Ab zum Schlachter

6:30Uhr, das Schwesternsturmkommando ist da. Aufstehen, waschen, esse. Für mich heute nicht. Meine OP ist irgendwann, sollte um 9Uhr sein, aber so ganz sicher waren sie sich nicht. Dann kurz vor 7Uhr „FRau Sommerfeld, schon gewaschen? Kurz nach 7 geht’s los in den OP!“ „Achso?!? jetzt schon? Ach du Scheiße, geht los“ Pyjama aus, Dusche an, Seife überall verteilen, schnell den Dreck und Schweiß abschrubben. Abrubbeln mitm Handtuch, diese einfach total erotischen weißen Strümpfe über meine dünnen Beinchen drüberziehen. Man sind die eng, da ist ja ein Kondom einfacher zu benutzen! Und last but not least, dieses obertolle sexy Nachthemd, was von hinten offen ist und der Po zu sehen ist, sollte kein Schlüpferchen getragen werden. Ne den Gefallen tue ich denen nicht. Ich ziehe mir was unter. Nachher sind die bei der OP und erlauben sich einen Spaß und schauen unters Nachthemd. Man weiß ja nie, wer da so bei der OP dabei ist. Irgendwelche notgeilen Studenten vielleicht? Wer weiß das schon. Nun gut, im Vorbereitungsraum angekommen, Spritze in den Arm, Maske aufs Gesicht gedrückt. Von wegen, da ist noch nix drin. Klar kommt da schon was zur Beruhigung durch. Meine Augen werden schlapp, nein ich will noch was mitbekommen, wo sind die Ärzte…Sekunden später liege ich schon im Tiefschlaf und werde zum Schlachter reingeschoben. Der Freut sich sicherlich schon, mir endlich meinen Tumor zu nehmen.
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