Von der Zerreißprobe zum großen Glück

Lange Zeit schrieb ich nicht. Das hatte mehrere Gründe, denn mein Leben veränderte sich nochmal drastisch. Menschen, die immer an meiner Seite zu sein schienen, waren es nicht. Im Nachhinein wurde mir vorgeworfen ich wäre eine große Last gewesen, ich müsste mein Leben lang dankbar dafür sein, dass manche Menschen bei mir geblieben sind während der Krankheit anstatt mich zu verlassen bei der Diagnose.

Ich fühlte mich total wertlos, hatte Angst, Panik und wusste weder ein noch aus. Dieser Psychoterror machte mich noch kranker innerlich als der Brustkrebs es je tat. Meine Launen während der Therapien wurden darauf zurückgeführt, dass ich einen an der Waffel hätte, mein Blog darauf, dass ich geil auf die Öffentlichkeit wäre und mein immenser Lebenswille wurde als purer Egoismus gedeutet. Ich wurde immer kleiner und kleiner und machte mich irgendwann selbst dafür verantwortlich je krank geworden zu sein und mein Umfeld mit reingezogen zu haben. Selbst belogen und betrogen zu werden schrieb ich mir selbst zu. „wer will denn schon eine Frau ohne eine richtige Brust und die nicht nach einer Frau aussieht…?“ fragte ich mich. Der Spruch

Erst mit langen Haaren und neuen Brüsten bist du wieder ansehnlich!

traf mich tief. Ziemlich lange hatte ich daran zu knabbern.Doch dann kam die Wende. Die Brustrekonstruktion begann im März 2016 mit einem Expander, der die Haut auf der rechten Seite weitete. Drei Mal wurde dieser mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt. Schon die erste Wölbung löste so starke Glücksgefühle in mir aus, dass ich die halbe Welt hätte umarmen können. Leider vertrug ich die OP gar nicht gut und hatte sehr starke Schmerzen. Ich brach zusammen, hatte Fieber und übergab mich mehrmals. Wie so oft war ich allein. Ich freute mich als mein damaliger Partner mit mir aß, jedoch ging es primär nicht darum mit mir zu essen. Wie eine richtige Frau fühlte ich mich schon lange nicht mehr und das Gefühl wie ein Mensch geschätzt und geliebt zu werden war mir fremd.

Den Sommer daraufhin kostete ich voll aus. Ich ging auf fünf Festivals, machte manchmal drei Tage lang durch und wollte einfach nur noch spüren, dass ich noch lebe bis in jede tiefste Ader. Jeder Atemzug machte mir klar, dass ich noch da bin. Bis in den Morgengrauen tanzte ich und fiel dann todmüde in mein Auto.  Den Regen und die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, zu lachen, zu tanzen, frei zu sein gaben mir endlich wieder das ersehnte Gefühl ein Teil dieser normalen Welt sein zu dürfen. Jeder Atemzug war wie eine Sternschnuppe die durch mein Herz schoss.

Als dann die zweite Brustaufbau-Operation im März 2017 mit Silikon bevorstand, verstand ich, dass sich etwas ändern musste. Denn wieder wurde mir dieses Gefühl vermittelt, ich müsse mich dankbarer zeigen, dass ich überhaupt Besuch bekam im Krankenhaus. Es war wie ein Jahr zuvor, es hatte sich nichts geändert. Ich wusste, dass es mir das Herz brechen würde. Zu begreifen, dass eine Zerreißprobe einen manchmal nicht zusammenschweißt sondern voneinander trennt war für mich der schlimmste Schmerz. Noch schlimmer als diese ganze Krankheit zusammen.  Dennoch wusste ich, dass ich wieder eine Frau sein wollte. Ich wollte wieder geschätzt und geliebt werden so wie ich bin. Ich wollte, dass jemand für mich da ist, weil er gern für mich da ist und mich liebt mit allen Ecken, Kanten und Narben. Sei es auf der Haut oder im Herzen.

Das Tamoxifen nervte mich einfach total. Diese anstrengende Antihormontherapie, bei der ich jeden Tag eine Tablette nehmen musste, versetzte mich tagtäglich in mehrmalige Schweißausbrüche und generell fühlte ich mich nicht gut. Aus diesem Grund beendete ich die künstliche Menopause in Absprache mit meiner Ärztin. Wir verabredeten, dass ich mich sofort melde sobald eine Verschlechterung meines Zustands eintreten würde. Vier Monate nach Absetzen des Medikamentes war wirklich alles zurück was mich je als Frau ausmachte. Und ich freute mich unendlich.

Im Oktober 2017 hatte ich dann die ersehnten Untersuchungen.: MRT/ CT/ Knochenszintigraphie. Einen Tag lang von Termin zu Termin sprinten, Kontrastmittel spritzen lassen, Wasser trinken, nächste Untersuchung, warten, rein in die Röhre, tobende Geräusche, raus, warten, nächste Röhre. Je länger die Krankheit zurück liegt, desto mehr Angst habe ich vor den Untersuchungen. Als das Ergebnis eine Woche später kam, liefen die Tränen meine Wangen herunter.

Es ist alles sehr gut ausgefallen, wir konnten nichts feststellen…warum sind Sie traurig?

fragte meine Onkologin. Ich schluchzte: „Ich freue mich, aber ich hätte diesen Moment so gern mit jemandem geteilt, mit dem ich das alles zusammen durchgestanden hätte, der mir bedingungslos zur Seite gestanden hätte…in guten wie in schlechten Zeiten…so wie wir es anfangs auch gesagt hatten.“ Doch dann merkte ich, dass dieser Moment nur noch mir gehörte. Und ich wusste ich hatte es geschafft. Ganz allein.

img_9047Die Brustwarzenrekonstruktion kam dann im Februar 2018. Zuerst die Mamillenrekonstruktion. Dazu wird die Haut auf meiner rechten Brust wie ein Kleeblatt eingeschnitten, hochgeklappt und zusammen genäht. Fertig ist die Mamille. Und drei Monate später kommt dann endlich das Tattoo für den Warzenhof, dann bin ich endlich wieder komplett. Meine Haare sind mittlerweile wieder schulterlang, meine Brust ist wieder da und ich bin glücklicher als je zuvor. Das war aber auch nicht einfach, denn ich habe hart an mir gearbeitet.  Disziplin, Sport, gute Ernährung und meine persönliche Weiterentwicklung standen ganz oben auf meiner Agenda. Das Buch „Das innere Kind muss Heimat finden“ half mir hier sehr gut, wenn ich nicht weiter wusste. Mittlerweile lebe ich wieder in der schönsten Stadt der Welt Hamburg, habe mir mein Traumauto gekauft (einer aus Bayern 🙂 ), wohne im Grünen und gönne mir alles was Spaß bringt und mir gut tut. Meine Freunde inspirieren mich jeden Tag aufs neue und machen mich glücklich, da sie mich so schätzen und lieben wie ich bin. Manchmal muss ich mich selbst kneifen, da ich es kaum begreifen kann, so glücklich und zufrieden zu sein. Und vor allem gesund.

Meine Freizeit verbringe ich immer noch gern in der Natur mit Wuschel (mein img_0712Teddyzwergkaninchen), der mein treuester Begleiter seit meiner Krankheit ist. Auch wenn er nur ein kleines Kaninchen ist, so hat er ein großes Herz welches mir genau sagt wer gut zu mir ist und wer nicht. Da faucht er gern mal den Handwerker an und zeigt ihm wer hier der Mann im Hause ist :). „Was ist denn das für eine Kampfkatze?!“ „Das ist ein Kaninchen…“ (*Kopfschüttel*) Und damit auch er nicht so allein ist, während ich meinem Traumberuf nachgehe und dabei auf die Elbphilharmonie blicke, hat auch er einen treuen kleinen Begleiter bekommen. Teddy. Er war nicht gewollt von seiner Familie, sie wollten ihn verhungern lassen, schnitten ihm nicht die Krallen und ließen ihn in einer Wanne mit Urin und Kot zurück. Bei uns ist er mehr als willkommen. Die Moppels&ich,  zu dritt machen wir nun die Welt unsicher.

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Es geht im Leben nicht darum, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Sondern darum, sich auch in schlechten Zeiten beizustehen auch wenn sie von langer Dauer sind, um so wieder gemeinsam die Freude des Lebens wieder genießen zu können. Denn wenn ich für jemanden etwas tue, dann mache ich es gern, und nicht, weil ich etwas zurück erwarte. Denn nicht jeder kann dir gleich etwas zurückgeben, besonders wenn du in Not bist. Auch wenn du erst viel später etwas zurückbekommen solltest was du einmal gegeben hast, dann ist es einfach nur ein Bonus der ein Lächeln auf deine Lippen zaubert.

Erst kürzlich stand ich mit einer Freundin, die auch einst an Brustkrebs erkrankt war, auf der Tanzfläche und wir umarmten uns. Dabei sagte sie mit einem Strahlen zu mir

Ich bin so froh, dass wir gemeinsam hier gesund und glücklich sein dürfen!

Mein Kampf hat sich gelohnt, 2,5 Jahre nach Beendigung meiner Therapien stehe ich wieder voll im Leben und das besser und stärker als je zuvor. Wenn ich manchmal zurückblicke, strahle ich über mein kleines Imperium welches ich mir selbst aufgebaut habe in der kurzen Zeit.

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I didn’t write for while because of several reasons. My life changed drastically again. People that seemed to be by my side left me long time ago. After I almost recovered I was blamed that it’s been a burden being with me, I had to be grateful for the rest of my life that certain people stayed with me after I got sick instead of leaving after I got diagnosed with breast cancer.

I felt worthless, I was scared, I panicked, and I didn’t know what to do. This psycho terror made me sicker than the breast cancer ever did. Because I was moody during the therapies I was blamed to have lost the plot, because I wrote my blog I was blamed to need the public interest, and my pure will to survive was named as pure egoism. I became smaller and smaller and at some point, I even felt that it was my fault that I got sick and took advantage of people being there for me. Even being lied to and cheated on I felt that it was my fault.

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Einmal leben bitte – ohne Brustkrebs

Su an der Ostsee
Su am Timmendorfer Strand

Der letzte Eintrag über meinen Busenfreund den Brustkrebs ist nun ein Jahr her. Und das hatte mehrere Gründe. Einer davon war, dass ich endlich wieder normal leben wollen würde. Ohne den täglichen Brustkrebswahnsinn.

Während der Chemo im Sommer 2014 fragte ich mich immer wieder wie es sei wieder normal zu sein, ohne Angst zu leben und auf ein „Wie geht’s Dir?“ ganz normal „ja ganz gut“ antworten könne. Das Leben zuvor drehte sich nur um das eine Thema: „Brustkrebs tagein tagaus.“ Also versuchte ich es in allen Bereichen zu minimieren und es kaum noch aufkommen zu lassen. Denn das was ich auf keinen Fall wollte war einen auf Mitleidstour machen. Meine volle Konzentration galt meinem Job. Es brachte Spaß und durch eine Babypause meiner Kollegin ergatterte ich nach nur 4 Monaten eine bessere Position, die mir auf Anhieb sehr gefiel. Ich war zurück im Leben und konnte mich beweisen.

Im März diesen Jahres begann der Brustaufbau. Da ich so flach wie ein Mann auf der rechten Brust war musste die Haut für ein Silikonkissen vorgedehnt werden. Die OP vertrug ich diesmal so gar nicht. Fieber, Übelkeit und Erbrechen ereilten mich. Die Medikamente gegen Übelkeit lösten nochmal Übelkeit aus und ich konnte mich kaum bewegen so schmerzhaft war das ganze diesmal. Der Expander, zu vergleichen mit einer leeren Wärmflasche, wurde unter den Brustmuskel gelegt und war schon mit 100ml Kochsalzlösung befüllt worden. Durch eine Spritze wurde er 3 weitere Male befüllt, so dass am Ende 280ml im Expander waren.

Diese Wölbung sah gut aus, fühlte sich immer besser an und bedeutete für mich mehr Weiblichkeit. Die BHs waren nicht mehr nur noch leer und beim Befüllen wurde ich jede Sekunde glücklicher. Alles was eine Frau ausmachte wollte ich mir zurückholen. Roter Lippenstift, roter Nagellack, meine Haare die immer länger wurden, getuschte Wimpern. Ich blieb 5 Tage im Krankenhaus und dann noch weitere 2 Wochen zuhause. Vom Bett aufzustehen war die Hölle. Es tat weh beim Hochdrücken mit den Armen, es brannte wie eine große Schürfwunde, aber trotz allem nahm ich es in Kauf. Denn ich wollte wieder mein Ich zurückbekommen. Mein ganz normales Leben.

Einige wussten von meiner OP, aber ich versuchte tapfer zu bleiben und erwähnte es kaum. Die Schmerzen ließen nach und für die nächsten sechs Wochen trug ich einen gemütlichen Kompressions-BH (Marke Anita, in schwarz und weiß erhältlich) mit Frontreißverschluss, der mir verordnet wurde. Er saß schön fest und hielt alles beisammen, Tag und Nacht. Damit der Expander nicht verrutschte war oberhalb des BHs ein Band integriert welches den Expander nach unten drückte. Es sah zwar nicht schick aus, aber es fühlte sich angenehman und ich trug das Ding nur zu gern. Die Balconette BHs von Hunkemöller waren also erstmal passé. Mittlerweile trage ich gern bügellose BHs  von Tchibo und immer mal wieder den Kompressions-BH. Am besten den Kompressions-BH vor der OP anprobieren, da ansonsten eine Mitarbeiterin gern vorbeikommt und die Anprobe auf einer frischen Wunde macht was sehr sehr schmerzhaft sein kann. Mein neuer Mops war erstmal tabu, auch für Krankenhauspersonal😀.

Nach einigen Wochen ging ich wieder arbeiten, alle paar Wochen fuhr ich noch ins Krankenhaus zum Befüllen. Klar war das Thema so noch sehr präsent, aber ich versuchte davon abzulenken. Denn ich wollte wieder normal sein wie jeder andere auch. Im Sommer fing ich wieder mit Wakeboarden an, um mich fit zu halten. Anfangs war es recht schwierig mit meinem rechten Arm sobald die Leine mich davon zog. Seit meiner letzten Befüllung wurde mein Arm nämlich etwas dicker bei körperlicher Betätigung. Lymphdrainage musste her, um das Lymphwasser in die richtigen Bahnen zu leiten und den Arm wieder dünn zu bekommen.

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Der Sommer war einer meiner besten seit langem. Ich besuchte 5 Festivals, genoss es mit anderen unterwegs zu sein und Menschen kennenzulernen die meine Brustkrebs Geschichte nicht kannten. Das war irgendwie befreiend, denn ich fand zu mir selbst zurück und war trotzdem ein neuer Mensch.

Meine alljährliche Untersuchung im September verlief gut, aber nicht wie geplant. Ein MRT war geplant, jedoch ist dies nicht mit einem Expander möglich, da er einen Magneten enthält der das Ergebnis verfälschen würde. Also nur Ultraschall und eine schmerzhafte Mammographie mussten her. Und die Qualen hatten sich gelohnt. Das Ergebnis war positiv und meine OP für meinen weiteren Brustaufbau mit Silikon wurde für den 1. März 2016 geplant.“wir können es auch mit Bauchfett machen…“ tja, aber wo sollte das denn herkommen? Einen Bauch hatte ich noch nie und von meinem Po wollte ich auch nix abgeben. Dauerte eh schon zu lange wieder an Gewicht zuzulegen.

Irgendwie hatte ich mein Leben zurück, aber die Angst blieb. Sie ist nicht jeden Tag präsent, aber sie ist da. Mal mehr mal weniger. Einige sagen, Sie können es verstehen. Andere sagen sie wollen es nicht mal verstehen oder sich in diese Lage versetzen. Wenn man jedoch nicht selbst so etwas durchgemacht hat als Patient, Partner oder Angehöriger, dann ist es nicht vorstellbar welche Angst in einem schlummert und sollte sich auch nicht wirklich ein Urteil bilden. Jeder hat sein Päckchen zu tragen was nicht weniger leicht ist als das der anderen.

Und genau as diesem Grund zog ich mich eine zeitlang  zurück, redete kaum noch darüber und versuchte mein Leben wieder zu sortieren. Wie ein ganz normaler Mensch eben. Und irgendwie wollte ich auch zeigen, dass ich diesen Blog nicht dafür ins Leben rief, weil ich „geil“ auf Öffentlichkeit war. Nein, denn es war anfangs meine Therapie und für viele auch ein Halt was ich immer wieder an der Resonanz meiner Leserschaft sah und an den vielen Betroffenen die mir schrieben, mit mir telefonierten oder mit mir redeten.

Momentan freue ich mich auf Weihnachten und alles andere was noch kommen mag. Natürlich ohne meinen ständigen Begleiter.

Was ich dieses Jahr dazu gelernt habe? Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.img_1705

Das erste Jahr ohne Krebs / The first year without cancer

img_96332015 war das erste Jahr ohne Krebs für mich. Anfang des Jahres kam die Bestrahlung, dann starb meine Freundin Kerstin an Brustkrebs. Es folgten noch weitere 2 Beerdigungen für mich dieses Jahr. Und jedes Mal dachte ich „das hättest auch du sein können“.  Meine Psyche bekam einen ordentlichen Knacks ab nachdem die Therapien beendet waren, ich fiel erst später in ein tiefes Loch. Im Mai flogen wir nach Lissabon zum Junggesellinneabschied für ein langes Wochenende. Unvergesslich und doch war es zu stressig für mich. Eine Gürtelrose an meiner Brustnarbe war das Ergebnis dieser Reise. Im Sommer dann endlich ein Lichtblick, meine Freundin heiratete ihren Liebsten und danach fuhr ich zur Reha nach Usedom wo ich mich 3 Wochen lang betüddeln ließ. Es tat gut nur für mich zu sein, andere Menschen zu treffen die Verständnis hatten, weil auch sie von einer Krankheit geplagt wurden.

Verständnis, das ist etwas was viele nicht haben. „In so jungen Jahren steckt man doch so eine Krankheit besser weg als im Alter.“ Vielleicht körperlich, aber psychisch eher nicht. Als junger Mensch hast du noch so vieles vor. Familie, Karriere, Hochzeit, Kinder, Reisen, die Welt kennenlernen und mit einem Menschen den du liebst ein glückliches Leben zu haben. Und auf einmal ist davon alles erstmal weg.

Es gab viele die sich immer wieder gerne einmischten in die ganze Sache ohne überhaupt zu wissen was wirklich passiert war. Ich blieb oft allein zurück. Es war ja meine Krankheit.

Im August schrieb ich Bewerbungen, eine liebe Nachbarin half mir die Bewerbungsfotos zu machen, jemand anderes ging mit mir meinen Lebenslauf durch und gab mir Tipps. Und es klappte. Im September fing ich meinen Job als Assistentin im Projektmanagement in einer Internetfirma an. Der Kunde, den wir betreuen, ein großer Pharmakonzern. Besser hätte es nicht laufen können. Ich liebe meinen Job und meine Kollegen sind absolut spitze. Wie ein 6 im Lotto. Die ersten zwei Monate waren dennoch anstrengend für mich. Ich arbeitete 6 Stunden am Tag, hatte also keine Wiedereingliederung. Nach 1,5 Jahren zuhause sein, Chemotherapie, Bestrahlung, 2 OPs, 1 Reha, eine angeknackste Psyche und und und war das alles doch recht anstrengend für mich. Das Wochenende brauchte ich dringend. Donnerstags liefen die Akkus leer und Freitag war mehr schlecht als recht im Büro. Mein Gedächtnis, das anfangs wie ein Sieb war, verbesserte sich auch wieder. Aber auch das schaffte ich. Ich denke das lag auch viel am Verständnis meines Arbeitgebers und meiner Kollegen. Es gibt noch mehrere Personen im Unternehmen die eine Behinderung haben und auch das tut gut. Ich bin nicht allein, nicht mehr.

 

 Ende des Jahres mischten sich wieder viele Menschen in meine Angelegenheiten ein. Diese Verletztungen belasten die Psyche und machen auf kurz oder lang krank. Das Verständnis fehlt einfach. Ich bekam mit wie über eine andere kranke Person gesprochen wurde „Ja die macht gerade nur 4 Stunden Wiedereingliederung, die ist total kaputt danach. Wie kann denn so was sein? Das ist doch nicht normal bei nur 4 Stunden!“ Wenn man eine tödliche Krankheit hat dann ist so was schon sehr normal und bei jedem sind die Auswirkungen anders. Alle über einen Kamm zu scheren geht hier nicht, ist unfair, unmenschlich und ist auch oft menschenunwürdig.

Ich stehe hier nun drüber und wenn es mir jetzt schlecht geht, dann denke ich nun“hey die Chemo war die ersten Tage auch total scheiße, aber dann ging es wieder bergauf…“ Ich lebe also mein eigenes Lebensmotto, ich bin mein eigenes Idol und ich hole mich selbst immer wieder aus allem heraus, wenn es kein anderer tut und andere noch mehr draufhauen.

img_96222015 war hart, lehrreich, gezeichnet von Liebe, Glück, Tod, Schmerzen. Loslassen und das eigene Leben so gut wie möglich leben, sich selbst glücklich machen, wenn es kein anderer tut. Bis jetzt ist der Krebs nicht zurück und ich hoffe auch, dass die Untersuchung im Januar auch nichts zeigen wird. Für jeden einzelnen Moment bin ich dankbar, ob gut oder schlecht, denn das macht mich nur noch stärker und selbstbewusster. Jeder Mensch der für mich da war, mich unterstützt und geliebt hat, danke ich von Herzen. Und wenn der Krebs mich nicht getötet hat, dann wird es sonst auch niemand anderes tun.

 

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Freude mit euren Lieben und ganz viel Glück im Neuen Jahr. Danke für 2015, 2016 kann kommen. Schöner, besser, glücklicher, für jeden von uns.

Alle Fotos sind in Zusammenarbeit mit Patricia Schumann entstanden.


img_96332015 was the first year without cancer for me. At the beginning of the year I got my radiotherapy, then my soulmate Kerstin died because of breastcancer. 2 more funerals followed and every time I thought „This could have been me.“ I waled this way on my own, as always. My psyche was pretty messed up after all these therapies and I fell into a big hole. In May we went to Lisboa for a hen do which was amazing but because it was so stressful I got sick afterwards. Finally in summer the first good vibes. My lovely married her best friend and then I went to rehab for 3 weeks.  I was looked after so well and it felt good that finally I met peopke that had an understanding for the way I felt because everyone there had to deal with an illness.

Not many people have an understanding for what others go through and they don’t even want to hear it. „When you are young it is so much easier to get through a disease like that…“ Well maby physically but not mentally. You have so many things you want to do as a young person. Family, career, kids, wedding, getting to know the world and to be happy with the person you love. And all of the sudden it’s all gone.

There were always people who tried to tell me what to do and who put their noses into my business even without knowing what was really going on. Because it was my disease.

In August I started writing applications for jobs, a lovely neighbour helped me taking good pictures, someone else helped me with my CV. And yes it worked. I finally started my job as an assistent in project management in an internet company. Our customer, a big pharma company. It couldn’t have worked out better for me. I absolutely love my job. It felt like winning the lottery. The first 2 months were quite hard for me because I hadn’t worked for more than 1 1/2 years, I had chemo therapy, radiotherapy, a mastectomy and my psche was fucked. I totally needed the weekend to get a rest. My battery went low on Thursday and Friday was more bad than good in the office. But I even managed to get through that. I think that was also because of the understanding of my bosses and my colleagues. And we even have a few other „disabled“ people in the company. That makes it easier for me because I am not alone anymore.

img_9651-1By the end of the year some people tried to interfere again. I guess that’s because of the region I live in and where I moved to because of the love to my boyfriend. I was like a colourful bird in a grey old movie and soon people started talking bad about me. A lot of times they do not have an understaning of others and don’t even want to understand others. They have their opinion and that’s it. Once I could hear them talking about someone who was sick and just started work again. „She only works 4 hours per day and is totall exhausted, I don’t get it, it’s only 4 hours. That’s not normal, it’s only 4 hours! We work more than 10 hours per day…!“ When you are deadly sick and you have gone through therapies your body is totall fucked up and totally exhausted when getting back into life. Everyone deals in a different way with it. I don’t think it’s fair to talk like that about people you don’t even really know and what they are going through.

But now I don’t about these people anymore. I just think „hey chemo was bad for the first days, too, but then it went better…“ So this is my slogan for life, I am my own idol and every time I am down I get up again on my own if no one else is there and still tries to get me down.

img_96222015 was a hard year that tought me a lot, full of love, happiness, death and pain. Letting go and living your life the best way possible and making yourself happy when no one else does. Until now the cancer hasn’t come back and I still hope that in January nothing will show up. I am greatful for every moment if good or bad but it just makes me stronger. Every person that was there for me, supported me and loved me are the ones I am so happy to have around me. And of the cancer hasn’t killed me no one else will.

Wishing you all the best for 2016 with lots of happiness and all your loced ones and lots of luck for the New Year. Thanks for 2015, 2016 can only get better, happier, nicer for everyone of us.

Die Wichtigkeit des Wichtigseins /The importance of being important

„Sie machen jetzt nur noch das was IHNEN gut tut“, höre ich die Ärztin immer noch sagen als sie mir die Diagnose Brustkrebs mitteilt. Und genau das tat ich auch. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dass meine Liebsten dabei auf der Strecke blieben war mir nicht bewusst geschweige denn, dass es mir auffiel. Denn ich war ja wichtig, ich hatte Krebs und ich musste wieder gesund werden. Immer nur ich ich ich…. Alles musste sich um mich drehen und wenn es das nicht tat war ich sauer. Ich war doch krank und andere müssten das verstehen. Das Thema Brustkrebs übernahm die Macht von mir, Tag für Nacht , tagein tagaus. Ich befasste mich nur noch mit dem Krebs. „Oh da kommt eine Sendung über Krebs“ oder „morgen ist ein Krebstreffen“ waren oft an der Tagesordnung. Es ist wie eine Freundin schon sagte als würde man mit einem Ingenieur ständig über die neuesten Modetrends reden. Irgendwann nervt es den anderen denn er oder sie hat ja auch noch ein anderes Leben und möchte auch mal schöne Momente mit dem Partner erleben ohne immer wieder darüber reden zu müssen. Mein Partner versuchte mich wach zu rütteln, aber ich blieb stur, er biss auf Granit. Er musste mich verstehen, er musste Rücksicht nehmen, er musste musste musste. Ich fühlte mich für sehr wichtig, denn es war ICH die sich mit dem Tod rumkämpfte. Und das sagten mir auch die Ärzte, meine Mutter sowie andere Brustkrebspatienten. Mir wurde immer weniger bewusst, dass ich den Bezug zum Alltag und der Realität verlor. Brustkrebs, das war mein Leben, von morgens bis abends sogar bis spät in die Nacht hinein. Ich vergaß, dass mein Partner Bedürfnisse hatte und gern wieder schöne Momente mit mir verbringen wollte. Wir fuhren an die Ostsee und nach Prag, in die Sächsische Schweiz. Aber mein Motto war „Hauptsache ich und alle andere müssen sich danach richten, ich bin schließlich schwer krank und habe keine Grippe!“

Mein Blog half mir über meine Probleme zu reden, ich verarbeitete so Geschehenes und gab anderen Betroffenen Halt. Mein Partner verarbeitete es für sich, blieb ruhig und versuchte mich aufzubauen, mir Normalität zu geben. „Aber warum“, dachte ich, „Der nimmt mich nicht ernst!“ Jetzt verstehe ich warum Freunde und Partner oft so reagierten. Sie stehen Todesängste aus, wollen den Partner nicht verlieren und vergessen dabei sich selbst, wollen die traute Zweisamkeit nicht verlieren. Denn nichts ist mehr so wie es mal war.

„Jetzt ist alles vorbei, jetzt kannst du wieder neu anfangen und alles vergessen.“ Nichts ist vorbei, dachte ich, es ist immer noch alles da und es muss immer noch Rücksicht genommen werden. Ich verlangte von anderen sich in meine Lage zu versetzen um mich zu verstehen. Aber mal ganz ehrlich, wer möchte als Gesunder denn schon darüber nachdenken wie es wäre zu sterben, wie es wäre am seidenen Faden zu hängen, jeden Tag einen Todeskampf ausführen zu müssen? Keiner. Das einzige was Angehörige machen können ist einen aufzubauen, für einen da zu sein, einen wieder in die Normalität zurück zu holen. Egal wie, und das war auch gut so, und leider vergreifen sich dann auch einige im Ton was sicherlich nicht böse gemeint ist sondern lediglich Frust ist über die Sturheit des Patienten.

Heute kann ich sagen, dass das Thema irgendwann zu präsent war, ich mich eingeigelt habe, ich Angst davor hatte so etwas wieder durchmachen zu müssen und mich deshalb versuchte vor allem zu schützen. „Nein ich kann nicht weggehen, ich brauche Ruhe, nein ich kann das nicht, nein ich kann dies nicht und überhaupt und sowieso.“

Klar achte ich auf meine Gesundheit mehr als vorher, aber irgendwie hätte ich auch mehr auf mein Umfeld achten sollen. Alle versuchten mich zu verstehen, doch ich verstand keinen. Denn das Wichtigste was es gab war ich und meine Gesundheit.

Ich fühle mich als hätte es vor einigen Wochen einen riesigen Knall gegeben und ich wäre erwacht aus dieser Brustkrebsblase. Die Therapie ist zu Ende seit Februar, nur noch Tamoxifen nehme ich was manchmal etwas Depressionen auslöst, aber im großen und ganzen geht es mir gut. Ich bin zurück im Leben, habe einen tollen Job, habe ein super Umfeld was ich erst so richtig schätzen gelernt habe seit meiner Krankheit. Ich bin froh alles überstanden zu haben und hoffe, dass es auch immer so bleibt. Der Krebs bleibt ein stiller Begleiter, und das soll auch so bleiben. Er soll nicht mehr den Alltag regieren, sondern ein Thema sein, der wie eine Geschichte irgendwann zu Ende geht und nur die Erinnerung daran bleibt.


“From now on you only do what you love“ I still hear the doctor saying to me when I got diagnosed with breast cancer. And that’s what I did. I didn’t look for others, I just didn’t care. I didn’t realize that I kind of lost my loved ones on the way. I was important, I had cancer and I had to get healthy again. Always just me me me. It always had to be about me and when it wasn’t that way I went mad.

Brustkrebsmonat Oktober / Breast Cancer Awareness Month 

Der Brustkrebs Monat Oktober ist vorbei, doch der Krebs ist immer noch ein Thema. Bei mir auf jeden Fall und das wird wohl auch immer so bleiben. Doch warum ist gerade der Monat Oktober die Zeit wo auf das Mammakarzinom aufmerksam gemacht wird?

Die American Cancer Society rief 1985 den Brustkrebsmonat das erste Mal ins Leben. Diese medizinische Organisation aus den USA hat es sich seit 1913 zur Aufgabe gemacht Krebs als Gesundheitsproblem aus der Welt zu schaffen: durch das Verhindern von Krebs, Retten von Leben, Verringern des Leidens durch Krebs durch Forschung, Schulung, Verteidigung und Einsatz. Seitdem finden Events während des ganzen Monats statt, Benefizveranstaltungen vorwiegend in der letzten Oktoberwoche.

IMG_8671In Deutschland unterstützt die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe durch Aktionen und Sachinformationen. Mittlerweile gibt es viele andere Organisationen und Vereine (Haus Leben aus Leipzig z.B.) die im Monat Oktober auf und durch ihre Veranstaltungen aufmerksam machen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei meist auf der Sensibilisierung von Krebs, andere darauf aufmerksam zu machen und Vorurteile abzubauen sowie die Angst zu nehmen. Bei vielen habe ich jedoch den Eindruck sie wollen einfach nur ganz viel Umsatz machen, indem sie Artikel verkaufen die in Verbindung mit Brustkrebs stehen… oder auch NICHT. 😀

Doch warum wird das alles gemacht? Warum muss auf diese Art und Weise auf Krebs aufmerksam gemacht werden? Laut der Krebsregisterdaten soll es einen Anstieg von Krebsneuerkrankungen zwischen 2010 und 2030 um 20% geben. Und das allein in Deutschland! Tendenz steigend.

Die Medikamente werden besser, aber auch die Krebserkrankungen steigen. Und hier frage ich mich oft: „Ist dies gewollt, damit die Pharmaindustrie mal wieder Geld machen kann? Zusammenpassen würde es ja. Wie meine Gynäkologin schon meinte solle die Immuntherapie in ca 10 Jahren die Chemotherapie ablösen, doch wer macht dann noch Geld mit einer Chemotherapie? Und die ganzen Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen? Wer braucht das alles dann noch? Wohl keiner, und hier hat die Phamaindustrie mal wieder Einbußen. Sozusagen werden wir krank gemacht, um wieder geheilt zu werden. Denn nur mit kranken Menschen lässt sich gut Geld verdienen. Nur leider wird es meiner Meinung nach immer auffälliger, da zunehmend mehr junge Menschen an Krebs erkranken was früher eher eine Krankheit bei älteren Menschen war. Bei Frauen tritt am häufigsten Brustkrebs auf, bei Männern ist es Prostatakrebs, danach kommen Lunge und Darm die gern mal vom Tumor befallen sind.

Die letzte „Wursthysterie“ versetzte alle in Angst und Schrecken. Rotes Fleisch wie Salami und Schinken seien höchst krebserregend. Aber mal ganz ehrlich, ist nicht alles irgendwie schlecht für uns, wenn wir davon mehr als genug essen? Zu viel Zucker macht fett und kann auch krebserregend sein, zu wenig Bewegung auch, zu viel Stress auch und und und. Da bekomme ich einen an der Waffel und frage mich „was kann ich überhaupt noch mit gutem Gewissen essen? Bio ist nicht gleich Bio, vegetarische Produkte sind mit krebserregenden Stoffen gespritzt, um sie länger haltbar zu machen und sich nur vegan zu ernähren sprengt manchmal den Geldbeutel und ist nicht überall möglich. IMG_9092Besonders auf dem Land wirst du dann schief angeguckt. „Was, du isst kein Fleisch?“ Nö will ich nicht mehr. Hühnchen ist mit Antibiotika versetzt, rotes Fleisch ist sowieso krebserregend und Schweinefleisch mag ich nicht, Enten finde ich süß, und mein Kaninchen würde ich niemals essen
wollen, obwohl es nur gutes von mir zu futtern bekommt. Ja ja mein kleines Pelztier, ein Jahr ist er nun schon bei mir. Wir sind uns so nahe, dass wir selbst zu Halloween ein Partnerkostüm haben. Rotkäppchen und der Wolf. Tiere geben einem einfach so viel. Sie sind treu und immer für einen da und irgendwie verstehen sie einen. Außerdem sind sie gern draußen wodurch ich auch gezwungen bin raus zu gehen. Das wirkt sich wiederum positiv auf mein Wohlbefinden aus und Bewegung ist ein guter Krebskiller.

 

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Der Monat Oktober war auch für mich sehr aufregend. Letzten Oktober verlor ich meinen Mops, diesen Oktober bekam ich das Ergebnis vom MRT: kein Krebs mehr nachzuweisen. Ich organisierte mein erstes Brustkrebstreffen in Hamburg. Und weil ich mich so darauf gefreut hatte, bastelte ich für jede von uns ein pinkes Armband mit der Aufschrift „Hilfe mit Herz“, denn so heißt unsere Gruppe. Profit wollte ich nicht daraus machen, obwohl ich mittlerweile Anfragen für diese Armbänder habe. Mir war es nur wichtig, den Mädels ein gutes Gefühl zu vermitteln und zu sagen „hey du bist nicht allein“. Es war das erste Mal seit Kerstin’s Tod, dass ich mich wieder verstanden fühlte. Für einen Außenstehenden ist es oftmals schwer zu verstehen oder sich in die Situation hinein zu versetzen was gerade in uns vorgeht. Wir redeten fast 4 Stunden lang, brunchten nebenbei, drückten uns. Die Atmosphäre war einfach nur wundervoll und der Tag hätte noch so weitergehen können. Jeder von uns war anders und doch verband uns etwas, und zwar die Rosa Schleife, die Brustkrebsschleife. Ein herzliches Treffen was unbedingt wiederholt werden sollte. Aber im Frühjahr gibt es wieder eins, und das wird noch schöner.

Es ging mir besser danach und ich freue mich schon aufs nächste Treffen der pink Ladys. Ich bin froh, dass es diese Gruppe gibt. Sie gibt mir so viel. Es ist als wären wir alle Freundinnen, doch nur wenige von uns kennen sich persönlich. Ich wünschte ich könne irgendwann mal ein großes Charity Event für all diese Frauen und deren Angehörige organisieren. Der Austausch untereinander ist wichtig, besonders auch für Angehörige, denn meist leiden diese am meisten. Sie wollen einen verstehen, einem helfen, doch meist sind sie total hilflos.

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Mittlerweile ist in mein Leben fast wieder der Alltag eingekehrt. (Irgendwie hasse ich das Wort Alltag, da es sich so normal anhört.) Ich fahre jeden Morgen zur Arbeit, arbeite 6 Stunden (was auch völlig ausreichend ist), fahre wieder nach Hause, mache die Hausarbeit, koch, spiele mit dem Hasen und falle dann tot ins Bett. Mein Schlaf hat sich total verbessert und ich freue mich jeden Morgen wieder aufstehen zu dürfen und einen Job mach zu dürfen den ich liebe und in dem ich aufgehe. Klar war es nicht schön krank zu werden, aber irgendwie hat es mich in die Richtung gebracht in die ich immer gehen wollte. Ich wollte Gutes für andere tun, mich sozial engagieren, einen Job haben den ich liebe und im Gesundheitsbereich arbeiten.

Der Brustkrebsmonat Oktober, er war aufregend, lehrreich, emotional und ich habe mal wieder viele tolle Menschen kennengelernt. Ich hätte gut und gern auf den Brustkrebs verzichten können, doch diese positiven Nebenwirkungen die er auch mit sich bringt verschönern mir die Zeit und lassen sie trotz allem noch weiterhin lebenswert sein.

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Breast cancer awareness month is over but cancer is still a big topic. Well for me it is and it will probably stay like this forever. But why is actually october the month where everyone wants to raise awareness of the mammacarcinoma?

American Cancer Society started the breast cancer awareness month for the first time in 1985. The medical organisation stands for the elimination of cancer as a massive health problem. They try to prevent cancer, safe lives, educate others. Ever since charity events are being held by the end of the month and other events about breast cancer to raise awareness.

Die dunkle Seite / The dark side

fröhliche SUDer Krebs kam, sah und siegte. Er wird auch immer irgendwie bleiben, auch wenn meine rechte Brust nicht mehr da ist. Das merke ich in den Momenten wo es mir einfach nicht gut geht, wo ich nicht weiß wieso weshalb warum. Die Tränen fließen wie ein schnellender Fluss, das Herz pocht, die Luft scheint immer weniger zu werden. Das sind die Momente wo ich nicht mehr die Su bin die alle kennen. Fröhlich, lustig, lachend, albern und viel Sonnenschein im Herzen. Die meisten sehen und kennen mich so. Das ist oft auch gut so, denn ich möchte anderen ein Beispiel sein, vielleicht auch ein Idol. Ich selbst hatte nie ein Idol, deshalb versuche ich es besser zu machen und anderen so Halt zu geben. Und weil ich auch weiß wie schmerzhaft und unglaublich hart es ist allein in so einer Situation zu sein, versuche ich für andere da zu sein. So weit es geht. Doch manchmal geht einfach gar nichts mehr.

In diesen Momenten kommt keiner an mich heran. Selbst meine Mutter oder mein Freund nicht. Am Telefon zu meiner Mutter sage ich nur schroff „Heute nicht, ich kann nicht,“ und lege auf. Ich lege mich auf die Couch, kauer mich zusammen. Alles ist zu viel. Der Fernseher dröhnt als würde eine Bassanlage neben mir stehen, das Klackern des Handys hört sich an als würden Elefanten durch die Savanne trampeln. Mit meinen Beinen strampel ich auf und ab, fahre mir zum 1000 Mal durch die Haare, die Haut juckt als wären Millionen von Spinnen im ganzen Körper. Mein Freund versucht mich zu umarmen doch ich wehre ab. „Rien ne va plus“ würde ich sagen. Nichts geht mehr. Innerlich drehe ich vollkommen durch und irgendwie will ich nicht, dass mich so jemand sieht. Wer liebt schon einen verkrüppelten Menschen der noch vollkommen einen an der Waffel hat?!?

IMG_0128Ich schleppe mich ins Bett, reiße mir die Skinny Jeans von den Beinen und das T-Shirt mit dem Bustier ohne Bügel vom Leib. Es fühlte sich an wie eine 2. Haut die endlich runter musste. Als würden mich meine eigenen Kleider ersticken.

„Deine Freunde kennen dich nur, wenn es dir gut geht. Keiner hat dich jemals so gesehen. Alle denken immer dir geht’s gut. Keiner weiß was bei uns zuhause wirklich abgeht,“ meinte einmal mein Freund.

Und er hatte Recht. Keiner weiß es und keiner wird es jemals verstehen.

Normalerweise schreibe ich recht viel mit meinen Freunden, weil sie das Wichtigste in meinem Leben sind und ich ohne sie nicht kann. An diesen Momenten lasse ich sie jedoch nicht teilhaben. Da kommt es auch oft vor, dass ich mich tagelang nicht mehr melde oder gar eine freundliche Anrede zusammen bekomme. Nur ein flüchtiges „Sorry mir geht’s nicht gut…“ und fertig ist die Nachricht. Senden. Darüber reden will ich auch nicht, es würde eh keiner verstehen, und mich stundenlang zu rechtfertigen kostet mich Kraft und Zeit die ich in diesen Momenten nicht habe.

Dass ich schwach, depressiv und ängstlich zusammen gekauert im Bett liege weiß zu diesem Zeitpunkt nur mein Freund. Und auch der ist hilflos. Denn egal was er machen will, es ist falsch.
IMG_2021Alles ist falsch, das Leben ist Scheiße und generell gibt es keinen Lichtblick mehr. Was auch? Ein Leben mit Medikamenten und Nebenwirkungen? Ein Leben voller Angst? Wie lange dieser Moment andauert ist nicht vorausschaubar. Es ist als würde ich in einem tiefen schwarzen Loch versinken und nicht mehr rauskommen. Die Gedanken kreisen, sie sind überall. Und dann auf einmal wird mir bewusst

„Scheiße, ich hab Krebs!“

Die Chemotage sehe ich vor mir wie ich vollgepumpt mit Medikamenten nur noch schlafend beim Arzt im Sessel liege oder zuhause mich immer wieder übergeben muss bis nur noch grüne Galle kam. Oder wie ich den Abend vor der OP bitterlich weinte, wie ich danach aufwachte und meiner Mama Halt geben musste, weil sie total fertig war. „Du warst kreidebleich als du zurückkamst.“ Oder wie mein Freund nach jeder OP pünktlich im Krankenhaus war, weil ich mir schon immer wünschte, dass jemand da ist, wenn ich aus dem OP zurück kam. Eigentlich hatte er genug zu tun, es war sein erstes Jahr der Selbständigkeit, und trotzdem nahm er sich frei. Ich glaube, dass es für ihn ein großer Spagat war und oft auch immer noch ist. Er wollte nie zugeben, dass er Angst hatte. Als wir einen Film über Krebs schauten, weinten wir fast und er sagte

„Ich hatte manchmal so sehr Angst um dich.“

Er bekam das alles hautnah mit und wir haben uns viel gestritten während dieser Zeit. Zuerst konnte ich es nicht verstehen, jetzt wird es mir und ihm immer bewusster was damals eigentlich passiert war.

IMG_1040All diese Gedanken und noch viel mehr spukt dann in meinem Kopf herum. Ich will, dass jemand da ist in diesem Moment, aber irgendwie auch nicht. Ich verkrafte es nicht, wenn andere mich so sehen. Ganz ehrlich, ich glaube auch, dass sie es nie verstehen würden. Da kommen dann schon mal Sprüche wie „Na aber das wird schon wieder“ oder „In den Job kommst du schnell wieder rein, war bei mir auch so“ oder „Ich hab auch manchmal einen depri, das vergeht…“ So langsam gebe ich auf meine Krankheit zu rechtfertigen, mich zu erklären, zu sagen wie es ist. Denn es will oder kann keiner so richtig verstehen. Auch wenn die Chemo vorbei ist, so braucht der Körper Jahre um sich davon zu erholen. Der eigene Körper altert in dieser Zeit um 10 Jahre. Von der Psyche ganz zu schweigen.

Die Angst ist immer da, war sie auch von Anfang an. Nur hatte ich während den Therapien nicht so viel Zeit um darüber nachzudenken. Sobald ich fertig war mit der Bestrahlung fingen die Panikattacken und Angstzustände an. Um so mehr Zeit verging desto mehr Angst hatte ich. Angst vor mir hinvegetieren zu müssen, Angst nie mehr so zu sein wie früher, nie mehr so viel Kraft zu haben wie vorher. Und vieles ist davon auch eingetreten. Mein Gedächtnis ist wie ein Sieb, das liebe Weizengras/ Wheat grassChemobrain wie ich es gern nenne. Du sagst es, ich vergesse es. Müde bin ich auch irgendwie oft. Dagegen mache ich Sport, nehme Vitamine die Schwangere nehmen sollten, trinke Smoothies mit Gersten- und Weizengras. Wenn ich zu viel anhabe schwitze ich wie ein Schwein, wenn ich Kaffee trinke sitzen 10.000 Schweißperlen auf der Stirn. Schweres Essen bekommt mir nicht und sowieso könnte ich manchmal total an die Decke springen, im Dreieck hüpfen, aus mir rausplatzen.

Wenn diese Minuten, Stunden, Tage oder manchmal auch Wochen endlich vorbei sind, sehe ich auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Während dieser ganzen Zeit bin ich sonst kaum ansprechbar. Dann bin ich froh, wenn es vorbei ist und trotzdem frage ich mich wie schon seit Anfang der Therapien „Wie fühlt es sich an wieder normal zu sein?“

 

Diagnose Brustkrebs - Prognose Leben

 

Brustkrebsmonat: der Oktober steht im Zeichen der pinken Schleife. Teile diesen Beitrag, um andere darauf aufmerksam zu machen. Denn auch heute noch stirbt jede 4. Frau an Brustkrebs.

In Gedenken an Kerstin. 

Der Krebslook / The look of cancer

Immer wieder treffe ich auf Menschen die von mir total verblüfft sind. Warum? Das weiß ich auch nicht, aber ihr Spruch ist häufig: „Du siehst gar nicht danach aus…“ Nach was? frage ich mich dann, nach Krebs? Aber wie sieht denn jemand aus der Krebs hatte? Wie ein Zombie? Wie ein Kranker der im nächsten Moment stirbt? Ist es möglich, dass man Menschen ansieht, dass sie einst an Krebs erkrankt waren und wenn ja wie?

Oft denke ich, dass viele von euch eine falsche Vorstellung vom Krebs haben. Ich zähle mich gern mit dazu, denn bevor ich an Brustkrebs erkrankte, dachte ich auch immer gleich an den Tod, an Haarausfall, an Augenringe, an ein abgemagertes etwas, das nur darauf wartete endlich sterben zu dürfen. Aber diese Krebserscheinungen sind meist von recht kurzer Dauer. Genau so schnell wie ein Trend gekommen ist, so ist er auch wieder vorbei. Und genau so kommt mir das mittlerweile auch beim Krebs vor. Der Krebs kommt und geht wie er will.

IMG_0627-0Letztes Jahr zu Halloween überlegte ich lange welches Kostüm ich nun wählen sollte. „Ich gehe einfach als Krebspatient. Für dieses Outfit habe ich ja alles, oder eben nicht.“ Die anderen waren etwas geschockt als sie mich dies sagen hörten. Ich lachte nur. Zum Weinen war mir kaum noch zumute und irgendwie musste ich doch diese Zeit sinnvoll nutzen. Wenigstens an so einem Tag wie Halloween konnte ich meine Krankheit positiv für mich nutzen. Letztenendes ging ich als Hexe, stülpte meine blonde lange Perücke auf, malte meine Augenringe noch gunkler und trug knallroten Lippenstift.

Seitdem ich kurze Haare habe trage ich sehr gern tiefroten Lippenstift. Die kurzen Haare kommen so viel besser zur Geltung und ich wirke recht frech damit. Und irgendwie gibt es mir ein wenig Weiblichkeit wieder, wenn ich schon mein Busenfreund, monsieur-ich-bin-ein-tumor-und-will-nun-tun-und-lassen-was-ich-will-mit-diesem-körper, meinen rechten Mops mit sich genommen hat.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

Auch meine Fröhlichkeit nahm mir der Krebs nicht. Ich bin eher noch humorvoller geworden als vorher. Während meines Aufenthalts auf Ibiza zum Beispiel fühlte ich mich richtig gut, zog mir einen Minirock an, hohe Stilettos und mal wieder meine blonde Langhaarperücke (die ich übrigens die ganze Zeit über anklebte an meinen Kopf damit sie im Pool oder im Meer nicht davon schwamm). Im Spiegel sah ich recht passabel aus und schrieb Anthony aus London „Also für jemanden der Krebs hat sehe ich ganz gut aus…“ Zurück kam: „Oh Suz, so was kann auch nur von dir kommen!“ Dazu ein paar lachende Smileys. Ein letztes Mal meinen rechten Mops unter der Sonne Ibiza‘s bräunen, ein letztes Mal oben ohne gehen. Das brach mir irgendwie das Herz.

Am Abend vor der OP, am 30.September 2014, heulte ich wie ein Schlosshund und wäre am liebsten aus dem Krankenhaus abgehauen. Aber der Krebs musste endlich gehen, auch wenn es hieß meine rechte Lieblingsfreundin zu verlieren.

Am Tag der OP sprang ich in die megaheißen weißen Thrombosestrümpfe, warf dieses tolle Gewand von Nachthemd über und setzte mir eine Beanie Mütze auf, die die Schwester meiner Freundin für mich extra entwarf. Und da war er, der Krebslook. Völlig nackt unter dem Gewand, nirgendwo ein Haar zu sehen, dunkle Augenringe, trockene Haut, rissige Nägel, traurig und allein als würde ich jeden Moment zerfallen. Als würde der Krebs jeden Moment zuschlagen und sagen wollen: „Da bin ich, es kann losgehen, der Tod erwartet dich schon seit einiger Zeit, aber du scheinst dich ja zu sträuben.“

Nein, das konnte es nicht gewesen sein. So wollte ich nicht gehen und ich wollte nicht, dass mich irgendjemand so sah, so tot, so traurig, so fertig um diese Welt nun verlassen zu müssen. Bis heute weiß ich, dass ich leben will, dass mein Leben bisher viel zu kurz war und ich noch nicht alles gemacht habe was ich gern gemacht hätte.

Um so mehr ich mir dies vor Augen hielt, desto mehr rückte der Tod wieder in die Ferne.

Su nachdenklichUnd heute scheint es manchmal so als wäre das alles niemals passiert. Als hätte jemand auf einmal die Reset Taste gedrückt und ich bekam die Chance meinen Rechner nochmal neu hochzufahren.

Vom langhaarigen Blondie das nicht genau wusste wohin die Reise ging wurde ich zum Glatzkopf der völlig aus dem Leben gerissen wurde um dann endlich ein neuer Mensch mit Pixie Look zu werden, der jetzt mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will.

 

Ich sage es nicht mehr oft, dass ich mal Krebs hatte, außer jemand fragt explizit warum ich denn ins Krankenhaus müsse oder warum ich noch keine Kinder habe. Und dann kommt wie immer dieser Satz „Das hab ich dir gar nicht angesehen, dass du Krebs hattest….“ Tja das hatte ich damals auch nicht, ich hatte es nur gefühlt in meiner Brust.


English Version

A lot of times I meet people who are surprised by me. Why? I don‘t really know to be honest but most of the time they say „You don‘t even look like….“ Well like what, I keep asking myself, like cancer? But how does someone look like who had cancer? Like a zombie? Like someone who is going to die within the next few minutes? Is it possible that you can tell  that someone has cancer by the look of someone and how can you tell?

Often I think that many people have got the wrong impression of cancer and I used to be one of them, too. I used to think of death, hair loss, dark wrinkles under the eyes, someone who is skinny and only waited for the final death. But these cancer apperances don‘t last very long. As soon as a trend has come the sooner it is gone again. The cancer comes and goes.

IMG_0627-0Last year for Halloween I thought about the way I should dress up. „I‘m gonna dress up as a cancer patient. I‘ve got everything for that, or not.“ The others were pretty shocked when they heard me saying that. I laughed. I couldn‘t cry anymore and somehow I had to get through that time. At least on a day like Halloween I could use my disease in a positive way for myself. In the end I went as a witch, put my long blonde wig on, got myself really dark eye patches and wore really red lipstick.

Since I have short hair I love wearing red lipstick. My pixie cut looks better with red lips and somehow it gives me some kind of female features back after my cancer already took away my right boob.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

But the cancer could NOT take away my humor. It increased more than before. During my visit in Ibiza I felt so good, I wore a mini skirt, high heels and long blonde wig (which was stuck on me with me glue so it wouldn‘t leave me in in the water. When I had a look in the mirror I looked quite alright and sent a message to my friend Anthony saying: „I look quite good for someone who has got cancer.“ And he said back: „Oh Suz, only you can say that!“ and many laughing smileys. For the last time my right boob saw the un of Ibiza, for the last time I went topless on the beach. It broke my heart.

The evening before my operation, 30th September 2014, I cried a river and really wanted to leave the hospital. But the cancer had to go for good even though it went I had to loose my dearest friend.

The day of the operation I had to wear these nice white socks, a nice dress which was totally open on the back and a beanie on my head which my friend‘s sister designed for me. And there it was, the look of cancer. Totally naked, no hair at all, dark eye patched, dry skin, broken nails and so lonely that I could fall apart the next minute. As if the cancer wanted ti get me the next minute and say:“Here I am, we can go, death has been waiting for you for a while but somehow you don‘t want to come.“

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button.

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button and I had the chance to start the computer again.

Su nachdenklichFrom being a blonde with long hair who didn‘t know where this journey is going to I got pulled out of life into being a bold head to become a new person with a pixie haircut who now enjoys life and now I know what I want.

I don‘t say it very often anymore that I had cancer only if someone is asking why I have to go to hospital or why I don‘t have kids yet.

And then I get to hear: „Oh I wouldn‘t have thought that you had cancer, you don‘t look like it at all. Well I didn‘t see the cancer in me before, I only felt it.