Den Krebs kennenlernen/ Meeting Cancer

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera

Leala

Das erste Mal kam ich mit Krebs vor 7 Jahren in Kontakt. Damals war es meine Freundin Leala aus England, die an Krebs erkrankte. Auch wie ich machte sie eine Chemotherapie und Bestrahlung. Zuerst glaubten wir es würde gut ausgehen, doch dann kam alles anders. Leala erlebte nicht mal mehr ihren 30. Geburtstag. Seitdem ich an Krebs erkrankt bin denke ich noch mehr an sie als vorher. Wie wir uns auf der Space Opening Party 2006 auf Ibiza kennenlernten, wie wir bei Bora Bora auf den Tischen tanzten, wie wir bei Kanya am Pool mit den Mädels saßen und unser Leben in vollsten Zügen genossen. Sie war wie eine Schwester. Als sie am 6.6.2009 starb, flog ich direkt nach London, um bei ihrer Beerdigung dabei sein zu können. Ich erinnere mich noch immer an ihr Lied, als der weiße Sarg nach draußen getragen wurde. Leona Lewis mit „Footprints in the sand“. Wir alle weinten.

Damals war der Krebs noch so weit weg, doch heute ist er näher als je zuvor. Es erkranken immer mehr junge Menschen an diesem Krebstierchen. In meinem letzten Blogbeitrag berichtete ich gerade über uns Krebs-Blogger, schickte mir Nachrichten mit den anderen Bloggern, um sie besser kennenzulernen. Und in der nächsten Minute sind einige von uns schon nicht mehr da.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs

Luise

So erging es leider Luise (Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs). Wir hatten uns noch geschrieben, dass wir uns kennenlernen wollten. Wir wohnten nicht weit voneinander entfernt und sie schrieb mir noch „Wir müssen uns unbedingt treffen“. Da war sie schon auf der Palliativstation. Auf einer Palliativstation werden einem die Schmerzen erträglich gemacht, doch für viele ist es die letzte Station in einem Krankenhaus. So auch für Luise. Ich kannte sie nicht persönlich, und doch verstanden wir uns, erzählten uns einfach so über uns selbst. Als würde es nichts selbstverständlicheres geben als aufeinander zuzugehen. Luise hinterlässt eine große Gemeinschaft, viele Freunde und Verwandte. Sie gab vielen Mut und Kraft. Noch dieses Jahr war sie auf der Leipziger Buchmesse, stellte mit den „Reisebegleiter für den letzten Weg“ vor, an dem sie mit arbeitete. Als sie starb wuchs ihre Facebook Fanpage von etwa 6000 auf fast 9000 Fans an. Und da frage ich mich: „Muss denn erst immer etwas schlimmes passieren, dass die Menschheit merkt, was eigentlich wirklich um sie herum passiert? Dass immer mehr junge Menschen erkranken!“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs

Susan

Ich als Krebs Blogger will aufklären und anderen zeigen, dass wir in einer Gesellschaft leben, die immer mehr unter Krankheiten leidet. Sei es durch Stress, Druck auf Arbeit, falsche Ernährung… Wir alle wissen was uns krank macht, und dennoch machen wir so weiter wie bisher.
Die meiste Zeit bin ich optimistisch und versuche mein Leben wieder auf die Beine zu bringen. Doch solche Momente machen mir Angst und ich frage mich, wer der oder die nächste sein wird. Denn wer weiß schon, ob ich oder du noch Krebszellen in sich tragen? Krebszellen sind erst ab einer Größe von 3mm erkennbar, und laut meiner Ärztin ist der Krebs schon 7 – 10 Jahre in mir gewesen, bevor er wirklich ausbrach. Um so bewusster mir wird, dass ich Krebs habe, um so mehr Angst habe ich vor der Zukunft.

 


 

 

Bora Bora, Ibiza, 2006, Kamera, camera

Leala

Seven years ago I got in contact with cancer for the first time. It was my friend Leala who got diagnosed with cervical cancer. She underwent chemo and radiotherapy, same as me. First we thought it will all be ok again but then something else happened. She didn’t even celebrate her 30th birthday. Since I got diagnosed with cancer I’ve been thinking more about her than before. When we met for the first time at the Space Opening Party in 2006 in Ibiza, when we were dancing on the tables at Bora Bora, when we sat by the Kanya pool with the girls and how we absolutely enjoyed our lives. She was like a sister. She died on 6th June 2009 and I flew to London straight away to be there on her last way. I remember the song they were playing when her coffin got carried outside. Leona Lewis with „Footprints in the sand“. We all cried.

At that time the cancer was so far away and now it’s closer than ever. More and more young people are suffering from cancer nowadays. I talked about cancer blogger in my last blog post, sent messages to each other to get to know them better. And in the next minute some of them are not there anymore.

luise chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs

Luise

Unfortunately Luise(Chemoelefant aka Klopsi gegen den Krebs) was one of them. We only talked to each other days before and wanted to meet each other because we lived so close. But then it all went very quick. She was at the palliative station where you get treated against your pain. And so did Luise. I didn’t know her personally but we got on and talked about each other just like that. Luise leaves a big community, many friends&family. She only visited the book exhibition in Leipzig where she presented the book „Reisebegleiter für den letzten Weg“. Her Facebook Fanpage grew from 6000 fans up to almost 9000fans in only a couple of days. And this is the point where I ask myself: „Why does always something like this has to happen so that we actually realize what’s happening around us? That more and more young people suffer from cancer and die from it?“

Stadtrundfahrt in Lissabon, Brustkrebs

Susan

Me as a cancer blogger I want to inform about the disease and show other that we live in a society that suffers more and more from diseases. May it be through stress, the pressure from work, wrong nutrition… We all know what makes us sick but still though we don’t do anything against it and keep on going like before.

Most of the time I’m very optimistic and try to get my life back on track. But such moments scare me and I keep asking myself who will be the next one. Because who knows if I or you still carry cancer cells in our bodies? You can discover cancer cells only from a size of 3mm and according to my doctor the cancer must have been in a human being for more than 7 – 10 years before it breaks out. The more I realize that I have cancer the more scared I am for my future.

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2 Antworten zu “Den Krebs kennenlernen/ Meeting Cancer

  1. Man kann den Beitrag eigentlich nicht mit „gefällt mir“ markieren, da es eine schlimme Erkenntnis / Tatsache ist, dass der Krebs auch immer jüngere Menschen ereilt. Und das Schlimmste daran ist, dass die Gesellschaft sehenden Auges hineinschlittert.
    Nicht alles ist von uns beeinflussbar, aber doch so vieles. So z.B. die Entscheidung, ob man sein Krebsrisiko um ein vielfaches durch das Rauchen erhöhen möchte, oder eben nicht.
    Es ist eine Gewissheit in der Onkologie, dass in ein paar Jahren nicht mehr der Brustkrebs bei Frauen die häufigste Krebserkrankung sein wird, sondern Lungenkrebs. Die nur, weil sich Frauen seit vielen Jahren emanzipieren und auch vermehrt Rauchen.
    Nun…jeder muss selbst entscheiden, was er mit seinem Leben anfangen möchte. Jeder ist selbst für sein eigenes Leben verantwortlich. Ich, als „ehemalige“ Brustkrebspatientin muss sagen, dass es lässigere Sachen gibt, als eine Chemotherapie. Dass es angenehmer war, als ich mit der Erfahrung Krebs noch nicht leben musste.
    Daher, liebe Susan, vielen Dank für die offenen und ehrlichen Worte. „Gefällt mir“.
    Liebe Grüsse
    Red & Wellies

    Gefällt mir

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