Von der Zerreißprobe zum großen Glück

Lange Zeit schrieb ich nicht. Das hatte mehrere Gründe, denn mein Leben veränderte sich nochmal drastisch. Menschen, die immer an meiner Seite zu sein schienen, waren es nicht. Im Nachhinein wurde mir vorgeworfen ich wäre eine große Last gewesen, ich müsste mein Leben lang dankbar dafür sein, dass manche Menschen bei mir geblieben sind während der Krankheit anstatt mich zu verlassen bei der Diagnose.

Ich fühlte mich total wertlos, hatte Angst, Panik und wusste weder ein noch aus. Dieser Psychoterror machte mich noch kranker innerlich als der Brustkrebs es je tat. Meine Launen während der Therapien wurden darauf zurückgeführt, dass ich einen an der Waffel hätte, mein Blog darauf, dass ich geil auf die Öffentlichkeit wäre und mein immenser Lebenswille wurde als purer Egoismus gedeutet. Ich wurde immer kleiner und kleiner und machte mich irgendwann selbst dafür verantwortlich je krank geworden zu sein und mein Umfeld mit reingezogen zu haben. Selbst belogen und betrogen zu werden schrieb ich mir selbst zu. „wer will denn schon eine Frau ohne eine richtige Brust und die nicht nach einer Frau aussieht…?“ fragte ich mich. Der Spruch

Erst mit langen Haaren und neuen Brüsten bist du wieder ansehnlich!

traf mich tief. Ziemlich lange hatte ich daran zu knabbern.Doch dann kam die Wende. Die Brustrekonstruktion begann im März 2016 mit einem Expander, der die Haut auf der rechten Seite weitete. Drei Mal wurde dieser mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt. Schon die erste Wölbung löste so starke Glücksgefühle in mir aus, dass ich die halbe Welt hätte umarmen können. Leider vertrug ich die OP gar nicht gut und hatte sehr starke Schmerzen. Ich brach zusammen, hatte Fieber und übergab mich mehrmals. Wie so oft war ich allein. Ich freute mich als mein damaliger Partner mit mir aß, jedoch ging es primär nicht darum mit mir zu essen. Wie eine richtige Frau fühlte ich mich schon lange nicht mehr und das Gefühl wie ein Mensch geschätzt und geliebt zu werden war mir fremd.

Den Sommer daraufhin kostete ich voll aus. Ich ging auf fünf Festivals, machte manchmal drei Tage lang durch und wollte einfach nur noch spüren, dass ich noch lebe bis in jede tiefste Ader. Jeder Atemzug machte mir klar, dass ich noch da bin. Bis in den Morgengrauen tanzte ich und fiel dann todmüde in mein Auto.  Den Regen und die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, zu lachen, zu tanzen, frei zu sein gaben mir endlich wieder das ersehnte Gefühl ein Teil dieser normalen Welt sein zu dürfen. Jeder Atemzug war wie eine Sternschnuppe die durch mein Herz schoss.

Als dann die zweite Brustaufbau-Operation im März 2017 mit Silikon bevorstand, verstand ich, dass sich etwas ändern musste. Denn wieder wurde mir dieses Gefühl vermittelt, ich müsse mich dankbarer zeigen, dass ich überhaupt Besuch bekam im Krankenhaus. Es war wie ein Jahr zuvor, es hatte sich nichts geändert. Ich wusste, dass es mir das Herz brechen würde. Zu begreifen, dass eine Zerreißprobe einen manchmal nicht zusammenschweißt sondern voneinander trennt war für mich der schlimmste Schmerz. Noch schlimmer als diese ganze Krankheit zusammen.  Dennoch wusste ich, dass ich wieder eine Frau sein wollte. Ich wollte wieder geschätzt und geliebt werden so wie ich bin. Ich wollte, dass jemand für mich da ist, weil er gern für mich da ist und mich liebt mit allen Ecken, Kanten und Narben. Sei es auf der Haut oder im Herzen.

Das Tamoxifen nervte mich einfach total. Diese anstrengende Antihormontherapie, bei der ich jeden Tag eine Tablette nehmen musste, versetzte mich tagtäglich in mehrmalige Schweißausbrüche und generell fühlte ich mich nicht gut. Aus diesem Grund beendete ich die künstliche Menopause in Absprache mit meiner Ärztin. Wir verabredeten, dass ich mich sofort melde sobald eine Verschlechterung meines Zustands eintreten würde. Vier Monate nach Absetzen des Medikamentes war wirklich alles zurück was mich je als Frau ausmachte. Und ich freute mich unendlich.

Im Oktober 2017 hatte ich dann die ersehnten Untersuchungen.: MRT/ CT/ Knochenszintigraphie. Einen Tag lang von Termin zu Termin sprinten, Kontrastmittel spritzen lassen, Wasser trinken, nächste Untersuchung, warten, rein in die Röhre, tobende Geräusche, raus, warten, nächste Röhre. Je länger die Krankheit zurück liegt, desto mehr Angst habe ich vor den Untersuchungen. Als das Ergebnis eine Woche später kam, liefen die Tränen meine Wangen herunter.

Es ist alles sehr gut ausgefallen, wir konnten nichts feststellen…warum sind Sie traurig?

fragte meine Onkologin. Ich schluchzte: „Ich freue mich, aber ich hätte diesen Moment so gern mit jemandem geteilt, mit dem ich das alles zusammen durchgestanden hätte, der mir bedingungslos zur Seite gestanden hätte…in guten wie in schlechten Zeiten…so wie wir es anfangs auch gesagt hatten.“ Doch dann merkte ich, dass dieser Moment nur noch mir gehörte. Und ich wusste ich hatte es geschafft. Ganz allein.

img_9047Die Brustwarzenrekonstruktion kam dann im Februar 2018. Zuerst die Mamillenrekonstruktion. Dazu wird die Haut auf meiner rechten Brust wie ein Kleeblatt eingeschnitten, hochgeklappt und zusammen genäht. Fertig ist die Mamille. Und drei Monate später kommt dann endlich das Tattoo für den Warzenhof, dann bin ich endlich wieder komplett. Meine Haare sind mittlerweile wieder schulterlang, meine Brust ist wieder da und ich bin glücklicher als je zuvor. Das war aber auch nicht einfach, denn ich habe hart an mir gearbeitet.  Disziplin, Sport, gute Ernährung und meine persönliche Weiterentwicklung standen ganz oben auf meiner Agenda. Das Buch „Das innere Kind muss Heimat finden“ half mir hier sehr gut, wenn ich nicht weiter wusste. Mittlerweile lebe ich wieder in der schönsten Stadt der Welt Hamburg, habe mir mein Traumauto gekauft (einer aus Bayern 🙂 ), wohne im Grünen und gönne mir alles was Spaß bringt und mir gut tut. Meine Freunde inspirieren mich jeden Tag aufs neue und machen mich glücklich, da sie mich so schätzen und lieben wie ich bin. Manchmal muss ich mich selbst kneifen, da ich es kaum begreifen kann, so glücklich und zufrieden zu sein. Und vor allem gesund.

Meine Freizeit verbringe ich immer noch gern in der Natur mit Wuschel (mein img_0712Teddyzwergkaninchen), der mein treuester Begleiter seit meiner Krankheit ist. Auch wenn er nur ein kleines Kaninchen ist, so hat er ein großes Herz welches mir genau sagt wer gut zu mir ist und wer nicht. Da faucht er gern mal den Handwerker an und zeigt ihm wer hier der Mann im Hause ist :). „Was ist denn das für eine Kampfkatze?!“ „Das ist ein Kaninchen…“ (*Kopfschüttel*) Und damit auch er nicht so allein ist, während ich meinem Traumberuf nachgehe und dabei auf die Elbphilharmonie blicke, hat auch er einen treuen kleinen Begleiter bekommen. Teddy. Er war nicht gewollt von seiner Familie, sie wollten ihn verhungern lassen, schnitten ihm nicht die Krallen und ließen ihn in einer Wanne mit Urin und Kot zurück. Bei uns ist er mehr als willkommen. Die Moppels&ich,  zu dritt machen wir nun die Welt unsicher.

img_0373

Es geht im Leben nicht darum, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Sondern darum, sich auch in schlechten Zeiten beizustehen auch wenn sie von langer Dauer sind, um so wieder gemeinsam die Freude des Lebens wieder genießen zu können. Denn wenn ich für jemanden etwas tue, dann mache ich es gern, und nicht, weil ich etwas zurück erwarte. Denn nicht jeder kann dir gleich etwas zurückgeben, besonders wenn du in Not bist. Auch wenn du erst viel später etwas zurückbekommen solltest was du einmal gegeben hast, dann ist es einfach nur ein Bonus der ein Lächeln auf deine Lippen zaubert.

Erst kürzlich stand ich mit einer Freundin, die auch einst an Brustkrebs erkrankt war, auf der Tanzfläche und wir umarmten uns. Dabei sagte sie mit einem Strahlen zu mir

Ich bin so froh, dass wir gemeinsam hier gesund und glücklich sein dürfen!

Mein Kampf hat sich gelohnt, 2,5 Jahre nach Beendigung meiner Therapien stehe ich wieder voll im Leben und das besser und stärker als je zuvor. Wenn ich manchmal zurückblicke, strahle ich über mein kleines Imperium welches ich mir selbst aufgebaut habe in der kurzen Zeit.

img_3473


I didn’t write for while because of several reasons. My life changed drastically again. People that seemed to be by my side left me long time ago. After I almost recovered I was blamed that it’s been a burden being with me, I had to be grateful for the rest of my life that certain people stayed with me after I got sick instead of leaving after I got diagnosed with breast cancer.

I felt worthless, I was scared, I panicked, and I didn’t know what to do. This psycho terror made me sicker than the breast cancer ever did. Because I was moody during the therapies I was blamed to have lost the plot, because I wrote my blog I was blamed to need the public interest, and my pure will to survive was named as pure egoism. I became smaller and smaller and at some point, I even felt that it was my fault that I got sick and took advantage of people being there for me. Even being lied to and cheated on I felt that it was my fault.

Advertisements

Das erste Jahr ohne Krebs / The first year without cancer

img_96332015 war das erste Jahr ohne Krebs für mich. Anfang des Jahres kam die Bestrahlung, dann starb meine Freundin Kerstin an Brustkrebs. Es folgten noch weitere 2 Beerdigungen für mich dieses Jahr. Und jedes Mal dachte ich „das hättest auch du sein können“.  Meine Psyche bekam einen ordentlichen Knacks ab nachdem die Therapien beendet waren, ich fiel erst später in ein tiefes Loch. Im Mai flogen wir nach Lissabon zum Junggesellinneabschied für ein langes Wochenende. Unvergesslich und doch war es zu stressig für mich. Eine Gürtelrose an meiner Brustnarbe war das Ergebnis dieser Reise. Im Sommer dann endlich ein Lichtblick, meine Freundin heiratete ihren Liebsten und danach fuhr ich zur Reha nach Usedom wo ich mich 3 Wochen lang betüddeln ließ. Es tat gut nur für mich zu sein, andere Menschen zu treffen die Verständnis hatten, weil auch sie von einer Krankheit geplagt wurden.

Verständnis, das ist etwas was viele nicht haben. „In so jungen Jahren steckt man doch so eine Krankheit besser weg als im Alter.“ Vielleicht körperlich, aber psychisch eher nicht. Als junger Mensch hast du noch so vieles vor. Familie, Karriere, Hochzeit, Kinder, Reisen, die Welt kennenlernen und mit einem Menschen den du liebst ein glückliches Leben zu haben. Und auf einmal ist davon alles erstmal weg.

Es gab viele die sich immer wieder gerne einmischten in die ganze Sache ohne überhaupt zu wissen was wirklich passiert war. Ich blieb oft allein zurück. Es war ja meine Krankheit.

Im August schrieb ich Bewerbungen, eine liebe Nachbarin half mir die Bewerbungsfotos zu machen, jemand anderes ging mit mir meinen Lebenslauf durch und gab mir Tipps. Und es klappte. Im September fing ich meinen Job als Assistentin im Projektmanagement in einer Internetfirma an. Der Kunde, den wir betreuen, ein großer Pharmakonzern. Besser hätte es nicht laufen können. Ich liebe meinen Job und meine Kollegen sind absolut spitze. Wie ein 6 im Lotto. Die ersten zwei Monate waren dennoch anstrengend für mich. Ich arbeitete 6 Stunden am Tag, hatte also keine Wiedereingliederung. Nach 1,5 Jahren zuhause sein, Chemotherapie, Bestrahlung, 2 OPs, 1 Reha, eine angeknackste Psyche und und und war das alles doch recht anstrengend für mich. Das Wochenende brauchte ich dringend. Donnerstags liefen die Akkus leer und Freitag war mehr schlecht als recht im Büro. Mein Gedächtnis, das anfangs wie ein Sieb war, verbesserte sich auch wieder. Aber auch das schaffte ich. Ich denke das lag auch viel am Verständnis meines Arbeitgebers und meiner Kollegen. Es gibt noch mehrere Personen im Unternehmen die eine Behinderung haben und auch das tut gut. Ich bin nicht allein, nicht mehr.

 

 Ende des Jahres mischten sich wieder viele Menschen in meine Angelegenheiten ein. Diese Verletztungen belasten die Psyche und machen auf kurz oder lang krank. Das Verständnis fehlt einfach. Ich bekam mit wie über eine andere kranke Person gesprochen wurde „Ja die macht gerade nur 4 Stunden Wiedereingliederung, die ist total kaputt danach. Wie kann denn so was sein? Das ist doch nicht normal bei nur 4 Stunden!“ Wenn man eine tödliche Krankheit hat dann ist so was schon sehr normal und bei jedem sind die Auswirkungen anders. Alle über einen Kamm zu scheren geht hier nicht, ist unfair, unmenschlich und ist auch oft menschenunwürdig.

Ich stehe hier nun drüber und wenn es mir jetzt schlecht geht, dann denke ich nun“hey die Chemo war die ersten Tage auch total scheiße, aber dann ging es wieder bergauf…“ Ich lebe also mein eigenes Lebensmotto, ich bin mein eigenes Idol und ich hole mich selbst immer wieder aus allem heraus, wenn es kein anderer tut und andere noch mehr draufhauen.

img_96222015 war hart, lehrreich, gezeichnet von Liebe, Glück, Tod, Schmerzen. Loslassen und das eigene Leben so gut wie möglich leben, sich selbst glücklich machen, wenn es kein anderer tut. Bis jetzt ist der Krebs nicht zurück und ich hoffe auch, dass die Untersuchung im Januar auch nichts zeigen wird. Für jeden einzelnen Moment bin ich dankbar, ob gut oder schlecht, denn das macht mich nur noch stärker und selbstbewusster. Jeder Mensch der für mich da war, mich unterstützt und geliebt hat, danke ich von Herzen. Und wenn der Krebs mich nicht getötet hat, dann wird es sonst auch niemand anderes tun.

 

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Freude mit euren Lieben und ganz viel Glück im Neuen Jahr. Danke für 2015, 2016 kann kommen. Schöner, besser, glücklicher, für jeden von uns.

Alle Fotos sind in Zusammenarbeit mit Patricia Schumann entstanden.


img_96332015 was the first year without cancer for me. At the beginning of the year I got my radiotherapy, then my soulmate Kerstin died because of breastcancer. 2 more funerals followed and every time I thought „This could have been me.“ I waled this way on my own, as always. My psyche was pretty messed up after all these therapies and I fell into a big hole. In May we went to Lisboa for a hen do which was amazing but because it was so stressful I got sick afterwards. Finally in summer the first good vibes. My lovely married her best friend and then I went to rehab for 3 weeks.  I was looked after so well and it felt good that finally I met peopke that had an understanding for the way I felt because everyone there had to deal with an illness.

Not many people have an understanding for what others go through and they don’t even want to hear it. „When you are young it is so much easier to get through a disease like that…“ Well maby physically but not mentally. You have so many things you want to do as a young person. Family, career, kids, wedding, getting to know the world and to be happy with the person you love. And all of the sudden it’s all gone.

There were always people who tried to tell me what to do and who put their noses into my business even without knowing what was really going on. Because it was my disease.

In August I started writing applications for jobs, a lovely neighbour helped me taking good pictures, someone else helped me with my CV. And yes it worked. I finally started my job as an assistent in project management in an internet company. Our customer, a big pharma company. It couldn’t have worked out better for me. I absolutely love my job. It felt like winning the lottery. The first 2 months were quite hard for me because I hadn’t worked for more than 1 1/2 years, I had chemo therapy, radiotherapy, a mastectomy and my psche was fucked. I totally needed the weekend to get a rest. My battery went low on Thursday and Friday was more bad than good in the office. But I even managed to get through that. I think that was also because of the understanding of my bosses and my colleagues. And we even have a few other „disabled“ people in the company. That makes it easier for me because I am not alone anymore.

img_9651-1By the end of the year some people tried to interfere again. I guess that’s because of the region I live in and where I moved to because of the love to my boyfriend. I was like a colourful bird in a grey old movie and soon people started talking bad about me. A lot of times they do not have an understaning of others and don’t even want to understand others. They have their opinion and that’s it. Once I could hear them talking about someone who was sick and just started work again. „She only works 4 hours per day and is totall exhausted, I don’t get it, it’s only 4 hours. That’s not normal, it’s only 4 hours! We work more than 10 hours per day…!“ When you are deadly sick and you have gone through therapies your body is totall fucked up and totally exhausted when getting back into life. Everyone deals in a different way with it. I don’t think it’s fair to talk like that about people you don’t even really know and what they are going through.

But now I don’t about these people anymore. I just think „hey chemo was bad for the first days, too, but then it went better…“ So this is my slogan for life, I am my own idol and every time I am down I get up again on my own if no one else is there and still tries to get me down.

img_96222015 was a hard year that tought me a lot, full of love, happiness, death and pain. Letting go and living your life the best way possible and making yourself happy when no one else does. Until now the cancer hasn’t come back and I still hope that in January nothing will show up. I am greatful for every moment if good or bad but it just makes me stronger. Every person that was there for me, supported me and loved me are the ones I am so happy to have around me. And of the cancer hasn’t killed me no one else will.

Wishing you all the best for 2016 with lots of happiness and all your loced ones and lots of luck for the New Year. Thanks for 2015, 2016 can only get better, happier, nicer for everyone of us.

Brustkrebsmonat Oktober / Breast Cancer Awareness Month 

Der Brustkrebs Monat Oktober ist vorbei, doch der Krebs ist immer noch ein Thema. Bei mir auf jeden Fall und das wird wohl auch immer so bleiben. Doch warum ist gerade der Monat Oktober die Zeit wo auf das Mammakarzinom aufmerksam gemacht wird?

Die American Cancer Society rief 1985 den Brustkrebsmonat das erste Mal ins Leben. Diese medizinische Organisation aus den USA hat es sich seit 1913 zur Aufgabe gemacht Krebs als Gesundheitsproblem aus der Welt zu schaffen: durch das Verhindern von Krebs, Retten von Leben, Verringern des Leidens durch Krebs durch Forschung, Schulung, Verteidigung und Einsatz. Seitdem finden Events während des ganzen Monats statt, Benefizveranstaltungen vorwiegend in der letzten Oktoberwoche.

IMG_8671In Deutschland unterstützt die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe durch Aktionen und Sachinformationen. Mittlerweile gibt es viele andere Organisationen und Vereine (Haus Leben aus Leipzig z.B.) die im Monat Oktober auf und durch ihre Veranstaltungen aufmerksam machen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei meist auf der Sensibilisierung von Krebs, andere darauf aufmerksam zu machen und Vorurteile abzubauen sowie die Angst zu nehmen. Bei vielen habe ich jedoch den Eindruck sie wollen einfach nur ganz viel Umsatz machen, indem sie Artikel verkaufen die in Verbindung mit Brustkrebs stehen… oder auch NICHT. 😀

Doch warum wird das alles gemacht? Warum muss auf diese Art und Weise auf Krebs aufmerksam gemacht werden? Laut der Krebsregisterdaten soll es einen Anstieg von Krebsneuerkrankungen zwischen 2010 und 2030 um 20% geben. Und das allein in Deutschland! Tendenz steigend.

Die Medikamente werden besser, aber auch die Krebserkrankungen steigen. Und hier frage ich mich oft: „Ist dies gewollt, damit die Pharmaindustrie mal wieder Geld machen kann? Zusammenpassen würde es ja. Wie meine Gynäkologin schon meinte solle die Immuntherapie in ca 10 Jahren die Chemotherapie ablösen, doch wer macht dann noch Geld mit einer Chemotherapie? Und die ganzen Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen? Wer braucht das alles dann noch? Wohl keiner, und hier hat die Phamaindustrie mal wieder Einbußen. Sozusagen werden wir krank gemacht, um wieder geheilt zu werden. Denn nur mit kranken Menschen lässt sich gut Geld verdienen. Nur leider wird es meiner Meinung nach immer auffälliger, da zunehmend mehr junge Menschen an Krebs erkranken was früher eher eine Krankheit bei älteren Menschen war. Bei Frauen tritt am häufigsten Brustkrebs auf, bei Männern ist es Prostatakrebs, danach kommen Lunge und Darm die gern mal vom Tumor befallen sind.

Die letzte „Wursthysterie“ versetzte alle in Angst und Schrecken. Rotes Fleisch wie Salami und Schinken seien höchst krebserregend. Aber mal ganz ehrlich, ist nicht alles irgendwie schlecht für uns, wenn wir davon mehr als genug essen? Zu viel Zucker macht fett und kann auch krebserregend sein, zu wenig Bewegung auch, zu viel Stress auch und und und. Da bekomme ich einen an der Waffel und frage mich „was kann ich überhaupt noch mit gutem Gewissen essen? Bio ist nicht gleich Bio, vegetarische Produkte sind mit krebserregenden Stoffen gespritzt, um sie länger haltbar zu machen und sich nur vegan zu ernähren sprengt manchmal den Geldbeutel und ist nicht überall möglich. IMG_9092Besonders auf dem Land wirst du dann schief angeguckt. „Was, du isst kein Fleisch?“ Nö will ich nicht mehr. Hühnchen ist mit Antibiotika versetzt, rotes Fleisch ist sowieso krebserregend und Schweinefleisch mag ich nicht, Enten finde ich süß, und mein Kaninchen würde ich niemals essen
wollen, obwohl es nur gutes von mir zu futtern bekommt. Ja ja mein kleines Pelztier, ein Jahr ist er nun schon bei mir. Wir sind uns so nahe, dass wir selbst zu Halloween ein Partnerkostüm haben. Rotkäppchen und der Wolf. Tiere geben einem einfach so viel. Sie sind treu und immer für einen da und irgendwie verstehen sie einen. Außerdem sind sie gern draußen wodurch ich auch gezwungen bin raus zu gehen. Das wirkt sich wiederum positiv auf mein Wohlbefinden aus und Bewegung ist ein guter Krebskiller.

 

Processed with Moldiv

Der Monat Oktober war auch für mich sehr aufregend. Letzten Oktober verlor ich meinen Mops, diesen Oktober bekam ich das Ergebnis vom MRT: kein Krebs mehr nachzuweisen. Ich organisierte mein erstes Brustkrebstreffen in Hamburg. Und weil ich mich so darauf gefreut hatte, bastelte ich für jede von uns ein pinkes Armband mit der Aufschrift „Hilfe mit Herz“, denn so heißt unsere Gruppe. Profit wollte ich nicht daraus machen, obwohl ich mittlerweile Anfragen für diese Armbänder habe. Mir war es nur wichtig, den Mädels ein gutes Gefühl zu vermitteln und zu sagen „hey du bist nicht allein“. Es war das erste Mal seit Kerstin’s Tod, dass ich mich wieder verstanden fühlte. Für einen Außenstehenden ist es oftmals schwer zu verstehen oder sich in die Situation hinein zu versetzen was gerade in uns vorgeht. Wir redeten fast 4 Stunden lang, brunchten nebenbei, drückten uns. Die Atmosphäre war einfach nur wundervoll und der Tag hätte noch so weitergehen können. Jeder von uns war anders und doch verband uns etwas, und zwar die Rosa Schleife, die Brustkrebsschleife. Ein herzliches Treffen was unbedingt wiederholt werden sollte. Aber im Frühjahr gibt es wieder eins, und das wird noch schöner.

Es ging mir besser danach und ich freue mich schon aufs nächste Treffen der pink Ladys. Ich bin froh, dass es diese Gruppe gibt. Sie gibt mir so viel. Es ist als wären wir alle Freundinnen, doch nur wenige von uns kennen sich persönlich. Ich wünschte ich könne irgendwann mal ein großes Charity Event für all diese Frauen und deren Angehörige organisieren. Der Austausch untereinander ist wichtig, besonders auch für Angehörige, denn meist leiden diese am meisten. Sie wollen einen verstehen, einem helfen, doch meist sind sie total hilflos.

Processed with Moldiv

Mittlerweile ist in mein Leben fast wieder der Alltag eingekehrt. (Irgendwie hasse ich das Wort Alltag, da es sich so normal anhört.) Ich fahre jeden Morgen zur Arbeit, arbeite 6 Stunden (was auch völlig ausreichend ist), fahre wieder nach Hause, mache die Hausarbeit, koch, spiele mit dem Hasen und falle dann tot ins Bett. Mein Schlaf hat sich total verbessert und ich freue mich jeden Morgen wieder aufstehen zu dürfen und einen Job mach zu dürfen den ich liebe und in dem ich aufgehe. Klar war es nicht schön krank zu werden, aber irgendwie hat es mich in die Richtung gebracht in die ich immer gehen wollte. Ich wollte Gutes für andere tun, mich sozial engagieren, einen Job haben den ich liebe und im Gesundheitsbereich arbeiten.

Der Brustkrebsmonat Oktober, er war aufregend, lehrreich, emotional und ich habe mal wieder viele tolle Menschen kennengelernt. Ich hätte gut und gern auf den Brustkrebs verzichten können, doch diese positiven Nebenwirkungen die er auch mit sich bringt verschönern mir die Zeit und lassen sie trotz allem noch weiterhin lebenswert sein.

IMG_8709


 

Breast cancer awareness month is over but cancer is still a big topic. Well for me it is and it will probably stay like this forever. But why is actually october the month where everyone wants to raise awareness of the mammacarcinoma?

American Cancer Society started the breast cancer awareness month for the first time in 1985. The medical organisation stands for the elimination of cancer as a massive health problem. They try to prevent cancer, safe lives, educate others. Ever since charity events are being held by the end of the month and other events about breast cancer to raise awareness.

Die dunkle Seite / The dark side

fröhliche SUDer Krebs kam, sah und siegte. Er wird auch immer irgendwie bleiben, auch wenn meine rechte Brust nicht mehr da ist. Das merke ich in den Momenten wo es mir einfach nicht gut geht, wo ich nicht weiß wieso weshalb warum. Die Tränen fließen wie ein schnellender Fluss, das Herz pocht, die Luft scheint immer weniger zu werden. Das sind die Momente wo ich nicht mehr die Su bin die alle kennen. Fröhlich, lustig, lachend, albern und viel Sonnenschein im Herzen. Die meisten sehen und kennen mich so. Das ist oft auch gut so, denn ich möchte anderen ein Beispiel sein, vielleicht auch ein Idol. Ich selbst hatte nie ein Idol, deshalb versuche ich es besser zu machen und anderen so Halt zu geben. Und weil ich auch weiß wie schmerzhaft und unglaublich hart es ist allein in so einer Situation zu sein, versuche ich für andere da zu sein. So weit es geht. Doch manchmal geht einfach gar nichts mehr.

In diesen Momenten kommt keiner an mich heran. Selbst meine Mutter oder mein Freund nicht. Am Telefon zu meiner Mutter sage ich nur schroff „Heute nicht, ich kann nicht,“ und lege auf. Ich lege mich auf die Couch, kauer mich zusammen. Alles ist zu viel. Der Fernseher dröhnt als würde eine Bassanlage neben mir stehen, das Klackern des Handys hört sich an als würden Elefanten durch die Savanne trampeln. Mit meinen Beinen strampel ich auf und ab, fahre mir zum 1000 Mal durch die Haare, die Haut juckt als wären Millionen von Spinnen im ganzen Körper. Mein Freund versucht mich zu umarmen doch ich wehre ab. „Rien ne va plus“ würde ich sagen. Nichts geht mehr. Innerlich drehe ich vollkommen durch und irgendwie will ich nicht, dass mich so jemand sieht. Wer liebt schon einen verkrüppelten Menschen der noch vollkommen einen an der Waffel hat?!?

IMG_0128Ich schleppe mich ins Bett, reiße mir die Skinny Jeans von den Beinen und das T-Shirt mit dem Bustier ohne Bügel vom Leib. Es fühlte sich an wie eine 2. Haut die endlich runter musste. Als würden mich meine eigenen Kleider ersticken.

„Deine Freunde kennen dich nur, wenn es dir gut geht. Keiner hat dich jemals so gesehen. Alle denken immer dir geht’s gut. Keiner weiß was bei uns zuhause wirklich abgeht,“ meinte einmal mein Freund.

Und er hatte Recht. Keiner weiß es und keiner wird es jemals verstehen.

Normalerweise schreibe ich recht viel mit meinen Freunden, weil sie das Wichtigste in meinem Leben sind und ich ohne sie nicht kann. An diesen Momenten lasse ich sie jedoch nicht teilhaben. Da kommt es auch oft vor, dass ich mich tagelang nicht mehr melde oder gar eine freundliche Anrede zusammen bekomme. Nur ein flüchtiges „Sorry mir geht’s nicht gut…“ und fertig ist die Nachricht. Senden. Darüber reden will ich auch nicht, es würde eh keiner verstehen, und mich stundenlang zu rechtfertigen kostet mich Kraft und Zeit die ich in diesen Momenten nicht habe.

Dass ich schwach, depressiv und ängstlich zusammen gekauert im Bett liege weiß zu diesem Zeitpunkt nur mein Freund. Und auch der ist hilflos. Denn egal was er machen will, es ist falsch.
IMG_2021Alles ist falsch, das Leben ist Scheiße und generell gibt es keinen Lichtblick mehr. Was auch? Ein Leben mit Medikamenten und Nebenwirkungen? Ein Leben voller Angst? Wie lange dieser Moment andauert ist nicht vorausschaubar. Es ist als würde ich in einem tiefen schwarzen Loch versinken und nicht mehr rauskommen. Die Gedanken kreisen, sie sind überall. Und dann auf einmal wird mir bewusst

„Scheiße, ich hab Krebs!“

Die Chemotage sehe ich vor mir wie ich vollgepumpt mit Medikamenten nur noch schlafend beim Arzt im Sessel liege oder zuhause mich immer wieder übergeben muss bis nur noch grüne Galle kam. Oder wie ich den Abend vor der OP bitterlich weinte, wie ich danach aufwachte und meiner Mama Halt geben musste, weil sie total fertig war. „Du warst kreidebleich als du zurückkamst.“ Oder wie mein Freund nach jeder OP pünktlich im Krankenhaus war, weil ich mir schon immer wünschte, dass jemand da ist, wenn ich aus dem OP zurück kam. Eigentlich hatte er genug zu tun, es war sein erstes Jahr der Selbständigkeit, und trotzdem nahm er sich frei. Ich glaube, dass es für ihn ein großer Spagat war und oft auch immer noch ist. Er wollte nie zugeben, dass er Angst hatte. Als wir einen Film über Krebs schauten, weinten wir fast und er sagte

„Ich hatte manchmal so sehr Angst um dich.“

Er bekam das alles hautnah mit und wir haben uns viel gestritten während dieser Zeit. Zuerst konnte ich es nicht verstehen, jetzt wird es mir und ihm immer bewusster was damals eigentlich passiert war.

IMG_1040All diese Gedanken und noch viel mehr spukt dann in meinem Kopf herum. Ich will, dass jemand da ist in diesem Moment, aber irgendwie auch nicht. Ich verkrafte es nicht, wenn andere mich so sehen. Ganz ehrlich, ich glaube auch, dass sie es nie verstehen würden. Da kommen dann schon mal Sprüche wie „Na aber das wird schon wieder“ oder „In den Job kommst du schnell wieder rein, war bei mir auch so“ oder „Ich hab auch manchmal einen depri, das vergeht…“ So langsam gebe ich auf meine Krankheit zu rechtfertigen, mich zu erklären, zu sagen wie es ist. Denn es will oder kann keiner so richtig verstehen. Auch wenn die Chemo vorbei ist, so braucht der Körper Jahre um sich davon zu erholen. Der eigene Körper altert in dieser Zeit um 10 Jahre. Von der Psyche ganz zu schweigen.

Die Angst ist immer da, war sie auch von Anfang an. Nur hatte ich während den Therapien nicht so viel Zeit um darüber nachzudenken. Sobald ich fertig war mit der Bestrahlung fingen die Panikattacken und Angstzustände an. Um so mehr Zeit verging desto mehr Angst hatte ich. Angst vor mir hinvegetieren zu müssen, Angst nie mehr so zu sein wie früher, nie mehr so viel Kraft zu haben wie vorher. Und vieles ist davon auch eingetreten. Mein Gedächtnis ist wie ein Sieb, das liebe Weizengras/ Wheat grassChemobrain wie ich es gern nenne. Du sagst es, ich vergesse es. Müde bin ich auch irgendwie oft. Dagegen mache ich Sport, nehme Vitamine die Schwangere nehmen sollten, trinke Smoothies mit Gersten- und Weizengras. Wenn ich zu viel anhabe schwitze ich wie ein Schwein, wenn ich Kaffee trinke sitzen 10.000 Schweißperlen auf der Stirn. Schweres Essen bekommt mir nicht und sowieso könnte ich manchmal total an die Decke springen, im Dreieck hüpfen, aus mir rausplatzen.

Wenn diese Minuten, Stunden, Tage oder manchmal auch Wochen endlich vorbei sind, sehe ich auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Während dieser ganzen Zeit bin ich sonst kaum ansprechbar. Dann bin ich froh, wenn es vorbei ist und trotzdem frage ich mich wie schon seit Anfang der Therapien „Wie fühlt es sich an wieder normal zu sein?“

 

Diagnose Brustkrebs - Prognose Leben

 

Brustkrebsmonat: der Oktober steht im Zeichen der pinken Schleife. Teile diesen Beitrag, um andere darauf aufmerksam zu machen. Denn auch heute noch stirbt jede 4. Frau an Brustkrebs.

In Gedenken an Kerstin. 

Mein „Best of Krebs“ / My „best of cancer“

März 2014, Diagnose Brustkrebs. April – September 2014 Chemo, 8x alle 3 Wochen. Oktober Abnahme der rechten Brust, Januar – Februar 2015 30 Bestrahlung. Juli – August 2015 Reha auf Usedom. Das war mein Leben im letzten Jahr. Ich habe die ganze Zeit auf die Reha hingearbeitet und war dann so froh sie an der Ostsee verbringen zu dürfen. Es gab mir wieder etwas Kraft und Energie, ich fand zu mir selbst. Wie sagte mein Freund so schön am Anfang der Therapie: „Sieh die Chemo als russisches Aufräumkommando an, die Bestrahlung macht danach alles sauber und die Reha macht alles wieder blitzeblank.“

Damals so gar nicht greifbar, und jetzt liegt alles hinter mir. Die letzte Woche bei der Reha dachte ich viel über mich nach, nahm mir Zeit für lange Spaziergänge am Meer, schnappte mir die Inline Skates und fuhr die Promenade auf und ab. Auf einmal, so ganz plötzlich kamen mir die Tränen. Es ist alles geschafft, alles, wirklich alles. Das Schlimmste ist nun vorbei, für immer hoffentlich. Klar, diese Antihormontherapie muss ich noch 9 Jahre lang machen und diese Spritze Trenantone (lässt meine Eierstöcke einschlafen, damit keine Hormone mehr produziert werden) muss ich noch 1 Jahr lang alle 3 Monate nehmen. Aber ansonsten ist alles geschafft. Es war alles echt, es war alles MEIN Leben mit dem Krebs, es war wie es war, ob gut oder schlecht.

Im September dann die große Untersuchung in Leipzig. MRT, Ultraschall der Brust, ein kompletter Check Up einmal jährlich. Ich bin froh, dass dies gemacht wird und Angst habe ich auch nicht davor.

So ganz plötzlich stehe ich da. Auf diesen Moment habe ich immer gewartet. Doch irgendwie weiß ich gar nicht wie es weitergeht. Das einzige was ich jetzt weiß ist, dass diese Zeit hart war aber es auch schöne Zeiten gab, dass ich nur noch das machen will was mich glücklich macht, dass ich keine Lust mehr auf negative Leute habe, dass ich nun noch mehr sage, wenn mir etwas nicht passt und ich mir nichts mehr unterstellen lasse. Das Leben ist zu kurz, um sich über andere zu ärgern oder sich von anderen ärgern zu lassen. Es ist doch ein wenig wie Woodstock im Jahre 1969 wo mehr als 400.000 Menschen für ein friedliebendes Amerika gekämpft haben. Und genau so kämpfe ich für ein friedliches Leben, für dich, für mich, für uns.

Und weil mein letztes Jahr so unbeschreiblich war, lasse ich diesmal mehr Bilder als Worte sprechen. Viel Spaß!


 

March 2014, diagnose breast cancer. April – September 2014 chemotherapy, 8x every 3 weeks. October mastectomy of my right boob, January – February 2015 radiotherapy. July – August 2015 rehab on the island Usedom. That was my life last year. I always just waited to be able to go to rehab and then I was so happy that I could spend it at the Baltic Sea. It gave me so much energy and I had some time to myself. Like my boyfriend used to say: „Let’s just think that the chemo therapy is a Russian cleaning team, radiotherapy cleans everything and rehab will leave everything nice and clean behind you.

It all seemed to far away last year and now everything is behind me. during the last week at rehab I thought a lot about myself, went for long walks at the beach, went inline skating at the promenade. And then finally my tears kept coming. Everything was done now, really everything. The worst is gone and hopefully for good. Of course I still have to do this antihormone therapy where I have to take a tablet every day and get an injection every 3 months for the next year, but in general I’m done now. It was all real, it was my life with my cancer, it was like it was, good or bad.

In September I have my annual check up in Leipzig. MRT, ultrasound of the boob, a complete check up. I’m glad I am getting this check up and I’m not scared of it.

I’m standing there and I’ve waited for this moment for so long. But somehow I don’t know how life will go on. I only know that this time was hard and tough but I also had great times, that I only want to do things that I love doing, that I don’t want to spend time with people who make me happy, and that I always stand up for myself and don’t let anyone talk bad about me anymore. Life is too short to worry about bad stuff. It’s a little bit like woodstock in 1969 where more than 400.000 people were fighting to have a peaceful America. And I’m fighting for this peaceful life, too, for you, for me, for us.

And because my life was so incredible the past year I let my picture speak. Enjoy!

Hippie times
Hippie times, ich habe mich immer schlapp gefühlt, war müde, hatte Nasenbluten / I always felt quite weak, was tired and my nose was bleeding quite a lot

 

März 2013
März 2014:  bevor ich herausfand, dass ich Krebs hatte / March 2014: before I found out that I had cancer
Krankenhaus Rodeweisch
April 2014, die erste OP, Portkatheter einsetzen und Wächterlymphknoten entfernen / first operation, getting the port catheter and taking out my main lymph node
Herzkissen für Brustkrebspatienten
Herzkissen für Brustkrebspatienten / heart pillow for breast cancer patients
11.April 2014: die erste Chemo
11.April 2014: die erste Chemo / my first chemo therapy ever
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus / end of April: the hair started to fall out
Haarfrisur Bob
noch schnell mal eine Frisur ausprobieren bevor alle Haare weg sind / before I lost all of my hair I tried some hairstyles
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren / beginning of May 2014: trying my first wig
ein wenig Farbe ins Leben bringen
ein wenig Farbe ins Leben bringen. Mir war zwischen den Chemos langweilig zuhause, also renovierte ich die Wohnung / adding some colour into my life so I painted our apartment during chemo
Echthaar Indian Remy blond
meine Lieblingsperücke / my favourite wig
Spazieren gehen so oft es nur geht
Spazieren gehen so oft es nur geht
Golden Polo Girl
Golden Polo Girl
AS International wigs
In Hamburg bei AS International am Hauptbahnhof hab ich 2 Stunden lang Perücken probiert / In Hamburg at AS International I tried wigs for 2 hours
Kunsthaar blond, Perücke
mein blonder Bob, Kunsthaar / My blonde bob, fake hair
Bustour
Juni / June2014: eine Ostseetour mit meinem Freund. Durch den Spreewald nach Usedom, nach Rügen bis zum Darß und zurück im Bus. / A little tour at the Baltic Sea
Juni 2014: Ostseetour
Juni  /June 2014: Ostseetour / camping tour at the Baltic Sea
Glatze durch Chemotherapie, Haarverlust bei Brustkrebs
auch mit Glatze sah ich gar nicht mal so schlecht aus 😀 / even with a bold head I looked quite alright

 

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli / July 2014: Auf Ibiza segeln / Sailing in Ibiza
vor der Küste Ibiza's irgendwo auf dem Meer
Juli / July 2014: vor der Küste Ibiza’s irgendwo auf dem Meer / Somewhere in Ibiza on my friend’s boat
Meine Freunde glauben an mich
Meine Freunde glauben an mich / My friends believe in me
Juni 2014 Hamburg radeln
August 2014: mit dem Rad 40 km durch Hamburg radeln / Riding the bike through Hamburg 40km
Friend's for life
Freunde fürs Leben, Der Krebs schweißte uns mehr zusammen als ich mir je zu träumen gewünscht hätte. Und bis heute kann ich es nicht in Worte fassen wieviel du mir bedeutest./ Friends for life. The cancer got us closer than I ever thought. Still now I can’t put in words how much you mean to me. ❤
Fahrrad fahren
Fahrrad fahren bei Krebs hat mich immer gestärkt / riding the bike throuhout therapy always made me stronger and helped me to get through therapy
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg / Friends coming to see me from Heidelberg
A day in the sunshine
Im Garten / A day in the sunshine
keep-calm-it-s-my-last-chemo-3
September 2014: letzte Chemo / last chemo
Chemotherapie im Krankenhaus
Chemotherapie im Krankenhaus / Chemo therapy in hospital
Oktober 2014: Visitors from Hamburg
Oktober / October 2014: Visitors from Hamburg
Una&SU
Oktober 2014: mit Una spazieren gehen / going for walks
Teddyzwergkaninchen
November 2014: Nachwuchs, mein Teddyzwergkaninchen / My little bunny comes to live with me
Dezember 2014: Prag
Dezember / December 2014: Prag / Prague
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
strong girl
ich schaff das, egal wie, ich schaff das! / I will do it, no matter how, but I will do it!
Januar 2015: Skilanglauf
Januar / January 2015: Skilanglauf / Skiing
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Strahlentherapie / Radiotherapy
11.2. 2015 Strahlentherapie ist zuende/ Radiotherapy is finished
Februar 2014: Snowboarden in Italien
Februar / February 2015: Snowboarden in Italien
Snowboarden in Reschen
Und wenn keiner bei mir im Lift sitzen will, dann fahre ich eben allein hoch / If no one wants to sit next to me in the lift I’m happy to have it on my own
März 2015: Hamburg
März / March 2015: Hamburg an der Alster
April 2015: Mein Geburtstag
April 2015: Mein Geburtstag / My birthday
PS Photography, Fotografie Hamburg, Krebs, Junge Erwachsene mit Krebs
April 2015: Shooting mit Patricia Schumann Photography in Hamburg / Shooting with Patricia Schumann Wedding&Lifestyle Photography
Mai 2015: Acroyoga
Mai / May 2015: Acroyoga
Mai 2015: Katamaran Fahrt in Lissabon
Mai /May  2015: Katamaran Fahrt in Lissabon mit den Bunnies von  Patricia’s JGA /Hen do in Lisboa
Bibo Time!
Bibo Time! Meine Haare sind überall /My hair is all over the place
Bewerbungsfoto
Bewerbungsfotos machen für neue Jobs / taking pictures for job applications
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
team discovering hands berlin
Besuch bei Discovering Hands in Berlin / Visitin discovering hands in Berlin
Berlin alter Flughafen
In Berlin radeln und Freunde wiedertreffen die ich Jahre nicht gesehen habe / riding the bike through Berlin with friends that I haven’t seen for years
Juni 2015: Sächsische Schweiz
Juni / June 2015: Sächsische Schweiz
Klettern / Climbing
Klettern / Climbing
Nana Recover your smile
Nana Recover your Smile – Workshop für Krebspatienten / Workshop for cancer patients in Munich
Recover your smile
Recover your smile
Recover your smile / Lily meets Lola
Juni / June 2015: Bei Recover your smile /Lilly meets Lola in München (Krebsworkshop) / Recover your smile cancer workshop in Munich
Im Garten mit Wuschel
Im Garten mit Wuschel / In the garden with my funny rabbit
Vintage Girl bei Patricia's Hochzeit
Juli  /July 2015: Vintage Girl bei Patricia’s Hochzeit / My friend’s wedding
Vintage Girls, Mädels vom JGA
Juli / July 2015: Vintage Girls, Mädels vom JGA / Vintage girls at my friend’s wedding
Reha Seebad Ahlbeck, Usedom
Juli / July 2015: Reha im Seebad Ahlbeck auf Usedom / Rehab at the clinic at the Baltic Sea

 

August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS
August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS / Celebrating the end of my therapies at the festival
Bloggerin
ich bin Bloggerin aus Leidenschaft / ich liebe es und freue mich, wenn ich anderen dadurch helfen kann. / I have a passion for blogging and I love it when I can help others with that.

 

Und wenn ich nicht gestorben bin, dann blogge ich noch heute 😉 

And if I’m not dead I’m still blogging 😉

Eure Su / Your Su

Die Krebsgemeinschaft #2/ The Cancer Community #2

ENGLISH VERSION BELOW

Es gibt Blogs, viele Blogs, unendlich viele. Über Fashion, Beauty, Ernährung, und ja, auch über Krebs.

Dass ich nicht die einzige Krebsbloggerin war bemerkte ich recht schnell. Es gibt viele junge  Menschen heutzutage die anhand ihres Blogs zeigen wollen, dass Krebs kein Tabuthema mehr ist. Dass wir mit dem Krebs leben und dass Krebs nicht immer gleich den Tod bedeutet. Weiterlesen „Die Krebsgemeinschaft #2/ The Cancer Community #2“

LOVELY BLOG AWARD

Liebster Blog Award

Neulandwegovegan hat mich letztens angeschrieben und für den Lovely Blog Award nominiert. Ich habe mich sehr darüber gefreut und finde es eine klasse Idee. Endlich mal ein Kettenbrief der Sinn macht.

Weiterlesen „LOVELY BLOG AWARD“