in schlechten Zeiten…so wie wir es anfangs auch gesagt hatten.“ Doch dann merkte ich, dass dieser Moment nur noch mir gehörte. Und ich wusste ich hatte es geschafft. Ganz allein.

img_9047Die Brustwarzenrekonstruktion kam dann im Februar 2018. Zuerst die Mamillenrekonstruktion. Dazu wird die Haut auf meiner rechten Brust wie ein Kleeblatt eingeschnitten, hochgeklappt und zusammen genäht. Fertig ist die Mamille. Und drei Monate später kommt dann endlich das Tattoo für den Warzenhof, dann bin ich endlich wieder komplett. Meine Haare sind mittlerweile wieder schulterlang, meine Brust ist wieder da und ich bin glücklicher als je zuvor. Das war aber auch nicht einfach, denn ich habe hart an mir gearbeitet.  Disziplin, Sport, gute Ernährung und meine persönliche Weiterentwicklung standen ganz oben auf meiner Agenda. Das Buch „Das innere Kind muss Heimat finden“ half mir hier sehr gut, wenn ich nicht weiter wusste. Mittlerweile lebe ich wieder in der schönsten Stadt der Welt Hamburg, habe mir mein Traumauto gekauft (einer aus Bayern 🙂 ), wohne im Grünen und gönne mir alles was Spaß bringt und mir gut tut. Meine Freunde inspirieren mich jeden Tag aufs neue und machen mich glücklich, da sie mich so schätzen und lieben wie ich bin. Manchmal muss ich mich selbst kneifen, da ich es kaum begreifen kann, so glücklich und zufrieden zu sein. Und vor allem gesund.

Meine Freizeit verbringe ich immer noch gern in der Natur mit Wuschel (mein img_0712Teddyzwergkaninchen), der mein treuester Begleiter seit meiner Krankheit ist. Auch wenn er nur ein kleines Kaninchen ist, so hat er ein großes Herz welches mir genau sagt wer gut zu mir ist und wer nicht. Da faucht er gern mal den Handwerker an und zeigt ihm wer hier der Mann im Hause ist :). „Was ist denn das für eine Kampfkatze?!“ „Das ist ein Kaninchen…“ (*Kopfschüttel*) Und damit auch er nicht so allein ist, während ich meinem Traumberuf nachgehe und dabei auf die Elbphilharmonie blicke, hat auch er einen treuen kleinen Begleiter bekommen. Teddy. Er war nicht gewollt von seiner Familie, sie wollten ihn verhungern lassen, schnitten ihm nicht die Krallen und ließen ihn in einer Wanne mit Urin und Kot zurück. Bei uns ist er mehr als willkommen. Die Moppels&ich,  zu dritt machen wir nun die Welt unsicher.

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Es geht im Leben nicht darum, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Sondern darum, sich auch in schlechten Zeiten beizustehen auch wenn sie von langer Dauer sind, um so wieder gemeinsam die Freude des Lebens wieder genießen zu können. Denn wenn ich für jemanden etwas tue, dann mache ich es gern, und nicht, weil ich etwas zurück erwarte. Denn nicht jeder kann dir gleich etwas zurückgeben, besonders wenn du in Not bist. Auch wenn du erst viel später etwas zurückbekommen solltest was du einmal gegeben hast, dann ist es einfach nur ein Bonus der ein Lächeln auf deine Lippen zaubert.

Erst kürzlich stand ich mit einer Freundin, die auch einst an Brustkrebs erkrankt war, auf der Tanzfläche und wir umarmten uns. Dabei sagte sie mit einem Strahlen zu mir

Ich bin so froh, dass wir gemeinsam hier gesund und glücklich sein dürfen!

Mein Kampf hat sich gelohnt, 2,5 Jahre nach Beendigung meiner Therapien stehe ich wieder voll im Leben und das besser und stärker als je zuvor. Wenn ich manchmal zurückblicke, strahle ich über mein kleines Imperium welches ich mir selbst aufgebaut habe in der kurzen Zeit.

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I didn’t write for while because of several reasons. My life changed drastically again. People that seemed to be by my side left me long time ago. After I almost recovered I was blamed that it’s been a burden being with me, I had to be grateful for the rest of my life that certain people stayed with me after I got sick instead of leaving after I got diagnosed with breast cancer.

I felt worthless, I was scared, I panicked, and I didn’t know what to do. This psycho terror made me sicker than the breast cancer ever did. Because I was moody during the therapies I was blamed to have lost the plot, because I wrote my blog I was blamed to need the public interest, and my pure will to survive was named as pure egoism. I became smaller and smaller and at some point, I even felt that it was my fault that I got sick and took advantage of people being there for me. Even being lied to and cheated on I felt that it was my fault.

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Das erste Jahr ohne Krebs / The first year without cancer

img_96332015 war das erste Jahr ohne Krebs für mich. Anfang des Jahres kam die Bestrahlung, dann starb meine Freundin Kerstin an Brustkrebs. Es folgten noch weitere 2 Beerdigungen für mich dieses Jahr. Und jedes Mal dachte ich „das hättest auch du sein können“.  Meine Psyche bekam einen ordentlichen Knacks ab nachdem die Therapien beendet waren, ich fiel erst später in ein tiefes Loch. Im Mai flogen wir nach Lissabon zum Junggesellinneabschied für ein langes Wochenende. Unvergesslich und doch war es zu stressig für mich. Eine Gürtelrose an meiner Brustnarbe war das Ergebnis dieser Reise. Im Sommer dann endlich ein Lichtblick, meine Freundin heiratete ihren Liebsten und danach fuhr ich zur Reha nach Usedom wo ich mich 3 Wochen lang betüddeln ließ. Es tat gut nur für mich zu sein, andere Menschen zu treffen die Verständnis hatten, weil auch sie von einer Krankheit geplagt wurden.

Verständnis, das ist etwas was viele nicht haben. „In so jungen Jahren steckt man doch so eine Krankheit besser weg als im Alter.“ Vielleicht körperlich, aber psychisch eher nicht. Als junger Mensch hast du noch so vieles vor. Familie, Karriere, Hochzeit, Kinder, Reisen, die Welt kennenlernen und mit einem Menschen den du liebst ein glückliches Leben zu haben. Und auf einmal ist davon alles erstmal weg.

Es gab viele die sich immer wieder gerne einmischten in die ganze Sache ohne überhaupt zu wissen was wirklich passiert war. Ich blieb oft allein zurück. Es war ja meine Krankheit.

Im August schrieb ich Bewerbungen, eine liebe Nachbarin half mir die Bewerbungsfotos zu machen, jemand anderes ging mit mir meinen Lebenslauf durch und gab mir Tipps. Und es klappte. Im September fing ich meinen Job als Assistentin im Projektmanagement in einer Internetfirma an. Der Kunde, den wir betreuen, ein großer Pharmakonzern. Besser hätte es nicht laufen können. Ich liebe meinen Job und meine Kollegen sind absolut spitze. Wie ein 6 im Lotto. Die ersten zwei Monate waren dennoch anstrengend für mich. Ich arbeitete 6 Stunden am Tag, hatte also keine Wiedereingliederung. Nach 1,5 Jahren zuhause sein, Chemotherapie, Bestrahlung, 2 OPs, 1 Reha, eine angeknackste Psyche und und und war das alles doch recht anstrengend für mich. Das Wochenende brauchte ich dringend. Donnerstags liefen die Akkus leer und Freitag war mehr schlecht als recht im Büro. Mein Gedächtnis, das anfangs wie ein Sieb war, verbesserte sich auch wieder. Aber auch das schaffte ich. Ich denke das lag auch viel am Verständnis meines Arbeitgebers und meiner Kollegen. Es gibt noch mehrere Personen im Unternehmen die eine Behinderung haben und auch das tut gut. Ich bin nicht allein, nicht mehr.

 

 Ende des Jahres mischten sich wieder viele Menschen in meine Angelegenheiten ein. Diese Verletztungen belasten die Psyche und machen auf kurz oder lang krank. Das Verständnis fehlt einfach. Ich bekam mit wie über eine andere kranke Person gesprochen wurde „Ja die macht gerade nur 4 Stunden Wiedereingliederung, die ist total kaputt danach. Wie kann denn so was sein? Das ist doch nicht normal bei nur 4 Stunden!“ Wenn man eine tödliche Krankheit hat dann ist so was schon sehr normal und bei jedem sind die Auswirkungen anders. Alle über einen Kamm zu scheren geht hier nicht, ist unfair, unmenschlich und ist auch oft menschenunwürdig.

Ich stehe hier nun drüber und wenn es mir jetzt schlecht geht, dann denke ich nun“hey die Chemo war die ersten Tage auch total scheiße, aber dann ging es wieder bergauf…“ Ich lebe also mein eigenes Lebensmotto, ich bin mein eigenes Idol und ich hole mich selbst immer wieder aus allem heraus, wenn es kein anderer tut und andere noch mehr draufhauen.

img_96222015 war hart, lehrreich, gezeichnet von Liebe, Glück, Tod, Schmerzen. Loslassen und das eigene Leben so gut wie möglich leben, sich selbst glücklich machen, wenn es kein anderer tut. Bis jetzt ist der Krebs nicht zurück und ich hoffe auch, dass die Untersuchung im Januar auch nichts zeigen wird. Für jeden einzelnen Moment bin ich dankbar, ob gut oder schlecht, denn das macht mich nur noch stärker und selbstbewusster. Jeder Mensch der für mich da war, mich unterstützt und geliebt hat, danke ich von Herzen. Und wenn der Krebs mich nicht getötet hat, dann wird es sonst auch niemand anderes tun.

 

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Freude mit euren Lieben und ganz viel Glück im Neuen Jahr. Danke für 2015, 2016 kann kommen. Schöner, besser, glücklicher, für jeden von uns.

Alle Fotos sind in Zusammenarbeit mit Patricia Schumann entstanden.


img_96332015 was the first year without cancer for me. At the beginning of the year I got my radiotherapy, then my soulmate Kerstin died because of breastcancer. 2 more funerals followed and every time I thought „This could have been me.“ I waled this way on my own, as always. My psyche was pretty messed up after all these therapies and I fell into a big hole. In May we went to Lisboa for a hen do which was amazing but because it was so stressful I got sick afterwards. Finally in summer the first good vibes. My lovely married her best friend and then I went to rehab for 3 weeks.  I was looked after so well and it felt good that finally I met peopke that had an understanding for the way I felt because everyone there had to deal with an illness.

Not many people have an understanding for what others go through and they don’t even want to hear it. „When you are young it is so much easier to get through a disease like that…“ Well maby physically but not mentally. You have so many things you want to do as a young person. Family, career, kids, wedding, getting to know the world and to be happy with the person you love. And all of the sudden it’s all gone.

There were always people who tried to tell me what to do and who put their noses into my business even without knowing what was really going on. Because it was my disease.

In August I started writing applications for jobs, a lovely neighbour helped me taking good pictures, someone else helped me with my CV. And yes it worked. I finally started my job as an assistent in project management in an internet company. Our customer, a big pharma company. It couldn’t have worked out better for me. I absolutely love my job. It felt like winning the lottery. The first 2 months were quite hard for me because I hadn’t worked for more than 1 1/2 years, I had chemo therapy, radiotherapy, a mastectomy and my psche was fucked. I totally needed the weekend to get a rest. My battery went low on Thursday and Friday was more bad than good in the office. But I even managed to get through that. I think that was also because of the understanding of my bosses and my colleagues. And we even have a few other „disabled“ people in the company. That makes it easier for me because I am not alone anymore.

img_9651-1By the end of the year some people tried to interfere again. I guess that’s because of the region I live in and where I moved to because of the love to my boyfriend. I was like a colourful bird in a grey old movie and soon people started talking bad about me. A lot of times they do not have an understaning of others and don’t even want to understand others. They have their opinion and that’s it. Once I could hear them talking about someone who was sick and just started work again. „She only works 4 hours per day and is totall exhausted, I don’t get it, it’s only 4 hours. That’s not normal, it’s only 4 hours! We work more than 10 hours per day…!“ When you are deadly sick and you have gone through therapies your body is totall fucked up and totally exhausted when getting back into life. Everyone deals in a different way with it. I don’t think it’s fair to talk like that about people you don’t even really know and what they are going through.

But now I don’t about these people anymore. I just think „hey chemo was bad for the first days, too, but then it went better…“ So this is my slogan for life, I am my own idol and every time I am down I get up again on my own if no one else is there and still tries to get me down.

img_96222015 was a hard year that tought me a lot, full of love, happiness, death and pain. Letting go and living your life the best way possible and making yourself happy when no one else does. Until now the cancer hasn’t come back and I still hope that in January nothing will show up. I am greatful for every moment if good or bad but it just makes me stronger. Every person that was there for me, supported me and loved me are the ones I am so happy to have around me. And of the cancer hasn’t killed me no one else will.

Wishing you all the best for 2016 with lots of happiness and all your loced ones and lots of luck for the New Year. Thanks for 2015, 2016 can only get better, happier, nicer for everyone of us.

Brustkrebsmonat Oktober / Breast Cancer Awareness Month 

Der Brustkrebs Monat Oktober ist vorbei, doch der Krebs ist immer noch ein Thema. Bei mir auf jeden Fall und das wird wohl auch immer so bleiben. Doch warum ist gerade der Monat Oktober die Zeit wo auf das Mammakarzinom aufmerksam gemacht wird?

Die American Cancer Society rief 1985 den Brustkrebsmonat das erste Mal ins Leben. Diese medizinische Organisation aus den USA hat es sich seit 1913 zur Aufgabe gemacht Krebs als Gesundheitsproblem aus der Welt zu schaffen: durch das Verhindern von Krebs, Retten von Leben, Verringern des Leidens durch Krebs durch Forschung, Schulung, Verteidigung und Einsatz. Seitdem finden Events während des ganzen Monats statt, Benefizveranstaltungen vorwiegend in der letzten Oktoberwoche.

IMG_8671In Deutschland unterstützt die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe durch Aktionen und Sachinformationen. Mittlerweile gibt es viele andere Organisationen und Vereine (Haus Leben aus Leipzig z.B.) die im Monat Oktober auf und durch ihre Veranstaltungen aufmerksam machen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei meist auf der Sensibilisierung von Krebs, andere darauf aufmerksam zu machen und Vorurteile abzubauen sowie die Angst zu nehmen. Bei vielen habe ich jedoch den Eindruck sie wollen einfach nur ganz viel Umsatz machen, indem sie Artikel verkaufen die in Verbindung mit Brustkrebs stehen… oder auch NICHT. 😀

Doch warum wird das alles gemacht? Warum muss auf diese Art und Weise auf Krebs aufmerksam gemacht werden? Laut der Krebsregisterdaten soll es einen Anstieg von Krebsneuerkrankungen zwischen 2010 und 2030 um 20% geben. Und das allein in Deutschland! Tendenz steigend.

Die Medikamente werden besser, aber auch die Krebserkrankungen steigen. Und hier frage ich mich oft: „Ist dies gewollt, damit die Pharmaindustrie mal wieder Geld machen kann? Zusammenpassen würde es ja. Wie meine Gynäkologin schon meinte solle die Immuntherapie in ca 10 Jahren die Chemotherapie ablösen, doch wer macht dann noch Geld mit einer Chemotherapie? Und die ganzen Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen? Wer braucht das alles dann noch? Wohl keiner, und hier hat die Phamaindustrie mal wieder Einbußen. Sozusagen werden wir krank gemacht, um wieder geheilt zu werden. Denn nur mit kranken Menschen lässt sich gut Geld verdienen. Nur leider wird es meiner Meinung nach immer auffälliger, da zunehmend mehr junge Menschen an Krebs erkranken was früher eher eine Krankheit bei älteren Menschen war. Bei Frauen tritt am häufigsten Brustkrebs auf, bei Männern ist es Prostatakrebs, danach kommen Lunge und Darm die gern mal vom Tumor befallen sind.

Die letzte „Wursthysterie“ versetzte alle in Angst und Schrecken. Rotes Fleisch wie Salami und Schinken seien höchst krebserregend. Aber mal ganz ehrlich, ist nicht alles irgendwie schlecht für uns, wenn wir davon mehr als genug essen? Zu viel Zucker macht fett und kann auch krebserregend sein, zu wenig Bewegung auch, zu viel Stress auch und und und. Da bekomme ich einen an der Waffel und frage mich „was kann ich überhaupt noch mit gutem Gewissen essen? Bio ist nicht gleich Bio, vegetarische Produkte sind mit krebserregenden Stoffen gespritzt, um sie länger haltbar zu machen und sich nur vegan zu ernähren sprengt manchmal den Geldbeutel und ist nicht überall möglich. IMG_9092Besonders auf dem Land wirst du dann schief angeguckt. „Was, du isst kein Fleisch?“ Nö will ich nicht mehr. Hühnchen ist mit Antibiotika versetzt, rotes Fleisch ist sowieso krebserregend und Schweinefleisch mag ich nicht, Enten finde ich süß, und mein Kaninchen würde ich niemals essen
wollen, obwohl es nur gutes von mir zu futtern bekommt. Ja ja mein kleines Pelztier, ein Jahr ist er nun schon bei mir. Wir sind uns so nahe, dass wir selbst zu Halloween ein Partnerkostüm haben. Rotkäppchen und der Wolf. Tiere geben einem einfach so viel. Sie sind treu und immer für einen da und irgendwie verstehen sie einen. Außerdem sind sie gern draußen wodurch ich auch gezwungen bin raus zu gehen. Das wirkt sich wiederum positiv auf mein Wohlbefinden aus und Bewegung ist ein guter Krebskiller.

 

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Der Monat Oktober war auch für mich sehr aufregend. Letzten Oktober verlor ich meinen Mops, diesen Oktober bekam ich das Ergebnis vom MRT: kein Krebs mehr nachzuweisen. Ich organisierte mein erstes Brustkrebstreffen in Hamburg. Und weil ich mich so darauf gefreut hatte, bastelte ich für jede von uns ein pinkes Armband mit der Aufschrift „Hilfe mit Herz“, denn so heißt unsere Gruppe. Profit wollte ich nicht daraus machen, obwohl ich mittlerweile Anfragen für diese Armbänder habe. Mir war es nur wichtig, den Mädels ein gutes Gefühl zu vermitteln und zu sagen „hey du bist nicht allein“. Es war das erste Mal seit Kerstin’s Tod, dass ich mich wieder verstanden fühlte. Für einen Außenstehenden ist es oftmals schwer zu verstehen oder sich in die Situation hinein zu versetzen was gerade in uns vorgeht. Wir redeten fast 4 Stunden lang, brunchten nebenbei, drückten uns. Die Atmosphäre war einfach nur wundervoll und der Tag hätte noch so weitergehen können. Jeder von uns war anders und doch verband uns etwas, und zwar die Rosa Schleife, die Brustkrebsschleife. Ein herzliches Treffen was unbedingt wiederholt werden sollte. Aber im Frühjahr gibt es wieder eins, und das wird noch schöner.

Es ging mir besser danach und ich freue mich schon aufs nächste Treffen der pink Ladys. Ich bin froh, dass es diese Gruppe gibt. Sie gibt mir so viel. Es ist als wären wir alle Freundinnen, doch nur wenige von uns kennen sich persönlich. Ich wünschte ich könne irgendwann mal ein großes Charity Event für all diese Frauen und deren Angehörige organisieren. Der Austausch untereinander ist wichtig, besonders auch für Angehörige, denn meist leiden diese am meisten. Sie wollen einen verstehen, einem helfen, doch meist sind sie total hilflos.

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Mittlerweile ist in mein Leben fast wieder der Alltag eingekehrt. (Irgendwie hasse ich das Wort Alltag, da es sich so normal anhört.) Ich fahre jeden Morgen zur Arbeit, arbeite 6 Stunden (was auch völlig ausreichend ist), fahre wieder nach Hause, mache die Hausarbeit, koch, spiele mit dem Hasen und falle dann tot ins Bett. Mein Schlaf hat sich total verbessert und ich freue mich jeden Morgen wieder aufstehen zu dürfen und einen Job mach zu dürfen den ich liebe und in dem ich aufgehe. Klar war es nicht schön krank zu werden, aber irgendwie hat es mich in die Richtung gebracht in die ich immer gehen wollte. Ich wollte Gutes für andere tun, mich sozial engagieren, einen Job haben den ich liebe und im Gesundheitsbereich arbeiten.

Der Brustkrebsmonat Oktober, er war aufregend, lehrreich, emotional und ich habe mal wieder viele tolle Menschen kennengelernt. Ich hätte gut und gern auf den Brustkrebs verzichten können, doch diese positiven Nebenwirkungen die er auch mit sich bringt verschönern mir die Zeit und lassen sie trotz allem noch weiterhin lebenswert sein.

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Breast cancer awareness month is over but cancer is still a big topic. Well for me it is and it will probably stay like this forever. But why is actually october the month where everyone wants to raise awareness of the mammacarcinoma?

American Cancer Society started the breast cancer awareness month for the first time in 1985. The medical organisation stands for the elimination of cancer as a massive health problem. They try to prevent cancer, safe lives, educate others. Ever since charity events are being held by the end of the month and other events about breast cancer to raise awareness.

Reha für Körper, Geist & Seele / Rehab for body, mind & soul

Als Krebspatient habe ich Anspruch auf eine Rehabilitation oder auch Anschlussheilbehandlung, kurz AHB, genannt. Normalerweise sollte diese spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Bestrahlung anfangen und die letzte Bestrahlung war folglich am 11.2.2015. Ja lange ist’s her 😀

Insel Usedom
Insel Usedom
Zuerst lag mein Antrag noch wochenlang bei meiner Onkologin auf dem Schreibtisch herum, dann genehmigte die Deutsche Rentenversicherung mir meine Wunschklinik nicht. Zu Anfang der Therapie sagte mir der Sozialdienst im Krankenhaus „Als Krebspatient dürfen sie hin wo sie wollen, egal wie weit die Klinik ist, suchen Sie sich eine aus.“ Das tat ich dann auch und wollte nach Boltenhagen. Eine kleine aber feine Klinik mitten am Meer speziell für Brustkrebspatienten. Die Deutsche Rentenversicherung schickte mir einen Brief zurück ich solle in den Harz, nach Teufelsbad. Ne ganz sicher nicht, erst der Name und dann noch diese schlechten Bewertungen im Netz. Da wollte ich nicht hin, nie und nimmer. Also legte ich Widerspruch ein. Die Dame am Telefon half mir etwas und sagte „Schreiben Sie Ihre Gründe rein, zu 80% wird das dann genehmigt.“ Wurde es aber nicht und ich bekam wieder eine Einladung ins Teufelsbad zum Teufel noch mal. Also hieß es wieder Widerspruch einlegen. Ende Mai dann der nächste Brief. Freitags kam ein Brief, indem stand ich solle meinen Widerspruch zurückziehen, Samstag darauf kam die Zusage für die Klinik in Bad Ahlbeck auf Usedom. Direkt am Strand, für Krebspatienten ausgelegt, mit der längsten Strandpromenade Europas. Perfekt, nehme ich! Dann noch unendlich viel Papierkram ausfüllen, die Krankenkasse informieren, meine Gynäkologin, meine Onkologin und schwuppdiwupp durfte ich gestern, den 15.7.2015, auf Usedom anreisen. Sind ja auch nur 5 Monate später nach der Bestrahlungstherapie. Aber jetzt ist wenigstens Sommer.

 

Gegen Mittag kam ich an, bekam meinen Schlüssel für die kleine Suite, holte mir einen Kofferkuli und schmiss darauf die 5 Gepäckstücke. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hatte alles mitgenommen was bei mir zuhause im Schrank war. Egal, ich weiß ja nicht was hier auf mich zukommen wird. Bademantel, Badesachen, Wanderschuhe, Strandhandtuch, Tee, Weizengraspulver, Laptop, Trinkflasche, Flipflops, Turnschuhe, Inline Skates, Yoga Matte und und und. Meine Sachen verstaute ich erstmal in meinem Zimmer. Das Zimmer besteht aus einem geräumigen Bad, einem Zimmer mit Bett, Sessel, Schreibtisch, Couchtisch, 2 Kleiderschränken, TV, Spiegel und einem kleinen Balkon. Eine Single Honeymoon suite nur für mich. Herrlich! Endlich mal alles nur für mich hier.

Klinik Bad Ahlbeck
Klinik Bad Ahlbeck
Als erstes musste ich zur Schwester ins Zimmer. Kurze Erklärung wo wann was am ersten Tag ist, Chipkarte geladen und wieder zurück, ein Laken für alle Untersuchungen in die Hand gedrückt und schon war ich fertig. Dann parkte ich mein Auto auf dem Parkdeck, holte mir einen Tee mit einem sehr fettigen Zupfkuchen und verschwand wieder im Zimmer. Ab 14.15 erwartete ich den Anruf meiner Ärztin. Dann rief sie an. In einem deutsch-polnischen Akzent versuchte sie mir zu sagen ich könne nur zu ihr kommen.

„Also ich bin jetzt da, sie können dann bald kommen, also gleich, vergessen Sie ihr Lakken nicht!“ stammelte sie. „Bitte was? Ein Lakken?“ fragte ich verdutzt. Ich war total verwundert und wusste gar nicht was die Dame am anderen Hörer von mir wollte. „Ein Laken“ erwiderte sie. „Ah ok, ich komme.“ Ich schnappte mir mein ‚Laken‘ und ging zu ihr rüber ins Arztzimmer. Dort machte sie eine umfangreiche Bestandsaufnahme von mir, meinem Körper, meiner Psyche. Sie war ca 45 Jahre alt, hatte zottelige rote schulterlange Haare mit einem Pony und sprach ganz gut deutsch, jedoch mit einem stark rollenden R. Als ich ihr versuchte zu erklären welchen Abschluss ich habe, wusste sie trotzdem nicht wie Bachelor buchstabiert wird. Also fing ich auf ihrem PC an zu tippen. Dann musste ich mich ausziehen und der Rotschopf fuchtelte mit einem Maßband an mir herum. „Sie müssen zunehmen, sonst können wir keine gute neue Brust für Sie aus Ihrem Fett formen.“ Ne das hatte ich auch nicht vor, dachte ich. Hier wird nicht mehr rumgeschnippelt. Da kommen Plastikmöpse rein und gut ist. Will doch nicht aussehen wie Edward mit den Scherenhänden der überall Narben hat. Früher war ich ja immer gegen plastische Chirurgie, Natur pur war mein Motto. Aber jetzt, wo es gar nicht mehr anders geht, freue ich mich schon auf meine neuen prallgefüllten Hupen. Wenn schon, denn schon.

Strand Bad Ahlbeck
Strand Bad Ahlbeck
Nach mehr als 1 Stunde waren wir fertig. Ich konnte es kaum erwarten und lief zum Strand. Das Meer, die Ostsee, die Sonne. Genau wie früher als ich klein war und wir immer an der Ostsee waren oder als ich noch in Hamburg wohnte. Oder auf Ibiza als ich mit Freunden in einem Apartment direkt am Meer wohnte und das Meer rauschen hören konnte. Und jetzt drei Wochen mitten im Sommer hier. Ein Traum ging in Erfüllung. Nach meinem Spaziergang gab es Abendbrot. Die Tische waren mit Namenskärtchen versehen, jeder hatte seinen Platz. An meinem saßen noch 2 andere Mädels. Die eine hatte Atemwegserkrankungen, die andere auch Brustkrebs. Nur leider kam sie damit gar nicht zurecht, sie hatte nur noch negative Gedanken und mied jeden Kontakt. Also sagte ich zu ihr: „Häng doch mit mir hier ab die nächsten 3 Wochen, ich bin mehr als positiv und bringe dich garantiert wieder zum Lachen.“ Die arme Maus weinte immer wieder. Morgen sehen wir uns wieder, mal schauen wie es ihr dann geht.

Meine Inliner holte ich nochmal aus dem Auto und rollte über die lange Strandpromenade vorm Schlafengehen. Meinen Plan habe ich für die nächsten Tage auch schon, sogar am Samstag habe ich Programm. Psychologische Betreuung, Übungen für meine Nackenprobleme, Bewegung in Freizeit, Sportgruppe, Jacobson-Entspannung, Nordic Walking, Wassergymnastik, Gymnastik und Spiel (was auch immer das heißen mag).

So sieht es soweit aus, der Plan kann sich täglich ändern, Chefarzt-Visite ist auch dabei und morgens um 6.50 Blutabnahme. Ich freue mich. Endlich mal Zeit nur für mich und meinen Körper. Endlich werde ich betüddelt von vorn bis hinten.

 


 

ENGLISH VERSION

As a cancer patient you have the right to go on a health treatment after all therapies. Normally you should start it at least 6 weeks after your last radiotherapy. So mine was actually on 11th February 2015 which is quite long ago.

My oncologist must have forgotten my application for my health treatment so it took a while and then the German pension insurance didn’t approve my application for the health clinic I wished for. At the beginning of my therapies the social worker told me that as a cancer patient you have the right to go to any health treatment you choose. So I chose Boltenhagen a little but nice clinic right next to the Baltic Sea and close to Hamburg. But the insurance denied it and proposed a clinic I really didn’t like. Teufelsbad (devil’s bath). A clinic with a bad reputation in an area I really didn’t want to go to. So I entered an objection. The lady on the phone advised me what to write. “ The insurance will accept it by 80%.“ They didn’t though so I had to enter an objection again. Finally they proposed another clinic to me which was al the Baltic Sea, too. Right at the beach, for cancer patients including the longest seafront of Europe. I filled out the forms, informed my oncologist and gynacologist and suddenly I was travelling to Usedom on 15th July 2015. Only 5 months later after finishing radiotherapy but hey who cares, it’s summer now!

Usedom
Island Usedom
I arrived just after lunch, checked in like in a hotel, got my keys for my little suite, got a bag carrier and threw my 5 bags onto it. Somehow I had the impression I took everything I had from my wardrobe. Dressing gown, bikini, trekking shoes, beach towel, tea, wheatgrass powder, laptop, drinking bottle, flipflops, sneakers, inline skates, yoga mat and so on. I put my clothes into my bedroom which was equipped with a big bath, a bed, an armchair, a desk, a little couch table, 2 wardrobes, tv, mirror and a little balcony. A single honeymoon suite just for me.
Amazing! Finally everything just to myself.

„Well I am here now, so you can come here soon, or yes come here now. And don’t forget to bring your shit.“ „My what? A shit?“ I asked her really surprised. „Your sheet.“ Ah ok well then I took my sheet and went to see her. It felt like a big inventory control of me, my body and my soul. She was about 45 years old, had red frizzy hair with a fringe and spoke quite good German but she rolled the R really strong. When I tried to explain to her what kind of degree I got she didn’t quite know how to spell it so I typed it in her computer. After that I had to get my top and jeans off. The redhead waved about with a measuring tape. „You have to put on some weight otherwise we can’t form a new boob for you.“ Well I didn’t even plan to have a boob made out of my fat. Otherwise they will cut a bit more on my body and then I will look like Edward with the Scissorhands full of scars. Long time ago I used be against plastic surgery but now that they have taken my boob off I can’t wait to have some right big boobs.

Strand Bad Ahlbeck, Usedom
Beach Bad Ahlbeck, Usedom
We were done after more than one hour. I couldn’t wait so I ran down to the beach. The ocean, the Baltic Sea, the sun. Just the way it used to be in the olden days when we used to go to the Baltic Sea and when I lived in Hamburg. Or when I lived next to the beach in Ibiza, where you could hear the sound of the waves. and now I had the chance to be here for the next 3 weeks. It felt like a dream came true. After a long walk on the beach I went back for dinner. Every table had name plates, everyone had their own seats. There were two other girls sitting on my table. I started chatting to them straight away. One of them had respiratory problems, the other one had breast cancer, too.But somehow she couldn’t cope with it and was very negative, she could hardly talk about it and started crying. So I told her „Hey just hang out with me the next few weeks, it’s a lot of fun with me and I will cheer you up.“ I will see her again tomorrow, see how it goes.

I grabbed my inline skates and rolled down the seafront before going to bed. I already got a programme for the next few days, I even have a programme for Saturday. Psychological support, exercises for my neck, exercising in my time off, exercise group, relaxation after Jacobson, nordic walking, water gymnastics, gymnastics and game (whatever that means…).

That’s the plan for the next few days but it can change on a daily basis. Ward round every morning with the chief physician and blood draw at 6.50 am just before breakfast. I am so happy to be here. Finally I have time for myself and my body and finally everyone is looking after me.

Freiheit, Hippies, Ibiza / Freedom, Hippies, Ibiza

Ibiza sonnenuntergang, Sunset IbizaVor genau zehn Jahren kaufte ich mir ein Flugticket nach Ibiza. Einen Rückflug 6 Wochen später buchte ich mir zur Sicherheit schon vorab, denn ich wusste ja nicht was auf mich zukommen würde und ob ich am Ende noch Geld in den Taschen für ein Ticket haben würde. Doch es kam alles anders.

In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ging mein Flug. Alles was ich bei mir hatte war eine kleine rote Reisetasche und 150€. Mehr besaß ich nicht. Im Jahre 2000 besuchte ich das erste Mal diese tolle Insel und war sofort verliebt in sie. Und ich wusste, dass ich irgendwann wiederkommen würde. Eine Freundin von mir flog mit, sie blieb 3 Wochen.

Kurz nach Mitternacht landeten wir, ein Hotel oder irgendeine Unterkunft hatten wir nicht. Egal, Hauptsache Ibiza. 2 Typen boten uns an bei sich auf dem Boot für die erste Nacht unterkommen zu können. Ich dachte mir, die wollen sicher mehr. Also sagte ich vorab schon mal: „Wir kommen gern mit, aber mehr ist da auch nicht drin. OK?!“ „Alles klar“ anwortete der Typ von Freenet. Gesagt, getan. Wir brachten unsere Sachen aufs Boot, zogen uns um Mambo's Ibiza Sunsetund liefen nach Ibiza Stadt rein. Schnell noch was essen, trinken und einfach nur sich berieseln lassen vom Trubel und der Schönheit dieser Insel. Auf dem Rückweg zum Boot trafen wir zwei andere Typen, die fürs Pacha arbeiteten. „Wir gehen ins Pacha, kommt ihr mit?“ Klar, warum nicht, dachte ich mir. Der Eintritt war selbstverständlich kostenlos für uns. Bis in die frühen Morgenstunden tanzten wir zu Martin Solveigbis es zurück zum Boot ging. Es war schon längst hell und wohlig warm. Die beiden Typen vom Boot waren auch schon wach und bereiteten sich auf einen Tag auf Formentera vor. Und das konnten wir uns natürlich entgehen lassen. Die Fahrt auf dem blauen Meer dauerte ca 1 Stunde, dort angekommen war es wie im Märchen. Das Wasser glasklar, so dass ich den Meeresboden sehen konnte. Um uns herum lauter Yachten und Boote die vor der Küste den Tag verbrachten. Der Strand mit weißem, warmen Sand gefüllt. Und dann kam es, der Typ wollte eingecremt werden auf seinem Rücken. Na gut, dafür, dass wir den Tag mit nach Formentera durften machte ich es. Nur blöd, dass er nicht wirklich gutaussehend war. Sein Waschbrettbauch gleichte eher einem Waschbärbauch, die Beschaffenheit seiner Haut eher einer Kraterlandschaft. Egal, für den ersten Tag auf Ibiza hatte es sich gelohnt.

tidyIn den nächsten Wochen suchten wir uns Jobs, verteilten zuerst Flyer am Strand, tanzten in Clubs für Hed Kandi oder Tidy, schliefen bei irgendwelchen Leuten bis wir eine schöne Unterkunft in einer Villa in San Antonio fanden. Dort wohnten wir mit 2 Franzosen den ganzen Sommer über. Meine Freundin flog nach 3 Wochen Ibiza zurück, ich nach 6 Wochen. Jedoch buchte ich mir ein Ticket für den nächsten Tag nach Ibiza zurück. Ich liebte diese Insel schon zu sehr. Dieses einfache Leben mit Menschen aus aller Welt. Es ging einfach nur darum Spaß zu haben, das Leben zu genießen und glücklich zu sein. Ohne Vorurteile, ohne Hass, ohne Neid.

Irgendwann hatte ich einen coolen und guten Job. Ich arbeitete für Cream am Donnerstag Abend im Amnesia und für Tiesto am Montag Abend im Privilege. Gästeliste, Ticketverwaltung, PR organisieren. „Ihren Namen bitte?“ Und da stand er, David Guetta mit Frau, sie wollten sich Tiesto Mambo's Ibiza Sunsetansehen und ich erkannte ihn nicht mal. Aber das war nicht schlimm, denn auf Ibiza ist keiner lange böse auf einen. „We‘re here for a good time“ war die Devise. Ob mit Kate Moss im Space zu tanzen, mit Skin von Skunk Anansie im Cocoloco Room vom Privilege auf der Bar abzuhotten oder mit Keith Palmer von Prodigy im Es Paradis einen kleinen smalltalk zu halten. Ja das alles ist auf Ibiza möglich, und dafür liebe ich es. Freiheit, Spaß und ein Fünkchen Hippiefeeling mit Magie gepaart.

Villa Party, Beach PartyGenau die richtige Mischung für ein glückliches Leben am Meer. Es gab Tage da war ich jeden Tag auf einer Party, konte mir ja nix entgehen lassen.

Die Menschen hier waren offen und freundlich, nahmen einen herzlich auf und baten ihre Hilfe an. Ganz anders als im normalen Leben.

Ich kam nicht mehr nach Deutschland zurück. 4Jahre lang nicht. Bis ich irgendwann merkte, dass ich mehr vom Leben wollte. Also ging ich zurück nach Deutschland, fing mein Studium an und erkrankte kurz danach an Brustkrebs.


 

Ibiza sonnenuntergang, Sunset IbizaExactly ten years ago I bought myself a ticket to Ibiza. To be safe I got a return 6 weeks later because you never know what could happen to me. Just in case I had no money left at the end and to make sure I was able to fly back home. But somehow it all turned out in a different way.

My flight was at night from Wednesday to Thursday. And all that I had with me was a little bag full of clothes and 150€. I‘ve been to Ibiza before in the year of 2000, fell in love with the island and I always knew that I would return one day. A friend of mine came with and stayed for 3 weeks. We landed just after midnight, but we didn‘t have a hotel or somewhere to stay. Never mind, at least we are in Ibiza. 2 guys offered us to stay with them on their boat for the first night. I thought that there was more to that so I added „We‘ll be happy to stay with you but nothing more! OK?“ „No problem,“ said the guy of Freenet. Said and done. We took our stuff to the boat, got changed and walked into Ibiza town. We got some food, something to drink and went back to the boat. On our way we met some guys who asked us if we wanted to join them to go to Pacha. „Why not“ I thought. Because these 2 guys worked for Pacha it was absolutely free for us to get in. We didn‘t stop dancing at the Martin Solveig Party until sunrise. It was already nice and warm outside. Arriving back at the boat the 2 guys were already up and about, getting ready for the day at Formentera. That was too good to be true and of course we couldn‘t miss that! It took us about 1 hour Mambo's Ibiza Sunsetdrive to the little island and it felt like I was in paradise when we got there. The water was so clearblue that I could see the bottom of the ocean. Surrounded by many other beautiful yachts and little boats with people spending the day at Formentera. The beach filled with white warm sand. All of the sudden it happened that the guy asked me to put some suncream on his back. I did it as a favour because they took us to Formentera. It was just not nice to do so as he had more the type of a racoon belly than a six pack. Oh well, despite that we did quite alright for our first day in Ibiza I guess.

tidyDuring the next few weeks we were looking for jobs, worked at the beaches handing out flyers, danced in clubs for Hed Kandi or Tidy, slept at some random peoples houses until we found a lovely villa in San Antonio where we lived with 2 French guys.

My friend flew back home after 3 weeks, I went back home after 6weeks. But I got a flight back the next day because I loved this magical island so much. It was an easy life with people from all over the world. It was all about having fun, enjoying life and being happy.

No prejudices, no hate, no envy. After a while I got a good job. I worked for Cream in Amnesia on a Mambo's Ibiza SunsetThursday night and for Tiesto at Privilege on a Monday night. Guestlist, ticketing, PR. „Your name please?“ And that was Mr David Guetta himself but I didn‘t recognise him. But that wasn‘t that bad because is mad at someone for a long time over there.. „We‘re here for a good time!“ we used to say. Dancing with Kate Moss in Space, totally giving it at the Cocoloco room in Privilege with Skin from Skunk Anansie or having a chat with Keith Palmer from Prodigy in Es Paradis. It was all possible in Ibiza and that‘s why I loved it so much there. Freedom, happiness and a hippie feeling paired with a bit of magic.

Villa Party, Beach PartyIt was the right mixture for a happy life next to the beach. At some point I just had to go to every party that was happening on the island. It was just too goo and I couldn‘t miss that. The peop,e here were open-minded and friendly, welcomed everyone and helped each other. Totally different to the normal life.

I didn‘t return for 4 years until I realized that this wasn‘t fullfilling me. So I moved back, started studying and got breast cancer.

Recover your smile

Die Gründung von

„Nana – Recover your smile“

Nana - Recover your smileNana – ein Mädchen, sie ist jung, hübsch und hat Krebs. Im Jahre 2012 stirbt sie im Alter von 21 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung, einem Ewing Sarkom. Für ihre Eltern Axel und Barbara Stäcker ein immer noch unbegreifliches Erlebnis, die eigene Tochter zu verlieren. Doch sie schöpfen neuen Mut, tanken neue Kraft, indem sie den gemeinnützigen Verein „Nana – Recover your smile“ in Gedenken an ihre Tochter gründen. Denn trotz Nana‘s Krebserkrankung genoss sie immer wieder die Verwandlung mit Hilfe von Make-Up und Perücken. Und genau darum geht es. Der Verein „Recover your smile“ ermöglicht es Krebspatienten sich zu verkleiden, sich neu wieder zu finden, sich wieder schön zu finden mit Tipps von Make-Up Profis, für einen Moment die Krankheit zu vergessen und Spaß zu haben.

Ich habe es sehr bewundert wie Barbara Stäcker, Nana‘s Mama, mit der Situation umgeht. Sie hat ihre Tochter verloren, viel zu früh, und der Schmerz ist immer noch da. Doch die ehrenamtliche Tätigkeit hilft ihr damit umzugehen. „Der Tod meiner Tochter war sehr schmerzhaft. Diese Tätigkeit hilft mir, etwas positives daraus zu ziehen und etwas positives an andere Krebspatienten weiterzugeben.“

Der Workshop bei „Lilly meets Lola“ in München 

Mitten in München, in der Sendlinger Straße 50, befindet sich die Make-up Schule „Lilly meets Lilly meets LolaLola“ die 2010 Sandra ,Lola‘ Kader gründete. Als ich dort am Sonntag Nachmittag ankomme werde ich sehr herzlich empfangen. Es gibt Süßes und etwas zu trinken. Auf einer großen Couch machte ich es mir zusammen mit Barbara und Anna gemütlich. Anna, die an der Uni Salzburg Psychologie Mini Malteserstudiert, führt mit Hilfe dieses Vereins eine Studie durch. Sie stellt sich die Frage, warum dieser Workshop Krebspatienten glücklich macht. Diese Frage stellte ich mir auch in dem Moment. Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, begebe ich mich in einen Raum mit vielen großen Spiegeln, ganz viel Licht, ganz vielen hohen Stühlen und ganz vielen hübsch aussehenden Make-up Artists. Und irgendwo dazwischen wuselt ein kleines weißes Wollknäuel herum. Ein 8Wochen altes Malteser Hundebaby. Soooo süß und total gut um die Stimmung aufzulockern.

Das 1.Shooting

1. ShootingautoDer Fotograf Michael Baierl von Xomi macht die Fotos. Fürs erste Shooting werde ich ganz natürlich geschminkt. Nichts übertriebenes, ganz leicht, um die Vorzüge des Gesichtes herausstechen zu lassen. Vor einer pinken Wand platziere ich mich, so wie ich bin, ganz normale Klamotten an. So wie ich mich wohl fühle. Und weil der kleine süße Hund im Nachbarzimmer rumtippelt, darf er gleich mal mit zu mir aufs Bild. Das bricht das Eis und lässt mein Herz dahinschmelzen. Ein paar Fotos geknippst und die Sache ist gelaufen. Michael, der Fotograf, macht seine Sache wirklich gut, braucht nicht viel Anweisungen zu geben und ist generell eine sehr liebenswerte Person. 

Das 2.Shooting

Verrückte VerkleidungFürs 2. Shooting darf ich mich verkleiden. Dafür geht‘s ab in den Fundus. Ein Raum voller Kleidung, Schmuck, Haarteilen, Perücken und und und. Wie im Schlaraffenland. Zuerst wusste ich gar nicht, was ich davon anziehen sollte.2. Verkleidung Vielleicht als Hippie verkleiden? Oder doch irgendwas Mittelalterliches? Oder eher als Hamburger Kiezikone? Und da ich aus Hamburg komme, wählte ich das letzte Outfit. Ein goldenes, kurzes Paillettenkleid, dazu schwarze Ankle Boots, eine rote Langhaarperücke und die graue Felljacke durfte nicht fehlen. Dann noch ab in die Kiezikone
Maske und ein verruchtes Make-up angemalt bekommen. Rote Lippen, Smokey Eyes, Rouge. Fertig! Zurück auf die pinke Wand, und los ging es. VerschiedeneKiezikone Posen, Gesichtsausdrücke, alles was ich wollte konnte ich ausprobieren und Michael schoss ein Foto nach dem anderen. Die anderen Teilnehmer sahen mir dabei zu und lachten. Ich lachte natürlich mit, denn ich bin ein positiver Mensch. Auch wenn kein anderer lacht so lache ich wenigstens und zauber aus einer negativen Stimmung eine positive Atmosphäre. „So wir haben es, wir sind fertig,“ sagte Michael. Die Fotos waren im Kasten.

Die Teilnehmer

Wir alle waren durch mit unserem Shooting. Die Mädels die teilnahmen waren alle sehr unterschiedlich. Manche waren noch in der Chemo und hatten Glatze, andere waren gerade fertig und trugen eine fesche Pixie Kurhaarfrisur. Von jung bis alt, naja was heißt alt, von den 20er bis zu den 50er Jahren war alle mit dabei. Und trotz dieser Altersunterschiede verstanden wir uns alle super, kamen gleich ins Gespräch. Und weil einige von ihnen schon ihre Implantate hatten fragte ich gleich mal nach, ob ich mir ihre neuen Hupen anschauen könne. Gesagt, getan. Tür zu vom Fundus und raus damit. Ich muss sagen, die neuen Möpse sahen echt gut aus, gar nicht mal so schlimm und fühlten sich gut an. „Meine neuen sehen besser aus als die alten,“ fügte eine Teilnehmerin hinzu.

Das Ende


Am Ende machten wir noch ein Abschlussfoto mit allen Teilnehmern des Workshops inklusive Make-up Artists und Barbara. Und als Geschenk gab es ein Make-up Goodie Bag von Lilly meets Gruppenfoto Recover your smileLola. Darin befanden sich ein Pinsel-Set, Rouge, Lip Gloss und Eye Shadow in verschiedenen Farben alles natürlich gesponsert durch den Verein „Nana – Recover your smile“. Außerdem konnten wir uns noch ein Buch von Nana(Jung, schön, Krebs / Der Tod trägt pink) oder einen Buchgutschein aussuchen sowie einen kleinen Fragebogen von Anna, der Psychologie-Studentin, ausfüllen. Wir alle verabschiedeten uns mit einer herzlichen Umarmung voneinander. Ich muss sagen, es war wirklich schön dort. Es hat mir super gefallen und ich bin sehr froh darüber, dass es solche Organisationen gibt die sich für Krebspatienten einsetzen und so etwas überhaupt möglich machen.

Goodie Bag Lilly meets Lola
Goodie Bag Lilly meets Lola
Nana der Tod trägt pink
Nana… der Tod trägt Pink

 

Nach dem Workshop

In den nächsten Wochen bekommen wir die Fotos zugeschickt und können uns drei Bilder davon
aussuchen. Es gibt die Möglichkeit, diese fürs Web zu nutzen oder sie in hoher Auflösung auszudrucken. Die vier Stunden vergingen wie im Flug und es war eine sehr schöne Erfahrung an diesem Workshop teilnehmen zu dürfen. Wir haben viel gelacht und konnten unsere alltäglichen Krebssorgen fürs erste vergessen. Dadurch, dass wir alle so verschieden und doch gleich waren, konnten wir uns untereinander austauschen und hatten keinerlei Berührungsängste. Die Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus München sondern aus ganz Deutschland.

Ich bin dem Verein unendlich dankbar für diese Erfahrung, dass es diese Möglichkeiten überhaupt für uns Krebspatienten gibt. Durch meine Brustkrebserkrankung lerne ich immer wieder Menschen kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Und hätte nie an solchen Workshops teilgenommen. Um so faszinierender ist es immer wieder zu sehen, dass meine neue Welt mit Krebs manchmal gar nicht so schlecht ist.

Und sollte die diese Aktion gefallen haben und du möchtest auch gern mal dabei sein, dann melde dich einfach bei „Nana – Recover your smile“ in München an. Und wenn nicht so freut sich der gemeinnützige Verein über eine kleine oder auch große Spende.

Danke!

Nana Recover your smile

Nana – Recover your smile e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto Nr 9822000

IBAN     DE46700205000009822000
BIC   BFSWDE33MUE
BLZ 70020500

www.recoveryoursmile.org


The foundation of „Nana – Recover your smile“

Nana - Recover your smileNana – a girl, she is young, beautiful and has cancer. At the age of 21 years she passes away in 2012 as a result of her cancer disease, a Ewing Sarkom. For her parents Axel and Barbara Stäcker it is still unbelievable to now that they have lost their daughter. But they take comfort from her death by founding the non-profit organisation „Nana – Recover your smile“ which is dedicated to their daughter. However, Nana still enjoyed getting dressed up with the help of make up and wigs. Und that‘s what it‘s all about during this workshop. The organisation helps cancer patients to find themselves in a new way and makes them feel good again in their skin. Make up artists are there to support the cancer patients and love to give them advice about the right make up. Also it is a good way of forgetting the cancer and to have fun with others. I really admired Barbara Stäcker, Nana‘s mother, on how she deals with the situation. She lost her daughter, way too early, and still the pain remains. This voluntary service helps her to deal with the situation. „The death of my daughter was very painful. This work helps me to see something positive in the whole story and it also gives other cancer patients something positive back.“

The workshop at „Lilly meets Lola“ in Munich

In the middle of Munich in the Sendlinger Str. 50 is the make up school „Lilly meets Lola“ based which has been founded by Sandra ‚Lola‘ Kader in 2010. When I got there a bit late in the Lilly meets Lolaafternoon everyone welcomed me very lovely. They had some sweets and drinks prepared for us and I sat down with Barbara and Anna on a really big and comfy couch. Anna, who is studying psychology at the University of Salzburg, is currently doing a study with the help of the organisation. She is Mini Malteserasking herself the question why this workshop makes cancer patients happy. And exactly that question I asked myself at that time, too. After going through all the formalities I have to go into a room with big mirrors, a lot of light, high chairs and a lot of beautiful looking make up artists. And somewhere in between is a tiny little ball of wool jumping around. A little 8 weeks old Malteser baby dog. Sooo sweet and amazing how this little squeezer is lighting up the atmosphere in there.

The first shooting

The photographer Micheal Baierle from Xomi is taking the picture. I got a very natural make up autofor the first shooting. Not too much, only a little to get out your best side of your face. Then I get placed in front of a pink wall with my normal clothes on so I feel1. Shooting comfortable. And because the little dog is dancing around in the other room I certainly take him to be with me on my picture. It breaks the ice and lets my heart melt. Only a few pictures are needed and we are done. Micheal is doing his job really well and he doesn’t even need to give me much advice. In general he is a very lovely person.

The second shooting

Verrückte VerkleidungFor the second shooting I can dressed up and for that there is a pool of clothes. It’s a room full of clothes, jewelry, hairpieces, wigs and many more. It feels like the land of milk and honey. At first I2. Verkleidung didn’t have a clue about what to wear. Maybe I should get dressed like a hippie? Or something medieval? Or maybe I will be an icon of the Hamburger Kiez. And because I am from Hamburg I chose the last outfit. A short golden dress, black ankle boots, a red longhair wig and the grey fake fur jacket. Straight to the make up artist to get my make up: red lips, smokey eyes, rouge, done! Back Kiezikoneto the pink wall and ready to kick off. I did different posings, different faces, I could do whatever I wanted to and Michael tookKiezikone them pics. The other participants looked at me and started laughing. And of course I was laughing with them because I am a positive person. Even though no one else is laughing I am laughing at least. And out of a negative atmosphere I can create a positive one. „Ok we are done,“ said Michael.

The participants

We were all done with our shooting. The girls who participated were all very different. Some of them were still doing chemo therapy and were baldy, others were done with the therapy and wore a lovely pixie haircut. From young to old, well what means old, the girls were inbetween their 20s to the 50s.But despite our age difference we all got on really well and started chatting right away. And because some of them already had their implants I was curios to see their new boobies. We closed the door of the clothes room and got them out. And I have to say they looked really well and even felt good. „My new ones look better than the old ones,“ said one of the participants.

The end

Gruppenfoto Recover your smileAt the end of the day we took a group picture of all of us including make up artists and Barbara. As a present we got an amazing goodie bag from Lilly meets Lola which included a make up brush set, rouge, lip gloss and eye shadow which was all sponsored by the organisation „Nana – Recover your smile“. On top of that we could choose a book of Nana (Jung, schön, Krebs / Der Tod trägt pink) or take a voucher for a book. Anna the psychology student gave us another questionnaire to fill out. We all said by to each other in a very heart warming way. I have to say it was so amazing to be there. I loved it and I am so happy that an organisation like that exists and make things like that possible for cancer patients.

Nana der Tod trägt pink
Nana…der Tod trägt Pink (Nana…death wears pink)
Goodie Bag Lilly meets Lola
Goodie Bag from „Lilly meets Lola“

 

 

After the workshop

Within the next few days we will receive our pictures and can choose three of them. You can use them for your website or the high resolution one for printing. These four hours flew by so fast and it was an amazing experience to be part of the workshop. We laughed a lot and could forget about our cancer problems. Somehow we were different but also the same we could exchange thought and had no fear of contact. The participants came from all over Germany to Munich.

I am very grateful for this experience and that possibilities like these exist for cancer patients. Through my breast cancer disease I keep on meeting people that I normally wouldn’t have met and I wouldn’t have participated in these workshops either. To be honest sometimes it is really fascinating that my new world with cancer isn’t always that bad.

If you liked this campaign and you want to be part of it please do not hesitate to get in touch with the organisation. And even if you don’t want to participate I guess the organisation would be very happy about any little or big donation.

Thank you!

Nana Recover your smile

Nana – Recover your smile e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto Nr 9822000

IBAN     DE46700205000009822000
BIC   BFSWDE33MUE
BLZ 70020500

www.recoveryoursmile.org

 

Den Krebs kennenlernen/ Meeting Cancer

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera
Leala

Das erste Mal kam ich mit Krebs vor 7 Jahren in Kontakt. Damals war es meine Freundin Leala aus England, die an Krebs erkrankte. Auch wie ich machte sie eine Chemotherapie und Bestrahlung. Zuerst glaubten wir es würde gut ausgehen, doch dann kam alles anders. Leala erlebte nicht mal mehr ihren 30. Geburtstag. Seitdem ich an Krebs erkrankt bin denke ich noch mehr an sie als vorher. Wie wir uns auf der Space Opening Party 2006 auf Ibiza kennenlernten, wie wir bei Bora Bora auf den Tischen tanzten, wie wir bei Kanya am Pool mit den Mädels saßen und unser Leben in vollsten Zügen genossen. Sie war wie eine Schwester. Als sie am 6.6.2009 starb, flog ich direkt nach London, um bei ihrer Beerdigung dabei sein zu können. Ich erinnere mich noch immer an ihr Lied, als der weiße Sarg nach draußen getragen wurde. Leona Lewis mit „Footprints in the sand“. Wir alle weinten.

Damals war der Krebs noch so weit weg, doch heute ist er näher als je zuvor. Es erkranken immer mehr junge Menschen an diesem Krebstierchen. In meinem letzten Blogbeitrag berichtete ich gerade über uns Krebs-Blogger, schickte mir Nachrichten mit den anderen Bloggern, um sie besser kennenzulernen. Und in der nächsten Minute sind einige von uns schon nicht mehr da.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs
Luise

So erging es leider Luise (Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs). Wir hatten uns noch geschrieben, dass wir uns kennenlernen wollten. Wir wohnten nicht weit voneinander entfernt und sie schrieb mir noch „Wir müssen uns unbedingt treffen“. Da war sie schon auf der Palliativstation. Auf einer Palliativstation werden einem die Schmerzen erträglich gemacht, doch für viele ist es die letzte Station in einem Krankenhaus. So auch für Luise. Ich kannte sie nicht persönlich, und doch verstanden wir uns, erzählten uns einfach so über uns selbst. Als würde es nichts selbstverständlicheres geben als aufeinander zuzugehen. Luise hinterlässt eine große Gemeinschaft, viele Freunde und Verwandte. Sie gab vielen Mut und Kraft. Noch dieses Jahr war sie auf der Leipziger Buchmesse, stellte mit den „Reisebegleiter für den letzten Weg“ vor, an dem sie mit arbeitete. Als sie starb wuchs ihre Facebook Fanpage von etwa 6000 auf fast 9000 Fans an. Und da frage ich mich: „Muss denn erst immer etwas schlimmes passieren, dass die Menschheit merkt, was eigentlich wirklich um sie herum passiert? Dass immer mehr junge Menschen erkranken!“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs
Susan

Ich als Krebs Blogger will aufklären und anderen zeigen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die immer mehr unter Krankheiten leidet. Sei es durch Stress, Druck auf Arbeit, falsche Ernährung… Wir alle wissen was uns krank macht, und dennoch machen wir so weiter wie bisher.
Die meiste Zeit bin ich optimistisch und versuche mein Leben wieder auf die Beine zu bringen. Doch solche Momente machen mir Angst und ich frage mich, wer der oder die nächste sein wird. Denn wer weiß schon, ob ich oder du noch Krebszellen in sich tragen? Krebszellen sind erst ab einer Größe von 3mm erkennbar, und laut meiner Ärztin ist der Krebs schon 7 – 10 Jahre in mir gewesen, bevor er wirklich ausbrach. Um so bewusster mir wird, dass ich Krebs habe, um so mehr Angst habe ich vor der Zukunft.

 


 

 

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera
Leala

Seven years ago I got in contact with cancer for the first time. It was my friend Leala who got diagnosed with cervical cancer. She underwent chemo and radiotherapy, same as me. First we thought it will all be ok again but then something else happened. She didn’t even celebrate her 30th birthday. Since I got diagnosed with cancer I’ve been thinking more about her than before. When we met for the first time at the Space Opening Party in 2006 in Ibiza, when we were dancing on the tables at Bora Bora, when we sat by the Kanya pool with the girls and how we absolutely enjoyed our lives. She was like a sister. She died on 6th June 2009 and I flew to London straight away to be there on her last way. I remember the song they were playing when her coffin got carried outside. Leona Lewis with „Footprints in the sand“. We all cried.

At that time the cancer was so far away and now it’s closer than ever. More and more young people are suffering from cancer nowadays. I talked about cancer blogger in my last blog post, sent messages to each other to get to know them better. And in the next minute some of them are not there anymore.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs
Luise

Unfortunately Luise(Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs) was one of them. We only talked to each other days before and wanted to meet each other because we lived so close. But then it all went very quick. She was at the palliative station where you get treated against your pain. And so did Luise. I didn’t know her personally but we got on and talked about each other just like that. Luise leaves a big community, many friends&family. She only visited the book exhibition in Leipzig where she presented the book „Reisebegleiter für den letzten Weg“. Her Facebook Fanpage grew from 6000 fans up to almost 9000fans in only a couple of days. And this is the point where I ask myself: „Why does always something like this has to happen so that we actually realize what’s happening around us? That more and more young people suffer from cancer and die from it?“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs
Susan

Me as a cancer blogger I want to inform about the disease and show other that we live in a society that suffers more and more from diseases. May it be through stress, the pressure from work, wrong nutrition… We all know what makes us sick but still though we don’t do anything against it and keep on going like before.

Most of the time I’m very optimistic and try to get my life back on track. But such moments scare me and I keep asking myself who will be the next one. Because who knows if I or you still carry cancer cells in our bodies? You can discover cancer cells only from a size of 3mm and according to my doctor the cancer must have been in a human being for more than 7 – 10 years before it breaks out. The more I realize that I have cancer the more scared I am for my future.