Komplementärmedizin in der Onkologie

Summer School im UKE Hamburg 2019

Gemeinsam mehr bewirken

Krebs ist eine systemische Krankheit und muss meiner Meinung nach ganzheitlich gesehen werden. Seit meiner Brustkrebserkrankung 2014 beschäftige ich mich mit dem Thema, endlich gibt es auch mehr Evidenzen in der Komplementärmedizin in der Onkologie. Für mich ein erfreudiges Ereignis, denn oft wurde Komplementärmedizin belächelt, sogar gute Ernährung zählte nicht als eine positive Eigenschaft für die Heilung von Krebs.

Das sieht nun anders aus. Die Krebstherapien ändern sich rapide, besonders die Brutskrebsthematik nimmt weiter Aufschwung, da hier die höchste Nachfrage ist. Immer mehr junge Frauen sprechen über ihre Erkrankung in den Sozialen Medien, äußern sich öffentlich und machen sich stark für die die nicht die Kraft haben. Eine bemerkenswerte positive Welle hat sich hier mittlerweile aufgetan.

Das UKE gilt seit mehr als 10 Jahren als onkologisches Spitzenzentrum. Die Therapien, die Behandlungen, die Vorsorge und die Nachsorge gilt es immer weiter zu verbessern. Auch ich bin Patientin im UKE, Palliativpatientin um genauer zu sein. Auch wenn es nicht immer so war, so glaube ich daran, wieder gesund zu werden. Leider schafft es nicht, aber einen Versuch ist es wert. Und obwohl das Uniklinikum Eppendorf in Hamburg ein Spitzenzentrum in der Onkologie ist, so gibt es hier auch den ein oder anderen traurigen Fall wo keine Heilung erzielt werden konnte.

Mindestens alle vier Wochen bin ich im Brustzentrum. Am Eingang sehe ich hoch in den 6. Stock und erinnere mich wie wir dort Silvester gefeiert haben. Das letzte gemeinsame Silvester einer Freundin. Es war ein schöner emotionaler Abend den ich immer in Erinnerung halten werde. 

Zwischen 50 – 80% der Krebspatienten greifen auf Komplementärmedizin zurück, 90% davon sind Brustkrebspatienten. Das UKE bietet seit 10 Jahren dazu eine komplementärmedizinische Sprechstunde an. Jeder Behandlungsplan wird dazu auf den Patienten individuell zugeschnitten. Komplementärmedizin minimiert die Nebenwirkungen und verbessert den allgemeinen Zustand des Patienten während und nach der Therapien.

Doch was erhoffen sich die Patienten durch Komplementärmedizin?

Patienten wollen selbst etwas tun und erhoffen sich Unterstützung um selbst aktiv zu werden. Die meisten wollen das Immunsystem stärken, Beschwerden lindern, das Rückfallrisiko senken und somit den Krebs besiegen.

*Resilienz und Salutogenese

Die beiden Begriffe Resilienz und Salutogenese stehen eng miteinander in Verbindung. Resilienz bedeutet so viel wie Widerstandsfähigkeit. Je widerstandsfähiger wir sind, je besser unser Körper Störungen abwehren kann, desto gesünder bleiben wir. So gibt es Menschen, die nie krank werden, obwohl sie vielen potentiell krankmachenden Umständen ausgesetzt sind. Andere dagegen liegen schon bei leichten Stresssituationen mit Fieber oder Erschöpfungssymptomen im Bett. Erstere sind widerstandsfähiger, da sie in kritischen Situationen auf persönliche Ressourcen zurückgreifen können und eine Krise als Möglichkeit zur Weiterentwicklung ansehen.


*Mehr zum Thema: https://www.gesundheit.de/wissen/haetten-sie-es-gewusst/medizinische-begriffe/was-ist-salutogenese (03.11.2019)

Das Konzept der Resilienz und Salutogenese besteht aus fünf Säulen. Diese fünf sind Ernährung, Bewegung, Achtsamkeit, Manuelle Vere und Physiotherapie.

Der Patient wird dazu ermutigt die Säule der Eigenkompetenz zu verbessern und seine Selbstheilungskräfte zu unterstützen, denn 40% der Verbesserung der Lebensqualität hängen vom Verhalten und vom Lebensstil des Patienten ab. Jeder Mensch ist individuell zu betrachten und wird demnach auch gezielt und nicht pauschal behandelt. Die wichtigste Säule überhaupt ist die Bewegung. Die verschiedenen Säulen miteinander kombiniert ergeben eine Verlängerung des Überlebens. (Belege durch eine Studie mit 1500 Brustkrebspatientinnen).

Interessierte der Komplementärmedizin sollten sich an Fachleute wenden, denn wer auf eigene Faust handelt kann sich selbst mehr schaden. 

Wer dennoch selbst aktiv sein möchte und gute Informationsquellen sucht für den gibt es die cam-cancer.org oder kokoninfo.de  Website.

onkopedia.com  ist eine Plattform für Ärzte zu Konzepten für Onkologie und Komplementärmedizin mit ca 120.000 Aufrufen pro Monat.

Der Patient kann endlich selbst etwas tun und die Heilung im positiven Schritt sowie die Lebensqualität verbessern.

Auch ich habe mich an eine Heilpraktikerin gewendet, um meine Nebenwirkungen zu lindern und den Heilungsprozess zu fördern. Hier wurden mehrere Tests durchführt die aufzeigten welche Nahrungsmittel gut und schlecht für mich sind. Zudem wurde festgestellt, dass ich ein Leaky Gut Syndrom hatte was dazu führte, dass ich keine Vitamine und Nährstoffe durch den Dünndarm aufnehmen konnte. Außerdem gab es ein paar Präparate für mich die immer in Absprache mit meinen Ärzten im UKE eingenommen wurden. Für mich verlief alles sehr positiv, da ich selbst nie diese Erkenntnisse gehabt hätte. Im UKE habe ich die Komplementärmedizin noch nicht in Anspruch genommen. Dies ist jedoch für mich mein nächstes Ziel.

Viele Patienten fühlen sich nach den Therapien allein gelassen und die Thematik über die Komplementärmedizin ist zum heutigen Zeitpunkt noch nicht weit genug verbreitet. Das UKE arbeitet derzeit an einer Liste in der alle deutschlandweiten Beratungsstellen aufgezeigt werden. Ansonsten gibt es auch die Möglichkeit, sich an das UKE zu wenden und von dort aus weitergeleitet zu werden. Meiner Meinung nach gibt es auch die Möglichkeit sich an die Krankenkasse zu wenden, um dort Auskünfte über niedergelassene Ärzte zu bekommen die in Zusammenarbeit mit der Krankenkasse Komplementärmedizin durchführen und hier auch die Kosten übernommen werden.

Mehr zum Thema Ernährung und Chinesische Medizin gibt es in den nachfolgenden Blogbeiträgen.

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