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Von der Zerreißprobe zum großen Glück

Lange Zeit schrieb ich nicht. Das hatte mehrere Gründe, denn mein Leben veränderte sich nochmal drastisch. Menschen, die immer an meiner Seite zu sein schienen, waren es nicht. Im Nachhinein wurde mir vorgeworfen ich wäre eine große Last gewesen, ich müsste mein Leben lang dankbar dafür sein, dass manche Menschen bei mir geblieben sind während der Krankheit anstatt mich zu verlassen bei der Diagnose.

Ich fühlte mich total wertlos, hatte Angst, Panik und wusste weder ein noch aus. Dieser Psychoterror machte mich noch kranker innerlich als der Brustkrebs es je tat. Meine Launen während der Therapien wurden darauf zurückgeführt, dass ich einen an der Waffel hätte, mein Blog darauf, dass ich geil auf die Öffentlichkeit wäre und mein immenser Lebenswille wurde als purer Egoismus gedeutet. Ich wurde immer kleiner und kleiner und machte mich irgendwann selbst dafür verantwortlich je krank geworden zu sein und mein Umfeld mit reingezogen zu haben. Selbst belogen und betrogen zu werden schrieb ich mir selbst zu. „wer will denn schon eine Frau ohne eine richtige Brust und die nicht nach einer Frau aussieht…?“ fragte ich mich. Der Spruch

Erst mit langen Haaren und neuen Brüsten bist du wieder ansehnlich!

traf mich tief. Ziemlich lange hatte ich daran zu knabbern.Doch dann kam die Wende. Die Brustrekonstruktion begann im März 2016 mit einem Expander, der die Haut auf der rechten Seite weitete. Drei Mal wurde dieser mit einer Kochsalzlösung aufgefüllt. Schon die erste Wölbung löste so starke Glücksgefühle in mir aus, dass ich die halbe Welt hätte umarmen können. Leider vertrug ich die OP gar nicht gut und hatte sehr starke Schmerzen. Ich brach zusammen, hatte Fieber und übergab mich mehrmals. Wie so oft war ich allein. Ich freute mich als mein damaliger Partner mit mir aß, jedoch ging es primär nicht darum mit mir zu essen. Wie eine richtige Frau fühlte ich mich schon lange nicht mehr und das Gefühl wie ein Mensch geschätzt und geliebt zu werden war mir fremd.

Den Sommer daraufhin kostete ich voll aus. Ich ging auf fünf Festivals, machte manchmal drei Tage lang durch und wollte einfach nur noch spüren, dass ich noch lebe bis in jede tiefste Ader. Jeder Atemzug machte mir klar, dass ich noch da bin. Bis in den Morgengrauen tanzte ich und fiel dann todmüde in mein Auto.  Den Regen und die Sonnenstrahlen auf der Haut zu spüren, zu lachen, zu tanzen, frei zu sein gaben mir endlich wieder das ersehnte Gefühl ein Teil dieser normalen Welt sein zu dürfen. Jeder Atemzug war wie eine Sternschnuppe die durch mein Herz schoss.

Als dann die zweite Brustaufbau-Operation im März 2017 mit Silikon bevorstand, verstand ich, dass sich etwas ändern musste. Denn wieder wurde mir dieses Gefühl vermittelt, ich müsse mich dankbarer zeigen, dass ich überhaupt Besuch bekam im Krankenhaus. Es war wie ein Jahr zuvor, es hatte sich nichts geändert. Ich wusste, dass es mir das Herz brechen würde. Zu begreifen, dass eine Zerreißprobe einen manchmal nicht zusammenschweißt sondern voneinander trennt war für mich der schlimmste Schmerz. Noch schlimmer als diese ganze Krankheit zusammen.  Dennoch wusste ich, dass ich wieder eine Frau sein wollte. Ich wollte wieder geschätzt und geliebt werden so wie ich bin. Ich wollte, dass jemand für mich da ist, weil er gern für mich da ist und mich liebt mit allen Ecken, Kanten und Narben. Sei es auf der Haut oder im Herzen.

Das Tamoxifen nervte mich einfach total. Diese anstrengende Antihormontherapie, bei der ich jeden Tag eine Tablette nehmen musste, versetzte mich tagtäglich in mehrmalige Schweißausbrüche und generell fühlte ich mich nicht gut. Aus diesem Grund beendete ich die künstliche Menopause in Absprache mit meiner Ärztin. Wir verabredeten, dass ich mich sofort melde sobald eine Verschlechterung meines Zustands eintreten würde. Vier Monate nach Absetzen des Medikamentes war wirklich alles zurück was mich je als Frau ausmachte. Und ich freute mich unendlich.

Im Oktober 2017 hatte ich dann die ersehnten Untersuchungen.: MRT/ CT/ Knochenszintigraphie. Einen Tag lang von Termin zu Termin sprinten, Kontrastmittel spritzen lassen, Wasser trinken, nächste Untersuchung, warten, rein in die Röhre, tobende Geräusche, raus, warten, nächste Röhre. Je länger die Krankheit zurück liegt, desto mehr Angst habe ich vor den Untersuchungen. Als das Ergebnis eine Woche später kam, liefen die Tränen meine Wangen herunter.

Es ist alles sehr gut ausgefallen, wir konnten nichts feststellen…warum sind Sie traurig?

fragte meine Onkologin. Ich schluchzte: „Ich freue mich, aber ich hätte diesen Moment so gern mit jemandem geteilt, mit dem ich das alles zusammen durchgestanden hätte, der mir bedingungslos zur Seite gestanden hätte…in guten wie in schlechten Zeiten…so wie wir es anfangs auch gesagt hatten.“ Doch dann merkte ich, dass dieser Moment nur noch mir gehörte. Und ich wusste ich hatte es geschafft. Ganz allein.

img_9047Die Brustwarzenrekonstruktion kam dann im Februar 2018. Zuerst die Mamillenrekonstruktion. Dazu wird die Haut auf meiner rechten Brust wie ein Kleeblatt eingeschnitten, hochgeklappt und zusammen genäht. Fertig ist die Mamille. Und drei Monate später kommt dann endlich das Tattoo für den Warzenhof, dann bin ich endlich wieder komplett. Meine Haare sind mittlerweile wieder schulterlang, meine Brust ist wieder da und ich bin glücklicher als je zuvor. Das war aber auch nicht einfach, denn ich habe hart an mir gearbeitet.  Disziplin, Sport, gute Ernährung und meine persönliche Weiterentwicklung standen ganz oben auf meiner Agenda. Das Buch „Das innere Kind muss Heimat finden“ half mir hier sehr gut, wenn ich nicht weiter wusste. Mittlerweile lebe ich wieder in der schönsten Stadt der Welt Hamburg, habe mir mein Traumauto gekauft (einer aus Bayern 🙂 ), wohne im Grünen und gönne mir alles was Spaß bringt und mir gut tut. Meine Freunde inspirieren mich jeden Tag aufs neue und machen mich glücklich, da sie mich so schätzen und lieben wie ich bin. Manchmal muss ich mich selbst kneifen, da ich es kaum begreifen kann, so glücklich und zufrieden zu sein. Und vor allem gesund.

Meine Freizeit verbringe ich immer noch gern in der Natur mit Wuschel (mein img_0712Teddyzwergkaninchen), der mein treuester Begleiter seit meiner Krankheit ist. Auch wenn er nur ein kleines Kaninchen ist, so hat er ein großes Herz welches mir genau sagt wer gut zu mir ist und wer nicht. Da faucht er gern mal den Handwerker an und zeigt ihm wer hier der Mann im Hause ist :). „Was ist denn das für eine Kampfkatze?!“ „Das ist ein Kaninchen…“ (*Kopfschüttel*) Und damit auch er nicht so allein ist, während ich meinem Traumberuf nachgehe und dabei auf die Elbphilharmonie blicke, hat auch er einen treuen kleinen Begleiter bekommen. Teddy. Er war nicht gewollt von seiner Familie, sie wollten ihn verhungern lassen, schnitten ihm nicht die Krallen und ließen ihn in einer Wanne mit Urin und Kot zurück. Bei uns ist er mehr als willkommen. Die Moppels&ich,  zu dritt machen wir nun die Welt unsicher.

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Es geht im Leben nicht darum, sich das Leben gegenseitig schwer zu machen. Sondern darum, sich auch in schlechten Zeiten beizustehen auch wenn sie von langer Dauer sind, um so wieder gemeinsam die Freude des Lebens wieder genießen zu können. Denn wenn ich für jemanden etwas tue, dann mache ich es gern, und nicht, weil ich etwas zurück erwarte. Denn nicht jeder kann dir gleich etwas zurückgeben, besonders wenn du in Not bist. Auch wenn du erst viel später etwas zurückbekommen solltest was du einmal gegeben hast, dann ist es einfach nur ein Bonus der ein Lächeln auf deine Lippen zaubert.

Erst kürzlich stand ich mit einer Freundin, die auch einst an Brustkrebs erkrankt war, auf der Tanzfläche und wir umarmten uns. Dabei sagte sie mit einem Strahlen zu mir

Ich bin so froh, dass wir gemeinsam hier gesund und glücklich sein dürfen!

Mein Kampf hat sich gelohnt, 2,5 Jahre nach Beendigung meiner Therapien stehe ich wieder voll im Leben und das besser und stärker als je zuvor. Wenn ich manchmal zurückblicke, strahle ich über mein kleines Imperium welches ich mir selbst aufgebaut habe in der kurzen Zeit.

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I didn’t write for while because of several reasons. My life changed drastically again. People that seemed to be by my side left me long time ago. After I almost recovered I was blamed that it’s been a burden being with me, I had to be grateful for the rest of my life that certain people stayed with me after I got sick instead of leaving after I got diagnosed with breast cancer.

I felt worthless, I was scared, I panicked, and I didn’t know what to do. This psycho terror made me sicker than the breast cancer ever did. Because I was moody during the therapies I was blamed to have lost the plot, because I wrote my blog I was blamed to need the public interest, and my pure will to survive was named as pure egoism. I became smaller and smaller and at some point, I even felt that it was my fault that I got sick and took advantage of people being there for me. Even being lied to and cheated on I felt that it was my fault.

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Bemerkenswert

Einmal leben bitte – ohne Brustkrebs

Su an der Ostsee
Su am Timmendorfer Strand

Der letzte Eintrag über meinen Busenfreund den Brustkrebs ist nun ein Jahr her. Und das hatte mehrere Gründe. Einer davon war, dass ich endlich wieder normal leben wollen würde. Ohne den täglichen Brustkrebswahnsinn.

Während der Chemo im Sommer 2014 fragte ich mich immer wieder wie es sei wieder normal zu sein, ohne Angst zu leben und auf ein „Wie geht’s Dir?“ ganz normal „ja ganz gut“ antworten könne. Das Leben zuvor drehte sich nur um das eine Thema: „Brustkrebs tagein tagaus.“ Also versuchte ich es in allen Bereichen zu minimieren und es kaum noch aufkommen zu lassen. Denn das was ich auf keinen Fall wollte war einen auf Mitleidstour machen. Meine volle Konzentration galt meinem Job. Es brachte Spaß und durch eine Babypause meiner Kollegin ergatterte ich nach nur 4 Monaten eine bessere Position, die mir auf Anhieb sehr gefiel. Ich war zurück im Leben und konnte mich beweisen.

Im März diesen Jahres begann der Brustaufbau. Da ich so flach wie ein Mann auf der rechten Brust war musste die Haut für ein Silikonkissen vorgedehnt werden. Die OP vertrug ich diesmal so gar nicht. Fieber, Übelkeit und Erbrechen ereilten mich. Die Medikamente gegen Übelkeit lösten nochmal Übelkeit aus und ich konnte mich kaum bewegen so schmerzhaft war das ganze diesmal. Der Expander, zu vergleichen mit einer leeren Wärmflasche, wurde unter den Brustmuskel gelegt und war schon mit 100ml Kochsalzlösung befüllt worden. Durch eine Spritze wurde er 3 weitere Male befüllt, so dass am Ende 280ml im Expander waren.

Diese Wölbung sah gut aus, fühlte sich immer besser an und bedeutete für mich mehr Weiblichkeit. Die BHs waren nicht mehr nur noch leer und beim Befüllen wurde ich jede Sekunde glücklicher. Alles was eine Frau ausmachte wollte ich mir zurückholen. Roter Lippenstift, roter Nagellack, meine Haare die immer länger wurden, getuschte Wimpern. Ich blieb 5 Tage im Krankenhaus und dann noch weitere 2 Wochen zuhause. Vom Bett aufzustehen war die Hölle. Es tat weh beim Hochdrücken mit den Armen, es brannte wie eine große Schürfwunde, aber trotz allem nahm ich es in Kauf. Denn ich wollte wieder mein Ich zurückbekommen. Mein ganz normales Leben.

Einige wussten von meiner OP, aber ich versuchte tapfer zu bleiben und erwähnte es kaum. Die Schmerzen ließen nach und für die nächsten sechs Wochen trug ich einen gemütlichen Kompressions-BH (Marke Anita, in schwarz und weiß erhältlich) mit Frontreißverschluss, der mir verordnet wurde. Er saß schön fest und hielt alles beisammen, Tag und Nacht. Damit der Expander nicht verrutschte war oberhalb des BHs ein Band integriert welches den Expander nach unten drückte. Es sah zwar nicht schick aus, aber es fühlte sich angenehman und ich trug das Ding nur zu gern. Die Balconette BHs von Hunkemöller waren also erstmal passé. Mittlerweile trage ich gern bügellose BHs  von Tchibo und immer mal wieder den Kompressions-BH. Am besten den Kompressions-BH vor der OP anprobieren, da ansonsten eine Mitarbeiterin gern vorbeikommt und die Anprobe auf einer frischen Wunde macht was sehr sehr schmerzhaft sein kann. Mein neuer Mops war erstmal tabu, auch für Krankenhauspersonal😀.

Nach einigen Wochen ging ich wieder arbeiten, alle paar Wochen fuhr ich noch ins Krankenhaus zum Befüllen. Klar war das Thema so noch sehr präsent, aber ich versuchte davon abzulenken. Denn ich wollte wieder normal sein wie jeder andere auch. Im Sommer fing ich wieder mit Wakeboarden an, um mich fit zu halten. Anfangs war es recht schwierig mit meinem rechten Arm sobald die Leine mich davon zog. Seit meiner letzten Befüllung wurde mein Arm nämlich etwas dicker bei körperlicher Betätigung. Lymphdrainage musste her, um das Lymphwasser in die richtigen Bahnen zu leiten und den Arm wieder dünn zu bekommen.

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Der Sommer war einer meiner besten seit langem. Ich besuchte 5 Festivals, genoss es mit anderen unterwegs zu sein und Menschen kennenzulernen die meine Brustkrebs Geschichte nicht kannten. Das war irgendwie befreiend, denn ich fand zu mir selbst zurück und war trotzdem ein neuer Mensch.

Meine alljährliche Untersuchung im September verlief gut, aber nicht wie geplant. Ein MRT war geplant, jedoch ist dies nicht mit einem Expander möglich, da er einen Magneten enthält der das Ergebnis verfälschen würde. Also nur Ultraschall und eine schmerzhafte Mammographie mussten her. Und die Qualen hatten sich gelohnt. Das Ergebnis war positiv und meine OP für meinen weiteren Brustaufbau mit Silikon wurde für den 1. März 2016 geplant.“wir können es auch mit Bauchfett machen…“ tja, aber wo sollte das denn herkommen? Einen Bauch hatte ich noch nie und von meinem Po wollte ich auch nix abgeben. Dauerte eh schon zu lange wieder an Gewicht zuzulegen.

Irgendwie hatte ich mein Leben zurück, aber die Angst blieb. Sie ist nicht jeden Tag präsent, aber sie ist da. Mal mehr mal weniger. Einige sagen, Sie können es verstehen. Andere sagen sie wollen es nicht mal verstehen oder sich in diese Lage versetzen. Wenn man jedoch nicht selbst so etwas durchgemacht hat als Patient, Partner oder Angehöriger, dann ist es nicht vorstellbar welche Angst in einem schlummert und sollte sich auch nicht wirklich ein Urteil bilden. Jeder hat sein Päckchen zu tragen was nicht weniger leicht ist als das der anderen.

Und genau as diesem Grund zog ich mich eine zeitlang  zurück, redete kaum noch darüber und versuchte mein Leben wieder zu sortieren. Wie ein ganz normaler Mensch eben. Und irgendwie wollte ich auch zeigen, dass ich diesen Blog nicht dafür ins Leben rief, weil ich „geil“ auf Öffentlichkeit war. Nein, denn es war anfangs meine Therapie und für viele auch ein Halt was ich immer wieder an der Resonanz meiner Leserschaft sah und an den vielen Betroffenen die mir schrieben, mit mir telefonierten oder mit mir redeten.

Momentan freue ich mich auf Weihnachten und alles andere was noch kommen mag. Natürlich ohne meinen ständigen Begleiter.

Was ich dieses Jahr dazu gelernt habe? Es gibt immer zwei Seiten der Medaille.img_1705

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Das erste Jahr ohne Krebs / The first year without cancer

img_96332015 war das erste Jahr ohne Krebs für mich. Anfang des Jahres kam die Bestrahlung, dann starb meine Freundin Kerstin an Brustkrebs. Es folgten noch weitere 2 Beerdigungen für mich dieses Jahr. Und jedes Mal dachte ich „das hättest auch du sein können“.  Meine Psyche bekam einen ordentlichen Knacks ab nachdem die Therapien beendet waren, ich fiel erst später in ein tiefes Loch. Im Mai flogen wir nach Lissabon zum Junggesellinneabschied für ein langes Wochenende. Unvergesslich und doch war es zu stressig für mich. Eine Gürtelrose an meiner Brustnarbe war das Ergebnis dieser Reise. Im Sommer dann endlich ein Lichtblick, meine Freundin heiratete ihren Liebsten und danach fuhr ich zur Reha nach Usedom wo ich mich 3 Wochen lang betüddeln ließ. Es tat gut nur für mich zu sein, andere Menschen zu treffen die Verständnis hatten, weil auch sie von einer Krankheit geplagt wurden.

Verständnis, das ist etwas was viele nicht haben. „In so jungen Jahren steckt man doch so eine Krankheit besser weg als im Alter.“ Vielleicht körperlich, aber psychisch eher nicht. Als junger Mensch hast du noch so vieles vor. Familie, Karriere, Hochzeit, Kinder, Reisen, die Welt kennenlernen und mit einem Menschen den du liebst ein glückliches Leben zu haben. Und auf einmal ist davon alles erstmal weg.

Es gab viele die sich immer wieder gerne einmischten in die ganze Sache ohne überhaupt zu wissen was wirklich passiert war. Ich blieb oft allein zurück. Es war ja meine Krankheit.

Im August schrieb ich Bewerbungen, eine liebe Nachbarin half mir die Bewerbungsfotos zu machen, jemand anderes ging mit mir meinen Lebenslauf durch und gab mir Tipps. Und es klappte. Im September fing ich meinen Job als Assistentin im Projektmanagement in einer Internetfirma an. Der Kunde, den wir betreuen, ein großer Pharmakonzern. Besser hätte es nicht laufen können. Ich liebe meinen Job und meine Kollegen sind absolut spitze. Wie ein 6 im Lotto. Die ersten zwei Monate waren dennoch anstrengend für mich. Ich arbeitete 6 Stunden am Tag, hatte also keine Wiedereingliederung. Nach 1,5 Jahren zuhause sein, Chemotherapie, Bestrahlung, 2 OPs, 1 Reha, eine angeknackste Psyche und und und war das alles doch recht anstrengend für mich. Das Wochenende brauchte ich dringend. Donnerstags liefen die Akkus leer und Freitag war mehr schlecht als recht im Büro. Mein Gedächtnis, das anfangs wie ein Sieb war, verbesserte sich auch wieder. Aber auch das schaffte ich. Ich denke das lag auch viel am Verständnis meines Arbeitgebers und meiner Kollegen. Es gibt noch mehrere Personen im Unternehmen die eine Behinderung haben und auch das tut gut. Ich bin nicht allein, nicht mehr.

 

 Ende des Jahres mischten sich wieder viele Menschen in meine Angelegenheiten ein. Diese Verletztungen belasten die Psyche und machen auf kurz oder lang krank. Das Verständnis fehlt einfach. Ich bekam mit wie über eine andere kranke Person gesprochen wurde „Ja die macht gerade nur 4 Stunden Wiedereingliederung, die ist total kaputt danach. Wie kann denn so was sein? Das ist doch nicht normal bei nur 4 Stunden!“ Wenn man eine tödliche Krankheit hat dann ist so was schon sehr normal und bei jedem sind die Auswirkungen anders. Alle über einen Kamm zu scheren geht hier nicht, ist unfair, unmenschlich und ist auch oft menschenunwürdig.

Ich stehe hier nun drüber und wenn es mir jetzt schlecht geht, dann denke ich nun“hey die Chemo war die ersten Tage auch total scheiße, aber dann ging es wieder bergauf…“ Ich lebe also mein eigenes Lebensmotto, ich bin mein eigenes Idol und ich hole mich selbst immer wieder aus allem heraus, wenn es kein anderer tut und andere noch mehr draufhauen.

img_96222015 war hart, lehrreich, gezeichnet von Liebe, Glück, Tod, Schmerzen. Loslassen und das eigene Leben so gut wie möglich leben, sich selbst glücklich machen, wenn es kein anderer tut. Bis jetzt ist der Krebs nicht zurück und ich hoffe auch, dass die Untersuchung im Januar auch nichts zeigen wird. Für jeden einzelnen Moment bin ich dankbar, ob gut oder schlecht, denn das macht mich nur noch stärker und selbstbewusster. Jeder Mensch der für mich da war, mich unterstützt und geliebt hat, danke ich von Herzen. Und wenn der Krebs mich nicht getötet hat, dann wird es sonst auch niemand anderes tun.

 

Ich wünsche allen einen guten Rutsch ins Neue Jahr, viel Freude mit euren Lieben und ganz viel Glück im Neuen Jahr. Danke für 2015, 2016 kann kommen. Schöner, besser, glücklicher, für jeden von uns.

Alle Fotos sind in Zusammenarbeit mit Patricia Schumann entstanden.


img_96332015 was the first year without cancer for me. At the beginning of the year I got my radiotherapy, then my soulmate Kerstin died because of breastcancer. 2 more funerals followed and every time I thought „This could have been me.“ I waled this way on my own, as always. My psyche was pretty messed up after all these therapies and I fell into a big hole. In May we went to Lisboa for a hen do which was amazing but because it was so stressful I got sick afterwards. Finally in summer the first good vibes. My lovely married her best friend and then I went to rehab for 3 weeks.  I was looked after so well and it felt good that finally I met peopke that had an understanding for the way I felt because everyone there had to deal with an illness.

Not many people have an understanding for what others go through and they don’t even want to hear it. „When you are young it is so much easier to get through a disease like that…“ Well maby physically but not mentally. You have so many things you want to do as a young person. Family, career, kids, wedding, getting to know the world and to be happy with the person you love. And all of the sudden it’s all gone.

There were always people who tried to tell me what to do and who put their noses into my business even without knowing what was really going on. Because it was my disease.

In August I started writing applications for jobs, a lovely neighbour helped me taking good pictures, someone else helped me with my CV. And yes it worked. I finally started my job as an assistent in project management in an internet company. Our customer, a big pharma company. It couldn’t have worked out better for me. I absolutely love my job. It felt like winning the lottery. The first 2 months were quite hard for me because I hadn’t worked for more than 1 1/2 years, I had chemo therapy, radiotherapy, a mastectomy and my psche was fucked. I totally needed the weekend to get a rest. My battery went low on Thursday and Friday was more bad than good in the office. But I even managed to get through that. I think that was also because of the understanding of my bosses and my colleagues. And we even have a few other „disabled“ people in the company. That makes it easier for me because I am not alone anymore.

img_9651-1By the end of the year some people tried to interfere again. I guess that’s because of the region I live in and where I moved to because of the love to my boyfriend. I was like a colourful bird in a grey old movie and soon people started talking bad about me. A lot of times they do not have an understaning of others and don’t even want to understand others. They have their opinion and that’s it. Once I could hear them talking about someone who was sick and just started work again. „She only works 4 hours per day and is totall exhausted, I don’t get it, it’s only 4 hours. That’s not normal, it’s only 4 hours! We work more than 10 hours per day…!“ When you are deadly sick and you have gone through therapies your body is totall fucked up and totally exhausted when getting back into life. Everyone deals in a different way with it. I don’t think it’s fair to talk like that about people you don’t even really know and what they are going through.

But now I don’t about these people anymore. I just think „hey chemo was bad for the first days, too, but then it went better…“ So this is my slogan for life, I am my own idol and every time I am down I get up again on my own if no one else is there and still tries to get me down.

img_96222015 was a hard year that tought me a lot, full of love, happiness, death and pain. Letting go and living your life the best way possible and making yourself happy when no one else does. Until now the cancer hasn’t come back and I still hope that in January nothing will show up. I am greatful for every moment if good or bad but it just makes me stronger. Every person that was there for me, supported me and loved me are the ones I am so happy to have around me. And of the cancer hasn’t killed me no one else will.

Wishing you all the best for 2016 with lots of happiness and all your loced ones and lots of luck for the New Year. Thanks for 2015, 2016 can only get better, happier, nicer for everyone of us.

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Die Wichtigkeit des Wichtigseins /The importance of being important

„Sie machen jetzt nur noch das was IHNEN gut tut“, höre ich die Ärztin immer noch sagen als sie mir die Diagnose Brustkrebs mitteilt. Und genau das tat ich auch. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dass meine Liebsten dabei auf der Strecke blieben war mir nicht bewusst geschweige denn, dass es mir auffiel. Denn ich war ja wichtig, ich hatte Krebs und ich musste wieder gesund werden. Immer nur ich ich ich…. Alles musste sich um mich drehen und wenn es das nicht tat war ich sauer. Ich war doch krank und andere müssten das verstehen. Das Thema Brustkrebs übernahm die Macht von mir, Tag für Nacht , tagein tagaus. Ich befasste mich nur noch mit dem Krebs. „Oh da kommt eine Sendung über Krebs“ oder „morgen ist ein Krebstreffen“ waren oft an der Tagesordnung. Es ist wie eine Freundin schon sagte als würde man mit einem Ingenieur ständig über die neuesten Modetrends reden. Irgendwann nervt es den anderen denn er oder sie hat ja auch noch ein anderes Leben und möchte auch mal schöne Momente mit dem Partner erleben ohne immer wieder darüber reden zu müssen. Mein Partner versuchte mich wach zu rütteln, aber ich blieb stur, er biss auf Granit. Er musste mich verstehen, er musste Rücksicht nehmen, er musste musste musste. Ich fühlte mich für sehr wichtig, denn es war ICH die sich mit dem Tod rumkämpfte. Und das sagten mir auch die Ärzte, meine Mutter sowie andere Brustkrebspatienten. Mir wurde immer weniger bewusst, dass ich den Bezug zum Alltag und der Realität verlor. Brustkrebs, das war mein Leben, von morgens bis abends sogar bis spät in die Nacht hinein. Ich vergaß, dass mein Partner Bedürfnisse hatte und gern wieder schöne Momente mit mir verbringen wollte. Wir fuhren an die Ostsee und nach Prag, in die Sächsische Schweiz. Aber mein Motto war „Hauptsache ich und alle andere müssen sich danach richten, ich bin schließlich schwer krank und habe keine Grippe!“

Mein Blog half mir über meine Probleme zu reden, ich verarbeitete so Geschehenes und gab anderen Betroffenen Halt. Mein Partner verarbeitete es für sich, blieb ruhig und versuchte mich aufzubauen, mir Normalität zu geben. „Aber warum“, dachte ich, „Der nimmt mich nicht ernst!“ Jetzt verstehe ich warum Freunde und Partner oft so reagierten. Sie stehen Todesängste aus, wollen den Partner nicht verlieren und vergessen dabei sich selbst, wollen die traute Zweisamkeit nicht verlieren. Denn nichts ist mehr so wie es mal war.

„Jetzt ist alles vorbei, jetzt kannst du wieder neu anfangen und alles vergessen.“ Nichts ist vorbei, dachte ich, es ist immer noch alles da und es muss immer noch Rücksicht genommen werden. Ich verlangte von anderen sich in meine Lage zu versetzen um mich zu verstehen. Aber mal ganz ehrlich, wer möchte als Gesunder denn schon darüber nachdenken wie es wäre zu sterben, wie es wäre am seidenen Faden zu hängen, jeden Tag einen Todeskampf ausführen zu müssen? Keiner. Das einzige was Angehörige machen können ist einen aufzubauen, für einen da zu sein, einen wieder in die Normalität zurück zu holen. Egal wie, und das war auch gut so, und leider vergreifen sich dann auch einige im Ton was sicherlich nicht böse gemeint ist sondern lediglich Frust ist über die Sturheit des Patienten.

Heute kann ich sagen, dass das Thema irgendwann zu präsent war, ich mich eingeigelt habe, ich Angst davor hatte so etwas wieder durchmachen zu müssen und mich deshalb versuchte vor allem zu schützen. „Nein ich kann nicht weggehen, ich brauche Ruhe, nein ich kann das nicht, nein ich kann dies nicht und überhaupt und sowieso.“

Klar achte ich auf meine Gesundheit mehr als vorher, aber irgendwie hätte ich auch mehr auf mein Umfeld achten sollen. Alle versuchten mich zu verstehen, doch ich verstand keinen. Denn das Wichtigste was es gab war ich und meine Gesundheit.

Ich fühle mich als hätte es vor einigen Wochen einen riesigen Knall gegeben und ich wäre erwacht aus dieser Brustkrebsblase. Die Therapie ist zu Ende seit Februar, nur noch Tamoxifen nehme ich was manchmal etwas Depressionen auslöst, aber im großen und ganzen geht es mir gut. Ich bin zurück im Leben, habe einen tollen Job, habe ein super Umfeld was ich erst so richtig schätzen gelernt habe seit meiner Krankheit. Ich bin froh alles überstanden zu haben und hoffe, dass es auch immer so bleibt. Der Krebs bleibt ein stiller Begleiter, und das soll auch so bleiben. Er soll nicht mehr den Alltag regieren, sondern ein Thema sein, der wie eine Geschichte irgendwann zu Ende geht und nur die Erinnerung daran bleibt.


“From now on you only do what you love“ I still hear the doctor saying to me when I got diagnosed with breast cancer. And that’s what I did. I didn’t look for others, I just didn’t care. I didn’t realize that I kind of lost my loved ones on the way. I was important, I had cancer and I had to get healthy again. Always just me me me. It always had to be about me and when it wasn’t that way I went mad.

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Brustkrebsmonat Oktober / Breast Cancer Awareness Month 

Der Brustkrebs Monat Oktober ist vorbei, doch der Krebs ist immer noch ein Thema. Bei mir auf jeden Fall und das wird wohl auch immer so bleiben. Doch warum ist gerade der Monat Oktober die Zeit wo auf das Mammakarzinom aufmerksam gemacht wird?

Die American Cancer Society rief 1985 den Brustkrebsmonat das erste Mal ins Leben. Diese medizinische Organisation aus den USA hat es sich seit 1913 zur Aufgabe gemacht Krebs als Gesundheitsproblem aus der Welt zu schaffen: durch das Verhindern von Krebs, Retten von Leben, Verringern des Leidens durch Krebs durch Forschung, Schulung, Verteidigung und Einsatz. Seitdem finden Events während des ganzen Monats statt, Benefizveranstaltungen vorwiegend in der letzten Oktoberwoche.

IMG_8671In Deutschland unterstützt die Deutsche Krebsgesellschaft und die Deutsche Krebshilfe durch Aktionen und Sachinformationen. Mittlerweile gibt es viele andere Organisationen und Vereine (Haus Leben aus Leipzig z.B.) die im Monat Oktober auf und durch ihre Veranstaltungen aufmerksam machen. Das Hauptaugenmerk liegt hierbei meist auf der Sensibilisierung von Krebs, andere darauf aufmerksam zu machen und Vorurteile abzubauen sowie die Angst zu nehmen. Bei vielen habe ich jedoch den Eindruck sie wollen einfach nur ganz viel Umsatz machen, indem sie Artikel verkaufen die in Verbindung mit Brustkrebs stehen… oder auch NICHT. 😀

Doch warum wird das alles gemacht? Warum muss auf diese Art und Weise auf Krebs aufmerksam gemacht werden? Laut der Krebsregisterdaten soll es einen Anstieg von Krebsneuerkrankungen zwischen 2010 und 2030 um 20% geben. Und das allein in Deutschland! Tendenz steigend.

Die Medikamente werden besser, aber auch die Krebserkrankungen steigen. Und hier frage ich mich oft: „Ist dies gewollt, damit die Pharmaindustrie mal wieder Geld machen kann? Zusammenpassen würde es ja. Wie meine Gynäkologin schon meinte solle die Immuntherapie in ca 10 Jahren die Chemotherapie ablösen, doch wer macht dann noch Geld mit einer Chemotherapie? Und die ganzen Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen? Wer braucht das alles dann noch? Wohl keiner, und hier hat die Phamaindustrie mal wieder Einbußen. Sozusagen werden wir krank gemacht, um wieder geheilt zu werden. Denn nur mit kranken Menschen lässt sich gut Geld verdienen. Nur leider wird es meiner Meinung nach immer auffälliger, da zunehmend mehr junge Menschen an Krebs erkranken was früher eher eine Krankheit bei älteren Menschen war. Bei Frauen tritt am häufigsten Brustkrebs auf, bei Männern ist es Prostatakrebs, danach kommen Lunge und Darm die gern mal vom Tumor befallen sind.

Die letzte „Wursthysterie“ versetzte alle in Angst und Schrecken. Rotes Fleisch wie Salami und Schinken seien höchst krebserregend. Aber mal ganz ehrlich, ist nicht alles irgendwie schlecht für uns, wenn wir davon mehr als genug essen? Zu viel Zucker macht fett und kann auch krebserregend sein, zu wenig Bewegung auch, zu viel Stress auch und und und. Da bekomme ich einen an der Waffel und frage mich „was kann ich überhaupt noch mit gutem Gewissen essen? Bio ist nicht gleich Bio, vegetarische Produkte sind mit krebserregenden Stoffen gespritzt, um sie länger haltbar zu machen und sich nur vegan zu ernähren sprengt manchmal den Geldbeutel und ist nicht überall möglich. IMG_9092Besonders auf dem Land wirst du dann schief angeguckt. „Was, du isst kein Fleisch?“ Nö will ich nicht mehr. Hühnchen ist mit Antibiotika versetzt, rotes Fleisch ist sowieso krebserregend und Schweinefleisch mag ich nicht, Enten finde ich süß, und mein Kaninchen würde ich niemals essen
wollen, obwohl es nur gutes von mir zu futtern bekommt. Ja ja mein kleines Pelztier, ein Jahr ist er nun schon bei mir. Wir sind uns so nahe, dass wir selbst zu Halloween ein Partnerkostüm haben. Rotkäppchen und der Wolf. Tiere geben einem einfach so viel. Sie sind treu und immer für einen da und irgendwie verstehen sie einen. Außerdem sind sie gern draußen wodurch ich auch gezwungen bin raus zu gehen. Das wirkt sich wiederum positiv auf mein Wohlbefinden aus und Bewegung ist ein guter Krebskiller.

 

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Der Monat Oktober war auch für mich sehr aufregend. Letzten Oktober verlor ich meinen Mops, diesen Oktober bekam ich das Ergebnis vom MRT: kein Krebs mehr nachzuweisen. Ich organisierte mein erstes Brustkrebstreffen in Hamburg. Und weil ich mich so darauf gefreut hatte, bastelte ich für jede von uns ein pinkes Armband mit der Aufschrift „Hilfe mit Herz“, denn so heißt unsere Gruppe. Profit wollte ich nicht daraus machen, obwohl ich mittlerweile Anfragen für diese Armbänder habe. Mir war es nur wichtig, den Mädels ein gutes Gefühl zu vermitteln und zu sagen „hey du bist nicht allein“. Es war das erste Mal seit Kerstin’s Tod, dass ich mich wieder verstanden fühlte. Für einen Außenstehenden ist es oftmals schwer zu verstehen oder sich in die Situation hinein zu versetzen was gerade in uns vorgeht. Wir redeten fast 4 Stunden lang, brunchten nebenbei, drückten uns. Die Atmosphäre war einfach nur wundervoll und der Tag hätte noch so weitergehen können. Jeder von uns war anders und doch verband uns etwas, und zwar die Rosa Schleife, die Brustkrebsschleife. Ein herzliches Treffen was unbedingt wiederholt werden sollte. Aber im Frühjahr gibt es wieder eins, und das wird noch schöner.

Es ging mir besser danach und ich freue mich schon aufs nächste Treffen der pink Ladys. Ich bin froh, dass es diese Gruppe gibt. Sie gibt mir so viel. Es ist als wären wir alle Freundinnen, doch nur wenige von uns kennen sich persönlich. Ich wünschte ich könne irgendwann mal ein großes Charity Event für all diese Frauen und deren Angehörige organisieren. Der Austausch untereinander ist wichtig, besonders auch für Angehörige, denn meist leiden diese am meisten. Sie wollen einen verstehen, einem helfen, doch meist sind sie total hilflos.

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Mittlerweile ist in mein Leben fast wieder der Alltag eingekehrt. (Irgendwie hasse ich das Wort Alltag, da es sich so normal anhört.) Ich fahre jeden Morgen zur Arbeit, arbeite 6 Stunden (was auch völlig ausreichend ist), fahre wieder nach Hause, mache die Hausarbeit, koch, spiele mit dem Hasen und falle dann tot ins Bett. Mein Schlaf hat sich total verbessert und ich freue mich jeden Morgen wieder aufstehen zu dürfen und einen Job mach zu dürfen den ich liebe und in dem ich aufgehe. Klar war es nicht schön krank zu werden, aber irgendwie hat es mich in die Richtung gebracht in die ich immer gehen wollte. Ich wollte Gutes für andere tun, mich sozial engagieren, einen Job haben den ich liebe und im Gesundheitsbereich arbeiten.

Der Brustkrebsmonat Oktober, er war aufregend, lehrreich, emotional und ich habe mal wieder viele tolle Menschen kennengelernt. Ich hätte gut und gern auf den Brustkrebs verzichten können, doch diese positiven Nebenwirkungen die er auch mit sich bringt verschönern mir die Zeit und lassen sie trotz allem noch weiterhin lebenswert sein.

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Breast cancer awareness month is over but cancer is still a big topic. Well for me it is and it will probably stay like this forever. But why is actually october the month where everyone wants to raise awareness of the mammacarcinoma?

American Cancer Society started the breast cancer awareness month for the first time in 1985. The medical organisation stands for the elimination of cancer as a massive health problem. They try to prevent cancer, safe lives, educate others. Ever since charity events are being held by the end of the month and other events about breast cancer to raise awareness.

Bemerkenswert

Die dunkle Seite / The dark side

fröhliche SUDer Krebs kam, sah und siegte. Er wird auch immer irgendwie bleiben, auch wenn meine rechte Brust nicht mehr da ist. Das merke ich in den Momenten wo es mir einfach nicht gut geht, wo ich nicht weiß wieso weshalb warum. Die Tränen fließen wie ein schnellender Fluss, das Herz pocht, die Luft scheint immer weniger zu werden. Das sind die Momente wo ich nicht mehr die Su bin die alle kennen. Fröhlich, lustig, lachend, albern und viel Sonnenschein im Herzen. Die meisten sehen und kennen mich so. Das ist oft auch gut so, denn ich möchte anderen ein Beispiel sein, vielleicht auch ein Idol. Ich selbst hatte nie ein Idol, deshalb versuche ich es besser zu machen und anderen so Halt zu geben. Und weil ich auch weiß wie schmerzhaft und unglaublich hart es ist allein in so einer Situation zu sein, versuche ich für andere da zu sein. So weit es geht. Doch manchmal geht einfach gar nichts mehr.

In diesen Momenten kommt keiner an mich heran. Selbst meine Mutter oder mein Freund nicht. Am Telefon zu meiner Mutter sage ich nur schroff „Heute nicht, ich kann nicht,“ und lege auf. Ich lege mich auf die Couch, kauer mich zusammen. Alles ist zu viel. Der Fernseher dröhnt als würde eine Bassanlage neben mir stehen, das Klackern des Handys hört sich an als würden Elefanten durch die Savanne trampeln. Mit meinen Beinen strampel ich auf und ab, fahre mir zum 1000 Mal durch die Haare, die Haut juckt als wären Millionen von Spinnen im ganzen Körper. Mein Freund versucht mich zu umarmen doch ich wehre ab. „Rien ne va plus“ würde ich sagen. Nichts geht mehr. Innerlich drehe ich vollkommen durch und irgendwie will ich nicht, dass mich so jemand sieht. Wer liebt schon einen verkrüppelten Menschen der noch vollkommen einen an der Waffel hat?!?

IMG_0128Ich schleppe mich ins Bett, reiße mir die Skinny Jeans von den Beinen und das T-Shirt mit dem Bustier ohne Bügel vom Leib. Es fühlte sich an wie eine 2. Haut die endlich runter musste. Als würden mich meine eigenen Kleider ersticken.

„Deine Freunde kennen dich nur, wenn es dir gut geht. Keiner hat dich jemals so gesehen. Alle denken immer dir geht’s gut. Keiner weiß was bei uns zuhause wirklich abgeht,“ meinte einmal mein Freund.

Und er hatte Recht. Keiner weiß es und keiner wird es jemals verstehen.

Normalerweise schreibe ich recht viel mit meinen Freunden, weil sie das Wichtigste in meinem Leben sind und ich ohne sie nicht kann. An diesen Momenten lasse ich sie jedoch nicht teilhaben. Da kommt es auch oft vor, dass ich mich tagelang nicht mehr melde oder gar eine freundliche Anrede zusammen bekomme. Nur ein flüchtiges „Sorry mir geht’s nicht gut…“ und fertig ist die Nachricht. Senden. Darüber reden will ich auch nicht, es würde eh keiner verstehen, und mich stundenlang zu rechtfertigen kostet mich Kraft und Zeit die ich in diesen Momenten nicht habe.

Dass ich schwach, depressiv und ängstlich zusammen gekauert im Bett liege weiß zu diesem Zeitpunkt nur mein Freund. Und auch der ist hilflos. Denn egal was er machen will, es ist falsch.
IMG_2021Alles ist falsch, das Leben ist Scheiße und generell gibt es keinen Lichtblick mehr. Was auch? Ein Leben mit Medikamenten und Nebenwirkungen? Ein Leben voller Angst? Wie lange dieser Moment andauert ist nicht vorausschaubar. Es ist als würde ich in einem tiefen schwarzen Loch versinken und nicht mehr rauskommen. Die Gedanken kreisen, sie sind überall. Und dann auf einmal wird mir bewusst

„Scheiße, ich hab Krebs!“

Die Chemotage sehe ich vor mir wie ich vollgepumpt mit Medikamenten nur noch schlafend beim Arzt im Sessel liege oder zuhause mich immer wieder übergeben muss bis nur noch grüne Galle kam. Oder wie ich den Abend vor der OP bitterlich weinte, wie ich danach aufwachte und meiner Mama Halt geben musste, weil sie total fertig war. „Du warst kreidebleich als du zurückkamst.“ Oder wie mein Freund nach jeder OP pünktlich im Krankenhaus war, weil ich mir schon immer wünschte, dass jemand da ist, wenn ich aus dem OP zurück kam. Eigentlich hatte er genug zu tun, es war sein erstes Jahr der Selbständigkeit, und trotzdem nahm er sich frei. Ich glaube, dass es für ihn ein großer Spagat war und oft auch immer noch ist. Er wollte nie zugeben, dass er Angst hatte. Als wir einen Film über Krebs schauten, weinten wir fast und er sagte

„Ich hatte manchmal so sehr Angst um dich.“

Er bekam das alles hautnah mit und wir haben uns viel gestritten während dieser Zeit. Zuerst konnte ich es nicht verstehen, jetzt wird es mir und ihm immer bewusster was damals eigentlich passiert war.

IMG_1040All diese Gedanken und noch viel mehr spukt dann in meinem Kopf herum. Ich will, dass jemand da ist in diesem Moment, aber irgendwie auch nicht. Ich verkrafte es nicht, wenn andere mich so sehen. Ganz ehrlich, ich glaube auch, dass sie es nie verstehen würden. Da kommen dann schon mal Sprüche wie „Na aber das wird schon wieder“ oder „In den Job kommst du schnell wieder rein, war bei mir auch so“ oder „Ich hab auch manchmal einen depri, das vergeht…“ So langsam gebe ich auf meine Krankheit zu rechtfertigen, mich zu erklären, zu sagen wie es ist. Denn es will oder kann keiner so richtig verstehen. Auch wenn die Chemo vorbei ist, so braucht der Körper Jahre um sich davon zu erholen. Der eigene Körper altert in dieser Zeit um 10 Jahre. Von der Psyche ganz zu schweigen.

Die Angst ist immer da, war sie auch von Anfang an. Nur hatte ich während den Therapien nicht so viel Zeit um darüber nachzudenken. Sobald ich fertig war mit der Bestrahlung fingen die Panikattacken und Angstzustände an. Um so mehr Zeit verging desto mehr Angst hatte ich. Angst vor mir hinvegetieren zu müssen, Angst nie mehr so zu sein wie früher, nie mehr so viel Kraft zu haben wie vorher. Und vieles ist davon auch eingetreten. Mein Gedächtnis ist wie ein Sieb, das liebe Weizengras/ Wheat grassChemobrain wie ich es gern nenne. Du sagst es, ich vergesse es. Müde bin ich auch irgendwie oft. Dagegen mache ich Sport, nehme Vitamine die Schwangere nehmen sollten, trinke Smoothies mit Gersten- und Weizengras. Wenn ich zu viel anhabe schwitze ich wie ein Schwein, wenn ich Kaffee trinke sitzen 10.000 Schweißperlen auf der Stirn. Schweres Essen bekommt mir nicht und sowieso könnte ich manchmal total an die Decke springen, im Dreieck hüpfen, aus mir rausplatzen.

Wenn diese Minuten, Stunden, Tage oder manchmal auch Wochen endlich vorbei sind, sehe ich auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Während dieser ganzen Zeit bin ich sonst kaum ansprechbar. Dann bin ich froh, wenn es vorbei ist und trotzdem frage ich mich wie schon seit Anfang der Therapien „Wie fühlt es sich an wieder normal zu sein?“

 

Diagnose Brustkrebs - Prognose Leben

 

Brustkrebsmonat: der Oktober steht im Zeichen der pinken Schleife. Teile diesen Beitrag, um andere darauf aufmerksam zu machen. Denn auch heute noch stirbt jede 4. Frau an Brustkrebs.

In Gedenken an Kerstin. 

Bemerkenswert

Der Krebslook / The look of cancer

Immer wieder treffe ich auf Menschen die von mir total verblüfft sind. Warum? Das weiß ich auch nicht, aber ihr Spruch ist häufig: „Du siehst gar nicht danach aus…“ Nach was? frage ich mich dann, nach Krebs? Aber wie sieht denn jemand aus der Krebs hatte? Wie ein Zombie? Wie ein Kranker der im nächsten Moment stirbt? Ist es möglich, dass man Menschen ansieht, dass sie einst an Krebs erkrankt waren und wenn ja wie?

Oft denke ich, dass viele von euch eine falsche Vorstellung vom Krebs haben. Ich zähle mich gern mit dazu, denn bevor ich an Brustkrebs erkrankte, dachte ich auch immer gleich an den Tod, an Haarausfall, an Augenringe, an ein abgemagertes etwas, das nur darauf wartete endlich sterben zu dürfen. Aber diese Krebserscheinungen sind meist von recht kurzer Dauer. Genau so schnell wie ein Trend gekommen ist, so ist er auch wieder vorbei. Und genau so kommt mir das mittlerweile auch beim Krebs vor. Der Krebs kommt und geht wie er will.

IMG_0627-0Letztes Jahr zu Halloween überlegte ich lange welches Kostüm ich nun wählen sollte. „Ich gehe einfach als Krebspatient. Für dieses Outfit habe ich ja alles, oder eben nicht.“ Die anderen waren etwas geschockt als sie mich dies sagen hörten. Ich lachte nur. Zum Weinen war mir kaum noch zumute und irgendwie musste ich doch diese Zeit sinnvoll nutzen. Wenigstens an so einem Tag wie Halloween konnte ich meine Krankheit positiv für mich nutzen. Letztenendes ging ich als Hexe, stülpte meine blonde lange Perücke auf, malte meine Augenringe noch gunkler und trug knallroten Lippenstift.

Seitdem ich kurze Haare habe trage ich sehr gern tiefroten Lippenstift. Die kurzen Haare kommen so viel besser zur Geltung und ich wirke recht frech damit. Und irgendwie gibt es mir ein wenig Weiblichkeit wieder, wenn ich schon mein Busenfreund, monsieur-ich-bin-ein-tumor-und-will-nun-tun-und-lassen-was-ich-will-mit-diesem-körper, meinen rechten Mops mit sich genommen hat.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

Auch meine Fröhlichkeit nahm mir der Krebs nicht. Ich bin eher noch humorvoller geworden als vorher. Während meines Aufenthalts auf Ibiza zum Beispiel fühlte ich mich richtig gut, zog mir einen Minirock an, hohe Stilettos und mal wieder meine blonde Langhaarperücke (die ich übrigens die ganze Zeit über anklebte an meinen Kopf damit sie im Pool oder im Meer nicht davon schwamm). Im Spiegel sah ich recht passabel aus und schrieb Anthony aus London „Also für jemanden der Krebs hat sehe ich ganz gut aus…“ Zurück kam: „Oh Suz, so was kann auch nur von dir kommen!“ Dazu ein paar lachende Smileys. Ein letztes Mal meinen rechten Mops unter der Sonne Ibiza‘s bräunen, ein letztes Mal oben ohne gehen. Das brach mir irgendwie das Herz.

Am Abend vor der OP, am 30.September 2014, heulte ich wie ein Schlosshund und wäre am liebsten aus dem Krankenhaus abgehauen. Aber der Krebs musste endlich gehen, auch wenn es hieß meine rechte Lieblingsfreundin zu verlieren.

Am Tag der OP sprang ich in die megaheißen weißen Thrombosestrümpfe, warf dieses tolle Gewand von Nachthemd über und setzte mir eine Beanie Mütze auf, die die Schwester meiner Freundin für mich extra entwarf. Und da war er, der Krebslook. Völlig nackt unter dem Gewand, nirgendwo ein Haar zu sehen, dunkle Augenringe, trockene Haut, rissige Nägel, traurig und allein als würde ich jeden Moment zerfallen. Als würde der Krebs jeden Moment zuschlagen und sagen wollen: „Da bin ich, es kann losgehen, der Tod erwartet dich schon seit einiger Zeit, aber du scheinst dich ja zu sträuben.“

Nein, das konnte es nicht gewesen sein. So wollte ich nicht gehen und ich wollte nicht, dass mich irgendjemand so sah, so tot, so traurig, so fertig um diese Welt nun verlassen zu müssen. Bis heute weiß ich, dass ich leben will, dass mein Leben bisher viel zu kurz war und ich noch nicht alles gemacht habe was ich gern gemacht hätte.

Um so mehr ich mir dies vor Augen hielt, desto mehr rückte der Tod wieder in die Ferne.

Su nachdenklichUnd heute scheint es manchmal so als wäre das alles niemals passiert. Als hätte jemand auf einmal die Reset Taste gedrückt und ich bekam die Chance meinen Rechner nochmal neu hochzufahren.

Vom langhaarigen Blondie das nicht genau wusste wohin die Reise ging wurde ich zum Glatzkopf der völlig aus dem Leben gerissen wurde um dann endlich ein neuer Mensch mit Pixie Look zu werden, der jetzt mit beiden Beinen im Leben steht und weiß was er will.

 

Ich sage es nicht mehr oft, dass ich mal Krebs hatte, außer jemand fragt explizit warum ich denn ins Krankenhaus müsse oder warum ich noch keine Kinder habe. Und dann kommt wie immer dieser Satz „Das hab ich dir gar nicht angesehen, dass du Krebs hattest….“ Tja das hatte ich damals auch nicht, ich hatte es nur gefühlt in meiner Brust.


English Version

A lot of times I meet people who are surprised by me. Why? I don‘t really know to be honest but most of the time they say „You don‘t even look like….“ Well like what, I keep asking myself, like cancer? But how does someone look like who had cancer? Like a zombie? Like someone who is going to die within the next few minutes? Is it possible that you can tell  that someone has cancer by the look of someone and how can you tell?

Often I think that many people have got the wrong impression of cancer and I used to be one of them, too. I used to think of death, hair loss, dark wrinkles under the eyes, someone who is skinny and only waited for the final death. But these cancer apperances don‘t last very long. As soon as a trend has come the sooner it is gone again. The cancer comes and goes.

IMG_0627-0Last year for Halloween I thought about the way I should dress up. „I‘m gonna dress up as a cancer patient. I‘ve got everything for that, or not.“ The others were pretty shocked when they heard me saying that. I laughed. I couldn‘t cry anymore and somehow I had to get through that time. At least on a day like Halloween I could use my disease in a positive way for myself. In the end I went as a witch, put my long blonde wig on, got myself really dark eye patches and wore really red lipstick.

Since I have short hair I love wearing red lipstick. My pixie cut looks better with red lips and somehow it gives me some kind of female features back after my cancer already took away my right boob.

Juli 2014: Auf Ibiza segeln
Juli 2014: Auf Ibiza segeln

But the cancer could NOT take away my humor. It increased more than before. During my visit in Ibiza I felt so good, I wore a mini skirt, high heels and long blonde wig (which was stuck on me with me glue so it wouldn‘t leave me in in the water. When I had a look in the mirror I looked quite alright and sent a message to my friend Anthony saying: „I look quite good for someone who has got cancer.“ And he said back: „Oh Suz, only you can say that!“ and many laughing smileys. For the last time my right boob saw the un of Ibiza, for the last time I went topless on the beach. It broke my heart.

The evening before my operation, 30th September 2014, I cried a river and really wanted to leave the hospital. But the cancer had to go for good even though it went I had to loose my dearest friend.

The day of the operation I had to wear these nice white socks, a nice dress which was totally open on the back and a beanie on my head which my friend‘s sister designed for me. And there it was, the look of cancer. Totally naked, no hair at all, dark eye patched, dry skin, broken nails and so lonely that I could fall apart the next minute. As if the cancer wanted ti get me the next minute and say:“Here I am, we can go, death has been waiting for you for a while but somehow you don‘t want to come.“

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button.

No this isn‘t it. I did not want to leave and I didn‘t want anyone to see me like this, so dead, so upset, so ready to leave this world behind me. Until today I know that I want to live and that my life has been far too short until now and there are still so many things I want to do. The more I think about that the more the more death vanishes. It feels like someone has pressed the reset button and I had the chance to start the computer again.

Su nachdenklichFrom being a blonde with long hair who didn‘t know where this journey is going to I got pulled out of life into being a bold head to become a new person with a pixie haircut who now enjoys life and now I know what I want.

I don‘t say it very often anymore that I had cancer only if someone is asking why I have to go to hospital or why I don‘t have kids yet.

And then I get to hear: „Oh I wouldn‘t have thought that you had cancer, you don‘t look like it at all. Well I didn‘t see the cancer in me before, I only felt it.

Bemerkenswert

Zurück ins neue Leben / Getting back to my new life

Seit mehr als einer Woche gehe ich wieder arbeiten. Fast 1 1/2 Jahre war ich zuhause, krank und arbeitslos. Das macht insgesamt 540 Tage und fast 76 Wochen. Das Krankengeld lief auch irgendwann aus und ich setzte mich selbst immer mehr unter Druck wieder ins Arbeitsleben integriert zu werden. Da ich im Online Bereich bleiben wollte und nicht wieder irgendeinen Job machen wollte, hatte ich Angst nichts in dem Bereich zu bekommen. Hier im ländlichen Gebiet werden mehr handwerkliche Jobs oder hinter der Kasse bei einem Discouter angeboten. Online Marketing ist vielen hier ein Fremdwort. „Was machst du? OK.“ Fertig war das Gespräch. Also suchte ich schon beizeiten eine neue Stelle, fuhr nach München zur Firma Gulp wo eine Freundin von mir arbeitet. Obwohl der Marketing Chef wusste, dass ich nicht geeignet für die Stelle war, wollte er mich dennoch kennenlernen. Ich war begeistert. Wir gingen meinen Lebenslauf durch und er zeigte mir wie ich ihn verbessern konnte. Danach empfahl er mich einer Online Firma in Leipzig. Eine allgemeine Email gab mir zu verstehen, dass die Stelle schon weg war. Bis heute ist diese und auch auch eine Trainee-Stelle immer noch ausgeschrieben. Man wollte mir wohl zu verstehen geben, dass ich dort nicht erwünscht sei oder warum sind diese Stellen immer noch ausgeschrieben?

Klar war ich enttäuscht, aber Steff, Leiter des Marketings, machte mir ein Angebot. „Wenn du willst, dann kannst du bei uns erstmal ein Praktikum machen um wieder Fuß zu fassen. Nach dem halben Jahr hast du bessere Chancen. Wir helfen dir.“ Wow so was hätte ich wieder nicht erwartet. Ich war voller Freude und nahm das Angebot an. München, 6 Monate und nur 1.000€. Das müsste doch zu schaffen sein. Innerhalb von ein paar Wochen ein Zimmer zu bekommen war unheimlich schwer und für unter 500€ fast unmachbar. Die Zimmer sahen aus wie die letzten Kaschemmen. Immer mehr machte sich Unmut und Angst breit.

IMG_8466Es konnte nicht sein, dass mich keiner will. Also bewarb ich mich an den darauffolgenden Tagen auf 10 Stellen. Davon erhielt ich 3 Einladungen zum Vorstellungsgespräch, bei einer anderen Stelle kam ich in die Endrunde und eine Firma bat mir einen Probetag an. Damit hatte ich nicht gerechnet. Also fuhr ich zum ersten Gespräch. Vorbereitet schon etwas, aber nicht zu viel. ,Wenn die mich wirklich wollen, dann so wie ich bin.‘

Da ich im Online Bereich arbeiten wollte, sprich Webdesign, Website Pflege, Content Management, nahm ich meinen Blog als Referenz. Meinen Lebenslauf gestaltete ich so wie meinen Blog. Hübsch anzusehen, kurz, knapp, 2 Fotos drin, Widgets die meine Hobbies und Sprachen anzeigten, alles schnell und übersichtlich erkennbar. So wie ich es mochte.

Während meiner Zeit zuhause bearbeitete ich auch um die Website meiner Freundin, sprich Webdesign, Social Media und PR machte ich für sie, hatte ich noch eine Referenz. Und Content erstellte ich zusätzlich noch für den Steinpalast, der gut und gern preiswertes Lego und Duplo in alle Welt verkauft.

IMG_8456-0Zum 1. Vorstellungsgespräch kam ich geschlagene 40 Minuten zu spät. Stau, Baustelle, Stau, Büro nicht gefunden. Zuerst 1 Stunde Vorstellung beider Seiten, dann einen Test absolvieren, der alltägliche Aufgaben wiederspiegelte und dann nochmal zurück in den Meetingraum zum abschließenden Gespräch. Ich war ehrlich, die ganze Zeit über. Warum ich was in meinem Leben machte, dass ich viel reiste, dass ich nochmal studierte, dass ich den Job den ich vorher gemacht hatte gar nicht machen wollte, jedoch annahm, weil ich nicht ohne Job dastehen wollte. Der alte Job hatte zwar zusammen mit meiner Kollegin Spaß gemacht, aber mein Traumjob war es nicht. „Im Einkauf gibt es viel Geld.“ versprach mir der Chef damals. Wenn der wüsste was andere Firmen alles so bieten in der heutigen Zeit… Naja altes Buch zu, neues Buch auf.

Ein paar Tage später dann das nächste Vorstellungsgespräch. Auch eine tolle Firma und auch als Online Marketing Manager. „Wir finden es klasse was sie alles so gemacht haben. Andere lassen sich in der Zeit hängen, Sie haben was draus gemacht.“ Wie sagte Steff so schön: „Hab keine Angst, deine Story ist eine Erfolgsstory, die Leute werden es lieben.“

IMG_8453In der Zwischenzeit sprach ich mich mit dem Integrationsamt ab. Als ich die Tür öffnete begegnete mir Frau Schmidt mit den Worten: „Also Sie sehen ja total gut aus, überhaupt wie ein Krebspatient. Richtig gesund und erholt. auf der Straße hätte ich Sie niemals wieder erkannt nach unserem letzten Treffen.“ Ich fragte Frau Schmidt im Plauener Büro was ich dem neuen Arbeitgeber für Vorteile bieten würde, wenn er mich einstellte. Dann natürlich auch wie offen ich mit der ganzen Sache umgehen sollte und ob ich den Schwerbehindertenausweis ansprechen sollte. „Natürlich, Frau Sommerfeld, sagen Sie ruhig, dass sie den Ausweis haben. Es ist wichtig für Sie. Die 5 Tage mehr Urlaub brauchen Sie für Ihre Arzttermine, der besondere Kündigungsschutz setzt jedoch erst nach einem halben Jahr ein. Solange haben Sie also Zeit sich mit der Firma zu beschnuppern.“ Dann erzählte sie mir, dass der neue Arbeitgeber sogar meine Ausstattung für meinen Arbeitsplatz bezahlt bekommen würde, sollte dieser neu geschaffen werden. Na, das klang doch alles gar nicht mal schlecht.

„Wir geben Ihnen in den nächsten 2-3 Wochen Bescheid.“ sagte mir der Chef beim ersten Beweerbungsgespräch. Nach einer Woche jedoch klingelte schon mein Telefon. „Du hast uns super gefallen, wir würden uns freuen Sie, ähm, dich in unserem Team begrüßen zu dürfen.“ Ich saß in Hamburg in einer Tapas Bar und freute mich wie ein Schneekönig. „YES!“ rief ich und erzählte gleich einem Freund, mit dem ich gerade essen war, davon.

Im Nachhinein erfuhr ich, dass ich schon beim Vorstellungsgespräch die Favoritin meiner Vorgesetztin war und bei der Absprache mit dem anderen Geschäftsführer er meinte: „Also wenn jemand so viel Elan und Energie hat, und so etwas durchgemacht hat, dem müssen wir doch eine chance geben.“

Damit hatte ich nicht gerechnet, ich war einfach nur baff und dankbar. Und nun bin ich schon in der 2.Woche. Was ich jetzt mache? Ich bearbeitet Websites, so dass sie schön aussehen, pflege Content ein und kümmer mich um redaktionelle Aufgaben. Genau das was ich machen wollte. Und das Beste ist, dass der Kunde, den ich betreue, im medizischen Bereich tätig ist. Genau das was ich auch machen wollte. Eine Aufgabe die Sinn macht. Das, ich weiß gar nicht wie ich es ausdrücken soll, witzige, markabare oder merkwürdige ist, dass ich nun auf der anderen Seite der Medaille sitze. Der Kunde stellt Medikamente her, die ich während der Chemo gegen Übelkeit nehmen musste. Außerdem gibt es Websites wie www.erbrechen-chemo.de die genau das wiederspiegeln, was ich während der Chemo durchmachte. Und dann gibt es diese Momente wo ich einfach nur dasitze und ich einfach nur noch weinen könnte, wenn ich Studien lese die ich gerade hochlade, in den steht, dass die Immuntherapie schon in den 80er Jahren in den Kinderschuhen steckte. Jedoch wurde sie vernachlässigt, weil keiner an den Erfolg glaubte. Und so mussten viele Krebspatienten die nächsten 30 Jahre Chemotherapien über sich ergehen lassen. Der Krebs ist also immer noch ein stiller Begleiter von mir und hilft mir irgendwie zurück ins Leben zu kommen.

IMG_8455-0Während ich diesen Text schreibe sitze ich in der
Bahn.
Jeden Morgen fahre ich 45 Minuten hin und zurück. In der Zeit kann ich meinen Blog schreiben, mich ausruhen, etwas schlafen oder nachdenken. Ich bin froh nicht mit dem Auto fahren zu müssen.

Und ich bin froh, endlich wieder zurück im Leben sein zu dürfen.


English Version

Since  more than one week I‘ve been back at work. That makes almost 1 1/2 years at home, sick and no work. 540 days in total and almot 76 weeks. The insurance company was just abput to finish my sickpay  and I put myself under pressure because I had to be integrated at work soon. Because I wanted to stay in the online business I was scared I would not find the job of my dreams and so maybe I had to go back to a job I really didn‘t like ust to get by. We live in the countryside and it‘s quite hard to get a good job here. Most of the jobs are for worksmen oder sitting behind the till at a discounter. No one really has a clue what online marketing actually means. „What are you doing? Ok.“ that‘s what the whole small talk was all about.

So I was searching for job as soon as possible and went to Munich for an interview where a friend of mine works who I studied with. Even though the marketing boss of the company knew that the job wasn‘t suitable for me he still wanted to meet me. I was surprised in a good way. We went through my CV and he helped me imrpoving it. On top of that he proposed a company to me where I fit in perfectly. However a general email made it clear to me that the vacancy wasn‘t available anymore. But until today this vacancy and a trainiee position are still on their website. And I wonder why?!

Of course I was disappointed but Steff, the marketing manager of Gulp wanted to give me a chance. „If you want to you can do an internship in our company and during that time you can look for a position. You‘re chances to get  a better job after that will increase. We will help you.“ Wow, I really didn‘t expect that. I was so happy that I agreed on it. Munich, 6 months and only 1000€ to spend. That should work. However it turned out to be really hard to find a room and even worse to find a cheap one under 500€. The rooms looked really bad and the more I was looking for a room the more I got scared.

IMG_8466I couldn‘t believe that no one really wanted me to work with them. On the following days I applied for several jobs, 10 in total.  3 of them invited me for an interview, one of the comapnies kept me in the last round and one company invited for a day in the office. To be honest, I really expect that! So I went for the first interview. I prepared a little bit but not too much. Because if they want me, they‘d take me the way I am. Because I wanted to work in the online business like webdesign and content management I took my blog as a reference. I designed my CV the way my blog looked like. It looked nice with 2 pictures of me, widgets that showed my hobbies and languages so you got an easy and fast overview. Just the way I liked it.

I also looked after my friend‘s website, after her social media, her PR and also took that as a reference. Creating content for Steinpalast was another reference. Steinpalast sells good and cheap Lego and Duplo to customers everywhere in the whole world.

IMG_8456-0I got ready for my first interview and already had a delay of 40 minutes. Traffic on the motorway and not finding the office made me look quite bad when I finally got there. We introduced each other for an hour, then I had to do a test and afterwards we got back together for a little meeting. „We‘ll let you know in 2 to 3 weeks.“ During my whole interview I was honest about everything. Why I did what in my life, why I loved travelling, why I studied at the end of my 20s and why I did a job before that I actually didn‘t want to do but I was just too scared not to have anything. My old job was fun, don‘t get me wrong, especially with my amazing colleague but it wasn‘t the job of my dreams. „You can make good money in the purchase department.“ My old boss tried to catch me. He doesn‘t have a clue what other companies offer their employees nowadays. Oh well, next chapter in a book.

After a few days I went for the next interview. Also a great company and also a job as an online marketing manager. „We really like what you have done in the past. You didn‘t let yourself down, you made something out of it.“ I remember how Steff said to me in Munich: „Your story is a success story, the peple will love it!“

Just to make sure I was doing the right thing I kept in contact with the integration office. When I opened the door to see Mrs Schmidt for the 2nd time she welcomed me: „You look amazing. I would have never noticed you on the street after our last meeting.“ I asked about the advantages an employer would have hiring me. And also the way I should treat my case, how transparent I should talk about my decease and if I should mention my severely disabled pass. „Of course, Miss Summerfield, tell them that you have that pass. It is important for you. You will need the 5 days more holidays for appointments with your doctors, the special… will only be availabe after the first 6 months. During that time you will have time to get to know the company and see if it suits you there.“ Then she even told me that the employer would get paid for for creating a new workspace for me. That didn‘t sound too bad for me.

„We will let you know in the next 2-3 weeks,“ the boss told me at my first interview. After one week my phone rang though: „We really liked you and would be happy to welcome you in our team.“ At that time I was sitting in  tapas bar in Hamburg and couldn‘t be any happier. „YES!“ I screamed and told a friend who was with me straight away about my new job. My new colleague told me that I was her favourite of all of them and when talking about all the people that applied for the job one of the bosses said:“Well , if someone has so much energy and the courage to do all that we‘ve got to give her a chance.“

I didn‘t expect that and I was totally surprised and greatful. And now it‘s my second week at my new job. What am I doing now? I work with websites, make them look nice and look after content. Exactly what I wanted to do. And the best thing is that our client is working in medicine. This job makes sense to me because it combines both of the things I wwas looking fir. The funny, strange or I don‘t know how to call it, thing is that I am now on the other side of the medal. Our client creates mediaction against sickness for cancer patients. Additionally there are websites like www.erbrechen-chemo.de that show exactly what I was going through. And then there are moments where I just want to cry when I read studies about immunotherapy which was already invented in the 80s but because no one really believed in it many patients had to do chemotherapy for the next 30 years. The cancer is still with me, always next to me and somehow it was him who took me back to the real life.

IMG_8455-0While writing this text I am sitting on the train. Every morning it takes me 45 minutes to get to work so I can write my blog, chill, sleep or just reminisce. I‘m glad I don‘t have to drive to work.

And I am happy that I am back to life.

Bemerkenswert

Reha für Körper, Geist & Seele / Rehab for body, mind & soul

Als Krebspatient habe ich Anspruch auf eine Rehabilitation oder auch Anschlussheilbehandlung, kurz AHB, genannt. Normalerweise sollte diese spätestens 6 Wochen nach Beendigung der Bestrahlung anfangen und die letzte Bestrahlung war folglich am 11.2.2015. Ja lange ist’s her 😀

Insel Usedom
Insel Usedom
Zuerst lag mein Antrag noch wochenlang bei meiner Onkologin auf dem Schreibtisch herum, dann genehmigte die Deutsche Rentenversicherung mir meine Wunschklinik nicht. Zu Anfang der Therapie sagte mir der Sozialdienst im Krankenhaus „Als Krebspatient dürfen sie hin wo sie wollen, egal wie weit die Klinik ist, suchen Sie sich eine aus.“ Das tat ich dann auch und wollte nach Boltenhagen. Eine kleine aber feine Klinik mitten am Meer speziell für Brustkrebspatienten. Die Deutsche Rentenversicherung schickte mir einen Brief zurück ich solle in den Harz, nach Teufelsbad. Ne ganz sicher nicht, erst der Name und dann noch diese schlechten Bewertungen im Netz. Da wollte ich nicht hin, nie und nimmer. Also legte ich Widerspruch ein. Die Dame am Telefon half mir etwas und sagte „Schreiben Sie Ihre Gründe rein, zu 80% wird das dann genehmigt.“ Wurde es aber nicht und ich bekam wieder eine Einladung ins Teufelsbad zum Teufel noch mal. Also hieß es wieder Widerspruch einlegen. Ende Mai dann der nächste Brief. Freitags kam ein Brief, indem stand ich solle meinen Widerspruch zurückziehen, Samstag darauf kam die Zusage für die Klinik in Bad Ahlbeck auf Usedom. Direkt am Strand, für Krebspatienten ausgelegt, mit der längsten Strandpromenade Europas. Perfekt, nehme ich! Dann noch unendlich viel Papierkram ausfüllen, die Krankenkasse informieren, meine Gynäkologin, meine Onkologin und schwuppdiwupp durfte ich gestern, den 15.7.2015, auf Usedom anreisen. Sind ja auch nur 5 Monate später nach der Bestrahlungstherapie. Aber jetzt ist wenigstens Sommer.

 

Gegen Mittag kam ich an, bekam meinen Schlüssel für die kleine Suite, holte mir einen Kofferkuli und schmiss darauf die 5 Gepäckstücke. Irgendwie hatte ich das Gefühl, ich hatte alles mitgenommen was bei mir zuhause im Schrank war. Egal, ich weiß ja nicht was hier auf mich zukommen wird. Bademantel, Badesachen, Wanderschuhe, Strandhandtuch, Tee, Weizengraspulver, Laptop, Trinkflasche, Flipflops, Turnschuhe, Inline Skates, Yoga Matte und und und. Meine Sachen verstaute ich erstmal in meinem Zimmer. Das Zimmer besteht aus einem geräumigen Bad, einem Zimmer mit Bett, Sessel, Schreibtisch, Couchtisch, 2 Kleiderschränken, TV, Spiegel und einem kleinen Balkon. Eine Single Honeymoon suite nur für mich. Herrlich! Endlich mal alles nur für mich hier.

Klinik Bad Ahlbeck
Klinik Bad Ahlbeck
Als erstes musste ich zur Schwester ins Zimmer. Kurze Erklärung wo wann was am ersten Tag ist, Chipkarte geladen und wieder zurück, ein Laken für alle Untersuchungen in die Hand gedrückt und schon war ich fertig. Dann parkte ich mein Auto auf dem Parkdeck, holte mir einen Tee mit einem sehr fettigen Zupfkuchen und verschwand wieder im Zimmer. Ab 14.15 erwartete ich den Anruf meiner Ärztin. Dann rief sie an. In einem deutsch-polnischen Akzent versuchte sie mir zu sagen ich könne nur zu ihr kommen.

„Also ich bin jetzt da, sie können dann bald kommen, also gleich, vergessen Sie ihr Lakken nicht!“ stammelte sie. „Bitte was? Ein Lakken?“ fragte ich verdutzt. Ich war total verwundert und wusste gar nicht was die Dame am anderen Hörer von mir wollte. „Ein Laken“ erwiderte sie. „Ah ok, ich komme.“ Ich schnappte mir mein ‚Laken‘ und ging zu ihr rüber ins Arztzimmer. Dort machte sie eine umfangreiche Bestandsaufnahme von mir, meinem Körper, meiner Psyche. Sie war ca 45 Jahre alt, hatte zottelige rote schulterlange Haare mit einem Pony und sprach ganz gut deutsch, jedoch mit einem stark rollenden R. Als ich ihr versuchte zu erklären welchen Abschluss ich habe, wusste sie trotzdem nicht wie Bachelor buchstabiert wird. Also fing ich auf ihrem PC an zu tippen. Dann musste ich mich ausziehen und der Rotschopf fuchtelte mit einem Maßband an mir herum. „Sie müssen zunehmen, sonst können wir keine gute neue Brust für Sie aus Ihrem Fett formen.“ Ne das hatte ich auch nicht vor, dachte ich. Hier wird nicht mehr rumgeschnippelt. Da kommen Plastikmöpse rein und gut ist. Will doch nicht aussehen wie Edward mit den Scherenhänden der überall Narben hat. Früher war ich ja immer gegen plastische Chirurgie, Natur pur war mein Motto. Aber jetzt, wo es gar nicht mehr anders geht, freue ich mich schon auf meine neuen prallgefüllten Hupen. Wenn schon, denn schon.

Strand Bad Ahlbeck
Strand Bad Ahlbeck
Nach mehr als 1 Stunde waren wir fertig. Ich konnte es kaum erwarten und lief zum Strand. Das Meer, die Ostsee, die Sonne. Genau wie früher als ich klein war und wir immer an der Ostsee waren oder als ich noch in Hamburg wohnte. Oder auf Ibiza als ich mit Freunden in einem Apartment direkt am Meer wohnte und das Meer rauschen hören konnte. Und jetzt drei Wochen mitten im Sommer hier. Ein Traum ging in Erfüllung. Nach meinem Spaziergang gab es Abendbrot. Die Tische waren mit Namenskärtchen versehen, jeder hatte seinen Platz. An meinem saßen noch 2 andere Mädels. Die eine hatte Atemwegserkrankungen, die andere auch Brustkrebs. Nur leider kam sie damit gar nicht zurecht, sie hatte nur noch negative Gedanken und mied jeden Kontakt. Also sagte ich zu ihr: „Häng doch mit mir hier ab die nächsten 3 Wochen, ich bin mehr als positiv und bringe dich garantiert wieder zum Lachen.“ Die arme Maus weinte immer wieder. Morgen sehen wir uns wieder, mal schauen wie es ihr dann geht.

Meine Inliner holte ich nochmal aus dem Auto und rollte über die lange Strandpromenade vorm Schlafengehen. Meinen Plan habe ich für die nächsten Tage auch schon, sogar am Samstag habe ich Programm. Psychologische Betreuung, Übungen für meine Nackenprobleme, Bewegung in Freizeit, Sportgruppe, Jacobson-Entspannung, Nordic Walking, Wassergymnastik, Gymnastik und Spiel (was auch immer das heißen mag).

So sieht es soweit aus, der Plan kann sich täglich ändern, Chefarzt-Visite ist auch dabei und morgens um 6.50 Blutabnahme. Ich freue mich. Endlich mal Zeit nur für mich und meinen Körper. Endlich werde ich betüddelt von vorn bis hinten.

 


 

ENGLISH VERSION

As a cancer patient you have the right to go on a health treatment after all therapies. Normally you should start it at least 6 weeks after your last radiotherapy. So mine was actually on 11th February 2015 which is quite long ago.

My oncologist must have forgotten my application for my health treatment so it took a while and then the German pension insurance didn’t approve my application for the health clinic I wished for. At the beginning of my therapies the social worker told me that as a cancer patient you have the right to go to any health treatment you choose. So I chose Boltenhagen a little but nice clinic right next to the Baltic Sea and close to Hamburg. But the insurance denied it and proposed a clinic I really didn’t like. Teufelsbad (devil’s bath). A clinic with a bad reputation in an area I really didn’t want to go to. So I entered an objection. The lady on the phone advised me what to write. “ The insurance will accept it by 80%.“ They didn’t though so I had to enter an objection again. Finally they proposed another clinic to me which was al the Baltic Sea, too. Right at the beach, for cancer patients including the longest seafront of Europe. I filled out the forms, informed my oncologist and gynacologist and suddenly I was travelling to Usedom on 15th July 2015. Only 5 months later after finishing radiotherapy but hey who cares, it’s summer now!

Usedom
Island Usedom
I arrived just after lunch, checked in like in a hotel, got my keys for my little suite, got a bag carrier and threw my 5 bags onto it. Somehow I had the impression I took everything I had from my wardrobe. Dressing gown, bikini, trekking shoes, beach towel, tea, wheatgrass powder, laptop, drinking bottle, flipflops, sneakers, inline skates, yoga mat and so on. I put my clothes into my bedroom which was equipped with a big bath, a bed, an armchair, a desk, a little couch table, 2 wardrobes, tv, mirror and a little balcony. A single honeymoon suite just for me.
Amazing! Finally everything just to myself.

„Well I am here now, so you can come here soon, or yes come here now. And don’t forget to bring your shit.“ „My what? A shit?“ I asked her really surprised. „Your sheet.“ Ah ok well then I took my sheet and went to see her. It felt like a big inventory control of me, my body and my soul. She was about 45 years old, had red frizzy hair with a fringe and spoke quite good German but she rolled the R really strong. When I tried to explain to her what kind of degree I got she didn’t quite know how to spell it so I typed it in her computer. After that I had to get my top and jeans off. The redhead waved about with a measuring tape. „You have to put on some weight otherwise we can’t form a new boob for you.“ Well I didn’t even plan to have a boob made out of my fat. Otherwise they will cut a bit more on my body and then I will look like Edward with the Scissorhands full of scars. Long time ago I used be against plastic surgery but now that they have taken my boob off I can’t wait to have some right big boobs.

Strand Bad Ahlbeck, Usedom
Beach Bad Ahlbeck, Usedom
We were done after more than one hour. I couldn’t wait so I ran down to the beach. The ocean, the Baltic Sea, the sun. Just the way it used to be in the olden days when we used to go to the Baltic Sea and when I lived in Hamburg. Or when I lived next to the beach in Ibiza, where you could hear the sound of the waves. and now I had the chance to be here for the next 3 weeks. It felt like a dream came true. After a long walk on the beach I went back for dinner. Every table had name plates, everyone had their own seats. There were two other girls sitting on my table. I started chatting to them straight away. One of them had respiratory problems, the other one had breast cancer, too.But somehow she couldn’t cope with it and was very negative, she could hardly talk about it and started crying. So I told her „Hey just hang out with me the next few weeks, it’s a lot of fun with me and I will cheer you up.“ I will see her again tomorrow, see how it goes.

I grabbed my inline skates and rolled down the seafront before going to bed. I already got a programme for the next few days, I even have a programme for Saturday. Psychological support, exercises for my neck, exercising in my time off, exercise group, relaxation after Jacobson, nordic walking, water gymnastics, gymnastics and game (whatever that means…).

That’s the plan for the next few days but it can change on a daily basis. Ward round every morning with the chief physician and blood draw at 6.50 am just before breakfast. I am so happy to be here. Finally I have time for myself and my body and finally everyone is looking after me.

Bemerkenswert

Wenn Hände mehr sehen – Discovering Hands – When hands can see

Frauen ab 50 Jahren bekommen eine Einladung für eine Mammographie, da ab diesem Alter das Risiko an Brustkrebs zu erkranken enorm steigt. Forscher gehen davon aus, dass Brustkrebs durch die Wechseljahre ausgelöst wird. Doch was ist eigentlich mit den anderen Frauen? Die über 69 Jahre und die unter 50 Jahre? Ich bin mit 31 Jahren an Brustkrebs erkrankt und hatte keine Vorsorge. Es gab lediglich eine ‚IGEL-Leistung‘. Soll heißen: ich hätte meine Brust für 40€ untersuchen lassen können, natürlich auf eigene Kosten. Diese Kosten werden natürlich nur von der Krankenkasse übernommen, wenn etwas in der Brust gefunden wird.

Mich hatte das ziemlich sauer gemacht, dass es für junge Frauen noch keine richtige Vorsorge Untersuchungen gibt oder ich dafür selbst zahlen sollte. Was ist mit Frauen, die gerne diese Untersuchungen in Anspruch nehmen möchten, diese aber finanziell nicht tragen können?

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Photo by: discovering hands

Um so erfreuter war ich, als ich eine Einladung zum Pressegespräch im Juni von Discovering Hands nach Berlin erhielt. Da ich leider zu dem Zeitpunkt ‚keine Kapazitäten‘ hatte, vereinbarte ich einen neuen Termin mit Anke Henkel, der Leiterin von ‚Discovering Hands‘. Aber was ist eigentlich Discovering Hands?

Dr. Frank Hoffmann, Gynäkologe und Begründer von discovering hands ®, entwickelte die Methode zur Brustkrebsfrüherkennung  durch Fingerspitzengefühl vor mehr als 10 Jahren. Aufgrund von Zeitmangel bei Tastuntersuchungen durch Frauenärzte in Arztpraxen kam ihm die Idee, blinde Frauen für diese Aufgabe einzusetzen. Frauen ab 30, oder auch jünger, können diese Untersuchung in Anspruch nehmen und die Krankenkasse übernimmt sogar die Kosten. Die BKK-VBU ist die erste Krankenkasse die einen Vertrag mit discovering hands schließt und das Projekt zum Leben erweckt. Ein neuer Durchbruch in der Brustkrebsvorsorge?

Ich machte mich auf den Weg ins erste discovering hands Zentrum in Berlin in der Axel-Springer-Straße 54a. Frau Henkel begrüßte mich herzlich und stellte mir das Zentrum vor. Zur Zeit sind dort 6 MTUs  und eine Ärztin beschäftigt. Gesucht wird noch ein weiterer Arzt, um arbeitenden Patientinnen die Möglichkeit zu geben, auch abends die Untersuchung in Anspruch nehmen zu können. Geplant waren für mich eine Untersuchung mit einer Medizinischen Tastuntersucherin (MTU), ein Gespräch mit der leitenden Gynäkologin Claudia Jäggi sowie ein Gespräch im Aufenthaltsraum mit allen MTUs, der Ärztin und Frau Henkel zusammen. Frau Henkel gab mir die Pressemappe und fragte: „Sie sind also freie Journalistin?“ „Ich bin Bloggerin, ich blogge über Krebs, Brustkrebs.“

Im Zimmer nebenan nahm die MTU zuerst meine Daten auf. Sie war fast blind, hatte sich den PC mit Farben und Hintergründen jedoch für sich so ausgestattet, dass sie wusste, wo sie welche Daten zu suchen hatte. Dann setzte ich mich hin und sie untersuchte mich unter meinen Achseln. Danach legte ich mich hin, unter mir ein Stillkissen damit es schön bequem war.

streifenSie unterteilte meine Brust mit 4 haptischen Orientierungsklebestreifen in 3 Zonen. Diese 3 Ebenen wurden gründlich von oben nach unten vorsichtig abgetastet. Während der ganzen Untersuchung, die ca 1 Stunde dauert, unterhaltete ich mich mit der MTU. Sie sprach mich auf meine Erkrankung an, gab mir Ratschläge und Tipps zum Abtasten der Brust und ich fragte sie wirklich alles was mir gerade in den Sinn kam. Eine MTU erspürt wirklich jede Gewebeveränderung und kann auch das Gewebe einer verhärtetet Drüse zu einem Tumor erfühlen.

Wenn ich mich selbst abtaste, ist es immer schwer zu sagen für mich, ob ich da gerade mal wieder einen Tumor fühle oder ob es nur eine Brustdrüse ist. Die MTU kann einen Tumor ab 6mm ertasten, ab 3mm ist ein Tumor meist erst sichtbar. Durch die MTUs sind 30% mehr kleinere Befunde ertastbar die kleiner sind. Natürlich ist diese Methode keine Ersparung der Mammographie, aber eine grandiose Ergänzung zu allen anderen Untersuchungen. Es soll wohl auch schon Fälle gegeben haben, wo eine MTU etwas getastet hatte, was nicht mal auf dem Ultraschall oder der Mammographie zu sehen war. Und ich muss sagen, diese Untersuchung war wirklich mehr als gründlich, die Atmosphäre sehr entspannt und angenehm. Am Ende der Untersuchung kam nochmal die Ärztin Frau Dr. Claudia Jäggi in das Untersuchungszimmer und tastete meine Brust nochmal ab. Danach unterhielt ich mich noch eine Weile mit der Ärztin über discovering hands. Im Anschluss kamen die MTUs, Frau Dr. Jäggi, Frau Henkel und ich nochmal im Aufenthaltsraum zusammen, um uns über Themen auszutauschen, uns gegenseitig kennenzulernen und um das Thema Brustkrebs besser zu verstehen. Denn jeder von uns war mit dem Thema auf seine Art und Weise vertraut. Ich konnte den Mädels von meiner Krankengeschichte erzählen und sie mir von ihrem Leben als blinde MTUs. Es war ein respektvoller und neugieriger Austausch von Lebenserfahrungen.

 

Die Ausbildung

Die Ausbildung zu einer Medizinischen Tastuntersucherin, kurz MTU, dauert 9 Monate und ist eine team discovering hands berlinZusatzqualifikation und eine qualitätsgesicherte Erweiterung zur Brustkrebsvorsorge. Die ersten sechs Monate beinhalten viel Theorie, die letzten drei Monate können die MTUs ihr Wissen praktisch erlernen und anwenden, sei es in Krankenhäusern oder Arztpraxen. Es gibt zusätzlich monatliche Fortbildungen für Zertifizierungen und die MTUs organisieren untereinander Telefonkonferenzen für den gegenseitigen Austausch. Da das Arbeitsangebot für blinde begrenzt ist, so ist diese Zusatzqualifikation eine tolle Art der Wiedereingliederung ins normale Leben. Eine Win-Win Situation für beide Seiten. Jedoch muss jede MTU mindestens eine Ausbildung vorweg erfolgreich abgeschlossen haben und keine Scheu vor Menschenkontakt haben. Natürlich gibt es anfangs Berührungsängste gegenüber der Patienten und ihren 2 Freundinnen, aber diese bauen sich generell ab. Eine MTU nimmt mit ihrem Einfühlungsvermögen dem Patienten die Angst vor einer Untersuchung und baut so einen persönlichen Kontakt mit ihm auf. Pro Praxis ist eine MTU vorgesehen, die, falls gewünscht, an einem Nachmittag in die Praxis für Tastuntersuchungen kommt. Sollte etwas getastet werden, so setzt sich das Zentrum sofort mit dem jeweiligen Arzt in Verbindung, um weitere Schritte in die Wege zu leiten, denn die Diagnose bleibt immer noch beim Arzt. Mittlerweile gibt es 19 MTUs deutschlandweit. Im bundesweiten Netzwerk sind schon über 20 Arztpraxen, teilnehmende Praxen findest du unter diesem Link.

 

Wer zahlt diese Untersuchung und wo bekomme ich einen Termin?

Die Kosten für eine Tastuntersuchung werden von den Krankenkassen übernommen. Momentan arbeitet die BKK VBU und einige kleine Versicherungen mit discovering hands zusammen. Frage am besten bei deiner Krankenkasse nach, ob sie auch die Kosten übernimmt. Einen Termin kannst du selbst vereinbaren, dein Arzt kann einen für dich organisieren oder du meldest dich bei deiner Krankenkasse. Die BKK VBU informiert ihre Versicherten über diese neue Art von Vorsorgeuntersuchung per Post oder Ärzte des Gyn-Verbundes werden benachrichtigt.

 

Zukünftige Aussichten

Discovering Hands plant ein zweites Zentrum in Leverkusen und bildet weiterhin blinde zu MTUs aus. Momentan sind es mehr als 20 MTUs deutschlandweit. Die Nachfrage steigt, was meiner Meinung nach auch sinnvoll ist anhand der Tatsache, dass immer mehr junge Frauen an Brustkrebs erkranken. Es sind zusätzlich Workshops geplant, die Patientinnen zeigen sollen wie sie ihre Brust richtig abtasten und den Fastbefund richtig deuten.

Fazit

Ich bin hellauf begeistert, endlich eine Methode gefunden zu haben die für Frauen jeden Alters zugänglich ist und finanziell unterstützt wird. Außerdem wird aus einer Behinderung eine Begabung gemacht, die sehr hilfreich und notwendig ist in der heutigen Zeit. Es ist eine Integration von Krankheit und Mensch, die zusammen ein positives Ergebnis erzielen. Faszinierend finde ich zudem, dass den blinden oder sehbehinderten Mitarbeitern ein unbefristetes Arbeitsverhältnis angeboten wird, was in der heutigen Zeit wichtig aber nicht immer selbstverständlich ist. Leider bekam ich am eigenen Leibe zu spüren, wie eine Brustkrebserkrankung oder auch Schwerbehinderung das Aus auf dem Arbeitsmarkt bedeuten kann.

Jeder der auch gern solch eine Untersuchung machen möchte kann ich nur darin bestärken einen Termin in einer Praxis oder im Zentrum wahrzunehmen.

Für weitere Informationen schaut doch bitte auf der Website von discovering hands nach, setzt euch mit dem Zentrum in Verbindung oder fragt bei eurer Praxis einfach mal nach.

Discovering hands empfiehlt eine Ultraschalluntersuchung der Brust ab 40 alle 2 Jahre.

 Vielen Dank an das Discovering Hands Team für den tollen Tag!

 


ENGLISH VERSION

At the age of 50 women get an invitation for a mammogram because the risk of getting breast cancer rises enormous at this moment of time. Scientists assume that breast cancer is caused by menopause. But what is actually going on with women who are younger oder older than 69? I suffered from breast cancer at the age of 31 and never got offered a medical prevention. There was only an examinationof my breast for 40€ which I had to pay on my own and my insurance company only paid for that in case they have found something severe.

I was pretty annoyed that there wasn’t any prevention plan for young women or that we had to pay on our own. What’s going on with women who would like to make demands on an examination like that but haven’t got the money to do so?

logo discovering hands
Photo by: discovering hands

However, I got invited for a press event at discovering hands in Berlin in June. Unfortunately I couldn’t be there at that time but I made up another appointment with Anke Henkel, manager of the center. But what is actually ‚discovering hands‘?

About 10 years ago, Dr Frank Hoffmann, gynecologist and founder of discovering hands ®, developed this method of the early recognition of breast cancer through fine sensitivity. Because many gynecologists haven’t got the time to touch the booby in detail Dr Hoffmann had the idea to use blind women for this special task. Women at the age of 30 or younger are able to have an examination of their boobs and the insurance company even covers the costs for that. The BKK-VBU was the first insurance company who actually supported this project. Was this the start of a new are of discovering breast cancer at an early stage?
So I went to get to know the center and the practice which is based in Berlin in the Axel-Springer-Straße 54a. Frau Henkel welcomed me and showed me the center. At the moment there are 6 MTUs (medical touch examiner) working and one doctor. They are still looking for another doctor so they can offer their practice in the early evenings for women who are working till late. When I got there they planned an examination for me, a little chat with the doctor and then a get together of the MTUs, the doctor and the center manager Anke Henkel. She asked me „So you are a journalist?“ „Well, I am a blogger, I blog about cancer, breast cancer.“ She gave me the press kit and then sent me to the room next door for my examination.

The MTU took my data first and wrote down my details in the computer which she could see through her own adjustments made especially for her so she could actually tell what the computer was showing. Then I sat down and she checked my armpits. After that I had to lay down, underneath me a big pillow which made it comfortable for me.

streifenShe divided my breast with 4 haptical plasters into 3 zones. These 3 zones were examined by her very well from top to bottom. We talked to each other during the whole examination which took about 1 hour. She asked me about my breast cancer disease and gave advice about how to touch my boobs. To be honest I asked her everything that came into my mind. Blind MTUs can feel every bit of change of your tissue and knows the different of a tumor and a mammary gland.

When I touch myself it is hard to say if I feel a hard mammary gland or if it’s a tumor again. For MTUs it is possible to feel tumor at the size of 6mm whereas a tumor is visible at the size of 3mm. 30% of smaller findings are ’seen‘ through MTUs. Of course this method can’t be replaced with a mammogram but it is an amazing complement to all the other examinations. Apparently an MTU was able to feel a tumor even though it wasn’t visible on the ultrasound or the mammogram. I have to say this examination was done very well and in-depth, the atmosphere was very friendly. At the end of is the doctor came back into the room and check for the second time to make sure everything was alright. I had a little chat with her about discovering hands until we went to the common room where we got together with the rest of the MTUs and the center manager Anke Henkel. We got to know each other, exchanged thoughts and information about breast cancer. They showed me their life as a blind MTU and I showed them my life with breast cancer. It was a respectful and curious exchange of life experiences.

The training

The training of becoming an MTU takes 9 months and is an additional qualification and an assured team discovering hands berlinquality prevention of breast cancer. The first 6 months are packed with theory and the last 3 months are full of practice in hospitals. As an MTU you can do additional certificates which are offered monthly. The MTUs organise telephone conferences with each other to exchange thoughts. Because there aren’t many job offers for blind people this is a good job to get back to normal life and to get in contact with others who appreciate who you are. Of course you will be shy of touching someone else’s boobies but it will go away and be natural at some point. The MTU builds up a personal contact with you and takes away your fears. There is one MTU per practice planned who comes in the afternoon. In case of finding something in your boob the centers gets in touch with your personal doctor. Still though the doctor have to make the diagnosis. Right now there are more than 19 MTUs in Germany and more than 20 practices have joined the discovering hands network.

Who covers the costs and where can I get an appointment?

The costs are covered by your insurance comapany. Right now the BKK VBU and some small insurance companies are working with discovering hands. You can get an appointment through your doctor, your insurance company or make an appointment yourself.

A look into the future

Discovering hands has planned another centre in Leverkusen and still trains more MTUs. Right now there are more than 20 MTUs working. There is a strong demand which is very wise as more young women suffer from breast cancer. There are additional workshops planned for showing patients how to examine their breast and how to interpret a result.

Conclusion

I am very impressed by this method which is finally available for women of every age and the costs are covered by the insurance companies. A disability becomes a gift which is very helpful in times like these. It’s an integration of a disease and humans that achieve a great result together. Fascinating is also that disabled people get offered an open-ended contract which is not always naturally nowadays. Unfortunately I got to know myself what it means to lose my job because of breast cancer.

Everyone who likes to have such an examination is more than welcome to arrange a time. For more information please visit the website of discovering hands.

Discovering hands recommends an ultrasound of the breasts at the age of 40 every 2 years.

Thank you Discovering Hands for your time!

Bemerkenswert

Recover your smile

Die Gründung von

„Nana – Recover your smile“

Nana - Recover your smileNana – ein Mädchen, sie ist jung, hübsch und hat Krebs. Im Jahre 2012 stirbt sie im Alter von 21 Jahren an den Folgen ihrer Krebserkrankung, einem Ewing Sarkom. Für ihre Eltern Axel und Barbara Stäcker ein immer noch unbegreifliches Erlebnis, die eigene Tochter zu verlieren. Doch sie schöpfen neuen Mut, tanken neue Kraft, indem sie den gemeinnützigen Verein „Nana – Recover your smile“ in Gedenken an ihre Tochter gründen. Denn trotz Nana‘s Krebserkrankung genoss sie immer wieder die Verwandlung mit Hilfe von Make-Up und Perücken. Und genau darum geht es. Der Verein „Recover your smile“ ermöglicht es Krebspatienten sich zu verkleiden, sich neu wieder zu finden, sich wieder schön zu finden mit Tipps von Make-Up Profis, für einen Moment die Krankheit zu vergessen und Spaß zu haben.

Ich habe es sehr bewundert wie Barbara Stäcker, Nana‘s Mama, mit der Situation umgeht. Sie hat ihre Tochter verloren, viel zu früh, und der Schmerz ist immer noch da. Doch die ehrenamtliche Tätigkeit hilft ihr damit umzugehen. „Der Tod meiner Tochter war sehr schmerzhaft. Diese Tätigkeit hilft mir, etwas positives daraus zu ziehen und etwas positives an andere Krebspatienten weiterzugeben.“

Der Workshop bei „Lilly meets Lola“ in München 

Mitten in München, in der Sendlinger Straße 50, befindet sich die Make-up Schule „Lilly meets Lilly meets LolaLola“ die 2010 Sandra ,Lola‘ Kader gründete. Als ich dort am Sonntag Nachmittag ankomme werde ich sehr herzlich empfangen. Es gibt Süßes und etwas zu trinken. Auf einer großen Couch machte ich es mir zusammen mit Barbara und Anna gemütlich. Anna, die an der Uni Salzburg Psychologie Mini Malteserstudiert, führt mit Hilfe dieses Vereins eine Studie durch. Sie stellt sich die Frage, warum dieser Workshop Krebspatienten glücklich macht. Diese Frage stellte ich mir auch in dem Moment. Nachdem alle Formalitäten geklärt sind, begebe ich mich in einen Raum mit vielen großen Spiegeln, ganz viel Licht, ganz vielen hohen Stühlen und ganz vielen hübsch aussehenden Make-up Artists. Und irgendwo dazwischen wuselt ein kleines weißes Wollknäuel herum. Ein 8Wochen altes Malteser Hundebaby. Soooo süß und total gut um die Stimmung aufzulockern.

Das 1.Shooting

1. ShootingautoDer Fotograf Michael Baierl von Xomi macht die Fotos. Fürs erste Shooting werde ich ganz natürlich geschminkt. Nichts übertriebenes, ganz leicht, um die Vorzüge des Gesichtes herausstechen zu lassen. Vor einer pinken Wand platziere ich mich, so wie ich bin, ganz normale Klamotten an. So wie ich mich wohl fühle. Und weil der kleine süße Hund im Nachbarzimmer rumtippelt, darf er gleich mal mit zu mir aufs Bild. Das bricht das Eis und lässt mein Herz dahinschmelzen. Ein paar Fotos geknippst und die Sache ist gelaufen. Michael, der Fotograf, macht seine Sache wirklich gut, braucht nicht viel Anweisungen zu geben und ist generell eine sehr liebenswerte Person. 

Das 2.Shooting

Verrückte VerkleidungFürs 2. Shooting darf ich mich verkleiden. Dafür geht‘s ab in den Fundus. Ein Raum voller Kleidung, Schmuck, Haarteilen, Perücken und und und. Wie im Schlaraffenland. Zuerst wusste ich gar nicht, was ich davon anziehen sollte.2. Verkleidung Vielleicht als Hippie verkleiden? Oder doch irgendwas Mittelalterliches? Oder eher als Hamburger Kiezikone? Und da ich aus Hamburg komme, wählte ich das letzte Outfit. Ein goldenes, kurzes Paillettenkleid, dazu schwarze Ankle Boots, eine rote Langhaarperücke und die graue Felljacke durfte nicht fehlen. Dann noch ab in die Kiezikone
Maske und ein verruchtes Make-up angemalt bekommen. Rote Lippen, Smokey Eyes, Rouge. Fertig! Zurück auf die pinke Wand, und los ging es. VerschiedeneKiezikone Posen, Gesichtsausdrücke, alles was ich wollte konnte ich ausprobieren und Michael schoss ein Foto nach dem anderen. Die anderen Teilnehmer sahen mir dabei zu und lachten. Ich lachte natürlich mit, denn ich bin ein positiver Mensch. Auch wenn kein anderer lacht so lache ich wenigstens und zauber aus einer negativen Stimmung eine positive Atmosphäre. „So wir haben es, wir sind fertig,“ sagte Michael. Die Fotos waren im Kasten.

Die Teilnehmer

Wir alle waren durch mit unserem Shooting. Die Mädels die teilnahmen waren alle sehr unterschiedlich. Manche waren noch in der Chemo und hatten Glatze, andere waren gerade fertig und trugen eine fesche Pixie Kurhaarfrisur. Von jung bis alt, naja was heißt alt, von den 20er bis zu den 50er Jahren war alle mit dabei. Und trotz dieser Altersunterschiede verstanden wir uns alle super, kamen gleich ins Gespräch. Und weil einige von ihnen schon ihre Implantate hatten fragte ich gleich mal nach, ob ich mir ihre neuen Hupen anschauen könne. Gesagt, getan. Tür zu vom Fundus und raus damit. Ich muss sagen, die neuen Möpse sahen echt gut aus, gar nicht mal so schlimm und fühlten sich gut an. „Meine neuen sehen besser aus als die alten,“ fügte eine Teilnehmerin hinzu.

Das Ende


Am Ende machten wir noch ein Abschlussfoto mit allen Teilnehmern des Workshops inklusive Make-up Artists und Barbara. Und als Geschenk gab es ein Make-up Goodie Bag von Lilly meets Gruppenfoto Recover your smileLola. Darin befanden sich ein Pinsel-Set, Rouge, Lip Gloss und Eye Shadow in verschiedenen Farben alles natürlich gesponsert durch den Verein „Nana – Recover your smile“. Außerdem konnten wir uns noch ein Buch von Nana(Jung, schön, Krebs / Der Tod trägt pink) oder einen Buchgutschein aussuchen sowie einen kleinen Fragebogen von Anna, der Psychologie-Studentin, ausfüllen. Wir alle verabschiedeten uns mit einer herzlichen Umarmung voneinander. Ich muss sagen, es war wirklich schön dort. Es hat mir super gefallen und ich bin sehr froh darüber, dass es solche Organisationen gibt die sich für Krebspatienten einsetzen und so etwas überhaupt möglich machen.

Goodie Bag Lilly meets Lola
Goodie Bag Lilly meets Lola
Nana der Tod trägt pink
Nana… der Tod trägt Pink

 

Nach dem Workshop

In den nächsten Wochen bekommen wir die Fotos zugeschickt und können uns drei Bilder davon
aussuchen. Es gibt die Möglichkeit, diese fürs Web zu nutzen oder sie in hoher Auflösung auszudrucken. Die vier Stunden vergingen wie im Flug und es war eine sehr schöne Erfahrung an diesem Workshop teilnehmen zu dürfen. Wir haben viel gelacht und konnten unsere alltäglichen Krebssorgen fürs erste vergessen. Dadurch, dass wir alle so verschieden und doch gleich waren, konnten wir uns untereinander austauschen und hatten keinerlei Berührungsängste. Die Teilnehmerinnen kamen nicht nur aus München sondern aus ganz Deutschland.

Ich bin dem Verein unendlich dankbar für diese Erfahrung, dass es diese Möglichkeiten überhaupt für uns Krebspatienten gibt. Durch meine Brustkrebserkrankung lerne ich immer wieder Menschen kennen, denen ich sonst nie begegnet wäre. Und hätte nie an solchen Workshops teilgenommen. Um so faszinierender ist es immer wieder zu sehen, dass meine neue Welt mit Krebs manchmal gar nicht so schlecht ist.

Und sollte die diese Aktion gefallen haben und du möchtest auch gern mal dabei sein, dann melde dich einfach bei „Nana – Recover your smile“ in München an. Und wenn nicht so freut sich der gemeinnützige Verein über eine kleine oder auch große Spende.

Danke!

Nana Recover your smile

Nana – Recover your smile e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto Nr 9822000

IBAN     DE46700205000009822000
BIC   BFSWDE33MUE
BLZ 70020500

www.recoveryoursmile.org


The foundation of „Nana – Recover your smile“

Nana - Recover your smileNana – a girl, she is young, beautiful and has cancer. At the age of 21 years she passes away in 2012 as a result of her cancer disease, a Ewing Sarkom. For her parents Axel and Barbara Stäcker it is still unbelievable to now that they have lost their daughter. But they take comfort from her death by founding the non-profit organisation „Nana – Recover your smile“ which is dedicated to their daughter. However, Nana still enjoyed getting dressed up with the help of make up and wigs. Und that‘s what it‘s all about during this workshop. The organisation helps cancer patients to find themselves in a new way and makes them feel good again in their skin. Make up artists are there to support the cancer patients and love to give them advice about the right make up. Also it is a good way of forgetting the cancer and to have fun with others. I really admired Barbara Stäcker, Nana‘s mother, on how she deals with the situation. She lost her daughter, way too early, and still the pain remains. This voluntary service helps her to deal with the situation. „The death of my daughter was very painful. This work helps me to see something positive in the whole story and it also gives other cancer patients something positive back.“

The workshop at „Lilly meets Lola“ in Munich

In the middle of Munich in the Sendlinger Str. 50 is the make up school „Lilly meets Lola“ based which has been founded by Sandra ‚Lola‘ Kader in 2010. When I got there a bit late in the Lilly meets Lolaafternoon everyone welcomed me very lovely. They had some sweets and drinks prepared for us and I sat down with Barbara and Anna on a really big and comfy couch. Anna, who is studying psychology at the University of Salzburg, is currently doing a study with the help of the organisation. She is Mini Malteserasking herself the question why this workshop makes cancer patients happy. And exactly that question I asked myself at that time, too. After going through all the formalities I have to go into a room with big mirrors, a lot of light, high chairs and a lot of beautiful looking make up artists. And somewhere in between is a tiny little ball of wool jumping around. A little 8 weeks old Malteser baby dog. Sooo sweet and amazing how this little squeezer is lighting up the atmosphere in there.

The first shooting

The photographer Micheal Baierle from Xomi is taking the picture. I got a very natural make up autofor the first shooting. Not too much, only a little to get out your best side of your face. Then I get placed in front of a pink wall with my normal clothes on so I feel1. Shooting comfortable. And because the little dog is dancing around in the other room I certainly take him to be with me on my picture. It breaks the ice and lets my heart melt. Only a few pictures are needed and we are done. Micheal is doing his job really well and he doesn’t even need to give me much advice. In general he is a very lovely person.

The second shooting

Verrückte VerkleidungFor the second shooting I can dressed up and for that there is a pool of clothes. It’s a room full of clothes, jewelry, hairpieces, wigs and many more. It feels like the land of milk and honey. At first I2. Verkleidung didn’t have a clue about what to wear. Maybe I should get dressed like a hippie? Or something medieval? Or maybe I will be an icon of the Hamburger Kiez. And because I am from Hamburg I chose the last outfit. A short golden dress, black ankle boots, a red longhair wig and the grey fake fur jacket. Straight to the make up artist to get my make up: red lips, smokey eyes, rouge, done! Back Kiezikoneto the pink wall and ready to kick off. I did different posings, different faces, I could do whatever I wanted to and Michael tookKiezikone them pics. The other participants looked at me and started laughing. And of course I was laughing with them because I am a positive person. Even though no one else is laughing I am laughing at least. And out of a negative atmosphere I can create a positive one. „Ok we are done,“ said Michael.

The participants

We were all done with our shooting. The girls who participated were all very different. Some of them were still doing chemo therapy and were baldy, others were done with the therapy and wore a lovely pixie haircut. From young to old, well what means old, the girls were inbetween their 20s to the 50s.But despite our age difference we all got on really well and started chatting right away. And because some of them already had their implants I was curios to see their new boobies. We closed the door of the clothes room and got them out. And I have to say they looked really well and even felt good. „My new ones look better than the old ones,“ said one of the participants.

The end

Gruppenfoto Recover your smileAt the end of the day we took a group picture of all of us including make up artists and Barbara. As a present we got an amazing goodie bag from Lilly meets Lola which included a make up brush set, rouge, lip gloss and eye shadow which was all sponsored by the organisation „Nana – Recover your smile“. On top of that we could choose a book of Nana (Jung, schön, Krebs / Der Tod trägt pink) or take a voucher for a book. Anna the psychology student gave us another questionnaire to fill out. We all said by to each other in a very heart warming way. I have to say it was so amazing to be there. I loved it and I am so happy that an organisation like that exists and make things like that possible for cancer patients.

Nana der Tod trägt pink
Nana…der Tod trägt Pink (Nana…death wears pink)
Goodie Bag Lilly meets Lola
Goodie Bag from „Lilly meets Lola“

 

 

After the workshop

Within the next few days we will receive our pictures and can choose three of them. You can use them for your website or the high resolution one for printing. These four hours flew by so fast and it was an amazing experience to be part of the workshop. We laughed a lot and could forget about our cancer problems. Somehow we were different but also the same we could exchange thought and had no fear of contact. The participants came from all over Germany to Munich.

I am very grateful for this experience and that possibilities like these exist for cancer patients. Through my breast cancer disease I keep on meeting people that I normally wouldn’t have met and I wouldn’t have participated in these workshops either. To be honest sometimes it is really fascinating that my new world with cancer isn’t always that bad.

If you liked this campaign and you want to be part of it please do not hesitate to get in touch with the organisation. And even if you don’t want to participate I guess the organisation would be very happy about any little or big donation.

Thank you!

Nana Recover your smile

Nana – Recover your smile e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto Nr 9822000

IBAN     DE46700205000009822000
BIC   BFSWDE33MUE
BLZ 70020500

www.recoveryoursmile.org