Mein „Best of Krebs“ / My „best of cancer“

März 2014, Diagnose Brustkrebs. April – September 2014 Chemo, 8x alle 3 Wochen. Oktober Abnahme der rechten Brust, Januar – Februar 2015 30 Bestrahlung. Juli – August 2015 Reha auf Usedom. Das war mein Leben im letzten Jahr. Ich habe die ganze Zeit auf die Reha hingearbeitet und war dann so froh sie an der Ostsee verbringen zu dürfen. Es gab mir wieder etwas Kraft und Energie, ich fand zu mir selbst. Wie sagte mein Freund so schön am Anfang der Therapie: „Sieh die Chemo als russisches Aufräumkommando an, die Bestrahlung macht danach alles sauber und die Reha macht alles wieder blitzeblank.“

Damals so gar nicht greifbar, und jetzt liegt alles hinter mir. Die letzte Woche bei der Reha dachte ich viel über mich nach, nahm mir Zeit für lange Spaziergänge am Meer, schnappte mir die Inline Skates und fuhr die Promenade auf und ab. Auf einmal, so ganz plötzlich kamen mir die Tränen. Es ist alles geschafft, alles, wirklich alles. Das Schlimmste ist nun vorbei, für immer hoffentlich. Klar, diese Antihormontherapie muss ich noch 9 Jahre lang machen und diese Spritze Trenantone (lässt meine Eierstöcke einschlafen, damit keine Hormone mehr produziert werden) muss ich noch 1 Jahr lang alle 3 Monate nehmen. Aber ansonsten ist alles geschafft. Es war alles echt, es war alles MEIN Leben mit dem Krebs, es war wie es war, ob gut oder schlecht.

Im September dann die große Untersuchung in Leipzig. MRT, Ultraschall der Brust, ein kompletter Check Up einmal jährlich. Ich bin froh, dass dies gemacht wird und Angst habe ich auch nicht davor.

So ganz plötzlich stehe ich da. Auf diesen Moment habe ich immer gewartet. Doch irgendwie weiß ich gar nicht wie es weitergeht. Das einzige was ich jetzt weiß ist, dass diese Zeit hart war aber es auch schöne Zeiten gab, dass ich nur noch das machen will was mich glücklich macht, dass ich keine Lust mehr auf negative Leute habe, dass ich nun noch mehr sage, wenn mir etwas nicht passt und ich mir nichts mehr unterstellen lasse. Das Leben ist zu kurz, um sich über andere zu ärgern oder sich von anderen ärgern zu lassen. Es ist doch ein wenig wie Woodstock im Jahre 1969 wo mehr als 400.000 Menschen für ein friedliebendes Amerika gekämpft haben. Und genau so kämpfe ich für ein friedliches Leben, für dich, für mich, für uns.

Und weil mein letztes Jahr so unbeschreiblich war, lasse ich diesmal mehr Bilder als Worte sprechen. Viel Spaß!


 

March 2014, diagnose breast cancer. April – September 2014 chemotherapy, 8x every 3 weeks. October mastectomy of my right boob, January – February 2015 radiotherapy. July – August 2015 rehab on the island Usedom. That was my life last year. I always just waited to be able to go to rehab and then I was so happy that I could spend it at the Baltic Sea. It gave me so much energy and I had some time to myself. Like my boyfriend used to say: „Let’s just think that the chemo therapy is a Russian cleaning team, radiotherapy cleans everything and rehab will leave everything nice and clean behind you.

It all seemed to far away last year and now everything is behind me. during the last week at rehab I thought a lot about myself, went for long walks at the beach, went inline skating at the promenade. And then finally my tears kept coming. Everything was done now, really everything. The worst is gone and hopefully for good. Of course I still have to do this antihormone therapy where I have to take a tablet every day and get an injection every 3 months for the next year, but in general I’m done now. It was all real, it was my life with my cancer, it was like it was, good or bad.

In September I have my annual check up in Leipzig. MRT, ultrasound of the boob, a complete check up. I’m glad I am getting this check up and I’m not scared of it.

I’m standing there and I’ve waited for this moment for so long. But somehow I don’t know how life will go on. I only know that this time was hard and tough but I also had great times, that I only want to do things that I love doing, that I don’t want to spend time with people who make me happy, and that I always stand up for myself and don’t let anyone talk bad about me anymore. Life is too short to worry about bad stuff. It’s a little bit like woodstock in 1969 where more than 400.000 people were fighting to have a peaceful America. And I’m fighting for this peaceful life, too, for you, for me, for us.

And because my life was so incredible the past year I let my picture speak. Enjoy!

Hippie times
Hippie times, ich habe mich immer schlapp gefühlt, war müde, hatte Nasenbluten / I always felt quite weak, was tired and my nose was bleeding quite a lot

 

März 2013
März 2014:  bevor ich herausfand, dass ich Krebs hatte / March 2014: before I found out that I had cancer
Krankenhaus Rodeweisch
April 2014, die erste OP, Portkatheter einsetzen und Wächterlymphknoten entfernen / first operation, getting the port catheter and taking out my main lymph node
Herzkissen für Brustkrebspatienten
Herzkissen für Brustkrebspatienten / heart pillow for breast cancer patients
11.April 2014: die erste Chemo
11.April 2014: die erste Chemo / my first chemo therapy ever
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus
Ende April 2014 die ersten Haare fallen aus / end of April: the hair started to fall out
Haarfrisur Bob
noch schnell mal eine Frisur ausprobieren bevor alle Haare weg sind / before I lost all of my hair I tried some hairstyles
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren
die Anfang Mai 2014: erste Perücke ausprobieren / beginning of May 2014: trying my first wig
ein wenig Farbe ins Leben bringen
ein wenig Farbe ins Leben bringen. Mir war zwischen den Chemos langweilig zuhause, also renovierte ich die Wohnung / adding some colour into my life so I painted our apartment during chemo
Echthaar Indian Remy blond
meine Lieblingsperücke / my favourite wig
Spazieren gehen so oft es nur geht
Spazieren gehen so oft es nur geht
Golden Polo Girl
Golden Polo Girl
AS International wigs
In Hamburg bei AS International am Hauptbahnhof hab ich 2 Stunden lang Perücken probiert / In Hamburg at AS International I tried wigs for 2 hours
Kunsthaar blond, Perücke
mein blonder Bob, Kunsthaar / My blonde bob, fake hair
Bustour
Juni / June2014: eine Ostseetour mit meinem Freund. Durch den Spreewald nach Usedom, nach Rügen bis zum Darß und zurück im Bus. / A little tour at the Baltic Sea
Juni 2014: Ostseetour
Juni  /June 2014: Ostseetour / camping tour at the Baltic Sea
Glatze durch Chemotherapie, Haarverlust bei Brustkrebs
auch mit Glatze sah ich gar nicht mal so schlecht aus 😀 / even with a bold head I looked quite alright

 

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli / July 2014: Auf Ibiza segeln / Sailing in Ibiza
vor der Küste Ibiza's irgendwo auf dem Meer
Juli / July 2014: vor der Küste Ibiza’s irgendwo auf dem Meer / Somewhere in Ibiza on my friend’s boat
Meine Freunde glauben an mich
Meine Freunde glauben an mich / My friends believe in me
Juni 2014 Hamburg radeln
August 2014: mit dem Rad 40 km durch Hamburg radeln / Riding the bike through Hamburg 40km
Friend's for life
Freunde fürs Leben, Der Krebs schweißte uns mehr zusammen als ich mir je zu träumen gewünscht hätte. Und bis heute kann ich es nicht in Worte fassen wieviel du mir bedeutest./ Friends for life. The cancer got us closer than I ever thought. Still now I can’t put in words how much you mean to me. ❤
Fahrrad fahren
Fahrrad fahren bei Krebs hat mich immer gestärkt / riding the bike throuhout therapy always made me stronger and helped me to get through therapy
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg
Freunde bei mir: Fabian zu Besuch aus Heidelberg / Friends coming to see me from Heidelberg
A day in the sunshine
Im Garten / A day in the sunshine
keep-calm-it-s-my-last-chemo-3
September 2014: letzte Chemo / last chemo
Chemotherapie im Krankenhaus
Chemotherapie im Krankenhaus / Chemo therapy in hospital
Oktober 2014: Visitors from Hamburg
Oktober / October 2014: Visitors from Hamburg
Una&SU
Oktober 2014: mit Una spazieren gehen / going for walks
Teddyzwergkaninchen
November 2014: Nachwuchs, mein Teddyzwergkaninchen / My little bunny comes to live with me
Dezember 2014: Prag
Dezember / December 2014: Prag / Prague
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
Weihnachten mit Wuschel / Christmas with my rabbit
strong girl
ich schaff das, egal wie, ich schaff das! / I will do it, no matter how, but I will do it!
Januar 2015: Skilanglauf
Januar / January 2015: Skilanglauf / Skiing
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Kerstin geht, für immer. Ich vermisse sie noch heute / Kerstin is leaving, for good. I still miss her every single day
Strahlentherapie / Radiotherapy
11.2. 2015 Strahlentherapie ist zuende/ Radiotherapy is finished
Februar 2014: Snowboarden in Italien
Februar / February 2015: Snowboarden in Italien
Snowboarden in Reschen
Und wenn keiner bei mir im Lift sitzen will, dann fahre ich eben allein hoch / If no one wants to sit next to me in the lift I’m happy to have it on my own
März 2015: Hamburg
März / March 2015: Hamburg an der Alster
April 2015: Mein Geburtstag
April 2015: Mein Geburtstag / My birthday
PS Photography, Fotografie Hamburg, Krebs, Junge Erwachsene mit Krebs
April 2015: Shooting mit Patricia Schumann Photography in Hamburg / Shooting with Patricia Schumann Wedding&Lifestyle Photography
Mai 2015: Acroyoga
Mai / May 2015: Acroyoga
Mai 2015: Katamaran Fahrt in Lissabon
Mai /May  2015: Katamaran Fahrt in Lissabon mit den Bunnies von  Patricia’s JGA /Hen do in Lisboa
Bibo Time!
Bibo Time! Meine Haare sind überall /My hair is all over the place
Bewerbungsfoto
Bewerbungsfotos machen für neue Jobs / taking pictures for job applications
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
Irgendwie ähnel ich öfter einem Vogel / I seem to be a lookalike of this bird
team discovering hands berlin
Besuch bei Discovering Hands in Berlin / Visitin discovering hands in Berlin
Berlin alter Flughafen
In Berlin radeln und Freunde wiedertreffen die ich Jahre nicht gesehen habe / riding the bike through Berlin with friends that I haven’t seen for years
Juni 2015: Sächsische Schweiz
Juni / June 2015: Sächsische Schweiz
Klettern / Climbing
Klettern / Climbing
Nana Recover your smile
Nana Recover your Smile – Workshop für Krebspatienten / Workshop for cancer patients in Munich
Recover your smile
Recover your smile
Recover your smile / Lily meets Lola
Juni / June 2015: Bei Recover your smile /Lilly meets Lola in München (Krebsworkshop) / Recover your smile cancer workshop in Munich
Im Garten mit Wuschel
Im Garten mit Wuschel / In the garden with my funny rabbit
Vintage Girl bei Patricia's Hochzeit
Juli  /July 2015: Vintage Girl bei Patricia’s Hochzeit / My friend’s wedding
Vintage Girls, Mädels vom JGA
Juli / July 2015: Vintage Girls, Mädels vom JGA / Vintage girls at my friend’s wedding
Reha Seebad Ahlbeck, Usedom
Juli / July 2015: Reha im Seebad Ahlbeck auf Usedom / Rehab at the clinic at the Baltic Sea

 

August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS
August 2015: Feiern meines Therapieabschlusses auf der SMS / Celebrating the end of my therapies at the festival
Bloggerin
ich bin Bloggerin aus Leidenschaft / ich liebe es und freue mich, wenn ich anderen dadurch helfen kann. / I have a passion for blogging and I love it when I can help others with that.

 

Und wenn ich nicht gestorben bin, dann blogge ich noch heute 😉 

And if I’m not dead I’m still blogging 😉

Eure Su / Your Su

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Wenn Hände mehr sehen – Discovering Hands – When hands can see

Frauen ab 50 Jahren bekommen eine Einladung für eine Mammographie, da ab diesem Alter das Risiko an Brustkrebs zu erkranken enorm steigt. Forscher gehen davon aus, dass Brustkrebs durch die Wechseljahre ausgelöst wird. Doch was ist eigentlich mit den anderen Frauen? Die über 69 Jahre und die unter 50 Jahre? Ich bin mit 31 Jahren an Brustkrebs erkrankt und hatte keine Vorsorge. Es gab lediglich eine ‚IGEL-Leistung‘. Soll heißen: ich hätte meine Brust für 40€ untersuchen lassen können, natürlich auf eigene Kosten. Diese Kosten werden natürlich nur von der Krankenkasse übernommen, wenn etwas in der Brust gefunden wird.

Mich hatte das ziemlich sauer gemacht, dass es für junge Frauen noch keine richtige Vorsorge Untersuchungen gibt oder ich dafür selbst zahlen sollte. Was ist mit Frauen, die gerne diese Untersuchungen in Anspruch nehmen möchten, diese aber finanziell nicht tragen können?

logo discovering hands
Photo by: discovering hands

Um so erfreuter war ich, als ich eine Einladung zum Pressegespräch im Juni von Discovering Hands nach Berlin erhielt. Da ich leider zu dem Zeitpunkt ‚keine Kapazitäten‘ hatte, vereinbarte ich einen neuen Termin mit Anke Henkel, der Leiterin von ‚Discovering Hands‘. Aber was ist eigentlich Discovering Hands?

Dr. Frank Hoffmann, Gynäkologe und Begründer von discovering hands ®, entwickelte die Methode zur Brustkrebsfrüherkennung  durch Fingerspitzengefühl vor mehr als 10 Jahren. Aufgrund von Zeitmangel bei Tastuntersuchungen durch Frauenärzte in Arztpraxen kam ihm die Idee, blinde Frauen für diese Aufgabe einzusetzen. Frauen ab 30, oder auch jünger, können diese Untersuchung in Anspruch nehmen und die Krankenkasse übernimmt sogar die Kosten. Die BKK-VBU ist die erste Krankenkasse die einen Vertrag mit discovering hands schließt und das Projekt zum Leben erweckt. Ein neuer Durchbruch in der Brustkrebsvorsorge?

Ich machte mich auf den Weg ins erste discovering hands Zentrum in Berlin in der Axel-Springer-Straße 54a. Frau Henkel begrüßte mich herzlich und stellte mir das Zentrum vor. Zur Zeit sind dort 6 MTUs  und eine Ärztin beschäftigt. Gesucht wird noch ein weiterer Arzt, um arbeitenden Patientinnen die Möglichkeit zu geben, auch abends die Untersuchung in Anspruch nehmen zu können. Geplant waren für mich eine Untersuchung mit einer Medizinischen Tastuntersucherin (MTU), ein Gespräch mit der leitenden Gynäkologin Claudia Jäggi sowie ein Gespräch im Aufenthaltsraum mit allen MTUs, der Ärztin und Frau Henkel zusammen. Frau Henkel gab mir die Pressemappe und fragte: „Sie sind also freie Journalistin?“ „Ich bin Bloggerin, ich blogge über Krebs, Brustkrebs.“

Im Zimmer nebenan nahm die MTU zuerst meine Daten auf. Sie war fast blind, hatte sich den PC mit Farben und Hintergründen jedoch für sich so ausgestattet, dass sie wusste, wo sie welche Daten zu suchen hatte. Dann setzte ich mich hin und sie untersuchte mich unter meinen Achseln. Danach legte ich mich hin, unter mir ein Stillkissen damit es schön bequem war.

streifenSie unterteilte meine Brust mit 4 haptischen Orientierungsklebestreifen in 3 Zonen. Diese 3 Ebenen wurden gründlich von oben nach unten vorsichtig abgetastet. Während der ganzen Untersuchung, die ca 1 Stunde dauert, unterhaltete ich mich mit der MTU. Sie sprach mich auf meine Erkrankung an, gab mir Ratschläge und Tipps zum Abtasten der Brust und ich fragte sie wirklich alles was mir gerade in den Sinn kam. Eine MTU erspürt wirklich jede Gewebeveränderung und kann auch das Gewebe einer verhärtetet Drüse zu einem Tumor erfühlen.

Wenn ich mich selbst abtaste, ist es immer schwer zu sagen für mich, ob ich da gerade mal wieder einen Tumor fühle oder ob es nur eine Brustdrüse ist. Die MTU kann einen Tumor ab 6mm ertasten, ab 3mm ist ein Tumor meist erst sichtbar. Durch die MTUs sind 30% mehr kleinere Befunde ertastbar die kleiner sind. Natürlich ist diese Methode keine Ersparung der Mammographie, aber eine grandiose Ergänzung zu allen anderen Untersuchungen. Es soll wohl auch schon Fälle gegeben haben, wo eine MTU etwas getastet hatte, was nicht mal auf dem Ultraschall oder der Mammographie zu sehen war. Und ich muss sagen, diese Untersuchung war wirklich mehr als gründlich, die Atmosphäre sehr entspannt und angenehm. Am Ende der Untersuchung kam nochmal die Ärztin Frau Dr. Claudia Jäggi in das Untersuchungszimmer und tastete meine Brust nochmal ab. Danach unterhielt ich mich noch eine Weile mit der Ärztin über discovering hands. Im Anschluss kamen die MTUs, Frau Dr. Jäggi, Frau Henkel und ich nochmal im Aufenthaltsraum zusammen, um uns über Themen auszutauschen, uns gegenseitig kennenzulernen und um das Thema Brustkrebs besser zu verstehen. Denn jeder von uns war mit dem Thema auf seine Art und Weise vertraut. Ich konnte den Mädels von meiner Krankengeschichte erzählen und sie mir von ihrem Leben als blinde MTUs. Es war ein respektvoller und neugieriger Austausch von Lebenserfahrungen.

 

Die Ausbildung

Die Ausbildung zu einer Medizinischen Tastuntersucherin, kurz MTU, dauert 9 Monate und ist eine team discovering hands berlinZusatzqualifikation und eine qualitätsgesicherte Erweiterung zur Brustkrebsvorsorge. Die ersten sechs Monate beinhalten viel Theorie, die letzten drei Monate können die MTUs ihr Wissen praktisch erlernen und anwenden, sei es in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Es gibt zusätzlich monatliche Fortbildungen für Zertifizierungen und die MTUs organisieren untereinander Telefonkonferenzen für den gegenseitigen Austausch. Da das Arbeitsangebot für blinde begrenzt ist, so ist diese Zusatzqualifikation eine tolle Art der Wiedereingliederung ins normale Leben. Eine Win-Win Situation für beide Seiten. Jedoch muss jede MTU mindestens eine Ausbildung vorweg erfolgreich abgeschlossen haben und keine Scheu vor Menschenkontakt haben. Natürlich gibt es anfangs Berührungsängste gegenüber der Patienten und ihren 2 Freundinnen, aber diese bauen sich generell ab. Eine MTU nimmt mit ihrem Einfühlungsvermögen dem Patienten die Angst vor einer Untersuchung und baut so einen persönlichen Kontakt mit ihm auf. Pro Praxis ist eine MTU vorgesehen, die, falls gewünscht, an einem Nachmittag in die Praxis für Tastuntersuchungen kommt. Sollte etwas getastet werden, so setzt sich das Zentrum sofort mit dem jeweiligen Arzt in Verbindung, um weitere Schritte in die Wege zu leiten, denn die Diagnose bleibt immer noch beim Arzt. Mittlerweile gibt es 19 MTUs deutschlandweit. Im bundesweiten Netzwerk sind schon über 20 Arztpraxen, teilnehmende Praxen findest du unter diesem Link.

 

Wer zahlt diese Untersuchung und wo bekomme ich einen Termin?

Die Kosten für eine Tastuntersuchung werden von den Krankenkassen übernommen. Momentan arbeitet die BKK VBU und einige kleine Versicherungen mit discovering hands zusammen. Frage am besten bei deiner Krankenkasse nach, ob sie auch die Kosten übernimmt. Einen Termin kannst du selbst vereinbaren, dein Arzt kann einen für dich organisieren oder du meldest dich bei deiner Krankenkasse. Die BKK VBU informiert ihre Versicherten über diese neue Art von Vorsorgeuntersuchung per Post oder Ärzte des Gyn-Verbundes werden benachrichtigt.

 

Zukünftige Aussichten

Discovering Hands plant ein zweites Zentrum in Leverkusen und bildet weiterhin blinde zu MTUs aus. Momentan sind es mehr als 20 MTUs deutschlandweit. Die Nachfrage steigt, was meiner Meinung nach auch sinnvoll ist anhand der Tatsache, dass immer mehr junge Frauen an Brustkrebs erkranken. Es sind zusätzlich Workshops geplant, die Patientinnen zeigen sollen wie sie ihre Brust richtig abtasten und den Fastbefund richtig deuten.

Fazit

Ich bin hellauf begeistert, endlich eine Methode gefunden zu haben die für Frauen jeden Alters zugänglich ist und finanziell unterstützt wird. Außerdem wird aus einer Behinderung eine Begabung gemacht, die sehr hilfreich und notwendig ist in der heutigen Zeit. Es ist eine Integration von Krankheit und Mensch, die zusammen ein positives Ergebnis erzielen. Faszinierend finde ich zudem, dass den blinden oder sehbehinderten Mitarbeitern ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten wird, was in der heutigen Zeit wichtig aber nicht immer selbstverständlich ist. Leider bekam ich am eigenen Leibe zu spüren, wie eine Brustkrebserkrankung oder auch Schwerbehinderung das Aus auf dem Arbeitsmarkt bedeuten kann.

Jeder der auch gern solch eine Untersuchung machen möchte kann ich nur darin bestärken einen Termin in einer Praxis oder im Zentrum wahrzunehmen.

Für weitere Informationen schaut doch bitte auf der Website von discovering hands nach, setzt euch mit dem Zentrum in Verbindung oder fragt bei eurer Praxis einfach mal nach.

Discovering hands empfiehlt eine Ultraschalluntersuchung der Brust ab 40 alle 2 Jahre.

 Vielen Dank an das Discovering Hands Team für den tollen Tag!

 


ENGLISH VERSION

At the age of 50 women get an invitation for a mammogram because the risk of getting breast cancer rises enormous at this moment of time. Scientists assume that breast cancer is caused by menopause. But what is actually going on with women who are younger oder older than 69? I suffered from breast cancer at the age of 31 and never got offered a medical prevention. There was only an examinationof my breast for 40€ which I had to pay on my own and my insurance company only paid for that in case they have found something severe.

I was pretty annoyed that there wasn’t any prevention plan for young women or that we had to pay on our own. What’s going on with women who would like to make demands on an examination like that but haven’t got the money to do so?

logo discovering hands
Photo by: discovering hands

However, I got invited for a press event at discovering hands in Berlin in June. Unfortunately I couldn’t be there at that time but I made up another appointment with Anke Henkel, manager of the center. But what is actually ‚discovering hands‘?

About 10 years ago, Dr Frank Hoffmann, gynecologist and founder of discovering hands ®, developed this method of the early recognition of breast cancer through fine sensitivity. Because many gynecologists haven’t got the time to touch the booby in detail Dr Hoffmann had the idea to use blind women for this special task. Women at the age of 30 or younger are able to have an examination of their boobs and the insurance company even covers the costs for that. The BKK-VBU was the first insurance company who actually supported this project. Was this the start of a new are of discovering breast cancer at an early stage?
So I went to get to know the center and the practice which is based in Berlin in the Axel-Springer-Straße 54a. Frau Henkel welcomed me and showed me the center. At the moment there are 6 MTUs (medical touch examiner) working and one doctor. They are still looking for another doctor so they can offer their practice in the early evenings for women who are working till late. When I got there they planned an examination for me, a little chat with the doctor and then a get together of the MTUs, the doctor and the center manager Anke Henkel. She asked me „So you are a journalist?“ „Well, I am a blogger, I blog about cancer, breast cancer.“ She gave me the press kit and then sent me to the room next door for my examination.

The MTU took my data first and wrote down my details in the computer which she could see through her own adjustments made especially for her so she could actually tell what the computer was showing. Then I sat down and she checked my armpits. After that I had to lay down, underneath me a big pillow which made it comfortable for me.

streifenShe divided my breast with 4 haptical plasters into 3 zones. These 3 zones were examined by her very well from top to bottom. We talked to each other during the whole examination which took about 1 hour. She asked me about my breast cancer disease and gave advice about how to touch my boobs. To be honest I asked her everything that came into my mind. Blind MTUs can feel every bit of change of your tissue and knows the different of a tumor and a mammary gland.

When I touch myself it is hard to say if I feel a hard mammary gland or if it’s a tumor again. For MTUs it is possible to feel tumor at the size of 6mm whereas a tumor is visible at the size of 3mm. 30% of smaller findings are ’seen‘ through MTUs. Of course this method can’t be replaced with a mammogram but it is an amazing complement to all the other examinations. Apparently an MTU was able to feel a tumor even though it wasn’t visible on the ultrasound or the mammogram. I have to say this examination was done very well and in-depth, the atmosphere was very friendly. At the end of is the doctor came back into the room and check for the second time to make sure everything was alright. I had a little chat with her about discovering hands until we went to the common room where we got together with the rest of the MTUs and the center manager Anke Henkel. We got to know each other, exchanged thoughts and information about breast cancer. They showed me their life as a blind MTU and I showed them my life with breast cancer. It was a respectful and curious exchange of life experiences.

The training

The training of becoming an MTU takes 9 months and is an additional qualification and an assured team discovering hands berlinquality prevention of breast cancer. The first 6 months are packed with theory and the last 3 months are full of practice in hospitals. As an MTU you can do additional certificates which are offered monthly. The MTUs organise telephone conferences with each other to exchange thoughts. Because there aren’t many job offers for blind people this is a good job to get back to normal life and to get in contact with others who appreciate who you are. Of course you will be shy of touching someone else’s boobies but it will go away and be natural at some point. The MTU builds up a personal contact with you and takes away your fears. There is one MTU per practice planned who comes in the afternoon. In case of finding something in your boob the centers gets in touch with your personal doctor. Still though the doctor have to make the diagnosis. Right now there are more than 19 MTUs in Germany and more than 20 practices have joined the discovering hands network.

Who covers the costs and where can I get an appointment?

The costs are covered by your insurance comapany. Right now the BKK VBU and some small insurance companies are working with discovering hands. You can get an appointment through your doctor, your insurance company or make an appointment yourself.

A look into the future

Discovering hands has planned another centre in Leverkusen and still trains more MTUs. Right now there are more than 20 MTUs working. There is a strong demand which is very wise as more young women suffer from breast cancer. There are additional workshops planned for showing patients how to examine their breast and how to interpret a result.

Conclusion

I am very impressed by this method which is finally available for women of every age and the costs are covered by the insurance companies. A disability becomes a gift which is very helpful in times like these. It’s an integration of a disease and humans that achieve a great result together. Fascinating is also that disabled people get offered an open-ended contract which is not always naturally nowadays. Unfortunately I got to know myself what it means to lose my job because of breast cancer.

Everyone who likes to have such an examination is more than welcome to arrange a time. For more information please visit the website of discovering hands.

Discovering hands recommends an ultrasound of the breasts at the age of 40 every 2 years.

Thank you Discovering Hands for your time!