Hey Kurze/ Hey Shortie

 

mein echtes Echthaar :DMittlerweile sind wieder ein paar Wochen vergangen. „Wie die Zeit fliegt“ sagen viele. Ja und sie fliegt wirklich. Denn genau vor einem Jahr flogen mir die Haare davon. Ich weiß noch, 2 Wochen nach der ersten Chemo Haare ab nach der Chemosaß ich im Auto und musste das Fenster schließen. Meine Haare flogen buchstäblich aus dem Fenster. Und da ich am Ende der Fahrt noch nicht mit Glatze dasitzen wollte, machte ich das Fenster zu.
Dann schnitt ich mir einen Bob und 5 Tage später mussten sie dann noch schnell eine  Frisur ausprobieren bevor die Haare ausfallenganz ab. Es ging gar nichts mehr, die Haare waren wie Kaugummi und ließen sich einfach rausziehen. Ganze Büschel kamen heraus und ich merkte
nicht mal was. Es tat nicht weh, gar nichts. Ich wollte sie ein letztes Mal stylen, aber nix da. Beim Haare waschen hatte ich nur noch Haare in der Hand. An Föhnen war gar nicht zu denken.

 

Also nahm ich kurzerhand den Rasierer meines Freundes, stellte mich vor den Spiegel und ups, da ist mir wohl 'ne Eichel auf den Kopf gefallenrasierte von vorne nach hinten. Dann stand ich da, ganz ohne Haare. „KRASS“, dachte ich. Ich lachte und ich weinte zugleich. Ich fühlte noch ein paar Stoppeln am Kopf, die nach und nach ausgingen. Unter der Dusche wusch ich mir
den kahlen Kopf und fühlte mich wie in der Axe Werbung, wo ein Typ unter einem Wasserfall steht und sich mit dem Duschgel wäscht, sich über seine Glatze streichelt.

 

Roter Lippenstift kombiniert mit Statement KetteUnd dann ging es los mit den Mützen. Ich trug Beanies überall. Ich liebte sie, so viel Auswahl gab es an Beanies. Mit Herzen, aus Cashmere, mit Sternen und Streifen, aus Baumwolle zum Schlafen. Schlafen konnte ich nie ohne Mütze. Nachts frierte ich auf dem Kopf, sah aus wie Witwe Bolte mit ihrem Schlafmützchen.

 

Beanie und ExtensionsAm ersten Tag ohne Haare steckte ich meine braunen Extensions an ein Haarband, klemmte es mir um den Kopf, Beanie drüber, fertig. Und es merkte nicht mal jemand, dass ich kahl drunter war. Hätte mir jemand mein Beanie runtergerissen, dann hätte es ausgesehen wie ein Mann in seinen besten Jahren mit kahler Stelle obendrauf, aber genug Haare an den Seiten.

Ob es mir schwer fiel die Haare abzuschneiden? Nein! Anfangs machte ich mir viele Gedanken um meine Haare, besonders weil ich sie gerade schön lang hatte, schaute immer wieder in den Spiegel. Ich hatte einfach nur Angst davor, dass nun jeder sehen konnte, dass ich krank war, dass ich Krebs hatte. Aber es gibt so viele tolle Perücken, Mützen, Tücher heutzutage, da verschwendet man selten einen Gedanken an die alten Haare. Und nun sehen meine Haare besser aus als vorher. Sind schon dichter als vorher, eventuell sogar wellig.

Ich liebe meine kurzen Haare. Es ist total easy. Unter die Dusche, waschen, raus, trocknen, sulisboaWachs rein, fertig. Die Wimpern und Augenbrauen sind auch wieder da. Trotzdem muss ich die Augenbrauen noch nachziehen, sind schon recht dünn. Die Augenbrauen fielen als letztes aus und kommen nun als letztes zurück. Unter den Armen wachsen die Haare kaum, und ich brauche dort nur noch selten rasieren. Finde ich absolut klasse und kann mich damit anfreunden. An den Beinen ist auch nicht mehr viel los. Also hatte das alles doch etwas Gutes.

 

Geburtstag Tiffanys Blumen ChampagnerVor ca 2Wochen hatte ich Geburtstag und ich erinnere mich noch genau an meinen Geburtstag letztes Jahr. Ich wünschte mir Gesundheit, nicht mehr und nicht weniger. Der Krebs ist ein Jahr später weg und ich habe es ordentlich gefeiert. Alle waren da und ich hab auch ein Gläschen mehr vom Erdbeersekt getrunken.

 

 

Dann ging es nach Portugal zum Junggesellinnenabschied einer guten Freundin. Wir haben es richtig krachen lassen und es tat gut mit so lieben und lustigen Mädels unterwegs zu sein. Fühlte sich an als würden wir „Sex in the City“ Teil 3 in Lissabon drehen. Solche Momente sind schön, und holen mich aus dem Krebsalltag heraus und bescheren meiner lieben Freundin Patricia einen absolut unvergesslichen JGA: 😉 Danke Mädels, ihr seid klasse!

Altis Avenida Lissabon Girls at the airport JGA 2015Katamaran Fahrt in Lissabon

Noch immer warte ich auf meine Kur. Anfangs hieß es „Krebspatienten dürfen sich die Kur überall aussuchen“ Also nahm ich die Strandklinik in Boltenhagen. die sich auf Brustkrebs spezialisiert hat. Dann bekam ich Post, ich solle in den Harz, Teufelsbad. Oh nein, schon der Name sagt alles und die Patienten haben eher Probleme mit Knochenbrüchen als mit Krebs und laut der Bewertungen ist das alles sehr heruntergekommen. Nicht mal WLAN gibt’s da. Jetzt heißt es wieder kämpfen, kämpfen für die richtige Reha.

Stadtrundfahrt in LissabonAber jetzt ruhe ich mich erstmal aus. Gestern bei meiner Nachsorge Untersuchung in der
Strahlenklinik stellten die Ärzte eine Gürtelrose fest. War wohl doch etwas zu viel in letzter Zeit für mich. Aber egal, der Spaß war es mir wert. Wer weiß, wann ich mal wieder so etwas erleben werde. Und bis dahin bleibe ich schön im Bettchen, trinke Tee und schaue mich nach Jobs im Netz um.


mein echtes Echthaar :DTime flies as many people say. Yes and it really flies. I still remember one year ago I sat in the car, two weeks after my first chemo, with the window open. I had to close the window because my hair was flying out of it and IHaare ab nach der Chemo didn’t want to leave the car with no hair. To keep the hair a bit more I cut myself a bob, 5 days later I had to get them all chopped off. It felt like chewing gum when touching them. When I touched my hair I had a noch schnell eine  Frisur ausprobieren bevor die Haare ausfallenwhole bunch of hair in my hand. It didn’t even hurt when pulling on them. Because I wanted to style them for the last time I got a shower and wanted to wash them but when blowdrying them they came out more and more.

 

So I took my boyfriend’s shaver, looked into the mirror and shaved from ups, da ist mir wohl 'ne Eichel auf den Kopf gefallenthe front to the back. Then I stood there, with no hair. I laughed and cried at the same time. I could still feel some stubbles on my head which fell out after a while. When I got in the shower I washed my bold head and it felt like in the Axe advert where a guy is standing underneath a waterfall, washing himself and touching his bold head.

Roter Lippenstift kombiniert mit Statement KetteAnd then it all started wearing hat. I wore beanies wherever I could. I loved them so much I had a wide range of them. With heart, with cashmere, with stars and stripes, made out of cotton for the night. I couldn’t go to bed without my beanie because I was freezing so bad. I must have looked like an old lady from the middle age with her night hat.

Beanie und ExtensionsOn my first day without hair I twisted my brown extensions around my headband, then put
it around my head and then put a beanie on top. No one knew that I was bold underneath my hat. But if someone had pulled down my beanie I would have looked like a man at his best age bold on top and lots of hair on the sides.

If it was hard for me to cut off my hair? No! At the beginning I was worried about my hair especially because I had long hair. I was looking in the mirror whenever I could. But I was only scared of the moment when everyone could see that I was sick, that I had cancer. But there are so many nice wigs, hats, scarves, caps. You don’t waste anymore thoughts on your hair when you know what’s coming next. And now my hair looks better than before. It is thicker and maybe a little wavy.

sulisboaI love my short hair, it is so easy to handle them. Getting in the shower, washing my hair, getting out, drying them, a bit of wax, done. My eyelashes and eyebrows are back as well. But still I have to paint them as they are so thin. The eyebrows were the last ones I lost and are the last ones coming back. Under my armpits there is not much of hair growth, I hardly have to shave there. But to be honest, I love it and can cope with that. There’s not much hair on my legs either so looking back now it also had something good.

Geburtstag Tiffanys Blumen Champagner
About two weeks ago I celebrated my birthday and I still remember what I wished for last year. Only health nothing else. One year later the cancer is gone and I had a big party. Everyone was there and I drank a little bit more of my strawberry champagne

 

Then we went to Portugal for my friend’s hen do. We really had lots of fun and it felt good to be with such lovely and funny ladies. Sometimes I thought we we filming the 3rd part of Sex and the City. It was amazing how much fun we had and how good it was for me getting out of the every day life of a cancer patient. And I hope my friend had the best hen do she could wish for. 😉

Altis Avenida Lissabon Girls at the airport JGA 2015 Katamaran Fahrt in Lissabon

Still now I’m waiting for my health treatment. At the beginning of the treatment they told us „Cancer patients can go wherever they want to go“. So I choose the health clinic in Boltenhagen which is specialised for breast cancer patients. Then I got a letter saying I shall go to the Harz, Teufelsbad (devil’s bath). Oh no, the name says everything, devil’s bath, an the patients there have problems with bone fractures and according to other patients opinion this is not a good clinic for young breast cancer patients. The don’t even have wifi there. Now I have to fight again, fight for the right health treatment clinic.

Stadtrundfahrt in LissabonBut for now I’m staying in bed. I went to the radiotherapy clinic for a normal check up and they discovered zoster under my right armpit. Maybe it was a bit too much in the last few weeksbut to be honest it was worth it. Who whenever I will do something like that again. And until then I will be remaining in bed, drinking tea and looking for a job on the internet.

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